DIY Avarma 9kW - Planung und Umsetzung

Der Freitag stand ganz im Zeichen der Fertigstellung der Hydraulik. Beengte Verhältnisse haben dafür gesorgt, dass ich mindestens drei Mal überlegen musste, ob ich am Installationsort alles pressen kann oder ob ich Teilstücke vorpressen muss und wie ich die vorgepressten Teile dann an den vorgesehen Platz bekomme.
Gegen 18:00 Uhr hatte ich eigentlich keinen Bock mehr. Aber das Ziel so nah vor Augen, habe ich die Arschbacken zusammen gekniffen und noch bis ca. 21:40 Uhr alles fertig gemacht.


Man sieht beim blauen Drehknopf des Verbrühschutzes den Bogen für den thermischen Siphon. Der funktioniert ausgezeichnet. Ohne Einsatz der Zirkulationspumpe verschwindet keine Wärme mehr durch die Leitung nach oben.

Kleiner Fun Fact: Man kann eine Presse auch falsch ansetzen und erhält dann sowas


Zum Glück klingt das Pressen in so einem Fall merkwürdig. Das irgendwo in der fertigen Installation und im ungünstigsten Fall kann man die Hälfte wieder rausreißen.

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Der Samstag war ein wenig von Rückschlägen geprägt. Beim Befüllen der Anlage sah noch alles gut aus. Kein Leck, aus dem es raustropft. Als ich den Anlagendruck allerdings auf 1,5 bar gebracht habe, meinten die Anschlüsse des Heizstabs, kleine Fontänen zum Besten geben zu müssen.
Glücklicherweise habe ich nicht an Kugelhähnen gespart. Deshalb kann ich die ganze selbst gemachte Verrohrung absperren, so dass ich nur wenig Wasser aus dem System ablassen muss. Ein knapper Eimer voll, dann konnte ich mich daran machen, den Heizstab wieder aus dem System zu entfernen. In weiser Voraussicht hatte ich ihn schon frei zugänglich platziert. Ich muss nur das Zulauf- und Ablaufrohr auftrennen und konnte den Heizstab entfernen. Auf der Suche nach Dichtungen bin ich nicht wirklich fündig geworden. Also alle Gewinde gereinigt und neu mit reichlich Teflonband umwickelt. Danach musste der Heizstab nur wieder an der alten Stelle in die bestehende Verrohrung eingebaut werden. Ein dreifach Hoch auf Press-Schiebemuffen. Dadurch war nach vier Pressungen alles wieder im alten Zustand.
Der nächste Schritt war, die Rohre wieder zu fluten und langsam Druck aufs System zu geben. Leider fällt ca. alle 10 Minuten ein Wassertropfen aus der Verschraubung am Zulauf in den darunter stehenden Eimer. Da muss ich also nochmal ran.

Eine zweite Leckage zeigte sich am Auslauf des Verbrühschutzes. Auch nur ein Wassertropfen alle paar Minuten, aber auch hier musste ich nacharbeiten. Zum Glück ist der Verbrühschutz mit flachdichtenden Überwurfmuttern ausgestattet. Wasser abstellen, aufschrauben und Wasser auffangen, Verbindungsstücke nachziehen, wieder reinsetzen und die Überwurfmuttern wieder festziehen. Hat nicht länger als eine halbe Stunde gedauert und ist jetzt dicht.

Dann war es an der Zeit, die Elektrik fertig zu machen. 5 Mischermotoren und der Heizstab warteten noch auf Verkabelung. Dazu die smarten Rollladenaktoren, mit denen ich die Mischermotoren auf und zu fahre. Tatsächlich hat es an diesem Tag nur für 3 Mischermotoren gereicht. Der Rest der Zeit ging für erste Schritte mit der Modbus-Schnittstelle drauf. Trotzdem konnte ich schon einen kurzen Testlauf mit der Avarma machen und mich ein wenig mit der Regelung vertraut machen. Es scheint zu laufen...

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Programmierung. Relevante Datenpunkte aus der Modbus-Beschreibung raussuchen; verstehen, was sie bewirken; Einbinden der Datenpunkte in mein Smarthome; Ansteuerung der Rollladenaktoren zur Mischersteuerung; ...
Alles Zeitfresser, bei denen man erstmal keinen richtigen Fortschritt sieht. Aber es muss gemacht werden. Stand heute habe ich schon über 30 Werte, die ich protokolliere, um anschließend aussagekräftige Auswertungen machen zu können.
Der Bericht ist kurz, das ganze Testen und Debuggen hat aber enorm viel Zeit in Anspruch genommen.

Heute (Montag) habe ich die restlichen Mischermotoren eingebaut und den Heizstab angeschlossen. Dazu die Steuerung der Motoren verfeinert und festgestellt, dass ich meine Heizkreispumpe wohl doch nicht von der Avarma steuern lassen kann. Dann verlöre ich die Möglichkeit, in der Übergangszeit mit Solarthermie zu heizen. Hydraulisch habe ich das aber vorgesehen und werde die Heizkreispumpe smart in Abhängigkeit vom Steuersignal der Avarma schalten.
Langsam wurde es auch Zeit, den Installationsort ein wenig aufzuräumen und zu entmüllen. Da steht morgen ein "großer" Tag an. Alles, was sich so über Jahre angesammelt hat, fliegt dann gleich mir raus (sehr zur Freude meiner Frau).
Wegen der alten Gasheizung habe ich einen Schrotthändler kontaktiert, der den ganzen Krempel morgen früh abholt. Dann sieht unsere Einfahrt nicht mehr ganz nach Schrotthalde aus. Eigentlich hätte ich erwartet, dass sich, ähnlich wie bei Sperrmüll, rumspricht, dass irgendwo Altmetall zu holen ist.

So sieht die aktuelle Installation aus:

Wie's hinter meinem Rücken aussieht, kann ich aber niemandem zumuten :wink:

Sieht ganz schön komplex aus, hätte ich mir einfacher vorgestellt. Hab mich aber noch nie ernsthaft damit beschäftigt.

Hast du das bis ins Detail vorgeplant, also irgendwie gezeichnet? Oder ist das beim Tun so entstanden?

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In meinem ersten Beitrag hatte ich die Hydraulikpläne für die einzelnen Betriebsarten und den daraus resultierenden Gesamtplan vorgestellt. Danach bin ich konsequent vorgegangen.
Das tatsächliche Ergebnis ist tatsächlich aber während der Arbeit entstanden, weil die räumlich beengte Situation für immer neue Herausforderungen gesorgt hat.

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Hi @jogobo , ganz herzlichen Dank für deine ausführlichen Berichte! Da ich dich im Forum als sehr gewissenhaft und durchdacht kennengelernt habe, freut es mich umso mehr, von dir diesen Schritt für Schritt Bericht zu lesen! Natürlich freue ich mich auch auf einen Bericht zum Betrieb mit Energiedaten und Ansteuerung, wenn es soweit ist. Ich wünsche dir gute letzte Schritte und ein anschließend gut funktionierendes System!

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Mal was prinzipelles du sollttest dich mehr damit auseinander setzen wie man etwas Verbaut, deine Leitungen so dicht hinter dem kondensaor da verschenkst du massiv effizens, das nächste deine leitungsverlegung warum bist du nicht nach unten in die Erde gegangen und dann zum Haus? dadurch würde sich in der leitung ein L ergeben und die leitung kann sich bei kälte und wärme zusammenziehen oder ausdehnen, so wie du es aktuell gemacht hast wird immer an der Verpressung gezogen das kann mit der Zeit undicht werden.

Dann zu deinem Fundament das wird dir im tiefen Winter wenn es mal längere Tage -10 grad hat vereisen und Probleme machen.

Dann der Bauschaum an den Leitungen das ist ein einfallstor für Nager die fressen sich da gerne durch, meiner Meinung nach hast du vieles nicht wirklich Optimal gelöst, eher hätte ich die Wallbox versetzt wenn du da jedes mal hinmusst. zudem wie willst du den Kondensator so auch Warten bzw mal Reinigen? da ist kaum Platz zwischen den Leitungen und dem kondensator das wird so nicht wirklich gut funktionieren.

Was ja das übliche Vorgehen bei nahezu jedem DIY-Projekt ist. Man irrt sich voran, alles ist ein Prozess des Lernens. :wink:

Und gut, dass du ein paar Hinweise gegeben hast, wo man optimieren könnte.

Kannst Du das in Zahlen ausdrücken oder ist das nur eine vage Vermutung?

Weil ich die Gegebenheiten hier kenne und Du nicht. Das Haus wurde Anfang der 1950er gebaut. Etwas weiter hangabwärts gab es damals einen direkten Zugang zum Keller. Als in der 1980ern nach hinten angebaut wurde, hat man den Zugang dicht gemacht. Allerdings wurde nicht mit Lehm und Mutterboden aufgefüllt. Erstmal wurde mit Bauschutt verfüllt und anschließend etwas Mutterboden drüber gekippt. Nach etwa einer Spatentiefe stößt man auf Ziegelbruch und Mauerreste. Von Hand ist da nichts zu machen. Und so ein kleiner Gartenbaubagger kommt da auch nicht weit.

Verstehe ich nicht. Ich habe ein (erzwungenes) "L". Und du willst mir erzählen, dass 180cm Rohr mit 200 % Dämmung anfälliger ist als eine 450 cm lange, gerade Steigleitung vom Keller ins OG?

Das könnte sein, bleibt aber abzuwarten. Längere Zeit unter -10° gab es hier schon lange nicht mehr. Das Risiko war mir bewusst, die Hanglage wird dabei aber helfen.

Der Bauschaum ist Brunnenschaum und sitzt außen im Bereich der Fassadendämmung. Von innen wird in Schichten die gesamte Bohrlänge verfüllt. So weit bin ich aber noch nicht. Da gibt es dringendere Dinge zu erledigen.

Um dann neue Stellplätze für die Autos zu bauen, weil die Kabellängen schon ausgereizt sind und gerade eben so reichen? Bei anderen Platzverhältnissen könnte man vieles anders machen und wenn die Kosten keine Rolle spielen, sowieso.
Ich habe mich ganz bewusst bei der Installation für die Avarma und den Aufstellort entschieden. Das Gute daran ist, dass ich den Außenbereich relativ kostengünstig verändern kann, sollten all Deine Befürchtungen eintreffen. Ich kann sogar eine andere WP da hinstellen, ohne dass es den finanziellen Ruin bedeutet.

Wo ist das Problem? Abspritzen geht problemlos und ist mal etwas mehr erforderlich, kann man die Frontblende abnehmen und kommt von innen hervorragend dran. Außerdem sind durch die Rohre die (sehr fragilen) Lamellen vor unabsichtlichen Berührungen geschützt.
Wie hoch der Wartungsaufwand der WP ist, kann ich für dieses Modell nicht beurteilen. Meine Daikins waren in den letzten 5 Jahren in diesem Punkt sehr genügsam und davon gehe ich bei der Avarma auch erstmal aus.

Naja, ich glaube kaum, dass ich, jetzt wo alles soweit fertig ist, ohne Not irgendwelche "Optimierungen" vornehme. Aber ich bin mir auch nicht zu fein, meine Erfahrungen im Betrieb genauso zu teilen, wie den Anlagenbau. Und wenn nicht alles so läuft, wie ich das gern hätte, werde ich mich hoffentlich an die Tipps zur Optimierung erinnern.

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Dann ist es ja gut , wenn du mehr weist wie ich , belastbare Zahlen hab eich keine aber die Erfahrung zeigt das du hier wohl 10-20% effizent verlieren wirst.

Das mag dir egal sein, aber es ist nun mal so wie es ist.

Ich habe immer dann ein Problem, wenn jemand keine Zahlen hat, aber dann mit Zahlen argumentiert.
Woran machst Du den Effizienzverlust denn fest? Welche Erfahrungen haben zu dieser Erkenntnis geführt? Hast Du baugleiche Anlagen, einmal ohne und einmal mit "Hindernis" im Luftstrom?

Sobald meine Anlage über einen repräsentativen Zeitraum gelaufen ist und ich ausreichend Daten gesammelt habe, werde ich mit Sicherheit im Avarma-Thread nach Vergleichsdaten fragen. Sollte meine Anlage dann 10-20% ineffizienter sein als Vergleichsanlagen anderer Foristen, hättest Du sicher recht und ich verschenke Effizienz. Also behalte ich Deinen Einwand im Hinterkopf und werde zu gegebener Zeit darauf zurückkommen.

Alleine das du die Leitungen so dicht hinter dem Kondensator vorbei führst mindert den Luftdurchsatz weniger Luftdurchsatz heist weniger Wärme entzug somit auch weniger wärme abgabe wenn man nun vom Faktor 1:3 ausgeht wo die WP arbeitet rechne selbst................. ich kann es dir wissenschaftlich nicht belegen möchte ich auch nicht, Da du aber 2 Leitungen da verlegt hast die gut 200mm breite haben wenn nicht sogar mehr deckt das gut 1/3 des Kondensators ab.

Wären es Bretter, die direkt vor dem Kondensator liegen, hättest Du zweifelsfrei recht. Die Zylinderströmung sagt da etwas anderes.
Aber diese Diskussion finde ich in einem DIY Thread fehl am Platze, insbesondere wenn "das Kind schon in den Brunnen gefallen ist". Du hast eine Meinung dazu, ich sehe das nicht so schwarz wie Du. Die Realität wird zeigen, wie es sich auswirkt. Sollte ich bei einer JAZ unter 3 landen, werde ich über die Leitungsführung und Aufstellung sicher nochmal intensiv nachdenken.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen "Baustelle entrümpeln und aufräumen". Was sich in 20 Jahren so alles in einem Heizungskeller ansammelt, geht auf keine Kuhhaut.
Ein Schrotti war da und hat den alten Heizkessel abgeholt. Ich habe einen Heizungsbauer beauftragt, den alten Gaszähler zu demontieren und die Gasleitung zurück zu bauen. Sollte nächste Woche Montag passieren.
Neben den Aufräumarbeiten habe ich mich weiter mit der Anlagensteuerung beschäftigt und, wie bereits angekündigt, meine Heizkreispumpe aus der Steuerung der Avarma rausgenommen. Heute hat die ST ordentlich geliefert und die ganze Zeit lief die Heizkreispumpe mit. Das war völlig überflüssig.

Der nächste Schritt wird sein, die Avarma in den Standby zu schicken und, sollte es Abends so kalt werden, dass Heizen erforderlich wird, erstmal über die Heizungsunterstützung den Wärmebedarf zu decken. D.h., zwei 3-Wege-Mischer umstellen und nur die Heizkreispumpe in Betrieb nehmen.
Ich werde viel probieren müssen, ab wann ich die Avarma dann wieder aus dem Standby hole, damit sie das Heizen wieder übernehmen kann. Aber ich wollte es ja nicht anders...

Heute ist Mittwoch und mittlerweile sind 8 Tage seit Beginn der Installation vergangen. Zusammenfassend waren diese Tage körperlich ziemlich anstrengend (man will es nicht wahr haben, aber das Lebensalter macht auch bei DIY keine Ausnahme).

Was habe ich erledigt?

  • Alte Gasheizung demontiert und alte Verrohrung entfernt (2 Tage)
  • Durchführungsbohrungen von außen nach innen
  • Neue Verrohrung installiert
  • Anlage gefüllt und in Betrieb genommen
  • Erste Schritte der Smarthome-Integration vollzogen

Was bleibt zu tun?

  • Smarthome-Integration vervollständigen und perfektionieren
  • Zwei kleine Undichtigkeiten beheben
  • Anmeldung der WP beim Netzbetreiber durch einen zugelassenen Elektriker
  • Demontage des Gaszählers durch einen zugelassenen Heizungsbauer
  • Daten sammeln, Daten sammeln, Daten sammeln

Das intensive Auseinandersetzen mit den Anlagenparametern und erste Schritte mit den Out-of-the-Box Einstellungen haben mir schon ein Gefühl vermittelt, für wen die Avarma etwas sein könnte und wer besser die Finger von der Wärmepumpe lassen sollte. Die ganzen Pros und Contras muss ich mir aber noch durch den Kopf gehen lassen, bevor ich sie verschriftliche.

An dieser Stelle mache ich erstmal eine Pause mit den täglichen Berichten. Mein Installationsurlaub ist vorbei und alles, was noch kommt, kann ich nur nebenbei in meiner Freizeit erledigen. Deshalb bis hierhin vielen Dank an die interessierten Mitleser. Sobald ich belastbare Daten habe und die Smarthome-Integration meinen Vorstellungen entspricht, werde ich hier noch die eine oder andere Projektergänzung posten.

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Danke, dass du uns an deinem Abenteuer teilhaben lässt. Hilft bestimmt vielen, die sich auch ins Abenteuer DIY Wärmepumpe stürzen wollen.

Es ist Zeit für ein kleines Update:

  • Undichtigkeiten in der Verrohrung sind behoben
  • Demontage des Gaszählers ist in die Wege geleitet. Kosten für einen Nichtkunden des Heizungsbauers ca. 500€ :roll_eyes:
  • Anmeldung der WP beim Netzbetreiber ist erfolgt
  • Mittlerweile entsteht eine gesicherte Datenlage
  • Die Solarthermie erlebt eine Renaissance
  • Der 4m breite Heizkörper im Wintergarten passt hydraulisch nicht zum Rest des Wohnzimmers
  • Unser "Problemzimmer", das wir mit der alten Gasheizung nicht warm bekommen haben, scheint gar kein "Problemzimmer" zu sein

Solarthermie

Aktuell ist eine Hochzeit (gesprochen mit langem "o") für die Solarthermie. Tagsüber wird der Puffer auf 60° + X aufgeheizt. Meine Hydraulik sorgt dafür, dass die über den Tag gespeicherte Wärme abends und nachts optimal ausgenutzt wird.
Im Gegensatz zur alten Gasheizung fließt das "Pufferwasser" permanent durch die WP, so dass die WP überhaupt nicht anspringt, solange die Temperatur des Durchflusses über VL-Soll liegt. Die Gasheizung hat sich da nur auf den Speicherfühler am Puffer verlassen und, sobald die Temperatur am Auslauf des Puffers unter VL-Soll gesunken ist, gar nichts mehr von der Pufferwärme genutzt.
Durch die differenzdrucklose Hydraulik drückt die HK-Pumpe der Avarma die Wassermenge, die nicht von meiner externen HK-Pumpe in den Heizkreis befördert wird, unten in den Puffer und am Auslauf der Heizungsunterstützung wieder raus in den RL zur WP. Dadurch mischt sich der RL vom Heizkreis Richtung WP immer mit der Überschussmenge aus der WP, wobei die Temperatur in der unteren Hälfte des Puffers theoretisch nicht unter VL-Ist der WP absinken sollte.
Die Wärmeausbeute aus dem Puffer liegt damit in den letzten Tagen deutlich höher, als ich es in den letzten drei Jahren mit der Gasheizung messen konnte.

Heizkörper Wintergarten

Wir haben am Wohnzimmer einen offenen Wintergarten. Das Wohnzimmer selbst hat zwei Heizkörper (unter jedem Fenster einen), der Wintergarten hat einen 4m breiten Heizkörper an der Außenseite. Gestern Abend habe ich festgestellt, dass die beiden normalen Heizkörper warm waren, der im Wintergarten aber völlig kalt.
Durch die smarten Heizkörperthermostate wusste ich, dass alle drei Thermostate zu 14% geöffnet waren. Also hatte ich die externe Heizkreispumpe in Verdacht und habe die Förderleistung erhöht. Das brachte allerdings nur auf den ersten 20cm der 4m eine Veränderung. Der Rest blieb weiter kalt.
Ich hab dann ein (vorerst "brachiales") Offset für den Thermostaten des besagten Heizkörpers definiert und schlagartig wurde auch dieser Heizkörper warm.
Die Erkenntnis aus diesen Beobachtungen lautet: Offensichtlich hat der Heizkörper im Wintergarten in den letzten Jahren nicht viel zur Raumerwärmung beigetragen, was aber durch die Klimageräte nicht wirklich aufgefallen ist.

"Problemzimmer"

Wir haben im Kellergeschoss einen Anbau. Auf der einen Hälfte steht der Wintergarten, auf der anderen ist unsere Terrasse. Der Raum unter der Terrasse war in den letzten Jahren im Winter nicht auf mehr als 17°C zu bekommen, obwohl die Gasheizung massiv überdimensioniert war.
Der Raum hat auf jeden Fall Optimierungspotenzial hinsichtlich Wärmedämmung nach oben. Allerdings war der Hauptschuldige an der Misere weder der Raum noch der Heizkörper. Durch die viel zu leistungsfähige Gasheizung gab es keine kontinuierliche Wärmeversorgung. Da die Heizung ihre Wärme nie losgeworden ist, hat sie ständig getaktet (3-5 Mal pro Stunde). Die Taktpausen haben den Raum auskühlen lassen, weil die Heizphasen nicht ausgereicht haben, um den Wärmeverlust wieder auszugleichen.
Durch das Pufferkonzept und die daraus resultierende kontinuierliche Wärmeversorgung erreicht der Raum jetzt wieder seine Solltemperatur.

Smarthome-Integration der Avarma

Mittlerweile ist die WP gut ins Smarthome integriert und liefert jede Menge Daten. Ich habe mich für eine Heizkurve nach Außentemperatur entschieden. Die max. VL liegt bei 50°C, die Parallelverschiebung der Heizkurve liegt bei -3. Das Ergebnis ist ein Heizfenster von +14°C bis -6°C und ein linearer Anstieg der VL-Temperatur in diesem Fenster von 25 auf 50°C.
Dabei bin ich auf drei zentrale Probleme gestoßen.

  1. Das schmale Band von 20K zur Definition der Heizkurve ist zu schmal, lässt sich mit den Bordmitteln der Avarma-Steuerung aber nicht ändern.
  2. Die Avarma steht bei uns auf der Nordost-Seite (ziemlich genau 45°) des Gebäudes. Obwohl ich die anthrazitfarbene WP optisch gelungener finde als die hellgraue, sorgt die Morgensonne schon dafür, dass sich das Gehäuse der WP aufheizt und der AT-Fühler der Avarma eine deutlich höhere Temperatur anzeigt, als die Luft es tatsächlich hergibt. Glücklicherweise habe ich im Außenbereich vier Messpunkte für die AT, so dass ich die Parallelverschiebund der Heizkurve entsprechend anpassen kann und die WP trotz selbst gemessener 20°C trotzdem heizt, weil es tatsächlich am kältesten Messpunkt nur 12°C. Dieses Vorgehen behebt auch das Problem, dass die Avarma laut Heizkurve erst unter 14°C AT mit dem Heizen beginnen würde.
  3. Wann muss die Avarma eigentlich heizen?
    Um diese Frage zu beantworten, brauchte ich Informationen, wann im Haus eigentlich ein so großer Wärmebedarf ist, dass sich das Einschalten der WP auch lohnt. Mit der Gasheizung blieb über 16°C AT die Heizung aus. Diesen Ansatz verfolge ich erstmal weiter. Stumpf die WP starten, sobald die AT unter die Grenze sinkt, könnte allerdings in einer Taktorgie enden.
    Hier kommen wieder meine smarten Heizkörperthermostate ins Spiel. Jedes gibt die Ventilstellung von 0% (ganz geschlossen) bis 100% (vollständig geöffnet) aus. Da die Raumthermostate letztendlich die Heizkörperthermostate steuern und die Raumthermostate auf die gewünschte Raumtemperatur "geeicht" sind, ergibt die Summe aller Ventilstellungen eine Größe, an der ich den Wärmebedarf des Gebäudes ablesen kann. Der Rest sind nur noch einige Codezeilen, die aus den Ventilpositionen und ein paar anderen Parametern den Einschaltzeitpunkt der externen HK-Pumpe ermitteln.

Aktuell haben wir sonnige Tage und kühle Nächte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die gesammelten Daten lassen schon einige Auswertungen zu.

Hier die Performance von heute morgen. Ab 05:00 Uhr wurde geheizt. Um 08:15 Uhr fand ein überflüssiger WW-Vorgang statt. Hier muss ich noch schauen, dass die WW-Bereitung unterbleibt, wenn das Wetter viel Sonne und damit viel Solarthermie verspricht:

Bei der WW-Bereitung liegt der COP aktuell bei 2,4 bis 2,6:

Beim Heizen ergibt sich ein ziemlich gemischtes Bild. Ich habe zum einen die Heizung über den Puffer, zum anderen die Heizung über die WP. Eine komplexe Datenabfrage macht es möglich, zu Differenzieren:


Die beiden Rottöne sind die Wärmeerzeugung durch die Avarama "Wh (H)" und Wärmeentnahme aus dem Puffer "Wh (P)". Daraus ermittelt der COP für die Wärmeerzeugung durch die WP "COP (H)" und die kombinierte Wärmeerzeugung "COP (H/P)".

Mittlerweile ist die Smarthome-Integration weiter fortgeschritten und viele kleine Optimierungen haben stattgefunden. Dank der aktuellen Wetterlage hat die Avarma nicht wirklich viel zu tun und ein typischer Tag sieht so aus:

Im Moment nutze ich noch durchgängig die Einstellung der Avarma, alle 15 Minuten für eine Minute die interne HK-Pumpe zu starten, damit sie die aktuell vorhandene VL-Temperatur im Puffer messen kann. Das zur Erklärung für die vielen "flow" Peaks. Hier gibt es noch Einsparpotenzial. Die Avarma bei über 16°C AT "schlafen" zu schicken (16°C ist meine Heizstartgrenze), um die elektrischen 50 Wh pro Tag Pumpenleerlauf einzusparen, wäre an der Stelle wohl das Optimum. Allerdings kommen die 50 Wh von der PV und finanziell wäre es egal.

In Kombination mit der Solarthermie entsteht so manche "Stilblüte":


Ein COP von 18,5 ist natürlich nur möglich, weil es nur eine kurze Betriebszeit der Avarma gab und die gesamte Wärme eigentlich über die Solarthermie erzeugt wurde. Am 27.04. war die Laufzeit der Avarma zur Wärmeerzeugung so kurz, dass der COP eigentlich miserabel ist. Mal sehen, wie ich eine ST-Prognose hinbekomme und solche Kurzstarts vermeiden kann.

Da nun alle elektrischen Komponenten der Heizungsanlage über einen Zwischenzähler laufen, fällt mir erstmals auf, dass allein der Betrieb von Pumpen, Mischern und Steuergeräten pro Tag zwischen 0,4 und 0,5 kWh verschlingt. In der Übergangszeit ist es wegen PV egal, ohne ausreichend PV-Strom wird sich das im Winter natürlich negativ auf die JAZ auswirken.

Aktuell liegt der Volumenstrom im Heizbetrieb bei knapp 17 l/min. Bei der WW-Bereitung geht er auf knapp 27 l/min hoch. Von den 17 l/min im Heizbetrieb landet aktuell allerdings noch nicht mal der gesamte Volumenstrom im Heizkreis, da mein VL-RL-Mischer den RL selten vollständig zurück zur WP schickt. Trotzdem ist es im Haus gefühlt gleichmäßiger warm als mit der Gasheizung. Ich befürchte schon, dass die Investition für den Heizstab eigentlich unnötig war. Hätte ich auf ihn verzichtet, wäre mir auch die (immer noch nicht abgeschlossene) Anmeldung bei Netzbetreiber erspart geblieben.

Der SHK-Betrieb, den ich zwingend zur Abmeldung des Gasanschlusses brauche, spielt gerade "Toter Mann". Obwohl letzte Woche jemand da war und zugesagt hatte, die "Kleinigkeit" eben zwischendurch zu erledigen, passiert gerade mal wieder nichts. Wenn man schon einen eingetragenen Handwerksbetrieb braucht, um seinen Gasanschluss loszuwerden, gibt es da nicht auch eine Verpflichtung der Betriebe, diese Aufgabe zeitnah zu erledigen?

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