DHH mit Mieterstrom oder GGV?

Moin zusammen,

nach monatelangem Mitlesen kommt hier nun mein erster Beitrag – und gleichzeitig mein kleiner Hilferuf.

Hoffe ich bin hier richtig aufgehoben in dem Thema.

Ich kernsaniere seit über einem Jahr ein altes Bauernhaus in Niedersachsen, das später in zwei Doppelhaushälften mit jeweils ca. 125 m² aufgeteilt wird.

Mein Ziel ist es, die erneuerbaren Energien so weit wie möglich einzubinden und die DHH überwiegend mit PV-Strom zu betreiben – den ich anschließend zu einem fairen Preis an die Mieter verkaufen möchte.

Allerdings schreckt mich das ganze Thema Mieterstrommodell noch etwas ab, weshalb ich derzeit eher in Richtung gemeinschaftliche Gebäudeversorgung (GGV) tendiere – vor allem wegen des bürokratischen Aufwands. Oder doch ne Insel :face_with_monocle:

Fragen an euch:

Habt ihr Erfahrungen mit solchen Setups – speziell was den Zähleraufbau, Smart Meter, Messkonzept etc. betrifft?

Und: Denkt ihr, die Grundüberlegungen und Dimensionen passen so?

Kurz zu den Eckdaten:

  • Gebäude: Doppelhaushälfte, jeweils 125 m²

  • Heizungssystem: Kombination aus Wandheizung (Lehmputz) und Fußbodenheizung

  • Heizlast: ca. 14,5 kW

  • Speicher: 1 300–1 500 l Schichtspeicher mit 2 Frischwasserstationen

  • Wärmepumpe: geplant, Typ noch offen (ggf. mit 3–6 kW Heizstab als Unterstützung)

  • PV-Anlage:

    • 9 Module Nordseite

    • 33 Module Südseite

    • Erweiterung möglich: +9 Module Nord / +30 Module Süd

    • Module vermutlich Trina oder Aiko (wegen Preis/Leistung & Optik)

  • Stromspeicher: ca. 40 kWh, wahrscheinlich DIY im NV-System oder kombiniert mit einem HV-System

  • Wallboxen: 2 × 11 kW (jeweils eine pro Haushälfte)

  • Elektroverteilung: komplett neu aufzubauen

  • Ausbaureserve: Scheunenteil mit weiteren 55 m² Wohnfläche, geplant in ca. 5 Jahren (zusammen mit Dachsanierung)

Ich habe zwar Elektrotechnik gelernt und auch studiert, hatte bisher aber wenig mit Gebäude- und Energietechnik zu tun (+ Zeitdruck mit dem Bau.. weil alles DIY)– daher freue ich mich über jeden Hinweis, jede Erfahrung oder Meinung zu Aufbau, Messkonzept und sinnvoller Umsetzung.

Danke euch schon mal! :raising_hands:

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Hast du den Mieter schon?

Wieso belegst du Nord wenn Süd noch Platz hat?

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Hallo @Struve

deine Fragen zu Messkonzepten und Vor- bzw. Nachteilen von Mieterstrom vs. GGV kann ich dir nicht beantworten. Bei deiner Darstellung der Bedingungen wäre ich geneigt, die Südseite komplett zu belegen und auf die Nordseite zu verzichten. Wer Fläche nach Süden hat, ist klar im Vorteil; also nutze sie. Die Mehrkosten für das (Erd?-) Kabel zum Scheunenteil werden von dem Mehrertrag der Südseite schnell gedeckt sein.

Nur bei stark bedecktem Himmel ist die Nordseite ebenso stark, wie die Südseite.

L.G.

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Moin ihr beiden. Danke für die Fragen/Antworten.

Mieter sind noch keine da. Haus ist noch in der Sanierung.

Soll aber Q1 2026 fertiggestellt sein.

Auf dem Hausdach wäre nur noch Platz für 6 Module mehr für die Südseite. Der Rest könnte auf das Scheunendach welches auch Südlich ausgerichtet ist aber erst in den nächsten Jahren saniert werden soll. Das Hausdach wurde gerade komplett saniert und hat deshalb auch direkt Dachhaken für die Nordseite bekommen.

Ich war da und bei der Angabe der Ausrichtung nicht genau genug. Das Haus liegt auf 80°. (siehe Foto)

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Dann hast du alles richtig gemacht. Ich würde das Dach allerdings von Ost-West Dach bezeichnen. Dein First verläuft annähernd von Nord nach Süd und die geneigten Dachflächen zeigen nach West bzw. Ost, mit kleiner Abweichung von ca 20 Grad. Sofern die Bäume im Osten nicht viel Schatten werfen, wirst du schon morgens einen schönen Solar Ertrag haben.

L.G.

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Ich habe eine ähnliche Situation und mir da auch schon Gedanken zu gemacht. Meine aktuell favorisierte Lösung dürfte aber leider nicht ganz den Regeln entsprechen, daher nehme das mal nur als Denkanstoß.

PV auf Hauptgebäude anmelden, als Überschusseinspeisung und lädt die Batterie, so weit erstmal nichts neues. An der Batterie wird ein Microwechselrichter angeschlossen, der für die Mieter eine Nulleinspeisung macht. Da kann dann ein Zwischenzähler die Strommenge erfassen, und verrechnet werden, oder man verrechnet das mit einer etwas höheren Kaltmiete. Für die Mieter wird ein BKW angemeldet. Effektiver wird es wenn man den Microwechselrichter gegen einen MP 2 5000 tauscht, fällt bei der Anmeldung leider nicht mehr unter BKW.

Hallo,
für die Mieter würde ich einen gesonderten Tarifzähler installieren lassen. Dann sind sie bei der Wahl des Stromanbieters frei und die Anmeldung des BKW ist dann auch einfacher. Würde er als Unterzähler eingebaut, so musst du den Stromverbrauch über die Nebenkosten abrechnen und trägst das Risiko des Forderungsausfalls.

L.G.

Die Nebenkosten müssten eh bezahlt werden, wenn der Mieter da nicht willig ist hat man eh ein Problem. Sollte es da Probleme geben, wird das BKW abgeschaltet und der Mieter muss seinen kompletten Strom aus dem Netz beziehen und bezahlen, ist also eher ein Nachteil für den Mieter. Vorteil wäre aber, dass man nicht direkt als Versorger auftritt.

Nur am Rande:
ich hatte die Lösung mit einem Tarifzähler und einem Unterzähler. Solange die 2te Wohneinheit familiär genutzt wurde, war das okay. Die erste Mieterin beklagte sich über die hohen Nebenkosten Abrechnungen. Als ein Mieterwechsel statt fand, hab ich auf 2 Tarifzählrer umgestellt. Das war bei der Kommunikation der Nebenkosten äußerst hilfreich.

L.G.

Hast du mal eine Grafik wie das angeschlossen ist mit dem Zweitarifzähler?

wenn du mich meinst, nein.
Bei mir liegt es lange zurück und damals waren Ferraris Zähler üblich. PV kam gerade auf. Ich hab das Haus vor mehr als 10 Jahren verkauft.

Wenn du noch keinen Mieter hast würde ich erstmal nur an dich denken.

Mach das Dach so voll es geht. Deine WP muss ja für beide Wohnungen reichen. Da bist du im Winter mit jedem wp glücklich.

Für die Mietwohnung kannst du eine eigene PV (ohne Akku) bauen und anmelden, mit eigenem Zähler. Die dann mitvermieten für einen angemessen Preis, z. B. was die Anlage rechnerisch als Volleinspeiser bringen würde. Die Einspeisevergütung geht an den Mieter. Wenn der Mieter Akku will kann er sich selbst was AC-seitig anschließen. Dafür kannst du ja auch was vorsehen. Billiger ist es für ihn immer.

Damit gehst du allen Diskussionen aus dem Weg. Mieterstrom wird von Dienstleistern verwaltet und abgerechnet. Bei einem Teilnehmer wird sich da keiner dazu bewegen. Der normale VNB-Zähler dürfte billiger sein.

Wallbox für die Mietwohnung würde ich auch maximal vorsehen. Auf keinen Fall eine installieren.

Wenn jemand einzieht der gar keine braucht, hängt das Ding nur rum.

Moin

Zu dem ganzen eine gute Präsentation und guten Support von den Jungs und Mädels von Solar 2030 e.V.

Sehr hilfreich um eine Übersicht zubekommen.

Ich finde persönlich das Einzählermodel bisher für mich m attraktivsten.

@hoschy Deine oben genannte Idee hat der Franz dort auch kurz als Idee angeschnitten :+1:t2:

@deff danke für dein Erfahrungsbericht

@pv757 Ich werde in die DHH nicht einziehen. Der Strom soll also quasi den 2 Parteien, in Ferne 3 Parteien und mir in der Scheune als Allgemeinstrom dienen.

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vielleicht denke ich einfach nur zu simpel…

einfach einen geeichten Zwischenzähler für die vermietete Hälfte reinmachen. Dann die verbrauchten kWh mit einem Preis ansetzen, der etwas unter dem günstigsten am Wohnort verfügbaren kWh-Preis liegt und dann regelmäßig vom Vermieter den günstigsten Stromanbieter auswählen und ggfs. wechseln.

So spart der Mieter am Strompreis und hat keine bzw. kaum Kosten für den Zähler. Und der Vermieter “verdient” an jeder kWh die vom Dach kommt und der Mieter dann verbraucht, win-win sozusagen.

ja ich weiß, das setzt das Einverständnis vom Mieter voraus und ist evtl. auch nicht ganz gesetzkonform. Und etwas Vorauskasse an den Vermieter ist auch nötig. Aber so sparen doch alle auch am Papierkram und warum komplizierter machen als nötig?

nun ja, du denkst “technisch”. Doch bedenke, dass es noch keine Mieter gibt. Und wenn sich keiner auf die Koppelung von Strom und Miete einlassen will, dann bleibt die Wohnung leer oder es wird umgebaut.

gerade weil es noch keine Mieter gibt kann man doch die Bedingungen stellen :wink:

Aber ich muss erwähnen, ich wohne auf dem Dorf und genau so funktioniert das hier. Ich habe PV-Strom genug über in den hellen Monaten (38,5 kWp) und wer will kann sich den Überschuss in sein Auto laden. Dafür gibt es dann lecker Eier, oder Gemüse oder die Nachbarin schneidet einem dafür die Haare usw. Und wer gar nichts geben kann da reicht mir auch ein nettes ‘Danke’

Ich bin froh, auf dem Dorf zu leben :grinning_face:

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In einer gut funktionierenden Dorfgemeinschaft geht vieles, was in einer größeren Stadt nicht mehr geht. Musst halt nur “dazu” gehören. Den Mietmarkt bei @Struve kennen wir ja nicht.