Bitte um Rat bzl. Gerätewahl zur Wohnungsheizung

Hallo liebe Leute, ich habe jetzt einige Stunden sehr interessiert gelesen und mir schwirrt auch ein wenig der Kopf…
Mein Hauptproblem ist es wohl, die richtigen Daten zu finden…

Ich würde mich enorm freuen, wenn ihr euch meiner erbarmen und eure Einschätzungen abgeben würdet:

Mein Vorhaben: Ich möchte die Wohnung meines Vaters zukünftig über Splitgeräte heizen.
Sie ist recht simpel aufgebaut:
3x 20m² mit je einem Heizkörper, der bei 75°Vorlauf 1900Watt Heizleistung hat. Seit 13 Jahren hat diese Heizleistung immer ausgereicht.
Die Decke ist gedämmt und jeder Raum hat ca 9m² Außenwand 50cm Backstein.

Mein Ziel ist es natürlich, dass der alte Mann auch bei den seltenen -20° nicht friert. Hier in Duisburg liegt unser NAT wohl bei -15

Als Laie schlage ich immer gerne etwas drauf und würde 2,5kw Heizleistung pro Raum installieren.

Jetzt kommt aber mein Problem:
Natürlich möchte ich sowohl das Takten verhindern, einen guten Leistungsgrad haben und trotzdem bei starkfrost ausreichend Heizleistung haben. Hier ist die Effektivität aber relativ egal weil das eben sehr selten vorkommt.

Wie sehr ihr das? Wie würdet ihr Dimensionieren und auf welche Anlage(n) würde eure Wahl fallen?

Ich hatte schon einen Klimamenschen hier, der mir zu einer 3fach Multisplit mit 8kw Heizleistung geraten hat. Ich gehe davon aus, dass der Mann vor allem vermeiden will, dass ich anrufe weil die Wohnung 2 mal im Jahr nicht warm genug wird und darum eine gute Schippe draufgelegt hat.

Hier im Forum habe ich aber gelesen, dass bei Multisplit am besten immer zwei Geräte mindestens laufen sollten und da mache ich mir Sorgen, ob die Mindestheizleistung nicht oft zu groß ist und die ganze Anlage in der Überganszeit nicht aus dem Takten kommt.
Mein Vater geht auf die 80, will und wird sich nicht mit den Einstellungen auseinadnersetzen. Die Anlage würde also im Automatikmoduf laufen. Am liebsten über ein zentrales Steuerelement geregelt.

Mein angelesenes Halbwissen zieht mich auch eher zu 3 Singlesplit.

Ich bin ungerne der neue im Forum, der direkt um Leistung und Hilfe bittet aber ich glaube viel weiter komme ich alleine nicht.

Woher stammt die NAT?

Eher -8..-9.

Was wurde vorher an Gas oder Öl verbraucht?

Was ist die Heizlast?

Die 3x 1900W sind es eher nicht.

Waren die 75 Grad Vorlauf auch nötig oder hat das der Heizungsbauer halt so hinterlassen, damit keiner anruft?

Ist das in Stein gemeißelt?

Ist das im DG und wirds im Sommer für deinen Vater sonst zu warm?

Ist die alte Heizung z.b. Rohre so am Ende, dass ehh alles neu gemacht werden muss?

Was ist mit Warmwasser?

Ich würde noch die Möglichkeit einer Monoblock LWWP in den raum werfen z.B. eine Panasonic Aquarea, notfalls mit eben 3 Heizkörpern noch austauschen und/oder ein Infrarot Panel ins Wohnzimmer an die Wand / Decke.

Ich würde auch mal schauen, wie die 3 Räume genutzt werden. Den Hauptraum, wo man sich am meisten aufhält, den würde ich mit einer Single-Split ausrüsten. Bei 20m² kann man auch über eine 3,5kW nachdenken, vielleicht auch eine Daikin Nepura 3kW, die hat genügend Leistung auch bei niedrigen Temperaturen.

Die NAT hatte ich gegoogelt. Aber dein Link spuckt mir einen abweichenden Wert aus!
PLZ 47199

Jahresmitteltemperatur 10.7 °C

Norm-Außentemperatur -8.2 °

Höhe 30 m

Klimazone 5
PLZ 47199

Das gesamte Haus wird aktuell von Familienmitgliedern bewohnt und der Heizbedarf wird nicht ermittelt.
Bewohnt werden insgesamt 400m² und der höchste Heizölverbrauch sind 32ltr am Tag.
Eben hat mir mein vater noch erzählt, dass einer der Heizkörper nicht mehr funktioniert, nachdem er den undichten Hahnblock für ein paar Jahren mit Harz dichtgeklebt hat. Leider in geschlossenem Zustand… Er hat sich auch die Wohnungstüren ausgebaut und zwei Wanddruckbrüche geschaffen.
Warscheinlich kann man die Wohnung daher eher als einen großen Raum ansehen.

Er klappert aber von früh bis spät die verschiedenen Stationen in seiner Wohnung ab und nutzt sie quasi durchgehend sehr gleichmäßig.

Er hat eine Wohnung unter dem Dachboden. Die Decke ist mit 20cm Steinwolle isoliert aber ja, im Sommer leidet er unter der Hitze.
Daher wünscht er sich seit längerem eine Klimaanlage und es war dann meine Idee alles unnötig kompliziert zu machen und zu versuchen zum Großteil mit selbst erzeugtem Strom zu heizen.

Deine empfohlene Wärmepumpe werde ich mir auf jeden Fall ansehen.
Vor allem im Hinblick auf eine Vermietung in der Zukunft wäre das sicher die bessere Wahl.
Die Splitklimageräte sind mietrechtlich wohl wegen der Lautstärke problematisch.

Ich habe gesehen, dass es niedrigtemperaturheizkörper mit eingebauten Lüftern gibt.
Wie bewertet ihr diese? Kann man damit im Sommer dann auch über die Heizkörper kühlen und durch das Gebläse die Taunässe vermeiden?

Warmwasser wird bei uns noch mit Durchlauferhitzern erzeugt.
Unser Ziel ist es aber, die Wohneinheiten einzeln zu regeln.
Eine neue Zentrale Anlage für das gesamte Haus kommt nicht in Frage.

Mit diesen Information ist es eigentlich ein fast Münzwurf was mehr Sinn macht.

Entweder 2 Splitklimageräte einbauen.

Oder LWWP und Heizkörper austauschen mit Lüftern für Kühlen im Sommer und hilft im Winter auch den Vorlauf zu senken.

Ich kenn die Gegebenheiten nicht.

Ist es einfacher die Heizkörper (brauchen dann auch Stromanschluss) und Rohrleitung zu machen.

Oder Splitklima aufhängen mit 1-2 Kernbohrungen und Kältemittelleitung verlegen.

Will dein Vater das auch?

–-

Ich würde dir bereits vorhandenen Heizung reparieren lassen, weil es hier ja wohl eine Zentralheizung gibt. Macht ja keinen Sinn, dass da Heizkörper nicht gehen. Dann eine 2,5 kW-Anlage für den Sommer für die Klimatisierung. Fertig.

Hab ich das richtig verstanden: 3 Räume mit 20m², die aber recht weite Durchbrüche haben und keine Türen? Und dann fast alles mit 20cm gedämmt?

Falls das so richtig ist, wird die Heizlast recht gering sein. Nie im Leben hat man da 6kW Heizlast. Und NAT liegt im Ruhrgebiet eher so bei -8 Grad.

Da würde ich so vorgehen: Im Hauptraum eine 3 oder 4kW Nepura und dann erstmal einen Winter schauen, wie sich die Wärme verteilt und ob man noch was zusätzlich braucht. Es gibt Leute, die kommen bei 60m² mit einem Gerät hin.

Interessant wäre noch: Gibt es 2 Giebelseiten vom Haus? Oder ist es ein Reihenhaus? Und wie gut sind die gedämmt oder wie ist der Wandaufbau? Und wie alt sind die Fenster? Ich gehe mal von aus, dass es keine übermäßig große Fensterfläche gibt. Also einfach ein paar normale Dachfenster.

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Mein Vater bewohnt eine Wohnung in der Mitte des Hauses. Er hat also zwei Außenwände und zwei die an beheizte Wohnungen grenzen.

Der Onlinerechner wirft einen Wärmeverlust seiner 50cm Backsteinwände/3-Fach-Fenster mit unter 1kwh bei -7 grad außen und 20 grad innen aus. Zufälligerweise ist der Wert fast identisch mit der Gesamtfläche seiner Decke, wenn ich sie alleine mit den 16cm Dämmwollle berechne.

Daraus ergibt sich ja ein Wärmeverlust von ca 2kwh

Unter ihm wird geheizt aber die Decke der Wohnung darunter ist mit 16cm Steinwolle Gedämmt und unter Vaters Estrich liegen nochmal 5cm styrodur. Ich rechte die Heizleistung mal nicht mir.

Was man halt noch dazurechnen muss ist das Aufheizen nach dem Lüften…

Ein freundlicher User hier hat mir gezeigt, wo ich Zugang zu Wetterdaten meiner Region bekomme und wir haben hier in den letzten 9 Jahren ca 20-40 Frosttage und meißtens ist bei ca -7 grad auch Schluss.

Wir werden den Rat befolgen und erstmal eine Anlage installieren und schauen wie weit wir damit kommen. Ich tendiere jetzt auch eher zu mehreren kleinen Splitgeräten.
Ich glaube verstanden zu haben, dass man damit dann flexibler heizen kann ohne dass die Geräte takten.

Sehr interesant finde ich auch die Aquarea, zu der mir geraten wurde. Aber nicht für meinen Vater sondern die darunterliegende Wohnung. Da muss ich mir noch die Werte raussuchen und das alles mal durchspielen… In der unteren Wohnung kann ich sehr einfach neue Rohre legen und Heizkörper mit Lüftern installieren. Aber das ist wieder eine ganz andere Dose Würmer…

Das Haus ist in seiner Gestaltung “historisch gewachsen” und quält mich schon ziemlich. Ich möchte das Haus eigentlich in den nächsten 10 Jahren verlassen und Wohnungen vermieten oder verkaufen.
Das Vorderhaus ist als einziges teilunterkellert und dort ist auch die Heizung installiert.
Um an die Heizung zu kommen, müsste man dann immer durch den Bereich der Mieter laufen weil ein Zugang von außen nicht hergestellt werden kann.

An der Seite des Kellers, die von meinem Grund zugänglich ist verlaufen Abwasserrohre für Niederschlagwasser und Brauchwasser.
Ich bin jetzt bald 45 Jahre alt und kann mich hoffentlich noch eine ganze Weile um alles kümmern aber ich habe eine Mischung aus Anlagen und Problemchen, die nahelegen, dass ich schon um einiges früher als meine Frau abtreten werde und warscheinlich vorher schon nicht mehr so fit sein werde. Ich habe jetzt keine Torschlusspanik aber ich sollte hier alles in den nächsten 10 Jahren regeln, solange ich noch den Großteil in Eigenleistung machen kann.

Darum liegt mein Focus eher auf “simpel und übersichtlich”.

Nur kurz zur Klarstellung: Die Einheit ist hier kW, nicht kWh. KW ist die permanente Wärmeleistung, die du brauchst, um den Raum bei -7 Grad auf 20 Gad innen zu halten. Wenn du mit 2kW heizt über eine Stunde, hast du eine Wärmemenge (=Energie) von 2kWh in den Raum gebracht.

W = Watt = Leistung
Wattstunde = Wh = Energie, Wärmemenge, Arbeit

2kW kannst du bereits mit einem Innengerät schaffen, aber du musst auch die Wärmeverteilung beachten. Optimal ist, wenn in jedem Raum ein Innengerät hängt, genau wie man ja in jeden Raum auch einen Heizkörper setzt. Aber man kann dann durchaus schauen, wo man vielleicht doch einen Raum mitgeheizt bekommt. Es gibt ja auch Räume, die keine 21 Grad brauchen oder diese Temperatur nur über kurze Zeit am Tag.