Meine Mutter wünscht sich ein Balkonkraftwerk, möchte aber auch gerne sehen, wie viel PV-Strom sie selbst verbraucht. Das Ganze soll einfach zu bedienen sein und nicht zu teuer werden.
Meine Idee wäre, einen Tasmota SML IR-Leser für den Stromzähler zu verwenden, der einen Shelly Pro 3EM emuliert. Es gibt wohl einige Akkus, die die Anbindung eines Shelly Pro unterstützen und die Werte dann in der App anzeigen. Gibt es einen Wechselrichter, bei dem man das auch ohne Akku machen kann? Oder gibt es da noch eine bessere Lösung?
Schau mal nach "Null Einspeisung" bei den BKW Angeboten. Da gibt es Geräte, die den PV Überschuss speichern (Akku) und nur soviel ins Hausnetz einspeisen, bis der Tarifzähler auf Null Verbrauch kommt. Die Shelly 3 Phasen Messgeräte werden von vielen unterstützt. Da sollte jedoch eine Elektrofachkraft die Installation am Sicherungskasten machen. Alternativ können IR Leseköpfe eingesetzt werden, was den Elektriker spart. Leider kenne ich keine Listen, welcher dieser BKW Speicher mit welchem Strommessgerät kommuniziert. Im Zweifel schaut man in de Dateblätter und Beschreibungen rein.
Danke für die Antwort, nen Akku soll es erstmal nicht geben. Es geht rein um die Anzeige.
Hat sie WLAN? Dann nimm das Tasmota Teil "Hichi" oder "Volkszähler" genannt. Dazu brauchts du noch eine 5 V Versorgung im Zählerkasten. Das Auslesen des Tarifzählers über die IR Schnittstelle muss erst mittels Code frei geschaltet werden. Den Code gibt es vom VNB.
Danach muss das zum Zähler passende Skript in den Tasmota Lesekopf übertragen werden. Nun bitte in dem Browser der Wahl deiner Mutter die IP Adresse abspeichern. So sieht sie auf ihrem Lesegerät die aktuellen Zählerdaten.
Wieviel sie selbst vom BKW verbraucht sagt diese Zahl aber nicht. Dazu braucht es dann noch die Einspeiseleistung des BKW (vermutlich mit App).
Beispiel PV liefert 300W, Tarifzähler zeigt Netzbezug 100W, dann verbraucht sie die gesamte PV Produktion und kann den Bedarf von 400W zu 3/4 aus PV Produktion decken.
Liefert die PV 800W und der Tarifzähler zeigt -400W, dann deckt sie ihren Bedarf (wieder 400W) zu 100% und verschenkt den Überschuss von 400W ans Netz.
L.G.
Ich hätte vermutlich zu meinem Hintergrund etwas sagen sollen: Ich kenne mich schon etwas mit der Materie aus. Ich habe schon mehrere große Solar-Anlagen geplant und gebaut und mir auch einen selbstbau Akku mit OpenDTUonBattery gebaut.
@deff
"Hichi" oder "Volkszähler" sind ja SML IR-Leser.
Es soll ein System sein, in dem direkt alles auf einmal angezeigt wird, damit es einen realen Nutzen hat. Daher würde ich, wenn ich diesen Weg gehen würde, Hoymiles-Wechselrichter + OpenDTUonBattery mit SML IR-Leser und ein ESP32 mit einem 4“-E-Ink-Display, das die Daten über MQTT holt, nehmen. Das externe Display, weil OpenDTU nur kleine Displays unterstützt und auch keine Tageswerte anzeigt. Das ist mir aber eigentlich zu aufwändig.
Es hier im Abschnitt “pvakku-powermeter-emulator (ESP32)” eine Liste mit Akkus die zusammen mit einem Tasmota SML IR-Leser kompatibel sind. Aber halt nur Akkus.
Prima, danke für den Link.
Nun würde ich mal deine Mutter fragen, warum ohne Akku aber mit Messung des selbst verbrauchten PV Stroms gut sein soll. Ohne Akku kann die PV Leistung nie höher als 800W betragen, denn mehr als "erlaubt" schiebt der WR nicht ins Netz. Mit Akku könnten die 2000W im Akku für die Nacht eingelagert werden.
Ohne Akku und nur mit (Fern-) Anzeige des Tarifzählers wird sie sehen, dass sie einiges an Strom verschenkt. Und sie sieht, dass es im Dunklen keinen PV Strom gibt. Dafür reicht doch ein "Hichi" und ein altes Pad, Handy oder sonstiges WLAN fähigens Gerät mit Browser. Ein openDtu braucht man dafür nur als Anzeige nicht.
Ob es reine ModulWR gibt, die eine fremde Strommessung auslesen, weiß ich nicht. Mir fehlt das Verständnis für den Nutzen. Vielleicht können dir andere Foristen weiter helfen.
Ciao
Das Bedürfnis zu wissen, welchen Eigenstrom man gerade verbraucht, finde ich schon gut nachvollziehbar. Sehe aber auch keinen supereinfachen Weg, das hinzubekommen. Da frage ich mich dann auch, ob Aufwand-Nutzen da noch in einem sinnvollen Verhältnis stehen.
Das einfachste was mir einfällt ginge mit einem Hoymiles Microwechselrichter, Tasmota IR Lesekopf und dazu passender OpenDTU. Da dann OpenDTU-OnBattery drauf und Nulleinspeisung einrichten, das geht damit auch für WR die an PV hängen. Was dort unter “Inverter Gesamtertrag Insgesamt” angezeigt wird entspricht dann (annähernd) dem Eigenverbrauch weil Einspeisung ja unterdrückt wird.
Keine ootb Komplettlösung, geringfügig weniger selbstgenutzter PV Ertrag ist auch zu erwarten wegen der nicht super schnellen Regelei.
...wäre aber auch schade, damit PV-Energie abzuregeln, anstatt sie ins öffentliche Netz einzuspeisen. Wenn man mal so weltzentrisch und nicht egozentrisch denkt...
Danke für euer Feedback! Ich hatte halt die Hoffnung, dass es eine elegante, einfache Lösung gibt.
Der Sinn? Sie ist Physikerin im Ruhestand und mag Daten ![]()
Fein, eine Frau vom Fach. Dann wird sie gewiss verstehen, dass die Messung etwas schwieriger ist. Der Strom zum Verbraucher kann ja sowohl vom Netz als auch von der PV Anlage kommen. Also braucht es 2 Messsensoren und Gerät zum Saldieren.
Es ist einfacher, mittels Akku den gesamten PV Ertrag zu nutzen und dafür gibt es die fertigen BKW Speicher, die schon einen eigenen WR eingebaut haben. Mit dem von dir bevorzugen Tasmo Lesekopf und kompatiblem Speicher ist das ja schnell aufgebaut und eingerichtet. Da man dann den gesamten PV Strom nutzt, braucht es keine Messung, wieviel davon selbst verbraucht bzw. ins Netz verschenkt werden.
Daten für die akademische Betrachtung gibt es dann sogar (viel) mehr: PV Ertrag, V und A der Module, Stromverbrauch, Akku Spannung und SoC, usw.
L.G. auch an deine Mutter
Ich würde auch gleich nen Akku spendieren und nen Shelly 3em pro (oder was der Akku unterstützt) in die Verteilung einbaun, wenn es kein finanzielles Problem ist. Dann hat sie alles zusammen und kann es ggf. exportieren und mit Python auswerten. Muß gerade an ein Nobelpreisträgertreffen in Lindau denken, wo ich als Student und über eine Schulolympiade Anfang der 90er Jahre teilnehmen durfte. Lamb (vom Lamb Shift) war so gegen 80 und meinte zum Ende seines Vortrags, er hätte jetzt C++ gelernt, Fortran wäre ja doch etwas altbacken ![]()
Wenn deine Mutter aus den Naturwissenschaften kommt, dürfte sie auch mit Home Assistant klar kommen. Unterstützung für jede Art von Spieltrieb.
Tasmota Leser auf den Zähler, Tasmota Dose an den Wechselrichter und man ist Hersteller unabhängig.
Nix wird abgeregelt, alle sind glücklich ![]()
Für openDTU und ähnliche dürfte erstmal irgendein Datensichtgerät reichen. Alter Laptop, oder Android tablet an die Wand. Das hab ich auch noch vor. Lesekopf reicht für ne Regelung aus, mim shelly Zähler kannst da ein js script reintun, das dir aus dem Zwischenstecker und den Zählerdaten was hübsch buntes anzeigt.Hab kürzlich interessantes in die Richtung gesehn.
Habe hier voll und ganz Shelly vertraut. Bei allen balkonkraftwerken wurde im Zählerschrank ein 3em pro installiert und unmittelbar nach dem Wechselrichter jeweils ein Shelly 1 PM.
Man ist so zum einen nicht auf die Software des Wechselrichters angewiesen (hatte noch Deye im Hinterkopf) und zum anderen hat Shelly eine schöne Übersicht.
Netter Nebeneffekt, auch wenn es erst nicht geplant war kann man ein paar smart Home Funktionen später ohne Aufwand dazu bauen.