ich betreibe drei Multiplus mit einem Fronius Symo Advanced auf AC-Out Seite und 2 MPPT Laderegler.
Als Speicher werden 2xnkon 16Kwh genutzt.
In DVCC ist die max. Ladespannung auf 53,6V begrenzt.
Diese wird auch die ganze Zeit mit “Leerlauf” gehalten.
Sobald ich aber die Einspeisebegrenzung einschalte, wird der Akku sofort mit ca. 20A geladen und die Spannung geht weiter hoch. Sowohl der Fronius als auch die Laderegler fallen dabei in der Leistung ab.
Bei ca. 53,9V habe ich die Einspeisebegrenzung wieder deaktiviert und der Akku wurde sofort wieder entladen und fällt wieder auf die eingestellten 53,6V zurück.
Wo hast Du diese Begrenzung einsgestellt, in den Victron MPPT Ladereglern?
Womit wird denn die Batterie konkret geladen?
Mit Fronio kenne ich mich nicht aus, mit Victron MPPT schon. Meiner hält da sehr genau die eingestellten Werte, egal ob die Batterie belaste oder nicht.
Es gab (gibt?) da bei Multi und MPPTs das Problem, dass die MPPTs bei aktivierter Überschusseinspeisung die eingestellten Ladestromgrenzen ignorieren, und volle Kanne bis zur Ladeendspannung laden.
Welche Ladeendspannung hast du denn in den MPPTs eingestellt?
Außerdem werden bei aktiviertem Multiplus-ESS die Einstellungen im MPPT ignoriert (außer der Maximalstrombegrenzung), stattdessen werden die im ESS eingestellten Werte verwendet.
Durch die Speicher und das vorhandene BMS ist die Steuerung aller Victron Komponenten auf “externe Steuerung” gestellt worden. Damit werden alle in den Geräten eingestellten Ladewerte ignoriert und ausschließlich nach den Parametern des BMS gesteuert (CVL).
Im Cerbo kann man darüber hinaus in den DVCC Einstellungen eine niedrigere maximale Ladespannung einstellen. Alle Geräte folgen dann dieser Einstellung.
Außer die Einspeisebegrenzung wird aktiviert, dann scheint das alles nicht mehr zu wirken.
Und das ist aus meiner Sicht das Grundproblem und von der Systematik ganz falsch! Das BMS hat mit der Ladesteuerung rein gar nichts zu tun - wird aber von div. Herstellern immer mehr so umgesetzt. Eigentlich ist das BMS nur und ausschließlich dazu da, die Batterie und ihre Zellen zu überwachen und zu schützen. Wenn es gleichzeitig Ladefunktionen übernimmt, dann ist die letzte Sicherheitsbarriere durchbrochen! Die Ladesteuerung ist Aufgabe des Ladereglers, nicht des BMS.
Und wenn dann noch von extern etwas übersteuert wird, dann ist schnell der überblick ganz verloren!
Meine bisherige Erfahrung mit dem Victron ESS und der Überschusseinspeisung: die Strombegrenzung in den DVCC Einstellungen wird sauber eingehalten, die Spannungsbegrenzung allerdings nicht. Dafür wird diese zuverlässig um 0,4 V höher ausgesteuert und dort dann sauber gehalten. Irgendwo hatte ich gelesen warum dies so ist und dass eine leichte Spannungserhöhung (hier scheinbar 0,4 V bei Victron) nötig sei. Berücksichtige ich also diese 0,4 V Differenz, dann kann ich meine gewünschte obere Spannungsgrenze gut einstellen.
Durch etwas Analyse und lesen bin ich nun etwas weiter gekommen.
In DVCC habe ich eine maximale Ladespannung von 53,6V eingestellt.
Sobald die DC-gekoppelte Überschusseinspeisung aktiviert wird, steigt der Sollwert der MPPT Regler auf maximale Ladespannung + 0,4V (54,0V).
Dies kann man auf dem Cerbo im Bereich “Vernetzter Betrieb” des MPPT sehr gut beobachten. Schaltet man die DC-gekoppelte Überschusseinspeisung ein, steigt die Ladespannung um genau 0,4V.
Ich verstehe es nun so:
Real drücken die MPPT bei aktivierter DC-gekoppelter Überschusseinspeisung immer mit einer 0,4V höheren Spannung Richtung DC-Bus.
Wenn keine Einspeisebegrenzung aktiviert ist, nehmen die Multis den Strom sofort ab und speisen ihn ein, somit wird die Batteriespannung nicht um diese 0,4V erhöht und bleibt bei 53,6V.
Sobald allerdings die Einspeisebegrenzung aktiviert wird, nehmen die Multis den Strom nicht mehr voll ab und die Batteriespannung steigt aufgrund einer Aufstauung am DC-Bus.
Ist dies so korrekt?
Und vor allem, was kann man dagegen tun? Ich will ja real eine Batteriespannung von 53,6V im float halten und keine höhere nur weil die Einspeisung gedrosselt werden muss.
Wenn man das weiterdenkt, könnte diese Situation ja sogar während der Absorbtionsphase passieren und die Ladeschlussspannung würde auch hier erhöht.