DIY Avarma 9kW - Planung und Umsetzung

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Fertigstellung der Hydraulik. Beengte Verhältnisse haben dafür gesorgt, dass ich mindestens drei Mal überlegen musste, ob ich am Installationsort alles pressen kann oder ob ich Teilstücke vorpressen muss und wie ich die vorgepressten Teile dann an den vorgesehen Platz bekomme.
Gegen 18:00 Uhr hatte ich eigentlich keinen Bock mehr. Aber das Ziel so nah vor Augen, habe ich die Arschbacken zusammen gekniffen und noch bis ca. 21:40 Uhr alles fertig gemacht.


Man sieht beim blauen Drehknopf des Verbrühschutzes den Bogen für den thermischen Siphon. Der funktioniert ausgezeichnet. Ohne Einsatz der Zirkulationspumpe verschwindet keine Wärme mehr durch die Leitung nach oben.

Kleiner Fun Fact: Man kann eine Presse auch falsch ansetzen und erhält dann sowas


Zum Glück klingt das Pressen in so einem Fall merkwürdig. Das irgendwo in der fertigen Installation und im ungünstigsten Fall kann man die Hälfte wieder rausreißen.

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Der Samstag war ein wenig von Rückschlägen geprägt. Beim Befüllen der Anlage sah noch alles gut aus. Kein Leck, aus dem es raustropft. Als ich den Anlagendruck allerdings auf 1,5 bar gebracht habe, meinten die Anschlüsse des Heizstabs, kleine Fontänen zum Besten geben zu müssen.
Glücklicherweise habe ich nicht an Kugelhähnen gespart. Deshalb kann ich die ganze selbst gemachte Verrohrung absperren, so dass ich nur wenig Wasser aus dem System ablassen muss. Ein knapper Eimer voll, dann konnte ich mich daran machen, den Heizstab wieder aus dem System zu entfernen. In weiser Voraussicht hatte ich ihn schon frei zugänglich platziert. Ich muss nur das Zulauf- und Ablaufrohr auftrennen und konnte den Heizstab entfernen. Auf der Suche nach Dichtungen bin ich nicht wirklich fündig geworden. Also alle Gewinde gereinigt und neu mit reichlich Teflonband umwickelt. Danach musste der Heizstab nur wieder an der alten Stelle in die bestehende Verrohrung eingebaut werden. Ein dreifach Hoch auf Press-Schiebemuffen. Dadurch war nach vier Pressungen alles wieder im alten Zustand.
Der nächste Schritt war, die Rohre wieder zu fluten und langsam Druck aufs System zu geben. Leider fällt ca. alle 10 Minuten ein Wassertropfen aus der Verschraubung am Zulauf in den darunter stehenden Eimer. Da muss ich also nochmal ran.

Eine zweite Leckage zeigte sich am Auslauf des Verbrühschutzes. Auch nur ein Wassertropfen alle paar Minuten, aber auch hier musste ich nacharbeiten. Zum Glück ist der Verbrühschutz mit flachdichtenden Überwurfmuttern ausgestattet. Wasser abstellen, aufschrauben und Wasser auffangen, Verbindungsstücke nachziehen, wieder reinsetzen und die Überwurfmuttern wieder festziehen. Hat nicht länger als eine halbe Stunde gedauert und ist jetzt dicht.

Dann war es an der Zeit, die Elektrik fertig zu machen. 5 Mischermotoren und der Heizstab warteten noch auf Verkabelung. Dazu die smarten Rollladenaktoren, mit denen ich die Mischermotoren auf und zu fahre. Tatsächlich hat es an diesem Tag nur für 3 Mischermotoren gereicht. Der Rest der Zeit ging für erste Schritte mit der Modbus-Schnittstelle drauf. Trotzdem konnte ich schon einen kurzen Testlauf mit der Avarma machen und mich ein wenig mit der Regelung vertraut machen. Es scheint zu laufen...

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Programmierung. Relevante Datenpunkte aus der Modbus-Beschreibung raussuchen; verstehen, was sie bewirken; Einbinden der Datenpunkte in mein Smarthome; Ansteuerung der Rollladenaktoren zur Mischersteuerung; ...
Alles Zeitfresser, bei denen man erstmal keinen richtigen Fortschritt sieht. Aber es muss gemacht werden. Stand heute habe ich schon über 30 Werte, die ich protokolliere, um anschließend aussagekräftige Auswertungen machen zu können.
Der Bericht ist kurz, das ganze Testen und Debuggen hat aber enorm viel Zeit in Anspruch genommen.

Heute (Montag) habe ich die restlichen Mischermotoren eingebaut und den Heizstab angeschlossen. Dazu die Steuerung der Motoren verfeinert und festgestellt, dass ich meine Heizkreispumpe wohl doch nicht von der Avarma steuern lassen kann. Dann verlöre ich die Möglichkeit, in der Übergangszeit mit Solarthermie zu heizen. Hydraulisch habe ich das aber vorgesehen und werde die Heizkreispumpe smart in Abhängigkeit vom Steuersignal der Avarma schalten.
Langsam wurde es auch Zeit, den Installationsort ein wenig aufzuräumen und zu entmüllen. Da steht morgen ein "großer" Tag an. Alles, was sich so über Jahre angesammelt hat, fliegt dann gleich mir raus (sehr zur Freude meiner Frau).
Wegen der alten Gasheizung habe ich einen Schrotthändler kontaktiert, der den ganzen Krempel morgen früh abholt. Dann sieht unsere Einfahrt nicht mehr ganz nach Schrotthalde aus. Eigentlich hätte ich erwartet, dass sich, ähnlich wie bei Sperrmüll, rumspricht, dass irgendwo Altmetall zu holen ist.

So sieht die aktuelle Installation aus:

Wie's hinter meinem Rücken aussieht, kann ich aber niemandem zumuten :wink:

Sieht ganz schön komplex aus, hätte ich mir einfacher vorgestellt. Hab mich aber noch nie ernsthaft damit beschäftigt.

Hast du das bis ins Detail vorgeplant, also irgendwie gezeichnet? Oder ist das beim Tun so entstanden?

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In meinem ersten Beitrag hatte ich die Hydraulikpläne für die einzelnen Betriebsarten und den daraus resultierenden Gesamtplan vorgestellt. Danach bin ich konsequent vorgegangen.
Das tatsächliche Ergebnis ist tatsächlich aber während der Arbeit entstanden, weil die räumlich beengte Situation für immer neue Herausforderungen gesorgt hat.

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Hi @jogobo , ganz herzlichen Dank für deine ausführlichen Berichte! Da ich dich im Forum als sehr gewissenhaft und durchdacht kennengelernt habe, freut es mich umso mehr, von dir diesen Schritt für Schritt Bericht zu lesen! Natürlich freue ich mich auch auf einen Bericht zum Betrieb mit Energiedaten und Ansteuerung, wenn es soweit ist. Ich wünsche dir gute letzte Schritte und ein anschließend gut funktionierendes System!

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Mal was prinzipelles du sollttest dich mehr damit auseinander setzen wie man etwas Verbaut, deine Leitungen so dicht hinter dem kondensaor da verschenkst du massiv effizens, das nächste deine leitungsverlegung warum bist du nicht nach unten in die Erde gegangen und dann zum Haus? dadurch würde sich in der leitung ein L ergeben und die leitung kann sich bei kälte und wärme zusammenziehen oder ausdehnen, so wie du es aktuell gemacht hast wird immer an der Verpressung gezogen das kann mit der Zeit undicht werden.

Dann zu deinem Fundament das wird dir im tiefen Winter wenn es mal längere Tage -10 grad hat vereisen und Probleme machen.

Dann der Bauschaum an den Leitungen das ist ein einfallstor für Nager die fressen sich da gerne durch, meiner Meinung nach hast du vieles nicht wirklich Optimal gelöst, eher hätte ich die Wallbox versetzt wenn du da jedes mal hinmusst. zudem wie willst du den Kondensator so auch Warten bzw mal Reinigen? da ist kaum Platz zwischen den Leitungen und dem kondensator das wird so nicht wirklich gut funktionieren.

Was ja das übliche Vorgehen bei nahezu jedem DIY-Projekt ist. Man irrt sich voran, alles ist ein Prozess des Lernens. :wink:

Und gut, dass du ein paar Hinweise gegeben hast, wo man optimieren könnte.

Kannst Du das in Zahlen ausdrücken oder ist das nur eine vage Vermutung?

Weil ich die Gegebenheiten hier kenne und Du nicht. Das Haus wurde Anfang der 1950er gebaut. Etwas weiter hangabwärts gab es damals einen direkten Zugang zum Keller. Als in der 1980ern nach hinten angebaut wurde, hat man den Zugang dicht gemacht. Allerdings wurde nicht mit Lehm und Mutterboden aufgefüllt. Erstmal wurde mit Bauschutt verfüllt und anschließend etwas Mutterboden drüber gekippt. Nach etwa einer Spatentiefe stößt man auf Ziegelbruch und Mauerreste. Von Hand ist da nichts zu machen. Und so ein kleiner Gartenbaubagger kommt da auch nicht weit.

Verstehe ich nicht. Ich habe ein (erzwungenes) "L". Und du willst mir erzählen, dass 180cm Rohr mit 200 % Dämmung anfälliger ist als eine 450 cm lange, gerade Steigleitung vom Keller ins OG?

Das könnte sein, bleibt aber abzuwarten. Längere Zeit unter -10° gab es hier schon lange nicht mehr. Das Risiko war mir bewusst, die Hanglage wird dabei aber helfen.

Der Bauschaum ist Brunnenschaum und sitzt außen im Bereich der Fassadendämmung. Von innen wird in Schichten die gesamte Bohrlänge verfüllt. So weit bin ich aber noch nicht. Da gibt es dringendere Dinge zu erledigen.

Um dann neue Stellplätze für die Autos zu bauen, weil die Kabellängen schon ausgereizt sind und gerade eben so reichen? Bei anderen Platzverhältnissen könnte man vieles anders machen und wenn die Kosten keine Rolle spielen, sowieso.
Ich habe mich ganz bewusst bei der Installation für die Avarma und den Aufstellort entschieden. Das Gute daran ist, dass ich den Außenbereich relativ kostengünstig verändern kann, sollten all Deine Befürchtungen eintreffen. Ich kann sogar eine andere WP da hinstellen, ohne dass es den finanziellen Ruin bedeutet.

Wo ist das Problem? Abspritzen geht problemlos und ist mal etwas mehr erforderlich, kann man die Frontblende abnehmen und kommt von innen hervorragend dran. Außerdem sind durch die Rohre die (sehr fragilen) Lamellen vor unabsichtlichen Berührungen geschützt.
Wie hoch der Wartungsaufwand der WP ist, kann ich für dieses Modell nicht beurteilen. Meine Daikins waren in den letzten 5 Jahren in diesem Punkt sehr genügsam und davon gehe ich bei der Avarma auch erstmal aus.

Naja, ich glaube kaum, dass ich, jetzt wo alles soweit fertig ist, ohne Not irgendwelche "Optimierungen" vornehme. Aber ich bin mir auch nicht zu fein, meine Erfahrungen im Betrieb genauso zu teilen, wie den Anlagenbau. Und wenn nicht alles so läuft, wie ich das gern hätte, werde ich mich hoffentlich an die Tipps zur Optimierung erinnern.

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Dann ist es ja gut , wenn du mehr weist wie ich , belastbare Zahlen hab eich keine aber die Erfahrung zeigt das du hier wohl 10-20% effizent verlieren wirst.

Das mag dir egal sein, aber es ist nun mal so wie es ist.

Ich habe immer dann ein Problem, wenn jemand keine Zahlen hat, aber dann mit Zahlen argumentiert.
Woran machst Du den Effizienzverlust denn fest? Welche Erfahrungen haben zu dieser Erkenntnis geführt? Hast Du baugleiche Anlagen, einmal ohne und einmal mit "Hindernis" im Luftstrom?

Sobald meine Anlage über einen repräsentativen Zeitraum gelaufen ist und ich ausreichend Daten gesammelt habe, werde ich mit Sicherheit im Avarma-Thread nach Vergleichsdaten fragen. Sollte meine Anlage dann 10-20% ineffizienter sein als Vergleichsanlagen anderer Foristen, hättest Du sicher recht und ich verschenke Effizienz. Also behalte ich Deinen Einwand im Hinterkopf und werde zu gegebener Zeit darauf zurückkommen.

Alleine das du die Leitungen so dicht hinter dem Kondensator vorbei führst mindert den Luftdurchsatz weniger Luftdurchsatz heist weniger Wärme entzug somit auch weniger wärme abgabe wenn man nun vom Faktor 1:3 ausgeht wo die WP arbeitet rechne selbst................. ich kann es dir wissenschaftlich nicht belegen möchte ich auch nicht, Da du aber 2 Leitungen da verlegt hast die gut 200mm breite haben wenn nicht sogar mehr deckt das gut 1/3 des Kondensators ab.

Wären es Bretter, die direkt vor dem Kondensator liegen, hättest Du zweifelsfrei recht. Die Zylinderströmung sagt da etwas anderes.
Aber diese Diskussion finde ich in einem DIY Thread fehl am Platze, insbesondere wenn "das Kind schon in den Brunnen gefallen ist". Du hast eine Meinung dazu, ich sehe das nicht so schwarz wie Du. Die Realität wird zeigen, wie es sich auswirkt. Sollte ich bei einer JAZ unter 3 landen, werde ich über die Leitungsführung und Aufstellung sicher nochmal intensiv nachdenken.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen "Baustelle entrümpeln und aufräumen". Was sich in 20 Jahren so alles in einem Heizungskeller ansammelt, geht auf keine Kuhhaut.
Ein Schrotti war da und hat den alten Heizkessel abgeholt. Ich habe einen Heizungsbauer beauftragt, den alten Gaszähler zu demontieren und die Gasleitung zurück zu bauen. Sollte nächste Woche Montag passieren.
Neben den Aufräumarbeiten habe ich mich weiter mit der Anlagensteuerung beschäftigt und, wie bereits angekündigt, meine Heizkreispumpe aus der Steuerung der Avarma rausgenommen. Heute hat die ST ordentlich geliefert und die ganze Zeit lief die Heizkreispumpe mit. Das war völlig überflüssig.

Der nächste Schritt wird sein, die Avarma in den Standby zu schicken und, sollte es Abends so kalt werden, dass Heizen erforderlich wird, erstmal über die Heizungsunterstützung den Wärmebedarf zu decken. D.h., zwei 3-Wege-Mischer umstellen und nur die Heizkreispumpe in Betrieb nehmen.
Ich werde viel probieren müssen, ab wann ich die Avarma dann wieder aus dem Standby hole, damit sie das Heizen wieder übernehmen kann. Aber ich wollte es ja nicht anders...

Heute ist Mittwoch und mittlerweile sind 8 Tage seit Beginn der Installation vergangen. Zusammenfassend waren diese Tage körperlich ziemlich anstrengend (man will es nicht wahr haben, aber das Lebensalter macht auch bei DIY keine Ausnahme).

Was habe ich erledigt?

  • Alte Gasheizung demontiert und alte Verrohrung entfernt (2 Tage)
  • Durchführungsbohrungen von außen nach innen
  • Neue Verrohrung installiert
  • Anlage gefüllt und in Betrieb genommen
  • Erste Schritte der Smarthome-Integration vollzogen

Was bleibt zu tun?

  • Smarthome-Integration vervollständigen und perfektionieren
  • Zwei kleine Undichtigkeiten beheben
  • Anmeldung der WP beim Netzbetreiber durch einen zugelassenen Elektriker
  • Demontage des Gaszählers durch einen zugelassenen Heizungsbauer
  • Daten sammeln, Daten sammeln, Daten sammeln

Das intensive Auseinandersetzen mit den Anlagenparametern und erste Schritte mit den Out-of-the-Box Einstellungen haben mir schon ein Gefühl vermittelt, für wen die Avarma etwas sein könnte und wer besser die Finger von der Wärmepumpe lassen sollte. Die ganzen Pros und Contras muss ich mir aber noch durch den Kopf gehen lassen, bevor ich sie verschriftliche.

An dieser Stelle mache ich erstmal eine Pause mit den täglichen Berichten. Mein Installationsurlaub ist vorbei und alles, was noch kommt, kann ich nur nebenbei in meiner Freizeit erledigen. Deshalb bis hierhin vielen Dank an die interessierten Mitleser. Sobald ich belastbare Daten habe und die Smarthome-Integration meinen Vorstellungen entspricht, werde ich hier noch die eine oder andere Projektergänzung posten.

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Danke, dass du uns an deinem Abenteuer teilhaben lässt. Hilft bestimmt vielen, die sich auch ins Abenteuer DIY Wärmepumpe stürzen wollen.