Es ist Zeit für ein kleines Update:
- Undichtigkeiten in der Verrohrung sind behoben
- Demontage des Gaszählers ist in die Wege geleitet. Kosten für einen Nichtkunden des Heizungsbauers ca. 500€

- Anmeldung der WP beim Netzbetreiber ist erfolgt
- Mittlerweile entsteht eine gesicherte Datenlage
- Die Solarthermie erlebt eine Renaissance
- Der 4m breite Heizkörper im Wintergarten passt hydraulisch nicht zum Rest des Wohnzimmers
- Unser "Problemzimmer", das wir mit der alten Gasheizung nicht warm bekommen haben, scheint gar kein "Problemzimmer" zu sein
Solarthermie
Aktuell ist eine Hochzeit (gesprochen mit langem "o") für die Solarthermie. Tagsüber wird der Puffer auf 60° + X aufgeheizt. Meine Hydraulik sorgt dafür, dass die über den Tag gespeicherte Wärme abends und nachts optimal ausgenutzt wird.
Im Gegensatz zur alten Gasheizung fließt das "Pufferwasser" permanent durch die WP, so dass die WP überhaupt nicht anspringt, solange die Temperatur des Durchflusses über VL-Soll liegt. Die Gasheizung hat sich da nur auf den Speicherfühler am Puffer verlassen und, sobald die Temperatur am Auslauf des Puffers unter VL-Soll gesunken ist, gar nichts mehr von der Pufferwärme genutzt.
Durch die differenzdrucklose Hydraulik drückt die HK-Pumpe der Avarma die Wassermenge, die nicht von meiner externen HK-Pumpe in den Heizkreis befördert wird, unten in den Puffer und am Auslauf der Heizungsunterstützung wieder raus in den RL zur WP. Dadurch mischt sich der RL vom Heizkreis Richtung WP immer mit der Überschussmenge aus der WP, wobei die Temperatur in der unteren Hälfte des Puffers theoretisch nicht unter VL-Ist der WP absinken sollte.
Die Wärmeausbeute aus dem Puffer liegt damit in den letzten Tagen deutlich höher, als ich es in den letzten drei Jahren mit der Gasheizung messen konnte.
Heizkörper Wintergarten
Wir haben am Wohnzimmer einen offenen Wintergarten. Das Wohnzimmer selbst hat zwei Heizkörper (unter jedem Fenster einen), der Wintergarten hat einen 4m breiten Heizkörper an der Außenseite. Gestern Abend habe ich festgestellt, dass die beiden normalen Heizkörper warm waren, der im Wintergarten aber völlig kalt.
Durch die smarten Heizkörperthermostate wusste ich, dass alle drei Thermostate zu 14% geöffnet waren. Also hatte ich die externe Heizkreispumpe in Verdacht und habe die Förderleistung erhöht. Das brachte allerdings nur auf den ersten 20cm der 4m eine Veränderung. Der Rest blieb weiter kalt.
Ich hab dann ein (vorerst "brachiales") Offset für den Thermostaten des besagten Heizkörpers definiert und schlagartig wurde auch dieser Heizkörper warm.
Die Erkenntnis aus diesen Beobachtungen lautet: Offensichtlich hat der Heizkörper im Wintergarten in den letzten Jahren nicht viel zur Raumerwärmung beigetragen, was aber durch die Klimageräte nicht wirklich aufgefallen ist.
"Problemzimmer"
Wir haben im Kellergeschoss einen Anbau. Auf der einen Hälfte steht der Wintergarten, auf der anderen ist unsere Terrasse. Der Raum unter der Terrasse war in den letzten Jahren im Winter nicht auf mehr als 17°C zu bekommen, obwohl die Gasheizung massiv überdimensioniert war.
Der Raum hat auf jeden Fall Optimierungspotenzial hinsichtlich Wärmedämmung nach oben. Allerdings war der Hauptschuldige an der Misere weder der Raum noch der Heizkörper. Durch die viel zu leistungsfähige Gasheizung gab es keine kontinuierliche Wärmeversorgung. Da die Heizung ihre Wärme nie losgeworden ist, hat sie ständig getaktet (3-5 Mal pro Stunde). Die Taktpausen haben den Raum auskühlen lassen, weil die Heizphasen nicht ausgereicht haben, um den Wärmeverlust wieder auszugleichen.
Durch das Pufferkonzept und die daraus resultierende kontinuierliche Wärmeversorgung erreicht der Raum jetzt wieder seine Solltemperatur.
Smarthome-Integration der Avarma
Mittlerweile ist die WP gut ins Smarthome integriert und liefert jede Menge Daten. Ich habe mich für eine Heizkurve nach Außentemperatur entschieden. Die max. VL liegt bei 50°C, die Parallelverschiebung der Heizkurve liegt bei -3. Das Ergebnis ist ein Heizfenster von +14°C bis -6°C und ein linearer Anstieg der VL-Temperatur in diesem Fenster von 25 auf 50°C.
Dabei bin ich auf drei zentrale Probleme gestoßen.
- Das schmale Band von 20K zur Definition der Heizkurve ist zu schmal, lässt sich mit den Bordmitteln der Avarma-Steuerung aber nicht ändern.
- Die Avarma steht bei uns auf der Nordost-Seite (ziemlich genau 45°) des Gebäudes. Obwohl ich die anthrazitfarbene WP optisch gelungener finde als die hellgraue, sorgt die Morgensonne schon dafür, dass sich das Gehäuse der WP aufheizt und der AT-Fühler der Avarma eine deutlich höhere Temperatur anzeigt, als die Luft es tatsächlich hergibt. Glücklicherweise habe ich im Außenbereich vier Messpunkte für die AT, so dass ich die Parallelverschiebund der Heizkurve entsprechend anpassen kann und die WP trotz selbst gemessener 20°C trotzdem heizt, weil es tatsächlich am kältesten Messpunkt nur 12°C. Dieses Vorgehen behebt auch das Problem, dass die Avarma laut Heizkurve erst unter 14°C AT mit dem Heizen beginnen würde.
- Wann muss die Avarma eigentlich heizen?
Um diese Frage zu beantworten, brauchte ich Informationen, wann im Haus eigentlich ein so großer Wärmebedarf ist, dass sich das Einschalten der WP auch lohnt. Mit der Gasheizung blieb über 16°C AT die Heizung aus. Diesen Ansatz verfolge ich erstmal weiter. Stumpf die WP starten, sobald die AT unter die Grenze sinkt, könnte allerdings in einer Taktorgie enden.
Hier kommen wieder meine smarten Heizkörperthermostate ins Spiel. Jedes gibt die Ventilstellung von 0% (ganz geschlossen) bis 100% (vollständig geöffnet) aus. Da die Raumthermostate letztendlich die Heizkörperthermostate steuern und die Raumthermostate auf die gewünschte Raumtemperatur "geeicht" sind, ergibt die Summe aller Ventilstellungen eine Größe, an der ich den Wärmebedarf des Gebäudes ablesen kann. Der Rest sind nur noch einige Codezeilen, die aus den Ventilpositionen und ein paar anderen Parametern den Einschaltzeitpunkt der externen HK-Pumpe ermitteln.
Aktuell haben wir sonnige Tage und kühle Nächte mit Temperaturen um den Gefrierpunkt. Die gesammelten Daten lassen schon einige Auswertungen zu.
Hier die Performance von heute morgen. Ab 05:00 Uhr wurde geheizt. Um 08:15 Uhr fand ein überflüssiger WW-Vorgang statt. Hier muss ich noch schauen, dass die WW-Bereitung unterbleibt, wenn das Wetter viel Sonne und damit viel Solarthermie verspricht:
Bei der WW-Bereitung liegt der COP aktuell bei 2,4 bis 2,6:
Beim Heizen ergibt sich ein ziemlich gemischtes Bild. Ich habe zum einen die Heizung über den Puffer, zum anderen die Heizung über die WP. Eine komplexe Datenabfrage macht es möglich, zu Differenzieren:
Die beiden Rottöne sind die Wärmeerzeugung durch die Avarama "Wh (H)" und Wärmeentnahme aus dem Puffer "Wh (P)". Daraus ermittelt der COP für die Wärmeerzeugung durch die WP "COP (H)" und die kombinierte Wärmeerzeugung "COP (H/P)".