ich würde mich freuen, wenn ihr mir kurz auf die Sprünge helfen könnt.
Ich habe einen Lynx PowerIn auf Sicherungen umgebaut. Ich habe grundsätzlich erst im Nachhinein kapiert, wie das System eigentlich gedacht ist. Mein Verständnis:
Absicherung der Batterieleitung direkt an der Batterie oder MPPT’s.
Anschluss der Batterie an PowerIn ohne Sicherung im Lynx an die Busbar.
Alle Abgänge (PowerIn umgebaut / Distributor) mit Sicherung versehen.
Hier meine Komponenten:
Gobel Power DIY Kit mit integriertem circuit breaker. 200A
Multiplus 5000
3 x MPPT Tracker Victron 150/35
Sicherungen: Adler EF3 200A für Multiplus
Hier meine Überlegungen bzw. Entscheidungen.
MPPT’s werden im Lynx abgesichert. Damit sind 3 Plätze weg. Sicherung unklar.
Adler Sicherung für MP5000
Batterie direkt (seitlich) an die Busbar.
Kann man das so machen, oder spricht etwas dagegen? Gibt es Optimierungen?
Kann man dem Circuit Breaker in der Batterie trauen?
Welche Sicherungen für die MPPT’s? an jedem MPPT sind 2 Module in Reihe. ca. 10A.
dem Kabelweg vom Gobel-Akku zum Lynx eine eigene Sicherung (Anker, Dimension abhängig von Kabelquerschnitt und Kabellänge) in der Plus-Leitung spendieren
ggfls. hinter dieser Sicherung oder unmittelbar vor dem Lynx noch einen eigenen Trennschalter mit entsprechender Leistungsklase einbauen (damit ist alles zu meinem Vertrauen in den eingebauten Circuit Breaker gesagt ) und ich lebe nach den Motto´s “doppelt hält besser” und “haben ist besser als brauchen” (beim 2. geht es um die unabhängige Möglichkeit, den Akku IMMER abklemmen zu können.
bei den MPPT´s reichen ja auch schon MIDI-Sicherungen; wenn Du sie im Lynx verbauen möchtest, wären da kleine MEGA-Sicherungen dicke ausreichend
Wie soll denn die Anlage angesteuert werden? Ich würde dazu wegen der Messgenauigkeit einen Smart Shunt in der Minus-Leitung und ein GX-Gerät vorsehen, oder ist das schon anderweitig geregelt?
Danke für die Tips. Ich habe ein MP mit GX. Den habe ich gewählt, weil er mehr Performance hat und mir der Ekrano zu teuer war. Leider muss ich jetzt mit Adaptern arbeiten weil ich keine drei MPPTs an VE.direct bekomme.
Auf einen Shunt wollte ich verzichten, weil SOC sowieso daneben liegen wird und man mit dem Wert sowieso nichts macht. Shunt werde ich eventuell später nachrüsten, wenn ich etwas vermisse.
Welchen Sicherungshalter kannst Du empfehlen für die Sicherung der Batterie? Leitung ist 50mm2
50mm2 reichen bei 200A laut dem Victron Rechner bis ca. 7m Länge (2,6% Verlustleistung und immer Hin- und Rückweg rechnen, also bei 2m Kabellänge mit 4m rechnen!).
Allerdings wird auf der Leitung Dein MP II 5000 ja bei Maximallast höchstens ca. 110A abnehmen…
Ich habe bei mir entsprechend 125A-er Megasicherungen mit den Originalhalterungen von Victron verbaut und da hat sich noch nie eine veranschiedet. Fahre den MP II 5000 mit 4 Stück Pylontec US 3000 C, also brutto 14 kW Speicherkapazität.
In dieser Konstellation sind die Ankersicherungen aus meiner Sicht auch oversized.
Für die Anbindung weiterer VE.direct Anschlüsse gibt es von Andy (OffGridGarage bei YT) eine tolle Empfehlung für eine preisgünstige Adapterplatine: 4 x VE.direkt auf 1 x USB und das mit galvanischer Trennung.
Ich bin jetzt mit einer Erweiterung zugange (16kW EVE MB31 mit MS RS6000 und dazu noch einen 4,6kW Fronius. Da nehme ich dann auch die Anker-Sicherungen auf den Akku-Leitungen, falls das System nochmal erweitert wird.
Der Shunt ist aus meiner Sicht wichtig, damit ich das ganze System “seriös” im Blick behalten kann. Das BMS und der Shunt laufen, besonders jetzt in der dunklen Jahreszeit schon mal bis zu 30% auseinander (Shunt zeigt dabei immer mehr an). Die Ladungsregelung der Akkus läuft im ESS aber über das BMS der Pylontec´s. Wenn ich im GX die Steuerung auf den Victron Shunt lege, kann ich im Notfall die Pylontec´s bis zur Abschaltung hart leer fahren. In dieser Anlage habe ich die Ladung der Akkus nur auf MPPT´s liegen, wegen Schwarzstartfähigkeit.
Steuerung im Zählerschrank läuft als Nulleinspeisung über den blauenVictron-Zähler, habe jetzt gerade die Typenbezeichnung nicht zur Hand.
Die neue Anlage wird da etwas anders geplant, da der WAF noch nicht ausreichend geklärt ist
Also, ich bin mit meiner Entscheidungsfindung etwas weiter.
Ich schließe nun die Batterie über NH1 (mit geeigneter Sicherung) an die Lynx Busbar an.
Der MP5000 geht dann über die Adler EF3 wie beschrieben.
Unklar bleibt für mich der Anschluss der MPPT.
Du schreibst, dass MEGA Sicherungen dicke ausreichen. Das verstehe ich nicht.
Das Problem ist doch, dass im Fehlerfall eine MEGA Sicherung nicht ausreicht, um den Lichtbogen zu löschen.
Wenn wir einen fehlerhaften MPPT annehmen (z.B. satter Kurzschluss) dann treibt die Batterie einen Strom durch den MPPT Pfad. Die schwächste Sicherung im Pfad brennt durch. Das wäre dann die MEGA Fuse. Diese kann aber den Lichtbogen nicht (zuverlässig) löschen.
Ich verstehe leider Deine Bedenken (technisch) nicht:
Wenn einer von den MPPT`s tatsächlich einen harten Kurzschluss hätte, würde ja direkt seine interne Sicherung durchbrennen. Die kann laut Victron nicht vom Endkunden ausgewechselt werden und ich vermute mal, dass die mit vergossen ist.
Es können also überhaupt keine so hohen Ströme fliessen und da wären ja noch die Sicherungen von der Batterie und die in der Zuleitung.
In Deiner Auslegung würde ich nach der Batterie mit integeriertem 200A Circuit Breaker in der nächsten Stufe eine 125A (Adler) schalten und ansonsten mit den Mega-Sicherungen weitermachen.
Naja, vielleicht habe ich die Sache auch verkompliziert. Ich versuche es nochmal. Über die Busbar hängen alle Komponenten parallel. Unabhängig davon wo im System ein Fehler (Kurzschluss) auftritt sind für mich zwei Dinge klar. 1. Die schwächste Sicherung im Pfad brennt zuerst ab. 2. Der größte Strom wird von der Batterie kommen.
Wenn nun ein MPPT defekt ist und am Ausgang einen Kurzschluss produziert dann fließt der Strom zunächst durch Adler, dann durch Megafuse und dann durch den MPPT über die neg. Busbar zur Batterie zurück. → Magafuse wird mit 10 kA belastet und brennt ab. (wie sie soll)
Die frage ist nun konkret: Warum sichern wir mit Adler ab, wenn wir die anderen Sicherungen nicht entsprechend auslegen. Ich meine nicht den Stromwert, sondern die Fähigkeit Lichtbögen zu löschen (Ausschaltvermögen).
Konsequenterweise müssten alle Sicherungen im Pfad ein hohes Abschaltvermögern haben.
Die 10kA sind vermutlich nicht der Nennwert, bei dem die Sicherung auslöst, sondern das maximale Abschaltvermögen?
Nur mal als Beispiel: eine 100A Sicherung löst erst aus, wenn für eine bestimmte Zeit ein Strom über dem Nennwert von 100A fließt, je mehr, desto kürzer die Abschaltzeit.
Wenn ein Strom größer als das Abschaltvermögen der Sicherung auftritt, kann die Sicherung den Strom nicht sicher abschalten und obwohl die Sicherung innerhalb kürzester Zeit abschalten müsste, bleibt für längere Zeit ein Lichtbogen bestehen.
Von daher sollte nahe am Akku, eine Sicherung mit dem geeigneten Abschaltvermögen sitzen.