Bestehendes Fronius "Ökosystem" - Erweiterung mit Lowvolt Akku

Hallo zusammen,

wir haben bei uns im Haus aktuell ein volles Fronius “Ökosystem” laufen, sprich einen Symo GEN24 12.0 SC Plus als Wechselrichter und einen Fronius Reserva 15.8 als Speicher.
Natürlich dann auch noch den dazugehörigen Fronius Powermeter der die Messwerte liefert.

Soweit ich das in den Monaten seit wir “online” sind beurteilen konnte werden wir im Sommer zu 100% autark sein können, nur im Winter wird es nicht möglich sein, da wir jetzt im Herbst bereits vereinzelt Tage hatten wo es sehr knapp wurde bzw. auch schonmal Bezug vom Netz hatten wenn es 2 Tage hintereinander schlecht Wetter gab.

Zum restlichen Haus, wir haben einen Rackschrank mit diversen Netzwerkkomponenten der konstant 250-300W bezieht und das restliche Haus sind dann aufgrund von Loxone Komponenten usw. nochmal gut 150-200W sprich wir kommen auf einen groben “Standby”-Verbrauch von 450-500W. Warmwasser und Heizung laufen über eine Lambda LWP die aber nach Möglichkeit von der PV-Überproduktion versorgt wird.

Welche Möglichkeiten habe ich um mein System mit mehr Speicher zu versehen, klar könnte ich einfach einen zweiten Reserva-Turm hinstellen, aber das ist dann doch recht kostenintensiv, daher würde ich das eher weniger bevorzugen.

Ich habe mir auch schonmal die Thematik mit DIY-LiFePo4 Akkus angesehen bin mir aber unsicher wie ich die am besten ans Hausnetz anschließe vor allem ob sich die beiden “Wechselrichter” dann nicht in die Haare kriegen.

Falls es “Regelungstechnisch” einen Vorteil bringt, es läuft bereits ein HomeAssistant der die Verbrauchsdaten der Hausverbraucher monitored, weitere VM oder Docker-Container sind auch kein Problem.

Das wird genau das Problem werden. Du musst verhindern, dass die Akkus sich gegenseitig entladen.

Nennen wir den weiteren Wechselrichter mit 48V Akku WR-Neu.

Du brauchst erst einmal einen weiteren Zähler für WR-Neu am Hausübergabepunkt, damit dieser über Nulleinspesung merkt, dass übeschüssiger Strom zum Verteilnetzbetreiber kommt, den sich WR-Neu in den Akku lädt. Ist der Akku des Fronius voll, wird ins Netz eingespeist und WR-Neu holt sich diesen Überschuss.

Hört sich in der Theorie einfach an, funktioniert aber nicht, weil sich die zwei Wechselrichter nicht gegenseitig kennen und nicht wissen, ob jetzt gerade PV-Strom erzeugt wird oder der Akku des einen Wechselrichters gerade entladen wird. Und der eine Wechselrichter weiß auch nicht, ob ein Verbraucher den Strom nimmt oder der andere Wechselrichter lädt.

Problem ist beispielsweise das Überschwingverhalten des Fronius. Beispiel im Akku-Betrieb des Fronius. Wenn Du einen großen Verbraucher hast, der ausgeschaltet wird, wird für kurze Zeit Strom aus dem Akku des Fronius zum Netzbetreiber eingespeist. WR-Neu merkt das am Zähler und lädt dann den eigenen Akku. WR-Neu denkt ja, dass Strom übrig ist und weiß nicht, dass der Strom aus dem Akku des Fronius kommt. Der Fronius weiß nicht, ob WR-Neu den Strom konsumiert oder das ein Verbraucher ist und stellt WR-Neu weiter den Strom zur Verfügung. Das Laden des WR-Neu wird also nicht einfach beendet.

Das ganze kann auch umgekehrt passieren, sofern Dein GEN24 so konfiguriert ist, dass er über AC den Akku lädt (Option beim GEN24 “Batterieladung aus anderen Quellen“ aktiviert).

Du musst also WR-Neu und den GEN24 so steuern, dass immer nur einer aktiv die Nulleinspeisung macht und der andere inaktiv ist.

Wenn sowohl GEN24 als auch WR-Neu in Homeassistant oder Loxone eingebunden sind, könntest Du eine entsprechende Steuerung realisieren, sofern WR-Neu über Homeassistant oder Loxone steuerbar ist.

Überleg Dir, ob Du wirklich so etwas selbst realisieren willst. Anmelden musst Du WR-Neu und den Akku so und so.

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Interessante Überlegung mit den beiden Wechselrichtern und der gegenseitigen Beeinflussung.

Mal angenommen, ich arbeite mit verschiedenen Regelzielen:
WR-alt hat das Regelziel 0 Watt.
WR-neu hat das Regelziel 100 Watt, d.h. er soll 100W Netzkonsum zulassen und erst bei mehr Netzkonsum aktiv werden. Dann würde er (bei 0W Hausverbrauch) versuchen, mit 100W seinen Akku zu laden. Und den Strom dafür bekommt er von WR-alt. Das funktioniert also nicht, die beiden WR kommen sich trotz unterschiedlicher Regelziele ins Gehege.

Neue Überlegung:
WR-neu darf nur einspeisen, aber nicht den Akku laden. Gleiche Regelziele wie oben.
Dann würde er nur dann aktiv, wenn WR-alt den aktuellen Hausverbrauch nicht liefern kann. Da WR-alt wahrscheinlich potent genug ist, kommt das nie vor und WR-neu ist dauerhaft in Rente. Funktioniert also auch nicht.

Die einzige Lösungsmöglichkeit sehe ich in Mini-Anlagen wie meiner, mein WR-alt kann nur 1500W und ein WR-neu könnte ihm helfen, wenn die Waschmaschiene oder der Herd läuft. Dann mit verschobenen Regelzielen und Akkuladeverbot für WR-neu. Das würde funktionieren.

Es ist also kompliziert…

Edit 1 Tag später:
Es funktioniert dann problemlos, wenn alle Wechselrichter nur monodirektional vom Akku ins Hausnetz einspeisen. Es ist dann zwar eher zufällig, welcher wieviel beiträgt, aber es kann nicht zu Ringströmen kommen (A lädt und B entlädt den Akku).
Sobald einer der Wechselrichter bidirektional ist, also auch aus AC den Akku laden kann, kann es ohne weitere Vorkehrungen zu Ringströmen kommen, bei denen Wechselrichter A und B sich gegenseitig den Strom liefern.

Kann man alles lösen, wenn man Lust und Zeit hat das selbst zu implementieren.

Wie gesagt muss man beide Wechselrichter steuern, damit diese sich gegenseitig nicht beeinflussen.

Leider kenne ich aber keine fertige Lösung, die Out-Of-The-Box funktioniert.

Bei einem Freund funktioniert aber die Konfiguration aus GEN24 plus Speicher sowie Victron Multiplus II plus Speicher mittlerweile recht gut. Steuerung per NodeRed.

Nachteil: Es ist nie fertig, weil man nach initialer Programmierung anpassen muss. Und in den letzten 2 Jahren hat er immer mal wieder die Steuerung per NodeRed anpassen müssen. Man muss Lust haben sich mit Modbus, der Steuerung des GEN24 mittels Modbus und der Steuerung des Multiplus zu beschäftigen.

Wenn man gerne wie mein Freund programmiert und sich freut, wenn etwas funktioniert, ist das ok. Aber für jemanden, der keine Lust hat sich in die Modbus-Register des GEN24 sowie Victron Multiplus einzuarbeiten, ist das keine Option. Da kauft man lieber einen weiteren Speicher für den GEN24.

Ist zwar teurer, aber man spart viel Zeit mit Programmieren. Klar kostet ein Fweiterer ronius Reserva 15.8 mehr als ein Victron Multiplus plus ein DIY Akku mit 48 Volt, aber ist das wirklich relevant?

Manchen ist die Programmierung auch lästig. Und diese Lösung kann man keinen anderen überlassen.

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Ich möchte mal ein paar Punkten widersprechen bzw abschwächen.

Es ist nicht Out of the Box möglich, aber.

-HA ist vorhanden

-Fronius Smartmeter kann in HA genutzt werden.

-Es reichen zwei Scripte um ein akzeptables Parallel Universum zu erstellen.

Script 1:

Nur laden des Speichers, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang

Sobald das Fronius Smartmeter Einspeisung erkannt wird das weggespeichert.

Script 2:

Nur entladen des Speichers, von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang

Entweder mit %Wert des aktuellen Verbrauchs (Entladeleistung Fronius) oder mit zusätzlicher Verbrauchsmessung (Smart plugs)

Dann kommt sich nix in die Quere

Ich überlegt gerade, mir für unsere Serverraum-Steckdose einen Ecoflow Stream AC Pro zu holen (zusätzlich zu unserem bestehenden Fronius-System) und da via “Tibber Einspeisung” als Trigger für “Ecoflow AC Pro laden” zu arbeiten. Aber ob das so geht? Man müsste zumindest nix extra programmieren, da der AC Pro ja von sich aus mit Tibber kooperiert.

Aber ich hab da ähnliche bedenken, die ich auch schon weiter oben gelesen hab: Der Fronius Gen24 hat ja immer so kurze Spitzen, bei denen er einspeist wenn große Verbraucher schalten…..nicht, dass da eine ungute dynamik zwischen den Speichern deswegen entsteht.
Hat hier zufällig schon jemand Erfahrung mit dieser Kombi?

Da fehlt aber noch die Steuerung des zweiten neuen Wechselrichters. Der darf nicht laden, wenn der GEN24 sich entlädt. Der neue Wechselrichter weiß nicht, warum kurzzeitig bei Lastwechsel eingespeist wird. Er kann das Einspeisen per PV (was er ja soll) von den Lastwechseln aus dem Akku unterscheiden.

Wie gesagt bekommt man es hin. Man muss aber beide Wechselrichter steuern können.

Das ist eine Kleinigkeit.

Lade WR2 nur wenn Entladeleistung Fronius <1

Dazu muss man den zweiten neuen Wechselrichter entsprechend steuern können.

Entladeleistung Fronius <1? Du meinst vermutlich GEN24 entlädt? Also Entladeleistung Fronius > 0 ?

Ich meine Reserva entlädt.

Klar, steuerbarer WR ist Grundbedingung.

Oder auch zwei getrennte Geräte.