DIY Anlage für GGV (gemeinschaftliche Gebäudeversorgung)

Hallo zusammen,

ich wurde vom Forumsmoderator gebeten meinen Beitrag hier zu posten und hoffe sehr auf ein paar Tipps von euch:

Ich saniere gerade mein altes Elternhaus in Eigenleistung (neue Elektrik, Wasser, Heizungsverteilsystem, Fußbodenheizung und Fenster) und plane dort auch eine PV-Anlage als GGV zu installieren.

Privat habe bereits eine PV Anlage (8,5 kWp) mit Batteriespeicher (E3DC), Wärmepumpe und fahre E-Auto. Das Gefühl auf der Autobahn zu wissen, dass man mit seinem eigens produziertem Strom unterwegs ist, ist einfach unbezahlbar - dieses Gefühl würde ich gerne auch anderen ermöglichen.

Nun will ich auch auf meinem Elternhaus eine PV Anlage installieren. Dachfläche 1 Ostnordost, Dachfläche 2 Westsüdwest (beide rund 7x6m bei 35° Neigung, aber mit Dachfenster und Schornstein) sowie eine Garage mit Flachdach Südsüdost.
Da das Haus drei einzelne Wohnungen enthält, will ich den Strom an die Mieter verkaufen. Außerdem plane ich zukünftig noch den Einbau einer Wärmepumpe.

Handwerklich bekomme ich das hin, denke ich :wink: Habe mein eigenes Haus auch selbst gebaut. Nur die PV Anlage habe ich damals (aus Zeitgründen) machen lassen. Was mir allerdings fehlt, ist ein wenig die planerische Unterstützung. Im Freundeskreis habe ich schon herumgefragt, aber meine Anforderungen (Mieterstrom, evtl. Victron, verschiedene Lagen, Speicher, etc.) sind vermutlich ein wenig zu komplex, so dass mir da niemand wirklich helfen konnte.

Ich habe die Hoffnung, dass mir hier jemand bei der Planung helfen könnte und würde mich über nette Kontakte freuen! Im anderen Beitrag gab es schon konkrete Rückfragen/Tipps die ich hier gerne schon aufnehmen möchte:

  • Strings: "Sind die beiden Dach-Strings mit gleicher Spannung, brauchts dafür nur 1 Eingang." --> Ich glaube ja nicht, dass hier die gleiche Spannung anliegt, da wir ja eine unterschiedliche Himmelsrichtung haben.

  • Batterie: als Empfehlung wurde eine 40kWh Batterie genannt. Hier würde ich gerne eine Selbstbaulösung (komplett oder als Kit wie z.B. von EEL) bevorzugen und bin damit ziemlich flexibel was die Größe und den weiteren Ausbau angeht.

  • WR: "Auswahl des/der WR hängt davon ab, wie viel verbraucht wird, und wie der Strom auf die 3 Zähler verteilt werden soll." --> Es werden am Ende sogar 4 Zähler, da ich ja noch einen Zähler für den allgemeinen Stromverbrauch (Treppenhausbeleuchtung, WP, etc.) benötige.

Viele Grüße
Patrick

Ist es jetzt vermietet? Ist der Zählerschrank auf aktuellem Stand? Fällt der Schornstein weg, wenn WP installiert ist? Dachflächen ohne groß herausragendes Zeugs sind besser. Übern Daumen würde ich fürs Hausdach ca 60kWh bei gutem Wetter erwarten.

Am einfachsten / kostengünstigsten ist 1 Zähler fürs ganze Haus und eigene Subzähler. Plan B: Hauptzähler fürs ganze Haus und Subzähler vom Versorger.

Bisher ist nur eine Wohnung vermietet. Der Zählerschrank ist leider Stand Ende der 70iger - hier benötige ich einen neuen (Ist der aufgrund der PV auch Nullsteuersatzfähig??). Der Schornstein wird NICHT abgerissen und bleibt erhalten. Ich habe allerdings vom Dach bis in den Keller Leerrohre gelegt.

Zu Plan A) Wenn ich eigene Subzähler (egal ob jetzt als Differenzzähler zw. zwei Wohneinheiten oder als Zähler für eine WE) setze, sind die Mieter auf meinen Stromvertrag angewiesen und ich trete dann doch als Stromlieferant (mit allen Pflichten) auf, oder? --> Mieterstrom

Zu Plan B) Wenn jede WE einen Energieversorgerzähler hat, dann kann ich ja nicht wissen wie viel PV Strom meine Mieter verbraucht haben. In Summe sehe ich nur wie viel PV Strom insg. verbraucht worden ist, nicht aber wie viel PV Strom jede einzelne WE verbraucht hat: PV Strom erzeugt gesamt - 2.8.0 am Hauptzähler = verbrauchter PV Strom

a - dann bist für Strom zuständig, hast 1 Zähler (gebühr) die sich auf die Abnehmen aufteilt

b - Hauptzähler → Einspeisung und Subzähler, dafür gibts ein Messkonzept. Dürfte aber Aufschlag bei den Gebühren geben

Ich dachte die vor rund 2 Jahren im Solarpaket I eingeführte GemGV macht es einfacher, aber dem ist wohl nicht so. Gestern habe ich mit einem Solateur hierzu gesprochen. Der meinte dir Erfahrungen hiermit sind durchweg eher gering. Er würde eher auf das Mieterstromkonzept setzen. Zwecks Abrechnung gibt es Firmen hierfür. Durch die Einsparung bei den Zählergebühren, könnte trotz der Kosten für die Abrechnung durchaus ein Schuh draus werden, sagte man mir.

Ich habe die Freiflächen auf dem Dach grob vermessen und bei Panelstandardgrößen (grob 180 x 115 cm) folg. Werte erhalten:
ONO
300 x 420 = 4 Module
360 x 420 = 6 Module
10 Module = 4,5 kWp

WSW:
340 x 735 = 12 Module
270 x 4,55 = 4 Module
16 Module = 7,2 kWp

Garage
275 x 580 = 4 Module = 1,8 kWp

Fragen:

  1. Ist es egal, ob ich die Panele aufrecht oder senkrecht anordne? Kann ich auf einer Dachfläche auch mischen?
  2. Kann ich Module mischen? Z.B an einem String n1x450Watt und n2x500 Watt? Damit könnte ich ggfs. eine bessere Flächenausnutzung erreichen.
  3. Es gibt noch weitere kleine Flächen auf dem Dach die nur ein Panel erlaufen. Wie verlegt man das Verbindungskabel zwischen den Panelen in einem solchen Fall? Einfach auf den Dachziegeln oder unter den Ziegeln?

VG
Patrick

Alle gleich ausgerichteten und gleich verschatteten Panels können in einen String. Wenn das verschiedene sind, muss der Maximalstrom gleich (+/-10%) sein. Unsere Bauordnung (Tirol) schreibt vor, dass PV im geerdeten Alurohr verlegt werden muss. Wie das bei dir ist weiß ich nicht

Ich habe mir jetzt erst einmal ein Balkonkraftwerk geshoppt und werde das auf dem Garagenflachdach positionieren und so erste Erfahrungen sammeln. Ich denke das ist ein guter Einstieg in die DIY PV Welt, wenn auch nicht 100% DIY :wink:

Weitere Fragen:

  1. Welchen Querschnitt sollte das Solarkabel (also die Stringkabel) am besten haben? Lese überall was von 4mm2. Reicht das?
  2. Wo kauft man am besten Kabel, Stecker, Crimpzange, Halterungen etc?
  3. Apropos Stecker: Ich lese überall etwas von MC4 Steckern. Bei genauerem betrachten finde ich aber eine Vielzahl vers. MC4 Stecker die untereinander nicht kompatibel erscheinen (z.B. Stäubli Kupplungsbuchse MC4 I und Stäubli Kupplungsbuchse MC4-Evo 2 I). Welche Stecker sollte ich am besten kaufen? Und täusche ich mich vielleicht und die Stecker sind untereinander doch kompatibel?

VG
Patrick