Ich hatte Frühjahr 2023 zwei 100Ah Batterien von Basen direkt bezogen. Mit der Kommunikation per RS485 hat es erst ganz schön gehakt, weshalb ich den Growatt WR irgendwann einfach mit den Infos aus dem Datenblatt der Akkus selbst konfiguriert habe. Dann schien eigtl. alles ok.
Irgendwann im Dezember seh ich dann, dass eine der Batterien dunkel ist, Display aus. Keine Reaktion auf Tastendrücke oder spezielles Halten einzelner Tasten (Nach Rückfrage bei Basen: Reset-Taste einige Sekunden drücken, LED sollte leuchten und kurzer Klingelton zu hören sein, aber da war nichts)
Auf Geheiß von Basen hab ich die Batterie jetzt geöffnet und die Zellen bzw. je 4 Zellen gemessen - die haben alle Spannung, aber natürlich tiefentladen. Der ganze Block hat statt 52V nur 31,8V. Die Terminalschraube des Minus-Pols war nicht festgezogen, sonst konnte ich erstmal keinen Schaden erkennen. Denke, die Elektronik ist defekt.
Jetzt hab ich also einen 850 EUR Ziegel rumstehen, mit Zellen, die auf Tiefentladung vermutlich auch nicht besonders erfreut reagieren. Was kann ich denn damit jetzt tun eurer Ansicht nach? Besteht Gefahr? Kann man was retten? Freu mich über Ideen..
Hallo Thomas,
herzlichen Dank schonmal für den Vorschlag! Wie man im Bild sieht, sind die Zellen halt verpunktet, d.h. einzeln komm ich da schwer ran, oder?
Ich dachte ebenfalls schon daran, einfach mit nem Labornetzteil mal bisserl Spannung reinzujagen. Mach mir halt Gedanken, ob das ohne Balancing etc. so schlau ist. Was passiert denn, wenn ich einfach 52V anlege (mit wenig Leistung) und schau, was passiert (z.B. thermisch)?
Als erstes den minuspol anschrauben und drauf vertrauen, dass das BMS noch ok ist.
Mit dem Labornetzteil zu laden versuchen, max 1 A, besser nur 0,5 A. also irgendwas von 35 Volt, langsam steigend.
Und dann dabeibleiben und zuschauen, wie die niedrigen Zellen langsam hochkommen. Kontinuierlich messen, eine nach der anderen, mindestens eine Stunde lang.
und das ergebnis hier posten.
PS: vorerst reicht es, die Zellen knapp über 2,5 V zu bringen, dann 1 Tag Pause. Was schon höher ist, bleibt unangeruhrt.
Vielen dank Carolus, werde ich probieren. Werde dafür allerdings ein paar Tage brauchen, weil das Dingens nicht um die Ecke ist. Gebe anschließend Bescheid, wie es lief.
Ichhalte es für gut möglich, daß es ähnlich läuft wie bei Li-Ion Akkupacks. Bei denen läuft die interne technik fast immer erst, wenn alle zellen >3V sind. Bei Lifepo wird die schwelle 2,5V sein. 100Ah-Zellen würde ich bei abgeschalteter Elektronik mit 1-2A laden und alle Zellen regelmäßig alle paar minuten messen, ob eine davonläuft.
Du solltest vor allem ALLE Anschlüsse testen und mal dran ziehen. Ich habe zwei Jakiper Akkus gekauft vor 2,5 Jahren. Der erste kam schon defekt an, jakiper angeschrieben, die haben auch gleich reagiert und mir gesagt wonach ich schauen muss. Habe dann an allen BMS kabeln gezogen und was soll ich sagen, 6 Stück gingen einfach aus den Ringkabelschuhen raus. Also alle angelötet und der Akku lief. Der zweite lief zunächst aber hat sich nach 5 Tagen abgeschaltet. Wieder jakiper kontaktiert und alle Schraubverbindungen mit Drehmomentschlüssel (musste ich mir damals kaufen) nachgezogen. Die Schrauben waren alle unterschiedlich angezogen und nachdem ich alle festgezogen hatte lief er auch wieder. Akku hatte allerdings seltsames Verhalten (beim Entladen bei mehr als 30 A brach die Spannung zusammen) Busbars überprüft nach Kontakt mit Jakiper und eine wurde sehr warm. Jakiper sendete mir 5 neue zu. Nachdem ich die verbaut hatte, lief der Akku 1 jahr problemlos.
Da ich ihm aber nicht traute, habe ich ihn nun in meinem Wochenendhaus und habe Amy Wan Akkus bezogen und die Laufen seit 9 Monaten super und ohne Probleme.
Die waren vom support immer schnell und super nett, haben angeboten kann die Akkus zurückschicken, aber das alleine hätte knapp 400 Euro gekostet. Der einzige Vorteil der Akkus ist, dass sie CE Kennzeichnung haben und daher die Anmeldung bei meinem VNB kein Problem war.
Ich habe das Gefühl es gibt da massive Probleme in der Fertigungsqualität.
Daher würde ich alle BMS Kabel überprüfen. Da deine Zellen gepunktet sind ist das natürlich schwierig zu schauen, ob da alles ok ist. Höchstens mit Wärmebildkamera schauen ob es irgendwo sehr warm wird.
Es sind ein paar Wochen vergangen - ein kurzer Zwischenstand. Ich hatte natürlich erstmal geprüft, ob außer der Terminalschraube noch etwas lose ist - und bisher nichts erkennen können.
Das BMS war nicht zu erweichen - daher hab ich die Zellen einzeln über 2,5V gebracht und gehalten, manche sind auch höher. Derweil mit Basen kommuniziert, was schon etwas frustrierend ist. Es kommen sehr oft die gleichen Fragen und Pauschalantworten. Nein, ich habe keine Daten vom BMS, auch keine "Charging Map" oder sonst welche Infos, die ich aus dem BMS auslesen könnte - denn es ist komplett tot.
Interessanterweise kam das BMS beim Laden (Labornetzteil, jede einzelne Zelle bei geringem Strom) mal für einige Minuten online, samt Display und allen Werten und ich wurde schon optimistisch - ich denke, es war, als ich über 35V Gesamtspannung kam. Kurz darauf (nach weiterem Laden) war aber wieder komplette Funkstille und seit dem tat sich auch nichts mehr. (Kann sich jemand daraus einen Reim machen??)
@flosen die Spannungsdifferenzen der einzelnen Zellen sind aber extrem groß! Da wurde wohl beim Tiefentladen Zellen in Mitleidenschaft gezogen ("beschädigt")? Wieso hat das BMS diese (vermutliche) Tiefentladung nicht verhindert?
Ich sehe da erstmal nicht schwarz. Ich würde die Zellen mit dem Labornetzteil mit 54 V und Strombegrenzung auf 2-3 A laden und alle 3 Stunden mit dem Voltmeter die Zellenspannungen kontrollieren. Das BMS hat sich eventuell durch die nicht ausreichende und schwankende Versorgungsspannung "weggehängt". Einfach mal alle Anschlüsse abklemmen und wenn die Batterie wieder in einem vernünftigen Ladezustand ist, wieder anklemmen.
@Blindwiderstand Das hat ne Weile gedauert, alle Zellen auf mindestens 2,5V zu bringen bei geringem Strom und ständiger Kontrolle, was die Zellen machen.
1 oder 2 waren schon knapp unter 2V. Die Anlage ist remote und ich hatte jetzt auch keine Energie, den 60kg Akku durch die Weltgeschichte zu fahren und rumzuhieven - um ihn in meiner Nähe zu haben und ständig was zu probieren. Das Ding ist echt keine Powerbank für unterwegs..
Es ist schon möglich, dass die Tiefentladung Spuren hinterlassen hat - aber ich konnte "damals", im Dezember, auch nicht einfach die Kiste aufmachen, bevor mir Basen nach vielen anderen sinnfreien Fragen "erlaubt" hat, im Inneren nach dem Problem zu suchen. Im Prinzip geht es ja um einen Garantiefall, wenn das BMS von Haus aus defekt war. Ich habe 2 baugleiche Akkus, beide waren korrekt angeschlossen, und dieser hier war einfach eines Tages dunkel, der andere tut einwandfrei.
@Carbo Das werd ich dann mal versuchen - mich wundert halt, dass das BMS ja auch bei externen 54V komplett dunkel blieb/bleibt, und auch ganz offensichtlich keinen Strom an die Akkus weiter gab/gibt. Aber dann werd ich mal das Pack von Hand auf sinnvolle Spannung bringen und dann das BMS wieder anklemmen.
Ende gut, alles gut? Aktuell sieht es ganz gut aus, soweit...
Ich hab die Zellen wieder von Hand einzeln auf 2,5V+ gebracht, dabei beobachtet, dass das BMS bei ca. 35V Gesamtspannung angesprungen ist. 10 Minuten später war dann wieder alles dunkel, obwohl ich die Zellen weiter geladen und auch externe Spannung angelegt habe. Als dann 40+V Gesamtspannung und 2,5+V Spannung je Zelle erreicht waren, hab ich den letzten Hinweis von Basen nochmal getestet und die RST/Reset Taste 10 Sekunden gedrückt. Beim Loslassen(!) nach 10+Sek(!) springt dann das BMS wieder an und verrichtet seinen Dienst.
Ich hab das Pack dann erst nochmal per Labornetzteil gesamt bis auf 50V und bei gemächlichen 2A über das BMS (also extern verbunden) geladen. Dann noch einmal über Nacht diese Ladung in Ruhe verdauen lassen und am nächsten Tag mit dem anderen Pack zusammengeschlossen und dem Growatt Solar-Inverter übergeben. Und dann ging's ab. Sonne war schön da, hat geladen mit 20-35Ah und bis Mittag war das Pack voll, laut BMS mit schlussendlich 110Ah Ladung (100Ah Nennladung). Das andere Pack, das tadellos funktionierte, hat laut BMS noch 120Ah, d.h. ein gewisser Schaden ist schon entstanden, denk ich...
Ich hab permanent mit dem Notebook, RS485/USB-Adapter und dem "Family BMS" Tool (Upper Computer Software -> Low Voltage) die Werte des BMS kontrolliert, am Ende waren es 4mV Zell-Differenz - und die Temperatur der Zellen ging auch bei 30Ah Ladung nicht über 24°C.
Problem war also vermutlich die schlechte Verbindung des Plus-Terminals in Verbindung mit ohnehin schlechtem Wetter im letzten Herbst. Hätte ich den Trick mit der Reset-Taste schon früher erfahren, hätte ich mir aber seeeehr viel Aufwand erspart.