Die Streetscooter HV-Batterie V5 (Version 5)

Natürlich war mir bewusst, daß Streetscooter nicht alles selbst entwickelt hat, sondern sich aus dem damaligen Angebot Teile, die vielleicht passen können, heraussucht, alles kein Thema, aber die Frage die sich mir anhand der unterschiedlichen Kennzeichnung stellt ist, was ist denn jetzt was?

Und zum Thema Bauteile, Bauteile zu verwenden ist das eine, Bauteile in ihrer Beschaffenheit zu verändern aber etwas ganz anderes. Weiß BMZ um diese Modifikation oder ist BMZ das egal.

sind deine Infos zur Lieferkette gesichert oder ist es letzendlich vielleicht auch eine Annahme?

während die Antwort von Energie_Alex noch auf sich warten lässt, fahre ich mal mit dem grauen Kasten fort, dort befindet sich das Herzstück der V5 Batterie.

links Masterplatine, rechts Isogerät, unter der Masterplatine ist die HV Box Platine, unter dem Isogerät das Vorladeschütz, rechts davon die Vorladesicherung mit Vorladewiderstand + Temperatursensor.
Hauptsicherung - HV1 Messpunkt - Kontakt Hauptschütz - HV2 Messpunkt - Pyroschalter - Strommesser

das Hauptschütz sitzt in der Mitte der Batteriemodule, 5 Module links, 5 Module rechts, links und rechts am Kontakt des Hauptschützes sind die Messpunkte der HV Box Platine, HV1 ist eigentlich HV2 wenn das Schütz durchschaltet, daher kann die Gesamtspannung eigentlich nicht gemessen werden, sondern nur errechnet werden.

im Grunde genommen ist HV2 nur die Rückmeldung daß die Vorladung funktioniert hat, dann schaltet das Hauptschütz, wenn die Spannung nicht ansteigt, dann schaltet auch das Hauptschütz nicht.

hier eine Nahaufnahme der BMS Masterplatine der V5 Batterie

die grüne Platine selbst ist mit der Bezeichnung STS-BMZ-V2 Master 2V9 beschriftet.verbaut ist unteranderem ein IC namens Infineon XMC4500

unter der BMS Masterplatine befindet sich die HV-Box Platine, die unteranderem das Hautpschütz und das Vorladeschütz steuert. Nachfolgend ein Foto der HV-Box Platine einer V5 Batterie.

die Platine ist mit STS-BMZ V2 HV-Box gekennzeichnet, rechts von der Platine sieht man das Vorladeschütz.

verbaut ist ein Microchip 18F46K80

So, aufgrund der Beiträge von Energie:Alex habe ich mal selbst nach "Futavis" gesucht. Es scheint so zu sein, daß Futavis von der Deutz Gruppe gekauft worden ist.

Dann habe ich nochmal ein bischen das Internet befragt und herausgekommen ist folgendes:

(Achtung: das ist eine automatische Zusammenfassung und kann auch falsch wiedergegeben sein)

"Futavis beliefert internationale Großkonzerne, mittelständische Unternehmen und Start-ups in Branchen wie Automotive, Nutzfahrzeuge, Off-Road-Maschinen, Material Handling, Marine und stationäre Energiespeicher. Die Technologie kommt beispielsweise in Touristenbussen, elektrischen Baumaschinen, Flugfeldfahrzeugen und Heimspeichern zum Einsatz.futavis+1

Besonderheiten

  • ISO26262-Zertifizierung: Alle Systeme erfüllen die höchsten Anforderungen an funktionale Sicherheit.futavis+1

  • Skalierbarkeit: Durch den modularen Aufbau können Batteriesysteme schnell und effizient an unterschiedlichste Anforderungen angepasst werden.futavis+1

  • 0-Fehler-Strategie: Hochentwickelte End-of-Line-Prüfungen und lückenlose Datennachverfolgbarkeit sichern die Qualität.futavis

Futavis positioniert sich damit als „Battery Experts“, die gemeinsam mit Kunden die Elektrifizierung in allen Anwendungen vorantreiben."

Die dazugehörigen Links verwiesen immer wieder auf die Deutz Gruppe oder linkedin.

Vielleicht sucht ihr am besten mal selbst danach.


Interessant finde ich die Behauptung der "0-Fehler Strategie"

:collision: Wie kann ich als Kunde das gespeicherte Wissen dieser "0-Fehler Strategie" von Futavis abrufen? :collision: :star_struck:

frage nur für einen Freund...

und das Isolationsmessgerät Bender iso 165C-1 der HV Batterie V5

automatisch zusammengefasste Daten aus dem Internet, bitte selbst prüfen.

Der Bender iso165C-1 überwacht den Isolationswiderstand ungeerdeter HV-Antriebssysteme in Elektro- und Hybridfahrzeugen bis 600 V DC. Er erkennt AC- und DC-Isolationsfehler zwischen den aktiven HV-Komponenten und der Fahrzeugmasse, kommuniziert über High-Speed-CAN mit 500 kBaud und stellt separate High-Side-Ausgänge für Warn- und Fehlermeldungen bereit. Der Automotive-Betriebstemperaturbereich beträgt −40…+85 °C.

Merkmal iso165C-1
Überwachtes HV-System DC 0…600 V
Messung AC- und DC-Isolationsfehler
Messbereich Isolationswiderstand 0 Ω…50 MΩ
Ansprechzeit ≤ 20 s, mittels Direct Current Pulse
Max. Systemableitkapazität ≤ 1 µF
Versorgungsspannung DC 9…16 V
Nennversorgung DC 12 V
Typischer Betriebsstrom ca. 185 mA
Maximaler Betriebsstrom 300 mA
Kommunikationsschnittstelle High-Speed-CAN
CAN-Datenrate 500 kBaud
CAN-Terminierung Keine interne Terminierung
Warnschwelle ab Werk 400 kΩ
Fehlerschwelle ab Werk 250 kΩ
High-Side-Ausgänge Warnung und Fehler
Max. Ausgangsstrom je High-Side-Ausgang 80 mA
Betriebstemperatur −40…+85 °C
Gewicht < 220 g
Schutzart IP5K0

das Hauptschütz der V5 Batterie

habe das Typenschild mal abgetippt:

GV200MAB-1
Coil 12/24 VDC
GIGAVAC
170316
CAGE 3CXS7
Made in USA Pat.No.7.944.333


und das ist die automatische Zusammenfassung meiner Suche im Internet

(bitte selbst prüfen)


Der GV200MAB-1 von Gigavac ist ein hermetisch gekapseltes Hochvolt‑DC‑Schütz (SPST-NO) mit PWM‑Doppelspule 12/24 VDC, ca. 350–500 A Dauerstrom und bis 800 VDC Nennspannung, mit integrierter Economizer-Funktion und Hilfskontakt.

Grunddaten GV200MAB-1
Hersteller / Serie: Sensata – Gigavac, Serie GV200.

Typ: GV200MAB-1, DC‑Schütz / DC Contactor.

Kontaktanordnung: Form B Angabe variiert; praktisch SPST, normalerweise offen (NO).

Hilfskontakt: Ja, Ausführung „AB“ = mit Auxiliary (Aux.).

Bauform: Upright flange (stehende Montage mit Flansch).

Hermetische Kapselung: EPIC‑Keramik, hermetisch abgedichtet, erfüllt IP67 und Zündschutz‑Normen in der GV‑Serie.

Elektrische Leistungsdaten (Hauptkontakte)
Nennspannung: 12–800 VDC (Gleichspannung, Hochvolt‑Anwendungen).

Nennstrom Dauerbetrieb: ca. 350–500 A (Angaben je nach Quelle; GV200‑Serie ist für 400–500 A Dauerstrom ausgelegt).

Max. Kurzzeit-/Stoßstrom: bis ca. 4000 A (kurzzeitig, spannungsabhängig).

Schaltvermögen Kurzschluss: Unterbrechung von Kurzschlussströmen bis ca. 3500 A (spannungsabhängig).

Isolationsniveau: Hochvolt‑Schütz der GV‑Serie, 12–1200 VDC Schaltbereich in der Familie.

Spule / Ansteuerung
Spulenspannung (Nenn): 12/24 VDC (Dual‑DC‑Coil mit PWM).

Spulentyp: PWM‑Spule mit integriertem Economizer (interner PWM‑Ökonomisierer).

Besonderheit: Sehr niedrige Halteleistung, interne Freilauf-/Suppression der DC‑Spule in der GV‑Serie, geringe EMV‑Emissionen.

Mechanische Daten und Umwelt
Mechanische Lebensdauer: ca. 1.000.000 Schaltspiele.

Betriebstemperatur: −55 °C bis +85 °C spezifiziert, in Spezialfällen bis 125 °C möglich.

Gewicht: ca. 0,38 kg (≈0,84 lb).

Montage: Stehende Flanschmontage, Lage nicht empfindlich (kann in beliebiger Position montiert werden).

Schutz / Zulassungen (Serienangaben GV/GX): IP67 (zeitweiliges Untertauchen), UL1604 Class I & II Div 2, ISO8846/SAE J1171 Zündschutz, CE, RoHS, UL508‑Recognized.

@MdM du hattest ja gefragt, ob ich zu den verschiedenen Temperaturangaben / Ladegrenzen noch mehr sagen könne:
Nein, ich habe keine "Insider-Infos". Ich war nur im ersten Augenblick überrascht, was das denn für Wunderzellen sind, wenn man die bei -20°C laden darf (äußerer Aufkleber). Und beim inneren Aufkleber kam dann gleich die Ernüchterung (0°C).

Früher vor ca. 10 Jahren hatte ich mal einen Test mit verschiedenen Zellen gemacht, was passiert, wenn man neue Zellen im Tiefkühlschrank lädt und entlädt.

(in den hinteren Beiträgen kommen da noch ein paar Updates)
Ein allgemeines Fazit daraus kann ich nicht ziehen, je nach Zellentyp ist alles passiert zwischen "nichts" / "starker Kapazitätsverlust nach wenigen Zyklen" / "gefährliches Ereignis". Tiefe Temperaturen sollte man also nicht ohne Not riskieren.

Der Streetscooter ist ja ein ziemlich einfaches Fahrzeug. Bei PKW wird man heute kaum noch ein Auto finden, das seinen Akku nicht aufwendig heizt und kühlt. Ich habe keine internen Infos, ob z.B. bei starkem Frost und Ladung zuhause (am ausgekühlten Fahrzeug, das nicht vorher gefahren ist) gleich mit der Ladung begonnen würde, wenn ich es anstecke, oder ob zuerst der Akku geheizt wird. Aber er wird geheizt, wenn der Akku klimatisiert ist, das ist sicher. Also gibt es auch heute nicht die Wunderzelle, die tiefen Frost verträgt.

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danke für deine ausführlichere Antwort. habe das ganze tatsächlich nicht ohne Grund so detailliert verfasst, meine Einschätzung ist sehr ähnlich zu deiner Einschätzung, finde die ganzen unterschiedlichen Bezeichnungen mehr als befremdlich.

Sehr spannende Fotos! Davon bitte mehr :wink:

Insbesondere die Rückseiten der Platinen würden mich auch interessieren.

Allgemein würde ich diese Platinen gerne in die Finger kriegen. Ich würde gerne herausfinden, ob tatsächlich auf dem XMC und auf dem PIC18 (auf der Platine zur Schütz-Steuerung) die Flash-Leseschutzfunktion aktiviert ist, oder ob man den Code einfach auslesen könnte.

Eine B14-BMS-Box kostet leider absurde 700€ gerade auf eBay :frowning:

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ist ja auch klar, auf dieser Platine ist der Goldbarren mit dieser sogenannten Fehlprägung versteckt. :joy: Streetscooter sei Dank. das Angebot muß ich gleich mal nach schauen.

Und das mit den hochauflösenden Fotos kein Problem, du weißt ja, dauert vielleicht etwas, oder wenn ich mir so recht überlege, sobald ich das Adapterkabel von V6 auf V5 habe, dann würde ich dir die Platinen auch einfach direkt zuschicken. :smiling_face_with_sunglasses: :wink:

das Vorladeschütz der V5 Batterie

habe das Typenschild hier auch mal abgetippt:

GIGAVAC MiniTACTOR
CAGE 3CXS7 SPST
P105BDA
22980 Made in USA
170313

Coil: 70 Ohms 12 VDC
PAT NO. 7321281

1x Schließerkontakt


und das ist die automatische Zusammenfassung meiner Suche im Internet

(bitte selbst prüfen)


Typdaten
Typ: GIGAVAC MiniTACTOR P105BDA.

Kontaktanordnung: SPST-NO = 1 Schließerkontakt.

Nennspulenspannung: 12 VDC.

Spulenwiderstand: 70 Ohm.

Schutzart: IP67.

Gewicht: ca. 112 g.

Schalt- und Lastdaten
Max. Betriebsspannung der Kontakte: 1200 VDC.

Nennstrom: 50 A.

Dauerstrom: 50 A bei geeigneter Temperatur-/Einbausituation.

Mechanische Lebensdauer: 1.000.000 Schaltspiele.

Temperaturbereich: -40 bis +85 °C.

Spulendaten bei 12 V
Spulenstrom bei Nennspannung: ca. 0,18 A.

Max. Spulenspannung: 14 VDC.

Einschaltspannung max.: 7,5 VDC.

Abfallspannung max.: 5 VDC.

Empfohlene externe Spulenunterdrückung: 24 VDC.

Hinweis zur Typkennung
Die Kennung B steht bei dieser Serie für die 12-V-Spule.

P105BDA passt damit zu einem 50-A-DC-Schütz mit 12-V-Spule und 1 Schließerkontakt.

der Vorladewiderstand der V5 HV Batterie

habe die Bezeichnung auch hier abgetippt:

ARCOL HS100 300R F



und das ist die automatische Zusammenfassung meiner Suche im Internet

(bitte selbst prüfen)


Die Bezeichnung ARCOL HS100 300R F entspricht dem Arcol/Ohmite‑Typ HS100 300R (oft mit Toleranzcode „F“ für ±1% als HS100 300R F geführt). Es handelt sich um einen 100‑W‑Aluminium‑Gehäuse‑Leistungswiderstand der HS‑Serie.

Kerndaten (elektrisch)
Widerstandswert: 300 Ω

Nennleistung: 100 W (bei korrekter Montage an einem geeigneten Kühlkörper mit Wärmeleitpaste)

Leistung ohne Kühlkörper: ca. 30 W

Toleranz: typisch ±1% (Code „F“); Standardserie auch in ±5% / ±10% verfügbar

Temperaturkoeffizient (TC): ±100 ppm/°C (typisch für Werte < 1 kΩ in dieser Serie)

Nennspannung / Grenzspannung: 1,9 kV (Limiting Element Voltage)

Prüfspannung (Isolation): 4,5 kV AC (RMS)

Isolationswiderstand: ≥ 10.000 MΩ (typische Angabe für die Serie)

Mechanische Daten & Aufbau
Gehäuse: Aluminium, drahtgewickelter Widerstand (wirewound), für direkte Kühlkörpermontage

Anschlussart: Lötösen / Solder Lug (für Verschraubung/Anlöten)

Abmessungen (Körper, typische Angaben):

Länge: ca. 65,2 mm

Breite: ca. 47,5 mm

Höhe: ca. 24,1 mm
(Einige Händler geben inkl. Anschlüsse/Bohrungen größere Gesamtlängen wie ~88 mm an.)

Bohrungsabstand (Montage): ca. 37 × 35 mm (typisch für HS100)

Masse: ca. 95–115 g (je nach Quelle inkl. Verpackung)

Thermische & normative Angaben
Auslegung: Für Montage auf einem Kühlkörper mit Wärmeleitcompound, um die vollen 100 W zu erreichen.

Normen / Qualifikation:

MIL‑PRF‑18546

IEC 115 (bzw. entsprechende EN‑Normen)

RoHS‑konform

Einsatzbereiche typisch: Bremswiderstände, Einschaltstrombegrenzer, Snubber, Balancing‑Widerstände in Umrichtern/Wechselrichtern.

links am Gehäuse des Vorladewiderstandes befindet sich noch ein Temperatursensor der auf die HV Box Platine zurückgeführt wird. Den Typ habe ich noch nicht ermittelt. Vielleicht weiß ja auch jemand was es für ein Bauteil sein könnte, vielleicht ein PT-1000 oder ähnliches?