Daikin Splitklima - Auslegungs/Berechnungsfragen

Hallo zusammen,

mich würde mal interessieren wie Ihr eure Splitklimageräte für euren Anwendungsfalls auslegt.

Ich würde das gerne mal am Beispiel der Daikin RXM35R9 / FTXM35R "durchexerzieren" wollen:

Folgende Datenlage gibt mir Eurovent für das Thema Heizen vor:

-20 °C / Ph = 2,14 kWh / COP = 2,5 --> P elektrisch also Ph / COP = 0,86 kWh?

-7 °C / Ph = 2,22 kWh / COP = 3,55 --> P elektrisch also Ph / COP = 0,63 kWh?

Wenn das soweit korrekt ist, kann ich dann auch rückschließen, dass die Anlage auch fähig ist 4 kW Heizleistung zu erzeugen und gemäß den obigen Daten im Folgenden Bereich liegt:

-20 °C / P elektisch = (0,86 kWh / 2,14 kWh) * 4 kWh = 1,6 kWh

-7 °C / P elektisch = (0,63 kWh / 2,14 kWh) * 4 kWh = 1,1 kWh

Ist dieser Gedankengang komplett falsch? Oder kann ich so argumentieren? Hintergrund der ganzen Frage ist, dass ich auch den "Bivalentpunkt" noch nicht richtig verstanden habe und ich deshalb schwanke ob für meinen Anwendungsfall wirklich die 4 kW Cold region Variante hermuss oder es vielleicht oben aufgeführtes Modell auch "tut".

Gruß Michi

Hallo,

@win hat schon mal eine sehr gute Auswahlhilfe hier zusammengeschrieben: Split Klima – Auswahl und Installation – Anleitungen / Tutorials – Akkudoktor Forum.

Generell solltest du dich vielleicht eher am Arbeitspunkt -10 Grad (pdesignh) in eurovent orientieren. Das bringt die Anlage auf jeden Fall bei -10 Grad (bzw. mit ggf. mit elektrischer Nachheizung, aber trotzdem zum angegeben SCOP -> d.h. du weißt dann auch was deine Effizienz macht).

Das "PH E" bei Punkt "TOL" finde ich auch sehr verwirrend, ich denke aber nicht, dass hier die elektrische Leistung gemeint ist, sondern die thermische (wofür das E steht, weiß ich nicht). Aber bei meiner Daikin Col Region 4KW, gibt eurovent immer noch 4kw bei "PH E" an, dass ist natürlich deutlich über der überhaupt zugelassenen elektrischen Leistung der Anlagen bei normalen einphasigen Anschluss (max. 3.6kw).

Als Beispiel zur Auslegung bei uns.

Bisher ca. 10.000kwh Gas, das entspricht nach vielen verschiedenen Abschätzungsmethoden ca. 4kw Heizleistung (wie bei dir). Deshalb habe ich nach Anlagen geschaut die ein pdesignh von um die 4kw haben (Cold Region hat 3.8kw, aber noch reserven). Die Normaußentemperatur (NAT) liegt bei uns bei ca. -10 Grad. Passt also.

Ob die Wärme sich dann auch wie gewünscht in unserem sehr offenen Reihenhaus verteilt, ist ein anderes Thema ^^, aber von der reinen Heizleistungen sollte es gut passen.

Die RXM35R9 / FTXM35R ist mit einem pdesignh von 2.5kw angegeben. Ob die Anlage jetzt nun noch mehr Reserven hat und der pdesignh Punkt nur so gewählt worden ist, damit man einen möglichst guten SCOP bekommt (5.1), kann dir wahrscheinlich niemand genau sagen.

Der Bivalenzpunkt spielt in der SCOP Berechnung eine Rolle, d.h. Daikin hat die Betriebspunkte so ausgelegt, dass unter -7 Grad du theoretisch sogar elektrisch nachheizen müsstest (wie auch immer) um die angegebenen 2.5kw bei -10 Grad zu erreichen.

PH E steht für Condition E, die anderen Heating Conditions heißen ja A-D. Ist aber in der Tat etwas verwirrend.

TOL sollte die Leistung sein, die sie wirklich bei dieser Temperatur noch bringt. Die anderen Cond A-D sind leistungslimitiert, auf wieviel Prozent, hatte ich in dem Artikel geschrieben, der unten in meiner Signatur verlinkt ist.

Das ist falsch. Die 4kW erreicht die nur bei Standard Heating, was bei +7 Grad definiert ist.

Da unterscheidet sich die ColdRegion stark von, die schafft auch bis Minus 20 Grad ihre 4kW.

Ich würde das Thema gerne nochmal heben da ich zuerst dachte ich hätte die Euroventdaten so langsam mal geblickt nun aber wieder einen gefühlt gordischen Knoten im Kopf habe:

Es geht um folgende Anlage als Beispiel: RXM42R

PDesighH = 4 kW bei SCOP = 4,71 --> PDesignH wird bei -10 °C ermittelt, so entnehme ich es Win's Sammelthread.

PH @ - 7°C = 3,76 kW bei COP = 3,16 wobei -7 °C genau auch der Bivalentpunkt ist.

Zunächst würde ich gerne verstehen, dass bei CondA, also -7°C, 88% der Leistung abgebildet werden - das wären in obigem Beispiel ja 4,27 kW, PDesignH aber mit 4 kW ausgewiesen sind - ist das ein Fehler bei Eurovent? Wenn PDesignH 4 kW sind - heißt das dann, dass ich bei -7 °C noch Leistungsreserven habe (4 kW - 3,76 kW also ca. 0,24 kW Reserve?)?

TOL ist zudem bei -20 °C ausgewiesen mit 2,67 kW bei COP 1.99 - hier wäre meine Frage ob im Vergleich zum Niveau bei -10 °C die Maschine soviel Verluste hat, dass von den eigentlichen 4 kW nur noch jene 2,67 kW übrig bleiben? Da ja schon -7 °C der Bivalenzpunkt ist, müsste ja schon ab -10 °C zugeheizt werden - erfolgt das über eine elektische Zusatzheizung im Innenteil?

Wäre cool wenn ihr mir da beim Verständnis der Daten noch ein bisschen helfen könnt. Aktuell tendiere ich stark zu einer Lösung mit nur einer Singlesplit und versuche jetzt noch final für mich zu klären ob es die RXM42R werden kann oder ob es die RXTM40R werden muss. Erstere ist über die italienischen Shops etwas günstiger zu beziehen, da dort letztere nicht angeboten wird.

Gruß Michi

Verstehe noch nicht so richtig, was du meinst. Bei CondA wird die Anlage mit 88% der Leistung betrieben, sie könnte also bei -7 Grad auch 4,27 kW. Das würde doch passen, dass die bei -10 Grad dann 4kW Nennleistung hat. Die Leistung nimmt ja ab, je tiefer die Temperatur ist.

Ja genau, die Anlage kann bei -20 Grad nicht mehr als 2,67 kW.

Nein, Split-Klima haben keine Zusatzheizung. Der Bivalenzpunkt sagt dir nur, dass du bei entsprechender Auslegung dann mit irgend was anderem zuheizen musst. Ist deine benötigte Leistung geringer, kannst du auch bis -20 Grad monovalent heizen. Das würde in diesem Fall nur gehen, wenn dir bei -20 Grad die 2,67 kW ausreichen.

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