Deye SUN 12kW...15kW mit JK-BMS - Kommunikation?

Hallo Leute,
wir möchten einen Deye 12, 14 oder 15 kW 3phasen WR mit einer DIY 16S LFP-Batterie verwenden und dabei das JK-BMS (Version noch unklar) nutzen. JK-BMS, weil ich damit schon gute Erfahrungen habe, aber nur zusammen mit Victron MPPT-Laderegler (wobei diese nicht miteinander kommunizieren - müssen).

Jetzt die Frage: Funktioniert der Deye 12...15kW zusammen mit JK-BMS?

Was ich bisher verstanden haben: Funktioniert auch ohne CAN-Kommunikation, rein über die Ladeeinstellungen (3-stufig) im Deye battery Setting (Float, Absorption, Equalization - braucht man wohl nicht für LFP?) - dann aber eben ohne genaue Zellendaten vom BMS.
Alternative: Adaption der JK-CAN-Kommunikation auf Pylontech-Protokoll mittels ESP32 (davon habe ich leider keine Ahnung) oder gibt es da inzwischen JK-BMS-Modelle mit entsprechender Kommunikation die der Deye versteht und/oder FM-Versionen für den Deye, so dass die Kommunikation direkt mit dem JK-BMS funktioniert?
Was gewinne ich, durch die direkte Kommunikation bei der Steuerung der Ladereglung?

Bisher kann ich im Victron MPPT auch Absorptions- und Floatspannung einstellen und zusätzlich einen Schweifstrom zum Beenden der Absorptionsphase. Das finde ich eigentlich nicht schlecht - bietet der Deye aber wohl nicht und auch das JK-BMS nicht. Mein Verständnis ist, das die Ladereglung allein vom Laderegler durchgeführt wird (sprich hier vom Deye). Das BMS ist nur für die Überwachung der sicherheitsrelevanten Akkuparameter wie max. Strom, max. Spannnung, min. Spannung etc. etc. Das BMS hat mit der Ladereglung eigentlich nichts zu tun.

Könnt ihr mir da weiterhelfen bitte?

ja die kommunizieren... das BMS tun ja einige hier benutzen.
gibt auch Videos..

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Danke Dir!

Was hätte ich denn für Vorteile bei der Kommunikation, wenn man meinen letzten Absatz hier berücksichtigt?
Ich sehe vielleicht die SoC- und Zellenwerte der Batterie im Deye-Display, aber bzgl. der Ladestrategie hat das BMS ja selber nichts zu melden? Und die Einstellungsmöglichkeiten im Deye erweitern sich dadurch ja auch nicht?
Den SoC aus dem BMS kann ich regelmässig vergessen, zumindest den aus meinem älteren kleinen 40A-BMS, sofern ich nicht regelmässig ins Balancing komme. Da komme ich nicht einmal auf die aktuelle FM-Version (bin vielleicht auch zu blöd...)

den Hauptvorteil einer Kommunikation von BMS zu WR hat man wenn der WR gross und die Batteriegrösse "errechnet" ist.

Hat man eine dicke Batterie (also WR-Leistung x 2 oder mehr in kWh) ist die Kommunikation egal, der WR wird dann Spannungsgeführt gefahren und das BMS macht sein Ding.

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Verstehe den Zusammenhang nicht so recht.
Wir planen eine 14,4 kWp PV mit 12...15 kW Deye WR und 15...16 kWh LFP-Akku. Das sollte erfahrungsgemäss ganz gut zusammenpassen, meine ich - oder?
Ich hatte geplant, die Laderegelung im WR ohnehin spannungsgeführt zu machen, das scheint mir genauer als ein SoC-Schätzwert. Das JK-BMS was ich bei einem kleineren 2,66 kWh Akku bisher einsetze, liegt of meilenweit neben dem echten SoC, zumindest wenn ich da meine SoC/U-Tabelle hernehme (Ruhespannung wohlgemerkt).
Vielleicht ergibt sich aber ein Vorteil dadurch, dass der Deye dann evtl. die einzelnen Zellspannungen kennt und dann ggf. gezielt ein Balancing anfahren kann, indem er die Ladeschlußspannung entsprechend hochsetzt. Solche Mechanismen kann ich aber aus dem Deye-Handbuch nicht erkennen.

Das macht er nicht und ich habe noch kein Protokoll gefunden wo er Zellspannungen anzeigt.

Spannungsmode:


Vorteil: Alles funktioniert über Spannungsgrenzen ohne SOC
Nachteil: Keine Info bei Fehler im BMS
Bei mehreren Akku Packs wird Strom nicht angepasst wenn einer ausfällt.

Kommuniation BMS:


Vorteil: Strom und Spannung wird vom BMS vorgegeben. Absorptions- und Floatspannung kann auch das JK Inverter BMS. Bei richtiger Einstellung wird das Balancing abgewartet.
Fehler und Messwerte werden an WR weitergeleitet und stehe zur Verfügung (HA)
Nachteil: Leider alles über SOC gesteuert, der wie du sagst, sehr ungenau ist.
Habe dazu bei mir ModBus Register 103 auf 51V gestellt, dann stoppt entladen bei 50V Akku.

Fazit: Für einen Akku ist es vermutlich egal, wenn der ausfällt bekomme ich das sowieso mit.
Für mehrere Akku und externe Automatisierung finde ich Kommunikation besser.

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Ist so eben nicht. LiFePo4 Zellen haben eine Ladekurve die in weiten Teilen zum SOC bezogen sehr flach verläuft. In einem Diagram der Spannung über den SOC hat man also in einem Bereich von 5% SOC bis 95% SOC eine stabile Spannung.

An Hand der Spannung eines LiFePo4 Akkus kann man also noch viel schlechter den aktuellen Ladezustand eines Akkus ablesen im Vergleich zu einem SOC der sich ja aus dem Lade/Entladestrom und der Akku-Lade/Entladespannung ergibt. Auch wenn dieser SOC nicht so genau ist so ist er immer noch genauer in weiten Bereichen als die Akkuspannung.

Vorteile den Akku über CAN/RS485 mit dem WR kommunizieren zu lassen ergeben sich noch weitere. Wenn man einen Verbund aus Akkus betreibt, denke ich ist es fast schon zwingend eine stabile digitale Kommunikation zwischen dem WR und den BMS'en und auch zwischen den BMS'en untereinander, zu benutzen. Denn nur so hat man erhöhte Ausfallsicherheit bei höheren Leistungswerten.

Beispiel: 2x 16kWh Akku, jeder kann mit 200A ge/entladen werden. Nutzt man Kommunikationsprotokolle so kann man im Normalbetrieb voll 400A laden und entladen. Fällt ein Akku aus so bekommt dies der WR mit und reduziert nun auf 200A Maximalstrom. Spannungsgesteuert muß man am WR den Ladestrom auf den kleinsten gemeinsamen Nenner einstellen, hier also 200A. Denn macht man das nicht, stellt also 400A ein, und ein Akku schaltet sich ab dann würde der zweite Akku mit 400A geladen werden. Dieser schaltet dann ebenfalls wegen Überstrom ab und so hat man einen Dominoeffekt. Ergo: spannungsgeführt muß man in diesem Bsp. 200A einstellen und fährt die ganze Zeit nur mit 50% der möglichen Leistung. Das ist jetzt nur ein Beispiel von noch mehr Vorteilen die man hat wenn man mit CAn/ModBus/RS485 die BMS'e an einen WR anschließt, zb. Temperaturüberwachung, Ladestrombegrenzungen auf Grund von zb. Temperaturüberwachung, Re-/Konditionierung von Akkus, Floatmodus usw.

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evtl wäre noch ein Vorteil, dass der Deye bei BMS Error / bzw. nicht Kommunikation die Verbindung zum Akku trennt?
sofern der Haken dafür gesetzt ist

nutze ein (bzw 2) JK BMS am Einphasigen und 2 EEL Cases am 12k bei meinem Onkel

korrekt

Das stimmt natürlich, aber blöd sind die letzten 5% trotzdem.
Wenn das BMS 20% zu viel anzeigt, dann läuft man schnell in die Sicherheitsbegrenzung und SOC springt auf 0% -> bedeutet meist Laden aus Netz.
Und im Winter war mein SOC bei 40% mit 50V Akkuspannung - deshalb die Spannungsgrenze.

Erstmal ein herzliches Dankeschön für Eure Informationen!
Was die SoC/U-Kurve angeht, sehe ich das nicht ganz so dramatisch. Ich habe mich lange mit den Spannungs-SoC-Werten beschäftigt und anderswo hier dazu auch schon mal eine Tabelle gepostet. Ich gebe Euch Recht: zwischen etwa 3,1 und 3,35V gibt die Spannung nur sehr vage Anhaltspunkte zum SoC. Dazu muß man auch noch den aktuellen Strom bzw. die Lade-/Entlade-Vergangenheit der letzten Stunden am Akku berücksichtigen. Alles zusammen + etwas Erfahrung habe ich damit recht gute Einschätzungen erreicht, glaube ich zumindest.
Die Kurve ist flach, aber eben nicht ganz flach :wink:

Eine SoC-Berechnung macht m.E. nur Sinn mit einem sehr guten Shunt (z.B. von Victron) mit entsprechnder Steuerung/Parametrisierung. Das Problem sind für die meisten billigen Shunts und Meßmethoden in den BMS einfach die stark pulsierenden Ströme im kHz-Bereich sowohl beim Laden als auch Entladen durch den WR. Hierbei wird die Eingangsspannung zerhakt und in typ. Wandlerfrequenzen eines Schaltnetzteils (20...200 kHz) transformiert. Also hochfrequente und nicht sinusförmige Belastungen. Ähnliches gilt für die meisten Laderegler. Wegen der Ungenauigkeit der A/D-Wandler und der hohen Frequenz werden die Messungen umso ungenauer, je näher die Ladung/Entladung um 0A pendelt. Meine Erfahrungen mit JK-BMS sind hier grottenschlecht! Wenn nicht regelmässig bis deutlich über 3,4V/Zelle gebalanced wird (und dabei der SoC auf 100% gesetzt wird), wird der errechnete Wert irgendwann völlig unbrauchbar. Da fahre ich persönlich mit spannungsgeregelter Steuerung besser.
Wer aber bei jedem Zyklus (oder Teilzyklus) ins Balancing geht, hat hier regelmässig bessere Werte, das ist klar. Das Thema SoC-Genauigkeit wurde hier anderswo auch schon einmal ausgiebig diskutiert.

Zum Thema zurück:
da ich nur ein Akkupack (16S LFP) plane, würde mir also die Lösung ohne CAN-Kommunikation ausreichen. Ggf. würde ich das später aber dennoch einrichten, schon aus Komfortgründen. Bzgl. der (mobilen/WLAN)-Auswertung aus dem Deye muß ich mir ohnehin noch Gedanken machen. Eigentlich möchte ich keine WLAN-Anbindung (Angst vor China-Kontrolle bzw. uninformierten Änderungen der FW etc.). Mit der Thematik muß ich mich aber noch näher auseinandersetzen...

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Zur Kommunikation / SOC haben die Vorredner schon vieles gesagt. Ich möchte diese Aussage noch aufgreifen (s.o).

Also einen 12K mit 15kWH mit 16x~280-320AH Zellen, da ist der Akku leider reicht klein. Meine Erfahrung damit ist, dass man den SOC nie in Griff bekommt. Bei den typischen EVE Zellen oder so, hast du ca. 0,5C oder besser 0,3C Ladeleistung. Das sind schon 120-160A Ladestrom. Da springt im Zweifel die Zellenspannung recht heftig und das JK bekommt das nicht in Griff. Außerdem hast du da "nur" ca. 6kW Ladeleistung, bei einem 12K Umrichter. Auch beim Entladen kannst du ca. max 6kW aus der Batterie entnehmen, der Rest muss PV oder das Netz liefern.

Ich habe inzwischen 75kWh. Da passt der SOC vom JK + Victron Smart Shunt über Wochen sehr gut. Die Zellendifferenz ist auch TOP, klar bei 240A Ladeleistung auf 5 Bänke, sieht jede nur ~50A.

Klar das ist für die meisten to much, sollte man m.E. aber immer in Hinterkopfe haben, dass ein Einzelner Akku / BMS mehr Stress hat, als mehere parallel.

Auch bei Andy (Off-Grid Garage) sieht man eigentlich bei den Testes immer sein Gopel Tower of Power, da sind immer 3-4 Bänke parallel.

Und Kommunikation oder "Bat V", macht da keinen großen Unterschied, das in Griff zu bekommen.

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Naja, die meisten System-/Fertigakkus haben i.d.R. deutlich kleinere Kapazitäten, da bin ich mit 15 kWh schon ganz weit vorne. Ich habe auch nicht vor mit mehr als max. 100A zu laden, das wäre für die Zellen nicht gut und ist auch gar nicht nötig. Im Sommer hat man eh mehr als genug PV, für Frühjar und Herbst reicht es auch (Erfahrung aus einer kleineren PV mit 2,66 kWh Batterie). Auf der anderen Seite sind die LFP-Preise inzwischen so günstig, dass man sich durchaus eine Verdopplung vorstellen könnte - wäre da nicht ein Platzproblem. 15 kWh sollten bei uns im Durchschnitt für volle 2 Tage ausreichen - das ist mehr als genug. Im Winter wird es immer eng - egal wie groß Du die Batterie machst. Schon bei doppelter Kapazität wird es unwirtschaftlich - das muß auch klar sein!

12K Deye mit 16kWh LF304 und 1C und 16kWh EVE MB31 und 0.5C, JK BMS v15. Zellen beidesmal A-Grade. Da springt bei mir garnichts, ganz im Gegenteil schon nach 10 Minuten hat der aktive Balancer des JK BMS die max. 10mV Zellendifferenz bei Zellenspannungen > 3.45V, ausgebügelt und am Ende haben beide Akkus eine Zellendifferenz von 1mV, also im Meßfehler des BMS liegend, also eher beängstigend gute Leistung des JK-BMS und der Zellen.
Und den LF304 Akku kann ich mit 1C, also 304A Laden und Entladen, wobei ich diese Ströme nur beim Entladen benötige.

Das mit dem SOC ist korrekt aber auch dafür gibt es eine Lösung: belaste die Akkus und fahre sie mit 100% und benutze den Floatmodus zur Schonung. Eine 80% Auslastung ist sinnfrei bei heutigen LiFePo4 Zellen.

Man sieht also wie sehr unterschiedlich die Ergebnisse sein können, der Eine meldet Probleme bei dem Anderen läuft die identische Technik super.

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um die 304A zu entladen müsste das BMS auch mitspielen.
Aktuell ist das BMS mit 200A die Regel, das es auch 300A BMS gibt stimmt auf dem Papier (IMHO Pace hat so eines) ich habe noch kein Video über ein 16S 300 A Inverter BMS gesehen.

Korrekt, 200A und JK gibt für par Sekunden glaube ich +50A an. Aber die Akkus könnten mit 1C = 304A ent/geladen werden, darauf bezog ich mich.

Das JK BMS V19 kann auch 300A (JK-PB2A16S30P V19)

Ansonsten, mein erster Pack ist von 2020, da hat sich sicher mit den EVE MB31 auch nochmals was getan. Dennoch finde ich es immer wichtig zu erwähnen, dass natürlich eine Bank mehr Stress hat.

Wenn man einen 12kW Umrichter hat und nachher nur 6kW sinnvoll nutzen kann, finde ich auch sinnfrei.

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korrekt, jetzt muss nur noch jemand so ein 300A BMS in sein 32 kWh selbstbau Rollkontainer Kit mit stehenden Zellen integrieren.
Und ja Spielzeugbatterien an Hochleistungs USV Anlagen sind sinnfrei. :+1:

Der 12 oder 15 kW Wechselrichter ist hauptsächlich für die PV (14,4 kWp - evtl. auch etwas mehr). Die Batt. werde ich selten mit mehr als 100A belasten, vielleicht mal 150 - mehr brauche ich nicht! Im Sommer werden wir 80% einspeisen, im Winter reicht es vermutlich nicht ganz. So ist eben PV.
Die ersten paar kWh Akku sind wirtschaftlich am sinnvollsten, wenn es mehr als 20...30 kWh werden, wird es immer unrentabler. Es sei denn man hat es auf 100% Autarkie angelegt, dann reichen aber auch keine 100 kWh. Um sicher durch den Winter zu kommen, braucht man vermutlich 300...500 kWh - die Sinnhaftigkeit bei parallelem Netzbezug kann man sich ausrechnen...

Ja gut, Autarkie in unseren Breitengraden nur mit PV ist unrealistisch. Der Speicher sollte für 1-2 Tage ausgelegt sein (m.E.). Alles darüber hinaus ist unwirtschaftlich.
Für die Autarkie ist es vermutlich eh einfacher / günstiger mehr PV zu installieren und Strings im Sommer einfach weg zu schalten. Bei mir kommt im Herbst noch eine 9kWp Fläche mit Ostausrichtung über den Micro Wechselrichter Eingang an den Deye.

Wer nur 10kWh am Tag braucht (3650kWh/p.a.) kann auch mit einem 15-16kWh Speicher leben.

Mit entsprechenden Verbrauchern: E-Auto, WP, ... da kann der Bedarf stark nach oben gehen. Bei mir sind's im Winter mit der WP schon mal 70-80kWh am Tag. Da werden dann auch mal schnell 10-12kW gezogen: WP + weiter Haushaltsgeräte + E-Auto. Die 240A laden/entladen werden regelmäßig erreicht.

Ein großer Speicher rechnet sich hier aber auch nur in der Übergangszeit. Im Winter kommt nie genug PV bzw. geht direkt in die WP. Außerdem war der Plan über Tibber günstig in der Nacht zu laden. War aber Winter 2024/25 ein Disaster.

Muss letztlich jeder für sich entscheiden/rechnen.