Die Nadel im Heuhaufen - Hilfe bei der Auswahl

Hallo zusammen, ich beginne in wenigen Monaten mit der Sanierung eines alten EFH. Das Haus hat ein perfekt nach Süden ausgerichtetes Dach mit ~40° Neigung und ohne Verschattungen. Bei der konkreten Auswahl der Hersteller und Technik scheitere ich aber, weil ich beim online lesen zu jeder “Empfehlung” auch gleich wieder passende Gegenargumente (oder andere Empfehlungen) auf einer anderen Seite finde.

Meine PV Ziele würde ich folgendermaßen zusammenfassen:

  • gutes Preis-Leistungsverhältnis bzw. keine Notwendigkeit den letzten Effizienz Punkten teuer hinterher zu jagen
  • Ersatzstromfähigkeit bei einem Blackout –> komplettes Haus inkl. WP
  • aktuell 1 EV (ca. 2500 kWh/a), in Zukunft 2 (in Summe dann vielleicht 4.000 kWh/a) 11kW Charger reicht aus
  • Wärmepumpe (Heizlast des Hauses laut Energieberater 8,5kW)
  • höchstwahrscheinlich Verwendung einer BWWP
  • mein Mietwohnungsstromverbrauch liegt bei ~2500kWh/a (ohne EV). Keine Ahnung, was bei einem Haus da noch so alles hinzu kommt, abgesehen von der WP.
  • Beim Speicher bin ich aufgrund der DIY Möglichkeiten und der Preise von LV Systemen angetan (oder als Kaufteil Beispiel 12,5kWh Felicity Speicher für ~1500€), aber ich weiß nicht ob mir das an einer anderen Stelle eine technische Tür schließt, die ich jetzt noch nicht nicht sehen kann
  • Home Assistant Integrierbarkeit zur Statusanzeige und ggf. Steuerung von Automationen
  • bei den PV Modulen vertrete ich die Ansicht, dass eher das drum herum der Installation der Kostentreiber ist und nicht die Anzahl der Module selbst. Daher sollte es egal sein, ob es bspw. eine 5 kWp oder 10kWp Anlage ist. Bei 500W Modulen sind es dann 10 oder 20 Stück. Die Dachfläche beträgt ca. 65m²
  • Mo-Fr tagsüber sind wir in der Regel nicht zuhause, also fällt das EV Laden auf die Zeit nach 18 Uhr oder auf das Wochenende.
  • das Thema flexible Strompreise spielt bei mir aktuell keine Rolle
  • letztendlich ist noch die technische Unterstützung hier im Forum beim Troubleshooting oder Feintuning ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Gerade dann, wenn ich mich mal mit DIY Speichern beschäftige.

Sicherlich wird bei vielen Antworten auch eine größere Vielfalt an Anbietern angepriesen, was ok ist. Vermutlich fehlen in meinen Überlegungen aber entscheidende Punkte, die es hier zu klären gilt und mir bei meiner Entscheidung weiter helfen.

Herzlichen Dank und Euch allen ein schönes und “ertragreiches” Wochenende!

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Wie viel passt aufs Dach, ist ja eh immer zu wenig? Auto laden mit 11kW oder mehr / weniger? Jeden Tag oder auch mal länger unterwegs, wie viel muss an 1 Tag geladen werden?

Was sich sehr grob schätzen läßt: Verbrauch 10kWh pro Tag, WP bis zu 30kWh pro Tag oder nur BWWP weniger je nach WW-Verbrauch. Auto(s) dazu, laden am Tag oder abends? Bei täglich laden +12kWh / Tag?

Ich würde auch eher DIY-Speicher bevorzugen. Weils pro kWh günstiger ist, gleich mit MB56 also die 30kWh Größe. Wegen WP, Ersatzstrom und Auto sogar eher 2.

Wie hoch wird Spitzenlast?

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Hi tageloehner, anbei meine Antworten:

  • ca. 65-70m² Dachfläche
  • 11kW Charger sollte ausreichend sein
  • bei 2500kWh/a und 220 Arbeitstagen komme ich auf ~11 kWh/d Bedarf. Aktuell lade ich 1x pro Woche, im Sommer schaffe ich fast 2 Wochen mit einer Akkuladung. Am eigenen Haus könnte ich jeden Tag (nach-)laden. Wenn’s mal nicht klappt, kann ich jederzeit einen DC Charger aufsuchen.
  • Spitzenlast - leider keine Ahnung…
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Wenn Du das ganze DIY machst (bei ner kompletten Erneuerung der Hauselektrik wird sich da wohl ein Elektriker finden, der da mit macht), würde ich auf jeden Fall das Dach voll machen, wenn
das nicht über 30 kWp bedeutet. Auch LV wäre dann bei mir gesetzt, auch wenn HV vielleicht etwas effizienter ist.

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Auf die Dachfläche so viel Leistung wie möglich. Es werden wohl höchstens 15kWp draufpassen. Leistung Mitte Sommer ist ziemlich egal, aber bei Schlechtwetter muss da ja auch noch was runterkommen.

Täglich Auto nachladen braucht weniger Speicher. Das ist gut. Ladeleistung begrenzen macht einen kleineren WR möglich.

So welche Wechselrichter Anbieter (und Modelle?) würdet Ihr mir ans Herz legen, die meine Wünsche erfüllen bzw. auch gern mal schreiben, welche explizit nicht das können, was ich mir wünsche. Danke!

Die Statik lässt das zu?

Hi RoterFuchs, das gilt es noch zu klären. Ob Vollausbau oder nicht ist gar nicht so sehr meine Frage, sondern welche Anbieter für mich in Frage kommen.

Wenn wie oben geschrieben, Ersatzstromfähigkeit bestehen soll, dann würde ich das Dach auf jeden Fall voll legen, bzw. bis 30kWpeak wegen der Steuerbefreiung.

Speicher für diesen Fall auch eher mehr als weniger, ich bevorzuge wie die Vorredner auch die DIY Niedervolt Selbstbauakkus, und würde in deinem Fall auf 4x16kWh oder 2x32kWh setzten. Das hält die Lade- und Entladerate der Akkus niedrig, und gibt dir auch eine ordentliche Backupzeit des weiteren die Möglichkeit dein selbst geernteten Strom abends auch in's Auto zu packen.

Ob du jetzt als WR Hersteller DEYE, Victron oder z.B. SMA wählst, hängt vom persönlichen Geschmack ab und wie weit du die Integration treiben willst. Die beiden erstgenannten sind relativ offen was die Programmierung und Integration anbetrifft, SMA ist da etwas spezieller.

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Beim Bekannten werden wir wohl im Frühjahr einen 20kW Deye in LV-Version aufbauen und 2 x 30kWh Batterie. Das wäre ein Technikpaket, das ungefähr zu deinen Anforderungen passen dürfte.

Jedenfalls den WR bzw Laderegler aussuchen, bevor die Panels aufs Dach kommen: Das bestimmt die Stringspannungen

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Ich danke Euch beiden! Dann werde ich mal bei Deye und Victron auf die Suche gehen.

Noch eine Frage: wählt man 1x 20kW WR oder 2x 10kW (falls einer mal ausfällt, oder was auch immer…)?

Keine Ahnung wie das bei Deye ist, bei Victron hast du an und für sich kleinere Wechselrichter die einphasig angeschlossen werden, aber als 3phasen System programmiert werden können.

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1 x 20 ist weniger Aufwand, 2 x 12 als Master-Slave dürfte auch funktionieren, je WR eine Batterie

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Das meint bestimmt, Batterien werden parallel geschaltet, dann an die WR.
DIY - dafür ist beim Renovieren eher keine Zeit/Raum. Fertigakkus sind auch nicht teuer.

Bei der Fläche sind 15kWP realistisch gedacht, vermutlich weniger und anzunehmen das Fenster im Dach sind.

Diesen Winter erfreute ich mich am Vertikalstring in Winterausrichtung. Schnee auf den nicht erreichbaren Flächen setzt diese sozusagen außer Funktion.

Eine Ausrichtung Richtung Süden ist heute eher keine gute Vortaussetzung mehr. Gibt es weitere Möglichkeiten um Wintersonne nutzbar zu bekommen, drüber nachdenken. So sind Strings auf Garagendächer beispielsweise über eine Leiter erreichbar und können einfach davon befreit werden. Unabhängig davon, das Dach maximal belegen.

Es ist nicht der Sommer, wo es wenig Sonne gibt. Das BEV läuft immer, die WP im Winter. Dass sind die stärksten Verbraucher. Die Bude ist dagegen ohne Belang.

Ob es eine BWWP sein muß - schwierig.

Im Sommer oder ab den Zeitpunkt wenn die Heizung abgestellt wird, ist so viel PV Überschuss, daß WW stumpf mit einer Heizpatrone erzeugt werden kann.

Ein weiterer Kostenfaktor ist die Elektroinstallation. Es ist anzunehmen, daß bei der Renovierung auch Zählerschrank und Verteilung erneuert werden müssen.

Würde ich heute renovieren/sanieren - ein Raumluftsystem mit WRG stände ganz weit oben auf der Liste und da wird es "interessant"

Über dieses könnte man WW bereiten, den Wohnraum im Sommer kühlen und mindestens etwas Wärme im Winter einbringen.

Unglaublich Teuer sind da entsprechende Produkte von Nibe. Zumindest einmal anschauen. Die Möglichkeit später so etwas umzusetzen, eher kaum denkbar.

Das ist dann eine all in one
Heizung mit WP über Wasser
WW über WP
Raumluft mit WRG
Klimatisierung
Und das mit R290

Nur zum Anschauen - als Idee ......

Zur WR Frage - soll es denn eine Netzgebundene Anlage werden, oder eine Insel mit Netzunterstützung?

Diese Entscheidung stellt die Weiche, ob Insel WR oder Hybrid.

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  • Ich würde die Dachfläche soweit wie möglich nutzen, aber mit normal großen Modulen. Die 500W Module sind größer als 2 m², das wollen Dachdecker meist nicht. 60 m² ergibt dann bei ca. 400W pro 2m² Modulfläche 12kW => Deye 12kW
  • Ersatzstromfähigkeit und Preis-Leistungsverhältnis geht z.B. mit Deye 12kW (48V Batterie), aber auch mit Victron. Letzteres wird wohl teurer. Speichergröße mit Akkudoktor-Tool auslegen, für die Wp und die E-Autos geschätzt ab ca. 30kWh.
  • WP mit Speicher versehen, damit in der Abwesenheit Wärme gespeichert wird und die PV Leistung dann bei Ankunft für die EV verfügbar wird. Über den Speicher auch das Brauchwasser erzeugen.
  • Steuerung des gesamten Systems über HomeAssistant klappt.
  • Akkus selbst bauen bzw. mit Bausatz, z.B. von NKON in NL. Dazu mal bei Offgrid Garage auf Youtube schauen, welche Zellen und BMS gerade top sind.
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