CALB 230AH - 2 Zellen auffällig, ein Problem?

Hallo Leute,

ich habe mir Ende 2022 einen 16S Akku aus 230AH Calb Zellen aufgebaut. Dieser arbeitet bisher auch eigentlich problemlos.

Beim Aufbau habe ich natürlich ein Kapazitätstest gemacht, damals waren alle Zellen leicht oberhalb der Kapazitätsangabe im Datenblatt. Damals schon viel auf dass zwei Zellen bei Auslieferung eine etwas niedrigere Spannung hatten als alle anderen Zellen.

Diese Zellen waren aber im Kapazitätstest jene die tatsächlich etwas mehr Kapazität hatten als die restlichen, (Waren aber nur so 2-3AH mehr also eigentlich nicht der Rede wert).

Seit einigen Monaten fällt mir immer wieder auf das jene zwei Zellen in der Ladekurve sehr auffälig sind. Anbei sieht man einen Ladevorgang von ~3,33 auf 3,43V, was ungefähr 20% Soc entspricht.

Was mich stutzig macht ist, dass zwei zellen (13 und 6) nach Start des Ladevorgangs eine deutlich höhere Spannung als die restlichen Zellen haben. Hohe Übergangswiderstände kann ich eigentlich ausschließen.

Was auch auffält ist, dass, falls der Akku lange zeit ungenutzt steht, diese Zwei zellen die höchste Eigenentladung aufweisen und es recht lange braucht bis jene zwei zellen mit dem Balancer 2(A) vollgeladen wurden.

Thermisch sind diese Zellen nicht auffällig, allerdings liegt der Ladestrom auch nur bei max 35A (als irgendwas bei 0,15C).

Die Zellwiderstände habe ich leider nicht parat.

Was meint ihr? Sind diese Zellen problematisch? Was könnte ich tun um weiter die Ursachen zu verstehen?

Die 16 Zellen werden über einen JK BMS und ein Multiplus 48/3000 betrieben.

Bitte bei solchen Spannungskurven auch immer die Stromkurve mitzeigen.

Ich kenne ähnliches Verhalten von gealterten/refurbished Zellen. Waren die Zellen 2022 neu oder eher refurbished Ware über aliexpress?

Wie viele äquivalente Vollzyklen haben die Zellen bis jetzt gesehen?

Die Zellen wurden als neu verkauft. Laut BMS wurden seither 300Vollzyklen durchgeführt.

Spannung/Stromkurve liefer ich noch nach .

Ich habe 2021/2022 32 Zellen auf aliexpress als vermeinliche Neuware gekauft von denen ich heute weiß, dass es refurbished Zellen sind. Einige von diesen Zellen zeigen auch Auffälligkeiten in der Spannungskurve.

Da sollte man ( solange die Zellen nicht misshandelt wurden ) bei LFP eigentlich noch keine starke Alterung haben.

Anbei Gesamtspannung und Strom, die Zeitachsen sind identisch.

Die Spannungsdifferenzen des Ersten Diagramms deuten auf stromabhängige Spannungsanteile hin. Untersuche erst mal ob Kontaktprobleme der Zellenverbinder bestehen, indem du bei 15A Ladestrom unter den Zellenverbindern direkt an den Zellenpolen im mV-Bereich misst. Der Balancer scheint um 11:25 bei 3,41V bei noch hohem Strom aktiv zu werden. Man sieht es an dem von @carolus als “Quirl” bezeichnetes Gewirre. Die Zellen werden balanciert obwohl keine SOC-Differenz vorhanden ist. Ich würde die Startspannung auf 3,4V und die Zellendifferenz auf mindestens 20mV stellen

Hinweis, mit dem Suchwort “Quirl” , suche hier auf dem board, findet man eine Menge weiterer Fäden mit vergleichbaren Bildern, in denen auch schon detailliert Ursache , Bedeutung und Massnahmen beschrieben sind.

PS: besonders unterhaltsam ist es , in google “quirl akkudoktor” einzugeben.

Ich hole den Thread noch mal aus der Versenkung , da ich mittlerweile nicht denke das der Quirl das problem ist.

Mir fällt zunehmends auf, dass die besasgten Zellen bei starken Entladen / Beladen mit max 40A bei den Spannungswerten stark auseinanderlaufen,

Ich habe an den BMS Leitungen gewackelt um einen Wackelkontakt an den Spannungs-Messleitungen auszuschließen. Das ist nicht der Fall.

Messe ich wie von @r-l vorgeschlagen im mV Bereich die Zellverbinde sehe ich keine signifikanten Probleme. Zwischen M6 Schraube und verbinde hab ich sogar an anderen Zellen höhere Übergangswiderstände als an den Problemzellen. Der Quirl am Ende ist dabei nicht mein (primäres) Problem. Sondern nur die hohe Drift bei hoher Last.

Was meint ihr?

Also, die Balancerleitungen beeinflussen die Spannung erst dann, wenn sie abgefallen sind.

Wenn du die Widerstände Pol zu Verbinder wirklich richtig geprüft hast, bleibt bei hohem Strom tatsächlich nur die Zelle selbst als Ursache.
Ein tip, du kannst bei fliessendem (hohen) strom einfach von Pol zu Pol (am gleichen Verbinder) messen, dann siehst du den gesamten Spannungsabfall dort in milliVolt.

Wenn der bei allen Verbindern ähnlich ist ( Nicht auffällig bei deinen zwei Zellen), dann bleibt nur die Zelle selbst als Ursache.

Wenn du dir die Arbeit machen willst: bei tausch von guter und betroffener Zelle müsste der fehler mitwandern.

Von welchem Strom reden wir denn bei dir, und welchem Spannungsunterschied?

geb doch mal eine Tabelle mit den Messergebnissen bei starkem Strom:

  • Messe die Spannung an den Polen jeder Zelle
  • Messe direkt an einem Pol der Zelle zum Pol der nächsten Zelle im mV Bereich
  • Bei möglichst konstantem Strom und gebe diesen an

Das ist wesentlich aussagefähiger als "stark auseinanderlaufen" oder "sehe ich keine signifikanten Probleme"

Eine Messreihe machst du, wenn die Batterie auf etwa 70% entladen ist und eine weitere machst du, wenn eine Zelle 3,43V erreicht hat.

Danke euch beiden für die zügige Antwort, wir reden von 30-40mV unterschied bei 35A.

Die von dir @r-l vorgeschlagene Messreihe werd ich mal demnächst durchführen.. Danke erstmal.