BWWP an normalen Warmwasseranschluss anschließen

Hallo zusammen,

ich plane unsere alte Gastherme, welche sich im Dachgeschoss befindet so langsam durch eine Alternative zu ersetzen.
Da sich diese wie geschrieben im Dachgeschoss befindet, ist jedoch ein einfacher Austausch durch eine Luft/Wasser WP nicht so leicht möglich.
Daher trage ich mich aktuell mit der Idee, nicht gleich komplett für Heizung und Warmwasser auf eine WP umzusteigen, sondern erst einmal nur die Warmwasseraufbereitung durch eine BWWP zu ersetzen.

Die Idee war nun die BWWP statt im Dachgeschoss im Technikkeller, wo Server, Wechselrichter, Batteriespeicher und Waschmaschine steht aufzustellen.
Ein aktuell nicht verwendeter Warmwasseranschluss, welcher wohl mal für ein Waschbecken gedacht war stände zur Verfügung.
Kaltwasser ebenfalls, da dort die Wasserleitungen ins Haus kommen und ohnehin die Waschmaschine angeschlossen ist.

Meine Frage wäre nun, kann ich einfach den vorhanden Warmwasseranschluss verwenden und die Warmwasseraufbereitung der Gastherme abschalten oder sind hier weitere Dinge zu beachten?
Hat damit jemand Erfahrung von euch?
Als BWWP plane ich die LG WH20S.F5 einzusetzen.

Rückfluß und Sicherheitsventil würde ich an der Stelle auch mit anbringen. Wie sieht es mit Zirkulationsleitung aus? Tode Rohrabschnitte mit stehendem Wasser müssen vermieden werden, damit sie nicht verkeimen. Querschnitte/Wege OK, dass die Dusche genug bekommt?

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Wie macht die Therme jetzt das WW? Als Durchlauferhitzer oder ist da ein Speicher?
Generell würde man das schon iwie so umbauen können, WW Verteilung sitzt ja wohl dann auch oben. Wie @jensdecker schon geschrieben hat muss der Querschnitt der WW Leitung vom Technikraum zur WW Verteilung groß genug sein, ausserdem wird der Weg natürlich länger und damit die Verzögerung bis das WW an den Zapfstellen ist.
Falls schon ein Speicher da ist und Zirkulation vorhanden macht das Ganze mit einer BWWP nur Sinn wenn man den Speicher damit 1:1 ersetzen kann. Andere Möglichkeit wär dann eine BWWP ohne Speicher die man an den Vorhandenen anschließen kann.

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Unten im Keller kommt ein normales DN15 Edelstahlrohr an. Das ist der gleiche Querschnitt wie oben im Speicher der Gastherme rausgeht.
Die Gastherme ist mit einem Speicher verbunden.
Es handelt sich dabei um eine Wolf Brennwerttherme GB-EK-20-S.
Dazu ist ein 120l Warmwasserspeicher von Wolf verbaut.
Der ist uns aber eigentlich schon seit dem wir das Haus gekauft haben zu klein.
Eine Zirkulationsleitung gibt es nicht.
Daher würden sich die Vor- und Nachteile pro Raum, wie schnell man warmes Wasser erhält, genau umkehren.
Das wäre aber gar nicht so tragisch.
Im Dachgeschoss ist das Elternbad, welches wir im Prinzip zweimal am Tag zum Duschen benötigen. Dort würde dann später warmes Wasser ankommen. Aber da könnte man für's Duschen auch kurz warten.
In der Küche, welche sich im EG befindet und exakt oberhalb des bisher nicht genutzten Anschlusses befindet, würde dann sehr schnell warmes Wasser anliegen. Das wäre sogar klar von Vorteil.
Das Kinderbad ist im OG. Dort würde sich wahrscheinlich nicht viel ändern.
Ich sehe daher nicht, dass die Wege länger werden. Es würde sich meiner Laienhaften Meinung nur umkehren.
Ich stell mir das eigentlich so vor, dass ich oben bei der Brennwerttherme ein Absperrventil einbaue oder eventuell ganz verschließe und unten die BWWP entsprechend anschließe.
Was ich noch prüfen muss ist, ob ich die Warmwasserbereitung für die Brennwerttherme komplett abschalten kann.

OK, bei uns ist es im Keller ein 22er Kupferrohr fürs WW, aber ob das über die Küche zum Bad hin auch in der Stärke weitergeht, kann ich nicht sagen. Wenn es keine Zirkulationsleitung gibt, muß man sich mit der schon mal nicht beschäftigen :wink: Ich würde der Hygiene wegen den Speicher oben dann auf der kalten und warmen Seite verschließbar machen und entleeren, wenn er erstmal bleiben soll. Bei unserer Brötje kann man die Warmwasserbereitung einfach an oder abknipsen in der Bedienung. Mir schwebt es vor (hab selber ne BWWP in der Garage stehen, die zur Inst. ansteht) bei uns dann die Leitungen, die von der Therme zum Speicher gehen durch ein Wellrohr zu ersetzen, so daß der Speicher weg kann. Oder ggf. erstmal einfach die beiden Zuführungen miteinander verbinden. Immer dran denken, daß sich Wasser beim Erwärmen ausdehnt! Bei uns ist dafür ein auf der Kaltwasserseite des Speichers ein Ausdehnungsgefäß und ein Sicherheitsventil (und ein Rückflußventil, damit kein WW ins Kaltwasser kommt) vorhanden. Ggf. würde das alles bei Dir auch oben den Job erledigen, aber ich würde das unten bei der BWWP nochmal sauber aufbauen. Wenn das Rückflußventil, das sicherlich auch von den Vorschriften her gesetzt sein sollte, zu macht fehlt Dir sonst ja auch der Druckausgleich.

Ich würde kein MAG installieren lassen. Zum einen ist das ein wasserdurchflossenes, also teurer, und zum zweiten: Die paar ml aus dem Sicherheitsventil sind Schwund.

Viel eher würde ich einen Thermosyphon installieren damit es keine Zirkulation gibt.

@Enterprise, ähm, NCC1701:
Die nicht verwendeten Wasseranschlüsse sind mit nem Stopfen verschlossen oder ist da schon Wasser drin?

Nur wenn die an der gleichen Leitung hängen mit nem T-Stück. Könnt so sein, evtl. ist aber auch alles nach dem Speicher "sauber" verteilt in einzelne Stränge zu den Zapfstellen. Müsstest mal die Leitungswege abchecken. Es sollten auf jeden Fall keine nicht mehr durchflossene Rohrstücke entstehen in denen das Wasser steht.
15er Röhrchen für den ganzen Haushalt ist schon etwas grenzwertig. Könnt dann zu ungewollten Kneip-Güssen beim Duschen führen wenn wer in der Küche das WW voll aufdreht...

Danke, wollte ich auch noch erwähnt haben. Bei uns ist es nicht durchflossen, fliegt dann raus. Nach den Threads fast schon erstaunlich, dass es 14 Jahre gehalten hat (oder die Blase unbemerkt schon aufgegeben hat ...)

Ich hätte mich mal grundsätzlich an die Anleitung vom Hersteller gehalten Anleitung
Hier ist ein MAG optional. Weshalb ist das auch aus deiner Sicht nicht unbedingt notwendig?
Thermosyphon hätte ich vorgesehen.
Zum Thema Stopfen drin im nicht verwendeten Wasseranschluss.
Das ist ehrlich gesagt ein guter Punkt. Also ich habe noch nicht nachgeschaut aber ich würde sagen da ist zu 100% Wasser drin, denn ich wüsste nicht wo das abgesperrt sein soll.
Es gibt dort keinen Absperrhahn. Soviel schon mal zu Legionellen und dergleichen.
Wir wohnen hier zwar schon seit 7 Jahren aber über diesen Warmwasseranschluss hatten wir uns bisher keine Gedanken gemacht. :sweat_smile:

Ich habe keinen Bauplan zum Haus aber soweit ich das überblicken kann, ist das hauptsächlich eine Leitung mit ein paar Abzweigungen.
Ja die Rohrleitungen sind dünn aber tatsächlich können auch beide Duschen gleichzeitig genutzt werden, ohne das Nennenswert der Wasserdruck abfällt oder es bei einen von beiden plötzlich kalt wird. Also das passt tatsächlich.

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Wenn Du mich meinst: Sinn des MAG ist es, bei variablem Druck Wasser aufnehmen oder abgeben zu können. Aber da das nur marginale Mengen sind, ist das, was aus dem Überdruckventil kommen könnte, überschaubar. Notfalls gibts bei uns einen kleinen Schlauch zur Kondensatpumpe, mit der ich jetzt das Kondensat der Gastherme und dann von der BWWP in einen anderen Kellerraum ins Waschbecken pumpe. Hab Berichte im Kopf, daß es da doch öfter mal aus dem Luftdruckventil des MAG raus kam, wenn es die Blase zerbröselt und wenn es nicht durchflossen ist, ist es auch ein Blinddarm mit potentiell Verkeimung.

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Das ist immer so optional, individuell und wie man selber zu solchen Themen steht. Ein 7 Jahre altes Rohr, indem mehr oder minder immer Wasser steht, egal ob nun isoliert oder nicht. Wenn da nun kein WW entnommen wird findet dort drin auch eine Microzirkulation statt. Das bedeutet, dass das warme Wasser sich in den Rohren verteilt. Weil dort keine Bewegung stattfindet kann sich dort Kalk und Anderes ablagern. Und der Kalk bzw. die Ablagerungen sind dann ideal für Legionellen (und andere Keime etc. pp.).

Ferner wäre es ganz generell klüger die Leitung lieber neu zu machen anstatt irgend eine alte stillgelegte zu nutzen. Ich weiss "bisher ist noch keiner krank geworden" kenne ich. Ist wie: "Der Keller war das letzte Mal vor 40 Jahren voller Grundwasser" oder "das Dach braucht dort keine Verschalung hinten, die Ziegel halten auch so" oder "wofür eine Rückschlagklappe beim Kanalanschluss?". Aber WENN.....

Meine BWWP mit 250l habe ich nun übrigens von 45°C auf 43°C gestellt. Damit das Wasser schneller umgeschlagen wird. Es bringt mehr wenn der Tank öfter gespült wird, als das Temperaturniveau hoch zu halten. Wir sind aber keine Vorerkrankten und keine Babys. Dazu kommt, dass ich später jeden einzelnen Strang beim Auslass mit einer UV-Desinfektion ausstatten kann, sodass falls wirklich mal einer von uns krank/alt/gefährdet wäre, das nachgerüstet werden kann. Die UV-Desinfektion findet dann nach dem Tank und am Armaturauslass statt. Dann ist es egal wieviel da im Wasser drin wäre. Alles platt. Sieht man auch bei den ganzen Außenduschen die es zu kaufen gibt. Angst vor Legionellen aber draußen ne Gardena Dusche und den Schlauch in die Sonne legen.... bestimmt keimfreier wenn der Schlauch dann ab und zu mal in der Erde liegt.

Man kanns eben übertreiben. Beim MAG denk ich mir immer: Das ist ne Gummimembran. Je weniger durchflossen wird, umso besser. Ich finds halt Unsinn. Weil die paar ml am Tag die evtl. wegen der WW-Erzeugung drauf gehen...

Mein WW ist im übrigen mit Thermosyphon und in einer Ringinstallation. Ich geh mit 26er MVR hoch, teile dort in 2x16 auf und geh nen kompletten Ring. Später kommt noch ein weiterer Anschluss dazu, dieser hat dann ein el. Ventil welches einmal am Tag für 40-60s. Warmwasser und einmal am Tag Kaltwasser auskotzt direkt in die Duschrinne. Damit kein stehendes Wasser vorhanden ist. WW ist bei mir nur im Bad. In die Küche kommt später nen Boiler und an die Waschbecken kommen ebenfalls Boiler. Wegen PV und deren Überschüsse. An den Duschen kommt ein Entleerventil, wenn man also das Wasser bei der Dusche ausschaltet entleert sich das automatisch nach unten weg und daher steht noch nicht einmal im Duschschlauch Wasser.

Mein nächstes Steckenpferd ist ein dicker WW-Anschluss für die Badewanne. Oder vielleicht auch 2. Damit die Wanne schneller voll wird. So hat jeder seinen Vogel.

PS: Auf die Frage damals von einem Gemeindemitarbeiter, wie ich das denn genehmigen lassen will mit KWL-Rohr weil das nicht üblich ist habe ich ihn gefragt, wie denn das Wasser zu uns ins Haus kommt. Sind in Keller gegangen, habe ich dem das Rohr VON DENEN gezeigt. KWL-Rohr..... Naja wenn DIE das nutzen dürfen, er war danach sehr nachdenklich. Kaltwasser ist bei mir also mit KWL-Rohren. Sollen die mir mal mit Vorschriften kommen, dann lass ich einen Vergleich von deren Anlagen gegenüber meiner machen...