Hallo zusammen,
wir sind bei der Planung einer PV-Anlage und waren recht fröhlich dabei, weil die Statikpläne soweit in Ordnung zu sein schienen. Allerdings hat dann noch ein weiterer Statiker nachgerechnet und kommt zu der Aussage: Das Dach kann keine weiteren Lasten tragen. Nicht wegen der Sparren, sondern wegen des Anschlußes zur letzten Decke/Boden
Den kompletten Dachstuhl zu erneuern sprengt unsere Finanzierungsmöglichkeiten. Die einzige Idee, die ich bisher hatte war, die Betonplatten (55kg/m²) durch Module teilweise zu ersetzen. Soweit ich es verstanden habe, ist dafür eine symmetrische Verteilung der Last notwendig, also auf der Ost- und Westseite ungefähr die gleiche Anzahl an Modulen. Der Bereich bis zur Gaube (südlicher Bereich) ist ca 4m x 8m = 32m² das also mal zwei, wären 64m². Vielleicht wäre es aber auch besser einzelne Module über die gesamte Fläche zu verteilen?
Die Alternative wäre, komplett auf Photovoltaik am Dach zu verzichten und irgendwas auf den Balkon (Süden) zu bauen. Da bin ich aber der Meinung, daß sich das nicht lohnt.
Habt ihr gute Ideen für eine sinnvolle Lösung? Gibt es Module, die die Dachpfannen ersetzen überhaupt?
Hier noch ein Foto von unserem Haus im Anhang.
greez2all
Tweety
...... Gibt es Module, die die Dachpfannen ersetzen überhaupt?Hallo
Hier noch ein Foto von unserem Haus im Anhang.
greez2all
Tweety
Dachflächen.png
Es gibt durchaus die Möglichkeit, Module anstelle der Pfannen zu setzen. Das wurde schon des öfteren so durchgeführt. Allerdings ist das recht kostenintensiv und bringt auch sonst eher Nachteile als Vorteile. Dichtigkeit, fehlende Hinterlüftung der Module u.a. Deshalb sieht man diese Art der Modulmontage eher selten.
Hallo Chris,
Danke für Deine Antwort, das hört sich aber eher nicht so positiv an. Ach so ein Mist.
Mhmmm, das hört sich nicht so schön an, ist es ein Wiederlager-Dach ??? Oder Doch ein Pfettendach ?
Wenn ja, ist der Dachboden voll ausgebaut, denke ja, wegen der Gaube, oder ?
Wenn alles ausgebaut ist , das ist Doof, sonst könnte man bestimmt Lasten abfangen, hatte der Statiker keinen Vorschlag dazu ?
MFG Uwe
Hallo Uwe,
es ist ein Kehlbalkendach.
Interessanterweise hatte der ursprüngliche Statiker jede Menge Dauchausbau (Isolierung, Putz, Dielen, ...) mit einberechnet, wovon eigentlich nach unserer Sanierung nichts mehr übrig geblieben ist. Stattdessen Einblasdämmung und Gipskartonplatten. Das zusammen kommt auf ungefähr 50-70% der ursprünglichen Last. Da die Berechnung und Auslegung grenzwertig war, ist die Tragfähigkeitsgrenze jetzt "gesund" erreicht, aber es sollte nicht mehr drauf.
Vom kompletten Dach bewohnen wir ca 2,50m und weitere knapp 2,5m sind Dachspitz im Rohbau.
Genau das Abfangen der Lasten ist das Problem. Die Verankerungen sozusagen am Rand im Fußboden sind die Schwachstelle. Aber wir müssen das nochmal genauer mit dem Statiker besprechen. Derzeit gibt es keine tragenden Wände im OG, vielleicht kann man das irgendwie reinkonstruieren. Keine Ahnung, aber ich bin wirklich enttäuscht, denn die Dachausrichtung ist eigentlich gut.
greez2all
Tweety
Also da auf jeden Fall noch mit dem Statiker Sprechen, beim Kehlbalkendach, also Normalerweise Pfettendach, wenn die Sparrenstärke ausreichend ist, ist das überhaupt kein Problem, bin jetzt kein Statiker, aber ich weiß, die Statiker rechnen heute anders ( mit mehr Sicherheit) vermute ich.
Bestes Beispiel, bei der Ersten Flüchlingskrise, wollte ein Pastor sein Dachstuhl vom Kirchenschiff rechnen lassen ob man da nicht eine Etage einbauen könnte für Flüchtlinge, Statiker hat alles aufgenommen und angefangen zu Rechnen, mit dem Ergebnis, der Dachstuhl steht seit ca. 90 Jahren, der Dachstuhl so allein dürfte so wie er gerade ist, gar nicht halten !! Dieser steht aber seit 90 Jahre.
Also nochmals mit dem Statiker reden, da stimmt was nicht, beim Pfettendach sehe ich da nicht das Problem, eher beim Wiederlager Dach.
Die Verankerung am Boden ???? Am "Boden-Speicher" wo die Fußpfette aufliegt, da sollten ja dann die Deckenbalken von Seite zu Seite laufen.
Hast Du mal ne Skizze/Zeichnung vom Dachstuhl da
Hi Crazy,
das sehe ich ähnlich wie du. Allerdings habe ich auch ein paar kleinere Fehler in der ursprünglichen Statikberechnung gefunden.Ich bin zwar auch kein Bauingenieur, aber Technische Mechanik hatte ich auch an der Uni... Die Tatsache, daß der erste Prüfer auch schon Korrekturen vorgenommen hat, spricht ebenfalls nicht gerade für die ursprüngliche Berechnung.
Im Anhang mal zwei Seiten aus der Statikberechnung von damals.
greez2all
Tweety
27267=5024-Rodheim_Bauamt_Statik_S5-11.pdf|attachment (190 KB)
Wie zu befürchten war, habt Ihr ein Wiederlager Dach, da treten dann die Probleme auf wenn die Wiederlager nicht besonders Stark ausgebildet sind, weil alles was aufßf Dach kommt, oder innen Angehängt wird, auf die beiden Wiederlager drückt !
4.) Vor- und Nachteile des Kehlbalkendachs
Der Vorteil dieser Konstruktion ist die höhere Stabilität gegenüber einem einfachen Sparrendach. Es können größere Spannweiten gewählt werden. Ein anderer Vorteil ist auch hier die Stützen lose Konstruktion.
In diesem Bereich hat ein Pfettendach einen klaren Nachteil. Ein Pfettendach brauch immer irgendwelche Stützen oder Wände, die die vertikalen Kräfte aufnehmen müssen. Das kann man sich beim Kehlsparrendach sparen.
Der Nachteil dieser Konstruktion: bei unterschiedlichen Belastungen der Dachflächen, kann es zu Verschiebungen kommen. Falls du einen ausgebauten Dachgeschoss haben möchtest empfiehlt sich diese Konstruktion nicht. Bei einseitiger Schneelast (z.b. durch Abtauen) kann das zu Rissen an Decken und Wänden führen.
Die einzigste Möglichkeit diese Baufehler zu vermeiden ist der Einsatz von Windrispenbänder.
Das muss man beim Pfettendach zwar ebenfalls beachten, aber die Formsteifigkeit ist hier wesentlich höher, weil die Pfetten die Sparren zusammen halten. Das haben wir bei einem Kehlsparrendach nicht. Um eine perfekte Statik zu gewährleisten müssen extra Längsverbandbohlen eingebaut werden.
Ein weiterer Nachteil: der Einbau von Wechseln. Das ist bei einem Pfettendach wesentlich einfacher. Da in diesem Fall die Sparren eine höhere statische beanspruchung haben, ist der Einbau eines Wechsel nicht so einfach.
Aus: https://baubeaver.de/kehlbalkendach/
Weiß ja nicht ob Ihr den oberen Raum nutzen wollt, evtl kann er was über zugbänder oder Abstützunge rechnen, da müssen dann Tragende Wände wieder drunter sein, wie Du siehst, alles nicht ohne, da muss dann ein guter und "Williger" Statker sich was einfallen lassen und Ihr mit der ein, oder anderen Einschränkung in dem oberen Raum leben.
Sollte der Aufwand zu viel werden, bleibt Euch nur übrig, "Indachsysteme" zu nehmen, also Ziegel runter und dafür zum Beispiel: https://www.solarwatt.de/ratgeber/in-dach-solarmodule drauf, leider was teurer, aber der Umbau erzeugt ja auch kosten, also gut abwägen.
MFG Uwe
Hallo Uwe,
den Artikel habe ich auch gelesen ![]()
Ja, das mit dem willigen Leuten ist generell schwierig, nicht nur bei Statikern.
Vielleicht lohnt sich das ja mit den Modulen statt Ziegeln. Ich schaue mir das jedenfalls mal an. Gibts davon noch weitere "verwend-/bezahlbare" Anbieter, die zu empfehlen sind?
Vielen Dank
Tweety
Tag..
ich habe hier gerade eine Liste mit Indach-Modulen gefunden. Die meisten Hersteller sagen mir nichts, aber euch vielleicht?
Übersicht Indach-Module/Hersteller
greez2all
Tweety
Welche deine Module in der Liste sind denn am Markt verfügbar? Es macht ja keinen Sinn, dass wir die Liste durchackern und nichts davon käuflich zu erwerben ist...Mit anderen Worten: Sortier mal vor.....
Ich habe diesen Thread ausgegraben um ihn wiederzubeleben ![]()
Inzwischen sind einige Jahre vergangen und ich starte einen zweiten Versuch mit einem In-Dach Montagesystem und Standardmodulen.
Bei dem Montagesystem tendiere ich bisher zu dem von Tritec Tri-Roof+ ( TRI-ROOF+ PV Indach-Montagesystem für Solaranlagen ). Hat damit jemand Erfahrungen?
Module wollte ich ursprünglich Full-Black mit Back-Contact (z.B. Maysun Solar MS425BC-54HB).
Offy hatte letztlich ein Video über einen 15kWh DIY Akku von EEL rausgebracht ( 51.2v 5kwh 15Kwh CCS LiFePO4 Battery Pack Server Rack Power Wall Home Power Solar Energy Storage System – EEL BATTERY ). Die Modularität fand ich recht interessant und preislich erscheint das Angebot auch ok zu sein. Ursprünglich wollte ich einen Akku komplett selbst zusammenbauen, aber diese modulare Art finde ich gar nicht so schlecht. Wie seht ihr das?
Bezüglich Wechselrichter und Verschaltung drehe ich mich im Kreis. Da finde ich die Auswahlmöglichkeiten einfach zu groß. Ziel ist es, irgendwann mal das gesamte Dach zu pflastern, das wären ca 25kWp (max: 34x West, 28x Ost, 3x Gaube). Anfangen wollte ich aus Kostengründen aber erst mit dem Bereich südlich der Gaube auf beiden Dachseiten: 2x12 Module + 3 auf der Gaube selbst. Das wären knapp 10kWp insgesamt, wobei die auf der Gaube auch in Auf-Dach Montage erfolgen könnten (Statik unkritisch). Wenn wir dann mal wieder im Lotto gewonnen haben, soll der nächste Abschnitt erfolgen. Da die Modulgeometrie "Standard" ist, sollte es immer irgendeinen Hersteller geben, der das liefern kann. Ansonsten wird das Montagesystem für die nächsten Reihen halt entsprechend angepaßt. Wie es von oben aussieht ist mir egal - ich bin bodenständig
Aber wie lege ich dafür den Wechselrichter aus (jetzt, Zukunft, ein WR pro Seite, ..)? Ich habe bisher hauptsächlich bei Victron, Fronius, Kostal, SMA Solar, Deye geschaut. Was meint ihr?
@chris-n: Entschuldigung, deine letzte Antwort habe ich wohl ignoriert.
greez2all
Tweety
Ist unter den Dachpfannen Folie oder Bretter ?
Wenn Bretter ist ein wegnehmen der Dachpfannen und dafür PV-Module realisierbar.
Die Pfannen im Bereich unter der PV gegen ein Blechdach ersetzen ?
Unter den Pfannen ist theoretisch nichts. Im Dachspitz ist das auch noch so, also Pfanne weg, da kannst du rausschauen.
Im OG-Bereich ist die Isolierung von innen reingekommen und in dem Zuge auch von innen eine Folie angebracht worden, damit die Isolierung isoliert ist.
Ich habe vor, die Pfannen zu entfernen, dann Unterspannbahn und das Montagesystem zu montieren. So wie es Tritec vorsieht.
Insgesamt also nur Sparren + Quer-Lattung.
Blechdach ginge, ist aber bei Tritec nicht notwendig. Andere Hersteller von Indach Montagesystemen erfordert allerdings ein Blechdach darunter.
Auf nur Folie würde ich mich nicht einlassen. Ein solider Weg ist verbrettern, dann Folie oder Blech und dabei gezielt auf die Dichtheit der Befestigungen achten.
Mit der Folie schaue ich mir an.
wo ich mir noch etwas unsicher bin, ob sinnvoll oder nicht, sind die module + akku.
wo es noch komplett hapert ist die auswahl des Wechselrichters wegen der vorausplanung (10kWp jetzt, 25kWp später). Eine ganze Wand voll mit Wechselrichtern ist auch nicht das Wahre.
Ich sehe da kein Problem, im Endzustand 2 gleiche Hybridwechselrichter 3phasig. In der Regel hast du dann 4 Strings bis 1000V.. An einem hängt die Batterie und versorgt das Haus. Wichtig ist sich klar zu werden LV- oder HV-Batterie.
Ich hatte die 48V Variante im Sinn bisher. Das ist weniger Aufwand, bis auf die Leitungsquerschnitte, und ist soweit ich bisher gefunden habe auch günstiger.
Am Ende sind es vielleicht 2x17 + 2x14 Module, zu Anfang 2x12 (+ 1x3 auf der Gaube). Welcher Wechselrichter wäre denn da sinnvoll?
Bei LV Batterie und DIY solltest du dir hier die DEYE Beiträge im Forum anschauen.
Die 1x3 würde ich immer auf einen separaten Wechselrichter hängen. Da schaust du am Besten bei den Balhon Kraftwerken
