Betonfußboden Dämmen

Hallo zusammen,

ich möchte den Fußboden von einem Ferienhaus dämmen.
Es ist ein relativ einfach gebautes Holzständerhaus, der Boden ist auch direkt die Grundplatte des Hauses.
Wir haben den boden nivelliert und überlegen jetzt wie es am besten weitergeht.
Das Problem ist die geringe Deckenhöhe von 220-225cm, da ist nicht mehr viel Luft.

Die Grundidee ist, auf den nivellierten Boden entweder XPS Bauplatten (günstig, gute Dämmung) oder PUR/PIR Dämmplatten (teurer, sehr gute Dämmung) zu legen und darauf dann entweder OSB Platten oder Trockenestrich zu legen. Darauf soll dann eine ultraflache elektrische Fußbodenheizung und darauf wiederum loose lay Vinyl verlegt werden.

Die Frage die sich stellt ist, wäre das so machbar? Dampfsperre ja nein, wenn ja, wo?
Und wie dick sollten die Platten sein?
Mir wäre Trockenestrich lieber weil sicherlich resistenter gegen Feuchtigkeit? Aber google sagt die 20-25mm Dicken Trockenestriche die man im Baumarkt so bekommt sind wahrscheinlich nicht dick genug, wohingegen 25mm OSB wohl reichen würde?

Würde mich freuen wenn da jemand mit Erfahrung was zu sagen hätte, ich habe davon echt keine Ahnung.
Danke!

Schnapp dir mal Ubakus und schau dir an, welchen U-Wert du mit welcher Dämmdicke und welchem Material erreichst. Das hilft zur Abschätzung. Und generell gilt natürlich: Die ersten 2-3 cm von einem guten Dämmaterial (z.B. Styrodur) bringen am meisten.

Ich denke, 20mm Styrodur ist schon ganz brauchbar, aber wenn du Platz hast, nimm lieber 40mm.

Wie gut sind denn die Wände und Decke isoliert? Der Fußboden ist selbst mit 4cm Styrodur bei einer Fußbodenheizung noch recht dürftig isoliert. Wände würde man dicker isolieren. Wenn die Wände nicht sehr gut isoliert sind, muss die Fußbodentemperatur recht hoch gewählt werden. Dann geht auch viel Wärme nach unten verloren. Durchdenke mal eine andere Beheizung und einen Fußbodenbelag, der sich schon warm anfühlt (Holz, Kork). Und einen Teppichboden. Venyl fühlt sich kalt an. Und lose verlegt ist erfahrungsgemäß nicht ideal und grenzt zu Pfusch..

Naja, das kommt darauf an was Du an Deckenhöhe in Deinem Ferienhaus haben möchtest.
Wenn Du mit 2,1 m auskommst dann hast ja schon noch etwas Platz.
Ich würde in dem Fall eine alukaschierte PU Dämmung nehmen. Die Dampfsperre direkt auf die Bodenplatte und sauber an die Wände anschließen.
Ich würde wahrscheinlich 80 mm PU Dämmung nehmen. Wenn es resistent gegen Feuchtigkeit sein soll dann wird es schon schwerer.
Trockenstrich ist ja meistens Gipsfaserplatte. Wenn Du nicht unbedingt ein Schwimmbad bauen möchtest dann sollte das aber reichen.
Die Platten würde ich, zugunsten einer dickeren PU Dämmung, ohne Dämmung in 20 mm Stärke kaufen. Dann hast eine schöne "schwimmende" Fläche.
Laut Ubakus bist Du mit dem Aufbau schon bei einem U-Wert von 0,286. Bei 21 Grad Raumtemperatur und angenommenen +7 Grad im Erdreich verlierst Du etwa 4 Watt pro Std. und qm über den Boden.
Die elektrische Fußbodenheizung würde ich mir sparen.
Grüße aus HH

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Die Seite war mir neu, danke!

Wände 8cm und Kriechboden 4cm Dämmwolle. Das wird sich aber noch ändern, beides wird noch weiter isoliert werden.
Momentan haben wir hier einen hochwertigen loose lay Vinyl Boden als Zwischenlösung liegen und sind eigentlich ziemlich begeistert. Lediglich im Küchenbereich wird man den wohl definitiv kleben müssen…

Der Boden im ganzen Haus soll neu (das “Haus” hat lediglich 41m²) inklusive Bad und Küchenbereich. Ich dachte im Bad ebenfalls komplett auf Vinyl zu setzen (inkl Wände). Es ist halt nur ein Ferienhaus… hauptsache wasserdicht.
Die Fußbodenheizung soll eigentlich nur die Hauptheizung (Klimaanlage) understützen, wenn es mal wirklich kalt wird. Nach dem Motto besser haben als brauchen.

LG

Meine Erfahrung:
Dänische Ferienhäuser in Holzbauweise auf Plattenfundament -> früher oft mit Elektrokonvektoren beheizt, Barfußbereich, z.B. Bad mit Elektro Fußbodenheizung. Die Stromkosten waren nicht unerheblich.

Heute vielfach für den Wohnbereich (offene Grundrisse) mit Klimageräten ausgestattet, die Heizkosten sind deutlich reduziert und das Aufheizen eines kalten Hauses geht deutlich schneller.

Mein letztes Haus, März 2025 hatte ~ 65 m², ½ Wohnraum + Küche, der Rest, Schlafzimmer, Bad und Diele. In den Schlafräumen noch die Elektrokonvektoren, haben wir nie eingeschaltet, im Bad die Fußbodenheizung, ebenfalls nicht genutzt. Im Wohnraum war ein Truhengerät mit 3,4 kW montiert (Altech), dass trotz Wartungsmängel hervorragend für Wärme sorgte. Gesamtenergiekosten für 2 Wochen Aufenthalt incl. Warmwasser, Licht und Küche knapp 70 € bei einem kW-Preis über 0,40 €.

Vorteil meiner Meinung nach ist die sehr schnelle Reaktion des Systems auf "Fremdwärme", z.B. Personen, Sonneneinstrahlung, steigende Tagestemperaturen - nachts damals um 3°, Tags ging es schon mal bis auf 18°. Dazu dann die Luftbewegung, die a.) für gleichmäßjge Wärmeverteilung sorgte, b.) im Zusammenhang mit geregelter Lüftung die oft in nur temporär genutzten Bauten vorhandene "Muffigkeit" nach den ersten 2 Stunden vollständig beseitigt hat.

Diese Erfahrung hat im Übrigen dazu geführt, dass ich zu Hause im letzten Jahr meinen Wohnbereich auch auf LLWP umgestellt habe - nach der ersten Heizperiode sehr zufrieden, wenn es im Sommer mit moderater Kühlung an Hitzetagen auch so klappt, wird der Rest meiner Wohnung auch auf LLWP umgestellt.

Ach ja:
Elektroheizung ist 1:1, man rechnet mit 100 - 200 Watt/m²/Stunde, da kann schon was zusammenkommen. Eine LLWP dürfte selbst bei schlechtem COP und eventueller Zuheizung günstiger ausfallen.

Zur Frage mit der Dampfbremse:
Wenn du keine alukaschierten Dämmplatten nimmst, muss die Dampfbremse zwischen Dämmung und lastverteilende Schicht (OSB/Trockenestrich). Die Position kann man mit UBAKUS ermitteln und ausprobieren -> beim Verschieben unter die Dämmung hast du den potentiellen Tauwasserausfall in der Dämmungsebene.

Wenn Du aber die Anschaffung der FBH für die Fläche und den zu erwartenden Verbrauch durchrechnest würde ich mir das gut überlegen.
Dann vielleicht lieber eine zweite Klimaanlage die für das heizen gut geeignet ist ?
Was die Dampfbremse angeht bin ich, aus einem reinen Bauchgefühl heraus, immer lieber bei mehreren Ebenen.
Wenn ich das für mich machen würde dann würde ich die Dampfbremse auf den Betonboden setzen. Dann würde ich die alukaschierten PU Plattenstöße mit passendem Klebeband abkleben und wohl trotzdem noch den Übergang zur Wand, über den Dämmplatten, abdichten.
Wenn euch das Vinyl gefällt dann ist das doch eine super Lösung.
Gegebenenfalls könnte man das System auch mit 60 mm Dämmplatten ausführen.