Mir ging es gar nicht darum, dass die Kennlinie ab ca. 3,4 V steiler wird – das ist mir nicht neu. ![]()
Mir ging es darum, warum ich 20 mV und nicht z. B. 10 mV als Startdelta gewählt habe: Kleinere Deltas treten bei mir schon früher auf, dabei können sich die führenden Zellen aber noch abwechseln. Ab etwa 20 mV oberhalb von 3,4 V bleiben die Vorläufer bei meinen Beobachtungen deutlich eindeutiger. Genau deshalb 3,4 V + 20 mV.
Das kann nämlich dort auch Kapazitätsunterschied sein... Und dann zu balancieren zerstört ein Top Balancing.... ![]()
Grundsätzlich gebe ich dir recht – wenn die Zellen oben sauber top-balanced sind, ist der Bereich ziemlich Banane. ![]()
In meinem konkreten Fall war aber gleichzeitig mit der zunehmenden Drift oben auch eine zunehmende Differenz im mittleren Bereich zu beobachten. Deshalb nutze ich diesen Bereich als zusätzlichen Vergleichswert. Dass die Deltas dort jetzt ebenfalls wieder kleiner werden, passt für mich zur gesamten Entwicklung.
ist das nicht die Strategie aller Batteriehersteller das die Batterie jeden Tag voll wird und jeden Tag ein Top Balancing mit den leider passiven Balancer durchführt?
Das wir in einer PV ungeeigenten Region leben und ums verrecken das Volladen nicht wollen/zulassen...
dafür kann der Batteriehersteller doch nix.
Also ändert er die BMS Firmware und erzwingt das regelmässige Volladen.
@Auric Sag mal, arbeitest du zufällig bei Deye?
Deine Antworten erinnern mich gerade ein bisschen an deren Support – auf meinen konkret beschriebenen Fall wird irgendwie nicht eingegangen. ![]()
Mein Speicher wurde jeden Tag vollständig geladen, während meiner Tests teilweise sogar mehrfach entladen und wieder vollgeladen. Trotzdem wurde die Drift nicht kleiner, sondern größer. Genau darum geht es hier.
Lass uns deshalb bitte bei meinem konkreten Fall bleiben und nicht irgendwelche Szenarien diskutieren, die bei mir gar nicht vorliegen.
ja das wird öfter behauptet,
und nö ich arbeite im Maschinenbau (und bin PV Privatanwender) und bin daher aus jahrzehntelanger Erfahrung fast immer auf der Seite der Hersteller und betrachet Endkunden daher von der anderen Seite des Tisches. ![]()
ach ja und täglich volladen reicht natürlich nicht, es sollte schon volladen und Zeit geben zum balancieren, weil eben passive Balancer anwesend
(ist bei mir auch so, die Batterie wird gegen Mittag voll, dann triggert Home Assistant den Heizstab und die Batterie ist ruck zuck unter der Spannung die den Balancer aktiviert)
Okay, dann erklärt sich zumindest deine Herstellerperspektive.
Die ist natürlich völlig legitim – sie muss aus meiner Sicht nur immer auf den konkreten Fall passen. Meine Frage, ob du zufällig bei Deye arbeitest, war übrigens eher ironisch gemeint, weil die Kommunikation dort bei meinem Fall teilweise ähnlich an meiner konkreten Beobachtung vorbeiging. ![]()
Aber auch dein beschriebenes Szenario trifft meinen Fall nicht. Die Speicher wurden täglich vollständig geladen, PV-Überschuss habe ich mehr als genug und teilweise habe ich sie während meiner Tests sogar mehrfach entladen und wieder vollgeladen. Im normalen Automatikbetrieb sollte also ausreichend Gelegenheit zum Balancieren vorhanden gewesen sein.
Trotzdem wurde die Drift über längere Zeit nicht kleiner, sondern immer größer.
Und wenn das nicht ausgereicht hat, sind wir letztlich wieder genau bei dem Punkt, den ich hier untersuche: dem Zusammenspiel zwischen Laderegler, BMS und Balancer.
Ob tatsächlich ein Defekt vorliegt, der Balancer unterdimensioniert ist oder die werkseitige Balancing-/Ladestrategie ungünstig arbeitet, kann ich noch nicht abschließend sagen. Einen Defekt bzw. einen zu schwachen Balancer halte ich nach meinen jetzigen Beobachtungen allerdings zunehmend für weniger wahrscheinlich.
es ist ganz klar ein Problem der unterschiedlichen Zellen und des schwachbrüstigen Balancers.
Die Zellen werden so wie ich das sehe immer besser genaus so die Selektion bei den Herstellern.
die wichtigkeit des balancers immer geringer
Genau da sehe ich einen gewissen Widerspruch zu deinen vorherigen Aussagen. Erst war das Problem aus deiner Sicht, dass solche Speicher zu selten bzw. nicht lange genug vollgeladen werden. Jetzt ist es „ganz klar“ ein Problem unterschiedlicher Zellen und eines zu schwachen Balancers.
Dass Zellen innerhalb gewisser Toleranzen unterschiedlich sind, ist aber völlig normal. Genau dafür gibt es BMS und Balancer. Wenn ein Hersteller ein komplettes Speichersystem mit einer bestimmten Betriebsweise vorgibt, müssen Zellen, Balancer, BMS und Ladestrategie so aufeinander abgestimmt sein, dass das System damit dauerhaft klarkommt.
Bei mir hat das mit den vorgesehenen automatischen Einstellungen offensichtlich nicht funktioniert. Trotz regelmäßigem Vollladen wurde die Drift über längere Zeit größer. Erst seit ich Balancer-Einstellungen und Ladeverhalten selbst angepasst habe, sehe ich eine deutliche Verbesserung.
Mir geht es dabei auch gar nicht darum, unbedingt herauszufinden, welches einzelne Bauteil am Ende „schuld“ ist. Ich möchte das Problem langfristig in den Griff bekommen – und genau danach sieht es momentan erstmals aus.
Deye hat sich letztlich entschieden, mir den Kaufpreis der betroffenen Speicher zu erstatten. Das sehe ich weder als Beweis für einen Defekt noch als Eingeständnis irgendeiner Ursache. Es ist schlicht die Entscheidung, die der Hersteller nach der gesamten Vorgeschichte getroffen hat.
Ich beobachte jetzt weiter, ob meine jetzige Strategie die Packs dauerhaft wieder zusammenbringt. Das Ergebnis wird am Ende mehr zeigen als jede Theorie. ![]()
Das sind YT Lebensdaueroptimierungen . Mann nennt es auch verschlimmbesserung.
@auric DREI Batterien, bitte schön, so viel Zeit muss sein![]()
Kurzes Update zu meinen drei RW-F10.2:
Nach den letzten Einzel-Lade-/Balanciervorgängen hat sich das Verhalten insgesamt deutlich verbessert. Im mittleren SOC-Bereich liegen die Zellspannungen inzwischen sehr eng zusammen. Auch im oberen Bereich sind die früher sehr großen Abweichungen deutlich kleiner geworden.
Bei der heutigen Ladung lagen die maximalen Spreizungen im oberen Bereich bei ungefähr 22 mV / 32 mV / 44 mV.
Interessant finde ich dabei noch eine Beobachtung: Wenn sich innerhalb einer Ladung ab etwa 15–20 mV eine Gruppe vorlaufender Zellen herausbildet, bleibt diese grobe Reihenfolge im weiteren Ladeverlauf weitgehend erhalten. Ich kann zumindest bei meinen Aufzeichnungen nicht erkennen, dass eine zunächst deutlich vorlaufende Zelle später von einer zuvor deutlich niedrigeren Zelle eingeholt oder sogar überholt wird. Lediglich bei Zellen, die ohnehin sehr dicht beieinanderliegen, ändert sich die Reihenfolge um wenige mV.
Deshalb überlege ich, testweise die Startdifferenz des passiven Balancers von 20 mV auf 15 mV zu reduzieren. Die Mindestzellspannung für das Balancing würde weiterhin bei 3,40 V bleiben. Hintergrund ist einfach, dem mit nur ca. 110 mA arbeitenden Balancer etwas mehr Zeit zu geben, bevor die Spreizung im oberen Bereich stärker zunimmt.
@Carolus: Zu deinem Thread Howto - Seriell balancieren von Akkus über das serielle Balancieren hätte ich dazu noch eine konkrete Frage.
Ich würde dein dort beschriebenes Prinzip gerne etwas abgewandelt auf einen einzelnen RW-F10.2 anwenden. An die einzelnen Zellpole komme ich bei dem Pack nicht heran und kann deshalb nicht mit den von dir verwendeten Autobirnen arbeiten. Stattdessen möchte ich den vorhandenen passiven BMS-Balancer mit ca. 110 mA die entsprechende Arbeit machen lassen.
Zur Verfügung habe ich ein Labornetzteil, bei dem ich CC und CV einstellen kann. Mein Plan wäre, den Ladestrom fest auf 1 A zu begrenzen und die CV-Spannungsgrenze des Netzteils bewusst höher einzustellen, sodass während des eigentlichen Versuchs die 1 A im CC-Betrieb konstant erhalten bleiben.
Sobald der Pack eine Spannung von 55,4 V erreicht, würde ich die Ladung manuell beenden. Es soll also gerade keine CV-Phase bei 55,4 V mit anschließend absinkendem Ladestrom stattfinden.
Hintergrund für die 1 A ist der interne passive Balancer: Nach meinen bisherigen Informationen benötigt das BMS mindestens ungefähr 1 A Ladestrom, damit das Balancing aktiv bleibt. Gleichzeitig möchte ich den Ladestrom möglichst niedrig halten, damit die ca. 110 mA Balancierstrom einen möglichst großen Anteil daran ausmachen. Bei 1 A sind das immerhin rund 11 %. Der Pack hat 200 Ah, somit entsprechen 1 A = 0,005 C.
Du hattest in deinem Beitrag sinngemäß geschrieben, dass eine Zelle bei etwa 3,37 V und 0,033 C teilweise bereits überladen werden kann. Genau auf diese Aussage würde mich deine Einschätzung zu meinem geplanten Versuch interessieren:
Hältst du das Vorgehen mit konstant 0,005 C grundsätzlich für sinnvoll? Worauf sollte ich dabei insbesondere hinsichtlich der Zellspannungen achten? Wäre eine Packspannung von 55,4 V als Abbruchgrenze bei diesem kleinen Strom aus deiner Sicht sinnvoll, oder würdest du unabhängig von der Packspannung bei einer bestimmten maximalen Einzelzellspannung abbrechen?
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, den Pack möglichst voll zu bekommen. Ziel ist lediglich, dem relativ schwachen passiven Balancer unter kontrollierten Bedingungen möglichst viel Zeit zum Ausgleichen zu geben und dabei den Balancierstrom im Verhältnis zum Ladestrom möglichst groß zu machen.
Gruß Boldface
Würde ich nicht machen. Ich würde Differenz suf 25 mV vergrößern. Top balancing ist kein Differenz wettbewerb: weniger ist nicht besser.
Bei zu kleiner Differenz können die beim Entladen durch Spannungsabfalle vom Strom auch Differenz entstehen: sollen die den balancer starten?
Differenz im flachen Bereich bedeutet nichts.
Der ist balanciert.
Lies mal meinen Frankenstein Faden.
Nimm das mit dem überladen nicht so ernst. Vor Jahren haben die Wohnmobiler ihre Akku noch mit 3,6 V LDespannung und 3,55 V Balancerstart gefahren.
Mein Womoakku kriegt 3,42, der Frankenstein 3,41 . Auf dauer im Sommer.
Bei mir kann ich reproduzierbar ausschließen, dass unterhalb von 3,40 V Zellspannung ein Δ von 15 mV auftritt. Zusätzlich ist die Startspannung des Balancers auf 3,40 V eingestellt. Ein Balancing aufgrund von Spannungsdifferenzen im flachen Bereich wäre damit ausgeschlossen.
Mein Ziel ist zunächst, den Speicher einmal sauber topzubalancieren.
Also siehst du kein Problem darin, das Netzteil auf z. B. 56 V / 1 A einzustellen und mit konstant 1 A bis 55,4 V Packspannung zu laden, sodass der Balancer ab Erreichen seiner Schwelle durchgehend bis zum Abbruch arbeiten kann?
Und vielleicht kannst du mir nochmal für ganz Dumme erklären, wie genau deine Aussage mit den 0,033 C und 3,37 V gemeint war. Ich hatte das offenbar zu kritisch als eine Art Überladungsgrenze verstanden.
Das reicht.
Weniger ist nur Schönheit.
