BW-WP optimieren

Hi Leute,

Willkommen in meiner Altbau-Raumstation. Ich will euch heute kurz beschreiben, wie ich meine Brauchwasser-Wärmepumpe (BWWP) einen einen Effizienz- und Handhabungsboost beschert habe, mit einer Hand voll Rohre und einer Dämmplatte.

Vorgeschichte

Wir haben vor 4 Jahren als mitten in der Gaskrise die 90er Jahre Gasheizung kaputt ging den 60000€ Plan das alte Atmosphärenbrenner, 1-Rohr-System mit 80er Jahren Heizkörpern durch eine Ringleitung mit Wärmepumpe und 15 moderne Heizkörpern (oder ggf. Deckenheizung) zu ersetzen verwofen und Luft-Luft Wärmepumpe, zunächst ein 4er Split für die großen Räume eingebaut. Mittlerweile haben wir in allen kleinen Zimmern wie dem Gäste WC einen IR-Keramik-Heizkörper und in allen großen Räumen Split-Klima. Auch bei -15°C im Taunus. Aber ich will euch was zum Warmwasser zeigen.

Wir haben kurz noch Warmwasser mit 9kW Heizeinsatz im alten Warmwasserspeicher gemacht – wie günstig das im Januar ist wenn man nur ein 2000W Balkonkraftwerk hat kann sich hier jeder sicher denken. Daher mußte schnell eine Lösung her, die kam in Form einen Viessmann Vitocal 262-a T2E. 300 Liter Wasserspeicher mit E-Heiz Einsatz für den Notfall / das Hygieneprogramm, ohne zusätzlichen Anschluß für Solarthermie, mit der Wärmepumpe direkt auf dem Speicher oben drauf.

Der Speicher und seine Schwachstellen

Das Gerät an sich ist gut, paßt gut in den Raum, ist aber unten nur minimal gedämmt und zuluft / abluft erfolgt beides auf der Oberseite, direkt nebeneinander. Nicht so der bringer, aber man darf mehrere Meter Rohr anschließen (z.B. um einen Nachbarraum zu entfeuchten). Wartung und Reinigung von oben, während man zwischen Tank und Kellerdecke klemmt ist auch nicht toll. Die Dämmung der Wände ist auch, baugröße bedingt mäßig, wie bei anderen Modellen die halt noch durch die Kellertür passen müssen auch. Es gibt einen SG-ready Kontakt, also man kann der pumpe nur „dumm“ sagen „leg los“ oder „mach langsam“ und das auch noch mit einem Protokoll das nicht ganz einfach ist und schlecht dokumentiert. Ich habe noch die Variante ohne App.

Was ich nicht gemacht habe

Ich habe (bisher) keine Zusatzdämmung installiert. Ich will die Elektrik / Kontakte / Display zugänglich und die Abwärme geht ja in den Raum aus dem ich wieder Wärme recyceln kann. Für mich okay, wird aber was nachgerüstet, wenn mal Material übrig ist.

Ich habe noch keine Steuerung installiert aber ESP32 Platine mit Relais und Stecknetzteil warten drauf mit ESPhome eingebunden zu werden.

Was ich gemacht habe für die Dämmung

Wo ich gedämmt habe ist die Unterseite. XPS Platten, 80mm mit 500 kPa Druckfestigkeit (etwas fester als der 300er standard weil… 300 Liter sind viel Wasser) und darauf eine 18mm OSB Platte um das Gewicht der Aufstellfüße zu verteilen. Auf den Boden geklebt, mit Abstand zur Wand (damit die Kellerwand im Altbau da nicht gammelt wenn man feucht wäre), gestrichen mit PU-Lack um es Wasserfest zu machen. Weil im Paket genug Platte drin war habe ich den Sockel groß genug gemacht um direkt daneben noch Platz zu haben für Waschmaschine und Trockner. Die kann man afu dem Sockel besser beladen und alles ist von unten nicht so kalt. Kosten unter 100€ und ein Sockel wollten wir ohnehin. Außerdem sind die Zuluft-Rohre gedämmt, siehe nächster Punkt.

Was ich gemacht habe für die Effizienz

Die installierende Firma waren „Klimabauer“, keine klassichen Heizungsinstallateure. Nachteil: Kugelhahn statt Hahn mit Rücklaufsperre für die Wasseranschlüsse der Waschmaschine (haben wir tauschen müssen). Vorteil: Feuer und Flamme für meine etwas verrückte Idee:

Die große Frage war: Außenluft ansaugen und im Sommer mit großartigem Wirkungsgrad Warmwasser machen, aber im Winter… oder (Keller)raumluft nehmen, entfeuchten, im Winter recht effizient aber im Sommer auf 35°C Außenluft verzichten? Meine Idee: Wir machen beides!

Zuluft: Aus dem Raum ansaugen oder durch das vorhandene Kellerfenster / Lichtschacht (mit Nagergitter). Beide Öffnungen kommen an ein T-Stück mit Klappe und gehen nach oben und und in einem langezogenen U-Boden auf die Zuluft des Geräts. Effiziente selbstklebende Kautschuk Dämmung, auch als Lärmreduzierung um die 200mm Wickelfalz Rohre.

Abluft: Aus dem Gerät nach oben mit den gleichen Rohren, T-Stück mit Klappe, die wahlweise die gekühlte, entfeuchtete Luft in den Raum oder durch die Kernbohrung nach außen gibt. Bonus: Die Abluft ist neben den Split Klima Außengeräten die im Winter mit „abgekühlter“ aber immer noch warmer Kellerluft und im Sommer mit gekühlter, entfeuchteter Außenluft versorgt werden.

Was ich gemacht habe für die einfache Reinigung

Dem Aufmerksamen Leser ist der Kasten über der Zuluftklappe eingebaut ist. Das ist eine Kasette mit Wiederverwendbarem Filterflies. Alle par Monate mal rausnehmen, ausklopfen, absaugen und zurückstecken. Erstaunlich wie viel Dreck man dann nicht in der Wärmepumpe hat auf der man rumklettern muß.

Betriebsmodi

Ich kann also im Sommer 35° heiße Außenluft ansaugen, filtern, Warmwasser machen. Wahlweise geht die Luft in den Keller danach, entfeuchtet und etwas abgekühlt oder sie geht wieder nach außen, wenn sie mir zu warm ist und unterstützt die Klimaanlagen.

Ich stelle im Winter um auf Raum-Inneluft, hier erzeugt der Wärmeverlust des Speichers, die Waschmaschine, der Trockner, der 29.9kW Hybridwechselrichter, eine 60 kWh Solarbatterie und der Ablauf der Dusche / Badewanne aus dem Stockwerk drüber für jede Menge Wärme die man nutzen kann. Im Umluftbetrieb oder wenn es mir zu feucht wir Abluft nach draußen, auch im Winter.

Was noch ginge

ESP32 mit potentialfreiem Relais für die Ansteuerung – in Arbeit.

Motorisierung der Klappen und smartes Ändern des Betriebsmodus. Beide klappen sind mit industrie-standard Stellmotoren nachrüstbar.

Auswertung der Daten. Ich habe Stromverbauchsdaten für alle Split-Klima Einzeln und für die BWWP einzeln, bin aber noch nicht zur Auswertung gekommen, die Sanierung des Altbaus bei dem uns die Vorbesitzer gründlich betrogen haben frißt einfach zu viel Zeit. Die Energieberaterin nannte den Energieverbrauch für Warmwasser in einem Haushalt mit 2 Grundschulkindern die gern Baden aber „erstaunlich niedrig“, also denke ich, dass diese Investition (wenige 100€) echt was rausholt.

4 „Gefällt mir“

Gut überlegt und dann ausgeführt. Freue mich immer wenn ich selbstbau-Projekte sehe. Sowas ginge bei mir nicht, weil Keller/Hochwasser und daher so eine Kernlochbohrung nicht möglich.
Wirkungsgrad im Sommer ist vernachlässigbar wenn du sowieso eine riesen PV hast.

Danke dir für dein Feedback. Klar ist bei fast 30 kW Solaranlage der Wirkungsgrad im Sommer nicht so wichtig. Ich könnte hunderte Liter Wasser kochen mit dem Strom den wir mit der seit November "fertigen" Anlage gerade wegwerfen weil wir noch nicht einspeisen dürfen. Aber als wir dringend Warmwasser brauchten hatten wir schon ein E-Auto und nur ein Balkonkraftwerk. Da zählte jede kWh und ich denke nicht jeder über sowas nachdenkt hat eine so große PV. Die Idee funktioniert jedenfalls :slight_smile:

Wir haben das "Glück", das unser Haus im Hang steht, auf der einen Seite sauge ich aus dem Lichtschacht an (wenn wir die Kellerwand dämmen wird der zu gemacht bis auf ein Belüftungsrohr) und auf der anderen Seite ist der Keller über dem Erdboden und ich kann oberhalb des Sockels raus pusten zu den Klimageräten.