Balkonsolar im Garten nicht erlaubt?

Hallo zusammen,
ich verfolge das Thema Balkonsolar schon lange und habe mich nun dazu entschieden, eines anzuschaffen.
Ich bin Mieter einer Erdgeschosswohnung mit Garten. Der Garten ist hinter dem Haus und entsprechend eingezäunt. Wir befinden uns hier auch nicht in der Stadt, sondern außerhalb. Meine Nachbarn haben bereits ein Balkonkraftwerk in ihrem Garten aufgeständert.
Ich wollte mir ebenfalls zwei Module im Garten quer bei etwa 30 Grad aufständern. Ich habe auch zwei Steckdosen draußen für die Einspeisung. Baulich muss ich nichts verändern.
Mein Vermieter hat mir das Vorhaben nun untersagt, mit dem Hinweis, dass die Eigentümer erst zustimmen müssen. Ich habe heute den halben Tag damit verbracht, noch einmal genau herauszufinden, ob mir das überhaupt untersagt werden kann. Für mein Verständnis höchstens aus optischen Aspekten, dafür müsste sich aber jemand gestört fühlen, der über mir wohnt und dann von seinem Balkon 180 Grad nach unten auf die zwei Solarmodule guckt. Da ich sonst keine bauliche Veränderung am Gemeinschaftseigentum durchführen muss und die Anlage ja jederzeit rückstandslos zurückgebaut werden kann, wüsste ich keinen weiteren Grund, warum ich die Module nicht in meinem Garten aufstellen dürfte.
Vielleicht könnt ihr mir aus eurer Erfahrung noch eine Einschätzung geben, ich würde mich freuen.
Soweit besten Dank und noch einen sonnigen Tag.

Vermieter ist nicht der Eigentümer? Wie sind denn die konkreten Verhältnisse?

Hi.
Doch, der Eigentümer meiner Wohnung, ist mein Vermieter.
Die 5 anderen Wohnungen hier im Haus, haben jeweils einen anderen Eigentümer.

Wenn er das entscheiden kann, würde ich erstmal ein freundliches Gespräch mit ihm suchen. Ist doch immer viel besser, im Konsens sowas zu machen, anstatt gegen seinen Willen etwas rechtlich durchzusetzen. Das belastet ja den Kontakt zum Vermieter.

Ich sehe, das übliche Thema. WEG-geteilte Wohnanlage.

Das "Allheilmittel" für solche Fälle lautet: Solargartentisch. Der gilt rechtlich als Möbelstück, da hat der Vermieter/haben die übrigen Eigentümer dann keine Handhabe dagegen.

Gibt es fertig zu kaufen, aus Kostengründen wäre aber ein Eigenbau zu überlegen. Beispiel:

Moin, das guck ich mir gleich mal an. :wink:

@win

Guten Morgen,das habe ich ja eingangs mit der Anlage erwähnt, die ich aufstellen will. Zwar per Mail, aber anders ist es meistens eher schwierig. Seine Aussage war, dass dies die Eigentümergemeinschaft entscheiden müsste. So wie ich das aus der Vergangenheit kenne, wird jetzt wohl nichts mehr passieren. Ich will jetzt auch nicht klagen, aber gegebenenfalls die Anlage dennoch aufbauen, da ich ja nicht der Erste bin. Hier versuche ich abzuschätzen, gegen welche Regelungen ich im Zweifel überhaupt verstoßen würde.

Ich hätte auch noch einen Link zum Solartisch vom Solateur meines Vertrauens:

Genau das ist der zentrale Punkt. Er ist zwar dein Vermieter, aber nicht der Eigentümer und es gibt eine Eigentümergemeinschaft. Er kann das also nicht entscheiden, es braucht vermutlich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft. Und das gibt regelmäßig Probleme. Die Probleme rühren oft daher, dass Leuten die Optik nicht zusagt.

In deinem Fall im Garten ist das nochmal anders, weil nicht Fassade.

Sinnvollerweise sollte er es in die nächste Versammlung einbringen und wenn keiner was dagegen hat, kannst du es machen, ohne noch irgendwelchen Stress zu befürchten.

Wenn du es einfach machst, weil du vielleicht irgendwelche rechtlichen Quellen findest, ist Stress vorprogrammiert. Kommt dann auf deine Persönlichkeit an. Gibt Menschen, die leben bei sowas auf, andere, die wollen sowas vermeiden, wo es geht.

Ich würde auch mal recherchieren nach [Eigentümergemeinschaft Balkonkraftwerk]. Mein letzter Stand ist, dass es eine Zustimmung bedarf. Sonderfall Garten weiß ich aber nicht.

Vermutlich gehört dem Vermieter der Garten nicht, sondern der Eigentümergemeinschaft. Du darfst ihn nur nutzen, weil Du im EG wohnst?

Wenn es so ist, ist es klar, dass die Gemeinschaft zustimmen muß. Es wäre ein gewisses Vorrecht des EG-Nutzers hier den eigenen Strom produzieren zu dürfen und die anderen haben nichts davon. Wenn dem Vermieter aber das ganze Grundstück gehört, mußt Du das Anliegen mit ihm klären. Es kann die verschiedensten Gründe dagegen geben - macht auch keinen Sinn hier darüber zu spekulieren.

Der Garten gehört "mir", so wie die anderen Gärten die im Erdgeschoss sind zu den jeweiligen Wohnungen gehören.

Die sind jeweils für die Wohnung eingezäunt.
"Er ist zwar dein Vermieter, aber nicht der Eigentümer und es gibt eine Eigentümergemeinschaft."
Ich hoffe ich verstehe dich hier richtig, meinem Vermieter gehört die Wohnung, er hat Sie an mich vermietet.
Jede Wohnung hier im Haus gehört "jemanden", daraus ergibt sich eine Eigentümergemeinschaft.

"Ich würde auch mal recherchieren nach [Eigentümergemeinschaft Balkonkraftwerk]. Mein letzter Stand ist, dass es eine Zustimmung bedarf. Sonderfall Garten weiß ich aber nicht."
Die Situation, die ich hier habe, ist nicht gleich/leicht zu finden, deswegen hatte ich ja hier gefragt, ggf. gibts Erfahrungen.
Hier ist es einigermaßen gut erklärt: https://www.homeandsmart.de/balkonkraftwerk-mieter

warum hast du gefragt? Da hätte ich erst mal gemacht und gewartet ob es Beschwerden gibt... nu ist es dafür zu spät.

Wenns der Nachbar auch macht - gleiches Recht für alle :slight_smile:

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Und der WR da hat ne Zulassung?

Der Hausgarten ist also nicht im Gemeinschaftseigentum, sondern in einzelne Stücke Sondereigentum geteilt, sodass jeder Wohnungseigentümer sein eigenes Gartenstück hat?

Wenn ja, so kann dein Vermieter auch alleine entscheiden.

Ähm, Nope...

Moin,

Ich habe den Vermieter informiert das ich es machen möchte. Gefragt im Sinne von "darf ich" oder "hätten sie was dagegen" habe ich nicht. Wie auch immer finde ich das aber auch richtig, einfach machen ist dann so eine Sache in einer Mietwohnung.

Ja genau, der Garten inklusive Zaun drum herum ist privat. Pflege der Fläche, wie Rasenmähen oder Pflanzen liegt bei mir.

Leider sind PV Anlagen, ob verankert oder durch Eigenmasse gesichert, eine Bauliche Anlage wenn diese nicht wie bei einer Powerstation "mal ebend" abgebaut oder verschoben werden kann. Wenn der Vermieter es untersagt, dann kann rechtlich nichts gemacht werden, da es sich nicht um eine Gebäudeanbringung an einem Geländer etc handelt. Ich denke Du wirst auch nur ein Nutzungsrecht für den Garten, aber diesen NICHT als Mietfläche im Vertrag stehen haben. Anders sieht es halt bei gemietetem Garten aus, aber dann sind Bauvorschriften relevant.

Was ist mit einer Zaunmontage? Einen niedrigen Sichtschutz darf der Mieter ohne Zustimmung am Zaun anbringen. Aus meiner Erfahrung ist es auch nicht so relevant ob 30,60,90 grad Aufständerung, die paar Watt die da flöten gehen sind besser als gar kein Ertrag. Das der Sichtschutz noch Strom produziert ist ganz nett. Aber beschädigungsfreie und ordentliche Befestigung voraus gesetzt.

Ich bin ehrlich, ich bin dafür das sich jeder selber versorgen kann, aber das Vermieter die Optik stört kann ich bei zwei aufgeständerten Modulen schon verstehen. Des weiteren ist es bei Rasenflächen dann nicht mehr einfach möglich diese zu Mähen, der Rasen darunter kann eingehen.

"privat" ist vielfältig interpretierbar und in WEGs ist rechtlich alles kompliziert :wink:

Also bei uns ist das so, dass der Garten einer EG-Wohnung nicht dem Wohnungseigentümer gehört, sondern der WEG - so eingetragen in der Teilungserklärung / Grundbuch. Dort ist dann festgehalten, dass der Eigentümer der EG-Wohnung ein Sondernutzungsrecht für den jeweilig dazugehörigen Garten von der WEG bekommt.

Mehr zum Sondernutzungsrecht hier:

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@posthorn Genau das meinte ich, so natürlich besser und deutlicher erklärt als meine Aussage. Und da wird auch das Problem liegen, die Nutzung ist geduldet, Änderungen aber nicht. Kenne ich bei Mehrparteienhäusern auch so, bei privater Mietung ist das ganz was anderes wenn es ein ein oder zwei Familienhaus ist, da mietet man auch den Garten an, wenn das so auch im Mietvertrag steht.

Na dann Bau ein Gestell, mach Räder dran und deine Module drauf, da greift auch kein Baurecht... ist ja mobil. Kannst dir auch einen riesigen Zirkuswagen in den Garten stellen, der muss nur mit Rädern mobil bleiben, da ist die Größe dann egal.

Dein Vermieter kommt doch sicher nicht regelmäßig vorbei, der wohnt sicher sonst wie weit weg... bei einem BKW würde ich das Risiko eingehen.

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Hallo zusammen,
was das Mähen oder die Pflege angeht, mache ich mir keine Sorgen. Mähen oder Pflege mit Solarpanels sollte weiterhin problemlos möglich sein. Auch aus optischer Sicht sollte es eigentlich kein Problem sein. Wie beschrieben, sind die Gärten hinten raus. Nach den Gärten kommt auch nicht direkt das nächste Haus oder Ähnliches. Ich werde das nochmal mit dem Vermieter besprechen. Von der Politik kann man nur auf klare Regeln hoffen, die für beide Seiten funktionieren. Wie man hier sieht, ist es selbst bei einem "eigenen" Garten für beide Seiten mehr als schwer.
Ich habe noch eine technische Frage nebenbei :wink:
Die Panels würde ich auf handelsüblichen "Alu-Dreiecken" montieren. Pro Panel (2x Dreiecke) beschwere ich das Ganze mit insgesamt 64 kg (Dreiecke verschraubt auf Steinplatten, 2x 32 kg). Die Anlage steht ja (wenn sie dann aufgebaut wird/darf) an der Hauswand, ziemlich windgeschützt. Weiter überlege ich, die Dreiecke seitlich zu verschließen, damit der Wind nicht darunter kann. Größe der Panels: 1.762 x 1.134 mm.
Gibt es Erfahrungen hier bei den Mitlesern, die ggf. ihre Anlage auf einem Flachdach aufgeständert und vergleichbar beschwert haben? Das Gewicht kann ich auch verdoppeln, das wäre jetzt nicht das Problem.

Schönes Wochenende.