Diskussion Klimaziele [ausgelagert]

Es ist ein ganz persönlicher Weg, bei dem man seine eigene Lebenssituation einschätzt und überlegt, was man in Anbetracht der Gesamtsituation für Luxus braucht und auf was man verzichten kann. Und es ist eine Gegenbewegung.

Der Kapitalismus predigt den Konsum, je mehr, um so besser. Das führt aber zu großen Problemen, wofür der Kapitalismus keine Verantwortung übernimmt. Die Gegenbewegung besteht darin, wieder zu einer Vernunft zu kommen und genauer hinzuschauen, was wirklich nötig ist und wo man sich durchaus auch Luxus gönnen kann. Wo man aber maßvoll bleibt und auch immer im Blick hat, welche Ressourcen für meinen Luxus nötig sind und ob ich das wirklich so will und so verantworten kann.

Vor allem ist es ein Weg bzw. ein Prozess. Man kann und will nicht sofort auf vieles verzichten. Aber wenn man den Weg über Jahre geht, erkennt man immer mehr, was überflüssig ist und was man loslassen kann. Genauso, was einem wichtig ist und wo man einen gewissen Luxus bewahrt. Luxus im Sinne: Alles, was man nicht unbedingt zum Leben braucht, was man sich aber gönnt, weil es einem irgendwie gut tut oder erfüllt.

Keinesfalls sollte man hier in ein schwarz-weiß-Denken verfallen. Es geht um den Pfad zwischen den Extremen, es geht um Balance uns Ausgewogenheit.

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[quote data-userid="8074" data-postid="123707"]Keinesfalls sollte man hier in ein schwarz-weiß-Denken verfallen. Es geht um den Pfad zwischen den Extremen, es geht um Balance uns Ausgewogenheit.[/quote]Ich unterstelle mal, daß wir beide das gleiche meinen, nämlich einfach ein bewußteres Leben. Das bedeutet, Freiheiten zu haben, diese aber nicht exzessiv auszureizen. Also so ähnlich wie die Richtgeschwindigkeit auf unseren Autobahnen: Man darf zwar dort, wo es erlaubt ist, schneller, aber wenn möglich, sollte man nicht schneller als die bekannten 130 km/h unterwegs sein. Da bin ganz persönlich ich absolut bei Dir.

Nur wenn ich mir die weltweite Politik rund um die Globus ansehe, würde ich mir wünschen, daß sich manche (viele?) Entscheider, aber auch der gemeine Bürger vielleicht den "Luxus" von etwas viel mehr Bildung gönnen sollten, dann hätten wir viele Probleme und Verbote weniger auf diesem Planeten bei gleichzeitig mehr Nachhaltigkeit und mehr Wohlstand. ?

Daniel

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Ich befürchte dass nur formale Bildung nicht ausreicht.
Wenn es so wäre würden ja diejenigen mit Bildung sich anders verhalten.
Dazu muss ich nicht mal über den Teich schauen, das ist ja schon hier in EU zu sehen.

Formalisierte Bildung bedeutet heute möglichst viele Fakten und Verfahren im möglichst kurzer Zeit zu absorbieren und das meiste davon nur einmalig zu nutzen - beim Erbrechen des gelernten in der Prüfung.
zierst war es nur in der Schule so - jetzt ist es auch Standard in der Hochschulbildung.
Für Zusammenhänge oder in Neudeutsch das big picture interessiert sich kaum noch jemand.

Das führt zu einer völligen Selbstüberschätzung wenn es um Bildung geht.
schlussendlich ist es so dass wir immer skrupelloser in der Anwendung der Möglichkeiten die wir uns erschlossen haben ohne dass wir uns für deren Tragweite noch überblicken (nicht können und aufgrund der eigenen Hybris auch nicht wollen).

Statt dessen sind wir stolz darauf jedem beiden Hype hinterher zulaufen und dafür jede Menge Resourcen verbrauchen.

Bildung alleine wird nicht helfen ….

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[quote data-userid="1434" data-postid="123748"]Statt dessen sind wir stolz darauf jedem beiden Hype hinterher zulaufen und dafür jede Menge Resourcen verbrauchen.
Bildung alleine wird nicht helfen ….[/quote]"Echte" Bildung schon, aber Du hast schon absolut recht: Diese reine Auswendiglernbildung von heute, die taugt nichts, und genau da ist der Hund gegraben. ?

Daniel

Ja Bildung, um immer besser die Zusammenhänge zu verstehen, in denen man lebt, die erscheint mir auch wichtig. Es macht auch viel mehr Freude, etwas zu lernen, wo man einen direkten praktischen Bezug und Nutzen hat.

Heute ist leider ein neues Phänomen entstanden, wo der größte Unsinn im Internet verbreitet wird und das Falsche gelehrt wird. Und Menschen, die an so viel Unsinn glauben. Da gibt es Leute, die wirklich täglich stundenlang im Internet Videos schauen, aber mit jedem Video sich mehr von der Realität entfernen.

Hatten wir früher natürlich auch an manchem Stammtisch, aber nicht in dieser Massivität.

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[quote data-userid="8074" data-postid="123773"]Da gibt es Leute, die wirklich täglich stundenlang im Internet Videos schauen, aber mit jedem Video sich mehr von der Realität entfernen.[/quote]Kommt immer auf die Videos an.
(Was könnte ich denn weniger gucken? Andreas Schmitz? ProofWood? Zerobrain? Mr.mining? Hm... ? ?)

Daniel

Oh, das sollte keine Aussage perse gegen Videos sein. Videos finde ich als Schulungswerkzeug große Klasse. So mit das Beste, was das Internet zu bieten hat. Was ich da schon lernen konnte, gerade bei Dingen, die ich nicht so oft mache.

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Ob wir vielleicht einfach zu viele geworden sind? Jedes Biotop hält nur einer begrenzten Anzahl an "Mitgliedern" stand. Der Mensch kann sich kraft seines überlegenen Verstandes nach Belieben überallhin ausbreiten, und alle Ressourcen für sich ausbeuten.

Deutlich weniger Menschen auf diesem Planeten, wäre ökologisch sehr sinnvoll und würde mehr Lebensqualität bedeuten. Aber das Thema Geburtensteuerung scheint noch tabuisiert. Ist auch sehr schwer steuerbar.

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Das wäre wohl die erste Stellschraube, an der man drehen müsste. Zumindest, wenn man vom menschengemachten Klimawandel ausgeht.

Hatte mal ein paar Guppys in einem Aquarium... die haben sich so schnell und rücksichtslos vermehrt, dass sie ihren eigenen Lebensraum innerhalb weniger Wochen dermaßen vergiftet haben, und am Ende etliche oben schwammen.

Da steht die Menschheit zur Zeit, und es wird weiter Richtung Voll-Kollaps gehen, solange das Thema "Geburtensteuerung" tabuisiert bleibt.

Nur meine Meinung.

läuft doch bereits im osten und demnächst in fernost, danach amerika europa usw.

ganz dünnes eis, ganz dünnes eis.

einmal in den falschen händen und feierabend

Deswegen in Anführungszeichen. Der Ausdruck kam nicht von mir.

[quote data-userid="8074" data-postid="123846"]Deutlich weniger Menschen auf diesem Planeten, wäre ökologisch sehr sinnvoll und würde mehr Lebensqualität bedeuten. Aber das Thema Geburtensteuerung scheint noch tabuisiert. Ist auch sehr schwer steuerbar.[/quote]Also die Chinesen haben es ja schon vorgemacht und die Inder haben sich ja bereits angeschlossen. Unkontrollierte Reproduktion ist eigentlich nur in den Staaten und Kontinenten üblich, die in irgendeiner Art und Weise stark religiös geprägt sind (da gibt es mehr als nur eine Religion, die das fordert) und die Reproduktion sogar als mittelbare "Waffe gegen Ungläubige" einsetzen. Da wirst Du mit Vernunftsargumenten nicht weiterkommen, zumal diese Religiösen jegliche Form von Bildung in der Regel auch noch bewußt strikt ablehnen.

Strenggenommen müßte man eine geringe Kinderanzahl noch subventionieren (Kindergeld), eine größere aber nicht mehr. Aber sag das mal in der Öffentlichkeit, dann ist das Geschrei groß. Der Pöbel will lieber mehr Kinder und dafür früher in Rente, forciert damit aber natürlich am Ende die Ausbeutung des Planeten. ?

Dann kommen noch 3 €-T-Shirts dazu und die Käufe von Küchenartikeln im Discounter - also ich weiß wirklich nicht, wo das enden soll. Wenn Discounter XYZ ein neues Sonderangebot von, sagen wir mal, neuen Toastern hat, wer kauft diese Toaster denn? Sind das Leute, denen gerade zufällig an diesem Tag der eigene Toaster verreckt sind? Oder welche, denen der Toaster schon seit Wochen kaputt war und die sehnsüchtig auf das neue Sonderangebot gewartet haben? Oder nicht viel eher die, die dann sagen: "Ach, mein Toaster geht zwar noch einwandfrei, aber er ist ja schon wieder zwei Jahre alt und kann durch einen mit neuem Design ersetzt werden"? Mich hat mal eine Nachbarin hier im Haus gefragt, ob ich ihren alten Toaster (war tatsächlich der Toaster) haben wolle, denn sie habe sich einen neuen gekauft und der alte ginge noch. Da kriege ich einen zuviel! Da werden sinnlos Geräte weggeworfen und mit Erdöl (für die Kunststoffe), Energie, Wasser und CO2 neu ersetzt, obwohl das alte Gerät noch tut, nur weil das neue Gerät eine hübsche Farbe hat oder sonst irgendein vorgeschobener Grund. Und beim L**l hatte ich unlängst lauter Küchengeraffel gesehen mit WLAN. Ja, ich brauche unbedingt einen Toaster oder Wasserkocher mit WLAN. Brauche ich unbedingt! Was für'n Quatsch! Wenn die Neugeräte wenigstens zu 100% recyclingfähig wären, könnte ich noch gut damit leben, aber wir wissen doch alle, was mit dem Altgerät nach der Ausmusterung passiert. ? ? ?

Bitte entschuldigt, daß mir gerade ein wenig der Kragen geplatzt ist. Tut mir leid!

Daniel

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Ich decke meinen Bedarf gerne auf dem Wertstoffhof. Das meiste weggeworfene ist noch völlig intakt, oder kann problemlos repariert werden.

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Ich hätte da noch etwas Spieltheorie zum Thema, aber ich muß gleich vorwarnen: Das ist sehr theoretische und abstrakte Kost:

Das Video soll jetzt nicht den Klimawandel und dessen Bekämpfung bestätigen oder anzweifeln, sondern einfach nur aufzeigen, daß man, ganz egal, wie man sich entscheidet, auch auf's falsche Pferd setzen kann. Wie gesagt: Sehr theoretisch!

Daniel

die erde kann auch viel mehr als 10mrd ernähren das problem ist die verteilung.

zb in russland geht die bevölkerungsanzahl schon jahre zurück und es wurden so weit ich weiß ich familien mit einem günstigen baukredit oder guthaben dazu motiviert mehr kinder in die welt zu setzen, was auch recht gut funktioniert.

übrigens hier das gleiche problem, nur wird das hier durch illegale einwanderung gelöst.

aber ich hör jetzt lieber auf, könnte noch den ganzen tag darüber schreiben...

morgen fahr ich nen gebrauchtes e auto anschauen um meine 20 jahre alten verbrenner endlich in den ruhestand(bzw nach afrika) zu schicken

aber ich stelle ganz sicher nicht wegen den klimazielen auf e auto um ?

hahaha wie geil

schau mal was bei mir für youtube brainwash in dem video eingeblendet wird

das wahrheitsministerium hat gesprochen. punkt

so erbärmlich diese ganze gehirnwäsche

Ach, das geht bei Google/YouTube automatisch, das darfst Du nicht ernstnehmen. Es geht mir bei dem Video nur darum, daß man eine Sache - hier die Klimageschichte - nicht zu einseitig anpackt, sondern auch andere mögliche Szenarien (z.B. Folgen für die Wirtschaft, um mal nur ein einziges Beispiel zu nennen) berücksichtigt. Dieses Abwägen ist eine extrem komplexe Sache und ich bin froh, nur den Gedanken mal anschneiden zu dürfen und ihn nicht zuende führen zu müssen. Klima- und vor allem auch Umweltschutz sind wichtig, sogar sehr wichtig, aber halt nicht die einzigen "Götter", wenn ich mich mal dieser blumigen Sprache bedienen darf. Aber bei der Bewertung der Wichtigkeit müssen wir halt aufpassen und halt bei neuen Erkenntnissen auch ständig "nachregeln". Wie gesagt: Sehr theoretisch!

Daniel

Ja, gutes Video, was klar macht, dass man viele Blickwinkel einschließen und sehen muss. Und wir haben eine Tendenz, Dinge gerne nur eindimensional sehen zu wollen.

Da gibt es ja auch viele interessante psychologische Aspekte. Zum Beispiel: Wenn Menschen viel verboten wird, kann die Situation irgendwann kippen und den Leuten wird alles völlig egal. Sie werden dann vielleicht maximal unvernünftig, was schlussendlich mehr schadet.

Oder: Regeln, die Menschen verstehen, werden akzeptiert. Regeln, die völlig abstrus sind, sorgen dafür, dass die Menschen grundsätzlich keinen Regeln mehr folgen, wenn irgendwie möglich. Selbst wenn die Regeln ihren Sinn hatten, aber von den meisten Menschen einfach nicht nachvollzogen werden konnten, hat man schlussendlich ein schlechteres Ergebnis, weil die Regeltreue stark abnimmt. Dann besser lockere Regeln, wo viel mehr Menschen mitgehen würden.

Wenn man davon ausgeht, dass die etablierten Modelle zum Klimawandel stimmen, dann wird den Menschen sehr viel abverlangt, wenn man noch wirksam eingreifen will. Das wiederum muss Abwehrhaltung und Leugnung produzieren, so funktioniert der Mensch.

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[quote data-userid="8074" data-postid="123935"]Wenn man davon ausgeht, dass die etablierten Modelle zum Klimawandel stimmen, dann wird den Menschen sehr viel abverlangt, wenn man noch wirksam eingreifen will.[/quote]Deutschland alleine kann das Klima der Welt nicht retten, das ist völlige Utopie. Aber wir können etwas anderes machen: Wir können ganz unabhängig vom Klima einfach mal beispielsweise zuerst den ÖPNV ausbauen und erst dann den Leuten das Auto madig machen. Läuft hier aber leider anders in dem Beispiel: Erst wird den Menschen das Auto mittelbar genommen, aber um den ÖPNV kümmert sich die Politik nicht. Wie soll sowas funktionieren? Dito beim Strom: Man schaltet erst mal lustig die letzten Meiler ab und hat aber noch gar keinen ausreichenden Ersatz für den Bedarf der kommenden Jahre. Auch hier wieder: Wie soll das funktionieren? Oder ausgerechnet jetzt während Fachkräftemangel und Lieferengpässen die Wärmeumstellung durchziehen. Oder, oder, oder! Hier hätte ich mir mehr Sachverstand und weniger Ideologie gewünscht.

Zum Thema Verkehr plaudere ich mal ein wenig aus dem Nähkästchen: Ich wohne unweit einer eingleisigen Bahnstrecke. Da fährt der Lumpensammler um 19 Uhr oder sowas (ich kenne den Fahrplan nicht ganz genau). Danach rosten die Schienen bis zum nächsten Morgen vor sich hin, bis dann der erste Frühzug wieder fährt. Bei den Bussen waren das noch 2-3 Stunden mehr Gnadenfrist. Wer dann noch was will, der braucht ein eigenes Fahrzeug. Warum kann man hier nicht für einen gescheiten ÖPNV sorgen? Nicht weit von hier war man wesentlich konsequenter, hat die Strecke gleich endgültig stillgelegt und sich beeilt, diese ganz abzureißen. Da soll dann ein Radweg für die Sonntagsfahrer hin, der für den rauhen Berufsverkehr ohnehin nichts taugt.

Kinners, so wird das doch nichts! Was wir brauchen ist ein dichtes Bahnnetz, Fahrzeuge mit Fahrradmitnahme (so wie früher zu Omas Zeiten, als die Oma laut WDR noch eine Umweltsau war) und einen abgestimmten Taktfahrplan 24/7, den es zu Omas Zeiten allerdings noch nicht gab. Wenn man dem Bürger die Garantie gibt, daß er nachts um 2 Uhr auch wieder heim kommt, erst dann läßt er seine Kutsche auch zuhause stehen - aber eben erst dann. Und genau das läuft bei uns einfach falsch: Es wird erst verboten, gleichzeitig aber kein Ersatz geliefert. ?

Daniel

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