Dimensionierung Split-Klima zum Heizen

Hallo zusammen,

ich plane, unser Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung und ausgebautem Dachgeschoss (insgesamt 3 separate Wohneinheiten, Baujahr 1977/78) schrittweise auf das Heizen mit Luft-Luft-Wärmepumpen (Split-Klimaanlagen) umzustellen.

Wichtig für das Gesamtkonzept: Die vorhandene Ölzentralheizung soll vorerst nicht stillgelegt werden, sondern im Haus verbleiben. Sie soll in der ersten Phase als Backup für extrem kalte Tage dienen und Räume ohne Klimageräte unterstützen. Die Planung soll aber von Anfang an so ausgelegt sein, dass wir die Ölheizung in der Zukunft ohne Systemwechsel komplett abschalten können.

Die Warmwasserbereitung läuft erfreulicherweise bereits dezentral über elektronische Durchlauferhitzer.

Ich vermute auch am Zählerschrank muss dafür Hand angelegt werden. Jede der drei Etagen hat bereits einen eigenen Zähler. Meine Frage an die Experten hier, was muss am Zählerschrank ggf. gemacht werden und welche Kosten kommen da etwa auf mich zu?

Hier die harten Fakten zum Haus (aus dem Wärmeschutznachweis von 1978):

  • Gebäudevolumen (V): ca. 571,0 m³

  • Mittlerer Wärmedurchgangskoeffizient (k): 0,68 W/m²K.

  • Außenwände: 30 cm Hohlblocksteine (Hbl 50) mit 10 cm Styropor-Außendämmung (kw = 0,81 W/m²K

  • Fenster: Kunststofffenster mit Isolierverglasung (kF = 2,6 W/m²K

  • UG-Bodenplatte: 10 cm Beton, 4 cm Styropor-Dämmung, Zementestrich (kG < 0,51 W/m²K

  • Dachgeschoss-Decke: 15 cm Stahlbeton mit 5 cm Styropor-Dämmung (kD = 0,54 W/m²K

  • Untergeschoss (Einliegerwohnung, ca. 40 m² Wohnfläche): Wohnzimmer (~21,6 m²) & Schlafzimmer (~19,0 m²).

  • Erdgeschoss (Hauptwohnung): Großes Wohnzimmer (~32 m² Außenmaß), Elternschlafzimmer

  • Dachgeschoss (Dachwohnung, 45° Dachneigung):Wohnzimmer, Elternschlafzimmer, Kinderzimmer.

Meine Fragen an die Elektro- und Klima-Experten:

  • Wie dimensioniere ich die Split-Klimas jeweils für Shlaf- und Wohnbereich?
  • Was muss am Zählerschrank ggf. gemacht werden und welche Kosten kommen da etwa auf mich zu (Bild habe ich angehangen)?
  • Zukunftssicherheit für den Komplettaustausch (Küche & Bad): Wenn wir die Ölheizung später doch komplett stilllegen: Reicht das „Überströmen“ bei offenen Türen aus den Wohnzimmern für die Bäder und Küchen aus, oder sollten wir in den Bädern bereits jetzt Vorkehrungen (z. B. Leitungen für Infrarotheizungen oder Handtuchheizkörper) treffen?
  • Feuchtigkeit & Frischluft im Keller (UG): Da das UG teilweise erdberührt ist, sind Frischluftzufuhr und Entfeuchtung im Keller wichtige Themen. Helfen Split-Klimas da?
  • Ich hänge die originalen Grundrisse aller drei Etagen, den Wärmeschutznachweis von 1978 sowie ein Bild vom Zählerschrank an diesen Post an.
  • an was sollte ich noch denken?

Vielen Dank für eure Hilfe!

Hallo Benjamin, herzlich willkommen im Forum :partying_face:

(Ist es Absicht von dir, dass man deinen offenbar realen Namen vollständig sieht?)

Da hast du ja was vor...

Ich nehme an, du musst mit ca. 15 Innengeräten in Summe rechnen - falls du es "optimal" haben möchtest...

Das ist aber auch gleichzeitig eine Art "Grundsatzentscheidung": Soll es günstig sein - oder ist Komfort gefragt?

Grundsätzlich ist sowas möglich - aber nicht wirklich praxisgerecht (in den meisten Fällen). Damit es überhaupt funktioniert, musst du ständig die Türen offen stehen lassen. Außerdem muss dann der Raum - wo das Klima Innengerät montiert ist - ständig um ein paar Grad stärker beheizt sein.

Am Ende ist es dann eine Frage von Komfort. Wenn man zumindest in den Wohnräumen und Bad die Temperatur direkt einzeln regeln möchte + sicher sein, dass die Heizleistung auch im Winter ausreicht - sind aus meiner Sicht separate Innengeräte je Wohnraum absolut notwendig.

Das Problem dabei:

Die dann i.d.R. leistungsschwächeren Innengeräte sind leider kaum günstiger, als leistungstärkere Geräte.

Außerdem gibt es 2 Möglichkeiten bzgl. Aussengeräte:

Mono Split Anlagen = je ein Aussengerät pro Innengerät

Multi Split Anlagen = mehrere Innengeräte möglich je Aussengerät.

Aufgrund der hohen Anzahl von Innengeräten die du benötigen wirst, scheint mir persönlich der Einsatz von ausnahmslos Mon Split Anlagen nicht praktikabel. Immerhin wären das 15 Aussengeräte...

Aus technischer Sicht haben Mono Anlagen aber zahlreiche Vorteile bzw. Multisplit Nachteile - was du aber besser hier im Forum in vorhandenen Themen nachlesen solltest.

Im Forum hier tendiert die Meinung dazu, dass man idealerweise nur 2 fach Multisplit kaufen soll. Aber auch dann wären es noch 7 - 8 Aussengeräte. Also ggfs. wirst du hier auf Multisplit mit jeweils mehreren Innengeräten setzen müssen...

Aber das gilt es von dir zu klären;)

Da kann später @win mehr dazu sagen - aber ganz generell kommt es schon mal darauf an, wie viele Innengeräte (und Aussengeräte) du verbauen willst / kannst / wirst. Ist ja auch eine Kostenfrage usw. Aber es gibt gewöhnlich ja auch nicht ohne Grund einen Heizkörper in jedem Raum (oder mehrere...)

Das geht im Grunde "von - bis". Das eine Extrem wäre, die Anlagen an bereits vorhandene Steckdosen anzuschließen - sollten es echt einzelne sein. (Mono)

Aber realistischer wird eine neue Zuleitung von der jeweiligen Unterverteilung zum Aussengerät für dieses Stockwerk sein. Ich sehe keine FI Schutzschalter auf deinen Foto´s? Die Unterverteilung würde ich in dem Fall auf jeden Fall mit erneuern lassen.

Ja - und nein. Split Klima´s können sehr gut entfeuchten, aber nur wenn sie ordentlich kühlen (deshalb die Kondenswasser Pfützen unter Auto´s im Sommer)

Wenn nun aber das UG schon generell kühl ist (was oft der Fall ist) - dann will man da ggfs. nicht noch zusätzlich kühlen. Dann ist aber auch der Effekt der Luftentfeuchtung nicht gegeben. Sinnvoller sind dann Luftentfeuchter, da die die entstehende Wärme wieder an den Raum abgeben - nicht nach aussen wie die Split.

Zu allererst mal überlegen, was du bzw. ihr alle wirklich wollt. Ich kann mir schwer vorstellen, dass du mit einer zb. "Anlage im Flur" Lösung glücklich wirst - da damit eine getrennte Regelung der Räume nat. unmöglich ist. Und immer alle Türen offen? Wc und Flur benötigen i.d.R. keine eigene Heizung - in die Bäder würde ich persönlich aber eine montieren. Alle Arten von Direktstromheizungen (Infrarot, Heizlüfter etc.) benötigen enorm viel Strom im Vergleich. Es kann sich aber trotzdem lohnen - wenn man nur nach Bedarf kurz hochheizt. Ist dann aber auch wieder eine Komfortsache, es mag nicht jeder wenn alles im Bad eiskalt ist - nur die Luft ist warm.

So ganz generell:

Bist du dir sicher bzw. hast du schon irgendwie geprüft oder prüfen lassen, ob bei so vielen Räumen nicht eine zb. LWWP die über die Zentralheizung funktioniert sinnvoller wäre? Und ggfs. nur einzelne, strategisch gut plazierte Anlagen zum kühlen?

So viele Räume mit LLWP ausstatten geht auch ordentlich ins Geld... Und wenn du zb. je Etage ein Multisplit Gerät kaufst - könnte es dann bei einer Undichtigkeit / Defekt die komplette Etage ausfallen. Sollte man auch im Hinterkopf behalten - wenn die Ölheizung dann mal weg soll.

(Wobei: Bei Zentralheizung fällt ALLES aus, wenn die eine (einzige) Heizung defekt ist...)

Und du solltest dich generell hier im Forum etwas einlesen, dann kannst du dir viele deiner Fragen direkt selber beantworten.

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Hey, vielen Dank für deine Einschätzung und die herzliche Begrüßung​:smiling_face:

Danke auch wegen des Hinweis zum Benutzernamens. Ich hatte nach der Registrierung erst nicht gefunden, wo man das ändern kann. Das hat aber nun geklappt.

Gerne.

Lass dir aber Zeit. Lass dir von niemandem etwas einreden (egal von wem und wo).

Am Ende müsst ihr das bezahlen und damit im Alltag glücklich sein.

Das ist dann in der Praxis alles nicht so einfach wie es erstmal scheint - jede Technik hat Vorteile, aber auch ihre Nachteile! Und genau auf die Nachteile (egal welche Technik) solltest du dich auch vorher konzentrieren, um hinterher nicht unzufrieden zu sein :+1: