Blitzschutz BKW am freistehenden Carport

Hallo,

ich plane gerade ein BKW auf meinem Carport zu installieren und mache mir nun Gedanken bezüglich des Blitzschutzes.

Das Carport ist freistehend und ca. 10m vom Haus entfernt. Für das BKW wird im Zähler ein eigener LS mit 13 oder 16 A installiert und eine für das BKW eigene 2,5mm² Leitung zum Carport gelegt. Das BKW besteht aus zwei Jinko JKM430N-54HL4R-BDV/430Wp Panelen und als Wechselrichter kommt der Growatt Neo 800M-X zum Einsatz. Die Panele werden am Carport Dach ca. 30 Grad aufgeständert.

Nun mache ich mir aber Gedanken bezüglich des Blitzschutzes, da durch die Aufständerung die Panele den höchsten Punkt am freistehenden Carport darstellen. Mir geht es dabei primär um die Absicherung der Elektronik des Hauses. Das Haus ist BJ 1997 und hat einen äußeren Blitzschutz aber keinen Überspannungsschutz im Zählerkasten. Was würde passieren wenn ein Blitz im BKW einschlägt, wäre dann die komplette Elektrik des Hauses durch die Überspannung zerstört? Wie kann ich verhindern das eine Überspannung über das BKW eingeleitet wird?

Vorab, schon einmal vielen Dank!

Also, ich bin kein Blitzschutzexperte, aber bei einem Direkteinschlag ist ohnehin nichts mehr zu retten. Ich möchte keine Angst schüren oder Extreme herauf beschwören, aber bei einem Direkteinschlag reißt es u.U. sogar die Unterputzleitungen aus dem Putz weil sie u.A. bestrebt sind sich gerade zu machen.

Vielmehr geht es m.M. nach beim Überspannungsschutz um induktive Einkopplungen in die z.T. sehr langen Leitungen die zwischen PV Anlage und Wohnbereich verlegt sind, bzw. um Einschläge in der Region / inder Nähe die im Netz für eine Überspannung sorgen können.

Ich würde entweder einen Überspannungsschutz für den Zählerschrank Typ 1+2 (direkt auf die Stromschienen im Bereich des SLS *1) verwenden oder alternativ einen Überspannungsschutz für Hutschiene *2 Typ 1+2 einsetzen an dem der B13 oder B16 des BKW angeschlossen wird.

Bildbeispiele:

*1

*2

Diese Bilder sind nur Beispiele um eine Vorstellung zu bekommen wie die beiden Betriebsmittel aussehen.

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Blitzschutz am Carpot - das sind doch Blitzableiter - also spitze Antennen auf dem Carpot, etwas erhöht und mit Tiefenerder (mindestens 9m) im Erdreich angeschlossen.

Das wäre der erste Schritt - zum Schutz.

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Ich wäre vorsichtig damit auf dem Carport Fangstangen anzubringen. Du erreichst vermutlich nicht die nötigen Abstände zu den PV-Modulen (wenn du die Abstände einhalten möchtest bekommst du nichts mehr drauf) und machst damit die Sache vielleicht noch schlimmer.

Ich bin kein Blitzschutzexperte. Der Blitz nimmt immer den Weg des geringsten Widerstandes, der aber nicht unbedingt der kürzeste ist. Bei einem Carport, was ja nicht sehr hoch ist, kann auch Blitz genau daneben einschlagen.

Statt sich gegen einen direkten Einschlag versuchen zu schützen würde ich lieber die Elektronik im Haus gegen transiente Überspannungen schützen, die bei Blitzeinschlägen in der direkten Umgebung eingestreut werden können.

Ich würde direkt am Eingang der Anschlussleitung des Wechselrichters ins Haus einen Kasten mit einem Überspannungsableiter (Typ 1 & 2) setzen. Dort kein Billigkram aus China verwenden und auf eine gute Niederohmige Erdung achten (z.B. 16mm2 direkt zur Potentialausgleichsschiene).

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Einen 100%igen Blitzschutz gibt es nicht! Du kannst einen teuren Dehn-Kombiableiter (Typ1+2), oder Weidmüller oder Hager sowohl im ZS (für 400V AC) und/oder im Generatoranschlußkasten (ebenfalls Typ1+2 für DC) einsetzen und zahlst dann zusammen 500Eur oder mehr für einen 'Pseudoblitzschutz'. Mit Glück werden Transienten (kurzzeitige ÜS-Impulse) abgehalten, mit Pech schlägt es trotzdem irgendwo durch. Jede ÜSS hat auch Nachteile und kann bei Billigprodukten selbst in Flammen aufgehen! Typischerweise sind da GDTs (Funktenstrecken) für Typ1 und MOVs (Varistoren - insbes. bei Typ2) verbaut, beide können im Fehlerfall auch dauerhaft leitend werden und somit einen Kurzschluß und Brand auslösen. Dagegen gibt es div. Massnahmen (Federkontakte, Thermosicherungen), die bei guten und teuren ÜSS verbaut sind, bei billigen aber auch oft fehlen. Es ist also immer eine Pseudosicherheit! Wenn der Carport auf großer Fläche freistehend ist, würde ich mir Gedanken machen, ansonsten wohl eher nicht. Schon gar nicht bei nur 2 Modulen, da ist nichtmal ein Potentialausgleich vorgeschrieben.

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Das wäre der nächste Punkt den ich ergänzt hätte. Ich würde immer abwägen welchen Gegenwert ich mit einem ÜSS schützen möchte. Für einen 100€ Microwechselrichter lohnt sich kaum ein SPD.

Bei einem 25kW Fronius oder einem Victron RS450/200 sieht das dann schon anders aus.

Und bevor die AC Leitung des Microwchselrichters einen Transienten ins Haus bringt hat das u.U. schon eine ganz andere Stelle übernommen (Beispiel Kupfer-Telefonleitung wenn noch vorhanden).

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