Ich bin Stadtrat in einer Stadt mit knapp 14k Einwohnern in Niederbayern.
In diesem Kontext wurde ich von einem Nachbarn angesprochen, der ein Grundstück nahe eines Netzanschlusspunktes besitzt. Für dieses wurde er wohl schon von einigen Firmen angeschrieben, die dort einen Batterie-Großspeicher mit 50 MW machen wollen. Der Anschlusspunkt hat wohl nur eine Anschlusskapazität von 18 MW.
Zu mir
Als neuer Stadtrat versuche ich die Entscheidungen des vergangenen Stadtrats unseren Bürgern verständlich zu machen und natürlich Entscheidungen zu treffen, von denen wir alle und insbesondere die Einwohner meiner Stadt profitieren. Dafür muss ich aber das Thema erst mal selbst gut verstehen.
Ich bin Software-Entwickler - also was Stromnetze angeht bin ich Laie. Bitte berücksichtigt das, wenn ich naive Fragen stelle ![]()
Schickt mir gerne alles mögliche an Lektüre / Videos, was mir hilft den Themenkomplex besser zu verstehen.
Wie läuft der Anschluss eines Batterie-Großspeichers ab?
Ich vermute, dass das Problem der ungenügenen Anschlusskapazität des Netzanschlusspunktes so gut wie überall der Fall ist, oder? Wie läuft das normalerweise ab, wenn ein 50MW Speicher gebaut werden soll? Wer muss für die Kosten eines solchen Anschlusses aufkommen?
Ich habe 400 MW in Grundremmingen gesehen, aber da war ja auch das Atomkraftwerk.
Dann gibt es wohl Speicher die hauptsächlich für die Netzstabilität gebaut werden und Speicher, die direkt bei PV-Anlagen/Windkraft sind um zu verhindern, dass man abschlaten muss.
Ich weiß nicht genau ob 100 MW in Arzberg (Wunsidel / Fichtelgebirge) in eine der Kategorien fällt.
Also konkret würde ich gerne wissen wer wann was machen muss, z.B.
- Stadt: Städtebauliche Vorgaben / Flächennutzungsplan / Bebauungsplan oder ähnliches. Also für konkrete Flächen kann die Stadt das ganz direkt verhindern.
- Bayernwerke: Netzanschluss - können die das einfach verweigern? Welche sinnvollen Gründe gibt es das zu verweigern?
- Sobald die Genehmigungen drin sind müsste ein Umspannwerk erweitert oder neu gebaut werden. Das wären "einige" Millionen EUR an kosten (laut ChatGPT - hört sich das richtig an?)
Technische Anforderungen an den Netzanschluss eines Großspeichers
Wenn ein Großspeicher eh immer an das Hochspannungsnetz muss und vermutlich so gut wie immer nicht genug anschlusskapazität an existierenden Anschlusspunkten vorhanden ist: Kann man das überall mit den gleichen Kosten "anhängen"? Oder ist es auch dann bei einem existierendem Umspannwerk günstiger als ein komplett neues aufzubauen?
Wer profitiert davon?
Klar, wir als Gesellschaft brauchen insgesamt Batteriespeicher. Aber wo fallen die Gewinne an und insbesondere wo fallen die Gewerbegebühren an? Kann man da ggf. auch ganz direkte Vorgaben machen?
Wenn die Stadt davon profitieren kann ist es sicherlich leichter Menschen davon zu überzeugen.
Wer zahlt den Netzausbau / Anschluss?
Vermutlich muss nicht nur der Anschlusspunkt erweitert / ein neuer gebaut werden, sondern das Netz muss auch ausgebaut werden, oder?
Bei 50MW wären wir ja im Hochspannungsnetz (110kV), oder? Also müsste vermutlich bei uns der Hochspannungsnetzbetreiber (Bayernwerke) das Netz dafür ausbauen. Wie wird das finanziert?
Bundespolitik: Netzdienlichkeit vs Wirtschaftlichkeit?
Gibt es einen Widerspruch zwischen Netzdienlichen und Wirtschaftlichen Speichern?
Falls ja, müsste man etwas auf Bundespolitischer Ebene ändern (z.B. lokale/dynamische Netzentgelte, regionale Strompreiszonen, abschaltung/drosselung von Großspeichern durch den Netzbetreiber)? Gibt es so etwas ggf. bereits oder ist so etwas schon in Planung?