Hallo zusammen,
ich verfolge den YT-Channel vom Akkudoktor schon seit einiger Zeit und das Interesse ist schon länger da, eine kleines BKW anzuschaffen.
Ich bin zwar in der konkreten Umsetzung absoluter Neuling, bin aber ebenfalls Naturwissenschaftler und habe zusätzlich einige Erfahrung im technischen/Elektronik/IT-Umfeld ... dennoch habe ich einige Fragen an die Community zu den Thema.
Ich komme aus Oberbayern, wohne zur Miete, habe schon länger einen Shelly 3PM im UV und 50..60W Grundlast und habe nur einen kleinen Balkon mit WSW Ausrichtung, der nur kleine Halbmodule zulässt. Daher habe ich ne ganze Weile gehadert, ob das überhaupt was bringen kann. Vor Jahren hatte ich aber mal so ne kleine 20w Solartasche für paar Euro aus China gekauft (=bescheidener Wirkungsgrad, vermutlich im Leben keine 20W, und ETFE Zellen) ... Zu meinem Erstaunen hat diese eine 20Ah Powerbank ohne große Ausrichtung/Nachführung einfach auf den Balkontisch gestellt zuverlässig alle 1..2 Tage voll bekommen ... Also bisschen was scheint da doch zu gehen.
Nun habe ich schon ne ganze Weile auch eine Bluetti eb3a ... Eigentlich nur als große Powerbank für unterwegs ... Die hat aber auch einen Solareingang ...also ist mir mal ein kleines 100W Glas-Modul (12v) zugelaufen ... Das macht nachmittags seine 50-60W ohne ausoptimierte Ausrichtung (derzeit noch auf dem Balkon, nicht außen am Geländer). Leider ist mein Plan, das Panel einfach angeschlossen zu lassen und damit eine Mini-Inselanlage zu bauen nicht wirklich aufgegangen, da die Bluetti scheinbar immer aktiv bleibt, solange das Panel angesteckt ist und den Akku so über den Standby Verbrauch langsam (im Dunklen) leert ... damit bleibt kaum nutzbare Ladung übrig, wenn man den Akku nicht jeden Abend leert (und erreicht so oder so ein DoD, die dem Akku nicht gut tut). Daher meine erste Frage: gibt's hier eine sinnvolle Elektronik, die das Panel trennt, sobald der MPPT-Regelbereich unterschritten wird? Mein erster Gedanke wäre ein einfaches Relais, das sich selber schaltet, sobald das Panel hinreichend beschienen wird ... Da das Relais noch ohne großen Stromfluss schaltet, sollte das eigentlich ohne Probleme funktionieren (ohne verschweißen der Schaltkontakte), ohne eine einstellbare Hysterese wird dies aber zu einem ewigen Flattern führen, fürchte ich: Spannung sinkt durch MPPT --> Relais schaltet ab --> Spannung steigt --> Relais Schalter durch --> redo from start.
Daher meine Frage: gibt's da was sinnvolles zum Kaufen oder Nachbauen?
Idee war einfach als Mini-Inselanlage für alle USB und Niedervolt Anwendungen zu basteln und die Bluetti immer geladen zu halten.
Zweiter Schritt der "Evolution":
Da die Panele vom Lidl-BKW genau "saugend" an meinen Balkon passen (hochkant) und mit 149€ billig genug zum Spielen habe ich das kurzerhand gekauft. Da es mir ohnehin eher um das Bedienen meines Grundverbrauches ging hat mich auch der 400W Wechselrichter mit nur einem MPPT als "Zugabe" erstmal nicht abgeschreckt. Die beiden Panele liegen bislang auch erstmal provisorisch aufgeständert auf dem Balkon ... Über einen Shelly plug S gen3 angeschlossen.
Meine bisherigen Erfahrungen:
Ein Panel reicht nicht, um in den MPPT Bereich zu kommen, mit beiden in Reihe alles gut - ok, nicht wirklich überraschend.
Aber die grösste Überraschung: schon vormittags, ohne einen einzigen direkten Sonnenstrahlen habe ich teilweise zweistellige W erreichen können ... Das hat mich recht positiv überrascht ... Da hat die Bluetti noch lange mit "PV Spannung zu niedrig" die Füße hoch gelegt. Der Wechselrichter fängt aber so teilweise schon gegen 9 Uhr am Vormittag mit seinen ersten paar Watt an.
Richtig spannend wird es dann aber nachmittags: sobald direkte Sonne auf den Paneelen ankommt: nix, 0 W.
Während ein diffus mit reinem Streulicht beschriebenes Panel noch 15..25W bringt, bricht die Leistung direkt auf Null ein, sobald das Panel teilweise direkt beschienen wird.
Macht das Sinn?
Ist das irgendwie sinnvoll erklärbar?
Da passiert dann auch nichts mehr, bis abends dann wieder nur noch diffuses Licht ankommt ... Dann gibt's wieder ein bisschen Einspeisung von 10..20W.
In der Zeit der direkten Sonneneinstrahlung steigt die Panelspannung auf knapp 32V ... während morgens schon ab 29/30V der Tracker anspringt. Im Spannungsbereich des Trackers sind wir da aber natürlich noch weit ...
Trennt man die AC Seite (Shelly oder manuell), dann merkt man nach dem wiederverbinden, dass der MPPT kurz versucht, einen Arbeitspunkt zu finden ... Es werden kurz für wenige Sekunden ein ganz paar Watt abgegeben, dann wieder Null.
Nach ein paar Tagen gab es ein Update der MCU des Wechselrichters ... Danach waren nur noch 4..7W vormittags drin ... Oftmals auch sehr, sehr schwankend, über Minuten nix, oft über Stunden nix ... Dann wieder stabil.
Vor paar Tagen dann ein neues Update der MCU ("Stabilität MPPT") ... Seitdem wieder wie vorher etwas stabiler, gefühlt aber immer noch minimal schlechter.
Was bleibt: Sonne kommt rum, 20..25W ... Erste direkte Sonnenstrahlen auf dem Panel: 0W.
Daher meine Frage:
Liefert ein teilverschattetes Modul wirklich weniger Leistung als ein gleichmäßig, aber schwach und diffus beschienenens Modul? Und wenn ja, warum?
Bypass-Dioden?
Oder ist der MPPT des Tronic Wechselrichters einfach so bescheiden programmiert, dass der unter diesen Bedingungen keinen Arbeitspunkt findet und sich dann schlicht für's nicht-Einspeisen entscheidet?
Das Phänomen bleibt übrigens vorhanden, auch wenn 2/3 bis 3/4 des Panels gleichmäßig beschienen wird, der Rest teilverschattet. Durch die Ausrichtung (hochkant) aber halt zwangsläufig parallel zur kurzen Kante verschattet ...
Oder ist der Wechselrichter einfach nur kaputt? (Bei dem großen Bruder mit 800W und 2 MPPT findet man mehrere Bewertungen, das dieser nach kurzer Zeit gestorben sei ... Beim 400W Modell hab ich bislang noch gefunden, heißt natürlich nix)
Mit diffusem Licht tut er dafür ja was er soll...
Wenn ja, wie kann ich das sinnvoll testen?
Mit einem Labornetzteil (mit Strombegrenzung) an den PV-Eingang und damit spielen? Netzteil dabei aus anderer Phase (oder besser aus der Bluetti?) speisen?
Oder ein Panel von den neuen, 185W mal an die Bluetti und schauen, was deren MPPT dazu sagt, wenn die Sonne direkt auf das Panel scheint? Beide in Serie hat eine zu hohe Leerlaufspannung, die Bluetti mag nur max. 28v, die beiden Panele liefern im Leerlauf gut 32v ... Auch wenn das vermutlich kein Problem wäre, weil der MPPT sicher einen niedrigeren Arbeitspunkt einregeln würde...
Oder direkt einen anderen Wechselrichter besorgen (und den Tronic reklamieren)?
Da ich insgesamt 4 von den kleinen Paneelen unterbringen könnte, macht einer mit mind. 2 MPPT so oder so Sinn. Da ich mehrheitlich die Grundlast bedienen will wäre mir ein gutes Schwachlichtverhalten wichtig(er), 600 oder 800W werde ich so oder so nie erreichen in meiner Konstellation. Und als "technisches Spielkind" natürlich die Möglichkeit, an möglichst viele Infos/Messwerte zu kommen.
Ich schwanke zwischen dem Growatt neo 800m-x (weil nen ganzes Stück billiger) oder dem hoymiles hms-800w-2t ... Oder doch der Version ohne W und mit DTU? Kann ich bei der WLAN Version mit DTU noch mehr Infos rausziehen, wenn ich will, oder geht dort dann nur WLAN?
(HA bislang noch nicht vorhanden, aber schon länger geplant ... Wenn man denn mal Zeit hätte.)
Ich hoffe, ich habe euch nicht komplett erschlagen mit meinen gesammelten Fragen.
Danke schonmal und
Schöne Grüße