Beratung / Planung - Altbau Umstieg von Gas auf LWWP - LG Therma V R290 9kW mono

Guten Tag,

Ich hoffe es ist nicht zu dreist von mir nach Neuanmeldung direkt auf die Schwarmintelligenz zu setzen und Unterstützung anzufragen :sweat_smile:

Grundlegendes Anliegen:

Ich habe vor diesen Sommer in unserem Altbau die Gasheizung durch eine LWWP zu ersetzen (DIY).

Ich habe mich die letzten 2 Jahre bereits mit der Theorie beschäftigt und bin relativ weit mit der Planung. DIY Erfahrung ist vorhanden, Trinkwasserinstallation vor 2 Jahren erfolgreich selbst erneuert.

Ich arbeite mit einem gängigen Anbieter der DIY unterstützt und damit auch KfW Förderung ermöglicht zusammen. Bisher läuft das sehr gut. Förderzusage der KfW liegt seit letzter Woche vor.

Dort wurde als allererste Schätzung eine LG Therma V R290 9kW Monoblock (UB40) genannt.

Bevor ich nun mit der Umsetzung starte, suche ich vor allem bei der Auswahl der Wärmepumpe nach zusätzlichen Meinungen/Empfehlungen ob Leistung / Kennlinie / Volumenstrom gut zu meinem Objekt passt.

Details:

Altbau Doppelhaushälfte Baujahr 1920, Standort 78xxx, NAT -9.8°C.

135 qm Wohnfläche EG+OG, vollunterkellert unbeheizt, Dachboden kalt.

Oberste Geschossdecke gedämmt U-Wert 0,14.

Fassade ungedämmt und keine Dämmung zeitnah geplant, U-Wert unbekannt.

Fenster 2000er Kunststoff 2-fach Wärmeschutzglas, U-Wert unbekannt.

Warmwasser getrennt von Zentralheizung mit BWWP.

Aktuell Gaszentralheizung von 1997 Niedertemperatur mit Aussentemperaturführung 17kW.

Verbrauch die letzten 3 Jahre 15.000 - 17.000 kWh (Gas + 1kWh Holz im Schwedenofen im EG).

Gasheizung läuft seit 3 Jahren auf der niedrigstmöglichen Heizkurve bei immer geöffneten Raumthermostaten, Vorlauftemperatur bewegt sich dabei zwischen 45-60 °C. Weiter runter schafft die Heizung nicht, Räume werden dabei teilweise noch zu warm.

Heizlast nach Verbrauch 8,7 kW / Heizlast Heizreport 12,4 kW.

EG wird weiter mit den älteren Säulenradiatoren versorgt.

OG wird (zukünftig) mit einer Deckenheizung versorgt. System Wakatherm Modular, mit 12x1,5mm Pb Rohr und Lehmputz (84,6 W/qm bei 20°C Raumtemperatur und 40°C VL / 36°C RL). Geplant sind für das OG 8 Heizkreise mit 90-100m jeweils.

Ich möchte die Hydraulik maximal einfach halten. Ohne Puffer, ohne Mischer. EG+OG mit der gleichen Temperatur fahren. Nach der Hauseinführung Vorlauf/Rücklauf von 40x3,5 auf zwei Leitungen mit 32x3 aufteilen. Eine als Steigleitung zum OG Heizkreisverteiler und eine an die Bestandsinstallation für die Heizkörper im EG, z.B. dort wo heute die Heizungspumpe sitzt. Sollte es im EG dabei nicht ausreichend warm werden helfe ich mir vorerst mit dem Schwedenofen und langfristig werden dann die Heizflächen im EG noch nachgerüstet.

Im Anhang eine Skizze zur Hydraulik vorher/nachher (Edit: Geht leider noch nicht als neuer Benutzer).

Ich bin interessiert an jeder Art Meinung und auch Ratschläge über meine genannte Fragen hinaus.

Konkrete Fragen zum Beispiel:

  • Passt die LG Therma V R290 Monoblock gut oder gibt es bessere Optionen?
  • Sind 9kW gut oder doch lieber kleiner?
  • Was sind Besonderheiten bei der LG Therma V die man kennen sollte vor dem Kauf? Gibt es Vor- oder Nachteile zwischen UB60 und UB40?
  • Ist mein Experiment Heizkörper + Deckenheizung mit Einheitstemperatur zu fahren völliger Wahnsinn und zum scheitern verurteilt oder kann man das bei meiner Konstellation mal machen?

Vielen Dank :slight_smile:

Ich verstehe nicht, dass die Gasheizung sich nicht niedriger einstellen läßt.

Wandheizung brauchst mehr Meter in der Umwälzpumpe, also 2 Pumpen. die Temperaturerhöhung muss mit den Heizkörpern halbwegs zeitgleich zurückkommen, sonst kann dir das ins takten kommen. Oder nimmst einen größeren Speicher dazu

Mit Räume zu warm läßt sich schlecht was sagen zur WP-Leistung. Nachm Gefühl 7-9kW

Danke für die Hinweise.

Ich denke die Gasheizung ist mit 17kW einfach deutlich zu groß und bei der 1997 verbauten Technik ist vermutlich nicht viel mit modulieren. Daher trotz Heizkurve auf Minimum noch zu viel Leistung und dann Räume zu warm.

Ich bewege mich bisher auch bei 7-9kW mit meinen Überlegungen.Die Entscheidung zwischen 7 oder 9 kW fällt mir gerade schwer. Oder sollte man das nicht überdenken und solange beide die gleiche Mindestleistung im unteren Modulationsbereich haben einfach die 9er nehmen?

Die Auslegung bei NAT ist mir dabei weniger wichtig. Sollte in besonders kalten Tagen die Leistung nicht reichen dann eben Heizstab + Holzofen. Wichtiger ist mir dass in den anderen 80% der Betriebszeit die LWWP effizient läuft ohne zu viel Takten.

Den Punkt mit 2 Pumpen und „Temperaturerhöhung muss zeitgleich zurückkommen“ verstehe ich so noch nicht. Kannst du mir das bitte nochmal erklären was du damit meinst?

So kann man das sehr oft tun. Je nach Wärmepumpe nochmal genau recherchieren, obs da wirklich keine Unterschiede im Verhalten gibt.

Sind die durchlaufzeiten bei 2 Heizkreisen stark unterschiedlich, startet die WP u.U. noch paar mal kurz durch. Paintbildchen: grün WP, rot und orange verschieden träge Heizkreise. Mit 2 UWP kannst die Heizkreise auf ähnliche Durchlaufzeiten bringen

Jetzt hab ich es verstanden, danke.

Werde ich mir nochmal genauer anschauen ob ich das über hydraulischen Abgleich hinbekomme oder ob ich eine zweite Pumpe einsetze. Bei der zweiten Pumpe schreckt mich dann die Frage nach der Regelung etwas ab.

Werde ich versuchen nochmal für die Modelle in der Auswahl zu tun.

Was wären denn beispielhaft mögliche Unterschiede im Verhalten auf die man achten sollte?

Wo recherchiere ich das am besten, Datenblatt der Geräte durchforsten nach Kennlinien oder gibt es irgendwo Testergebnisse die als Vergleich dienen können?

Nur einmal einstellen. schau dir die aktuellen UWP an, kannst am Drehrädchen den Durchsatz einstellen. Für die langen Rohre bei Wandheizung, Deckenheizung stellst diese UWP auf mehr Druck ein

Mit Regelung meinte ich eigentlich das Steuersignal an/aus für die zusätzliche UWP. Das muss ja von irgendwo kommen.

Die aktuelle UWP von Wilo Baujahr 1997 3-stufig (30-46-65 W) hängt eigentlich vor der Bestandsinstallation die ins EG zu den alten Heizkörpern geht, Steuersignal kommt von der Gasheizung die rausfliegt.

Rein hydraulisch sollte die Deckenheizung im OG den geringeren Widerstand haben und der größere Volumenstrom sollte doch nach oben gehen? Das bedeutet doch geringerer Durchfluss und deshalb geringere Rücklauftemperatur im EG, höherer Durchfluss und deshalb höhere Rücklauftemperatur im OG. Dann kann ich vllt die alte UWP beibehalten dort wo sie ist um den Durchfluss im EG zu erhöhen und somit Durchfluss+Rücklauftemperatur EG/OG anzugleichen?

Oder wäre für dieses Problem ein kleiner Puffer im Rücklauf in Reihe eine elegante Lösung um die zwei Rückläufe kurz vor der Wärmepumpe zu durchmischen und dadurch kommt eine konstante Rücklauftemperatur bei der WP an, ganz ohne zusätzliche UWP?

Nun darf ich auch Dateien anhängen :slight_smile:

Im Anhang eine Skizze zur Hydaulik.

Heizung Hydraulik.pdf (71,3 KB)

Kannst des ja so bauen: Je Steigleitung Drossel rein mit Verlängerungen in Pumpengröße auf Holländer. Wenns schlecht läuft, Drosseln gegen UWP tauschen. Platz für Heizungsspeicher vorsehen, ggf. schon jetzt die Abzweige setzen

Das ist eine super Idee. Experiment wagen aber flexibel bleiben für Nachrüstungen. Danke :slight_smile:

Erfahrungen in Foren.