Ein Balkonkraftwerk, so wie es im Moment Steckerfertig geliefert wird, ist eine einfache und feine Sache für Milionen von Haushalten. Man glaubt gar nicht, wie gut so etwas läuft.
Jetzt kommt aber das besondere. Ich baue eine Steuerung zur Zeit in Verbindung mit dem SOLAKON Balkonkraftwerk und einem 2,1 KWh Speicher. Die Software von SOLAKON ist schon sehr gut gemacht, das letzte aus einem dynamischen Stromtarif holt sie aber nicht heraus.
In der energieanzeige.de Software wird darauf geachtet, das genau die teuersten Stunden mit dem Batteriespeicher überbrückt werden und, falls die Sonne nicht scheint nur in den preiswertesten Stunden die Batterie geladen wird.
Bei einer 80qm Wohnung können so bis zu 50% der Stromkosten eingespart werden. Ich habe die kleinste Version onBasic 1000 mit einem 2,1 KWh Speicher. Wer Interesse hat, kann live sehen, wie sich die Leistungen (Netz, Batterie, PV) zusammensetzen und ein Gefühl dafür bekommen, in wieweit sich so etwas lohnt.
Sowas habe ich eine Zeitlang betrieben. Meiner Erfahrung lohnt das nicht. Kam trotz Optimierung nur auf so 24ct/kWh im Jahresschnitt. Das war gegenüber einen günstigen Stromtarif kein großer Vorteil
Besser ist ein Tarif der Tarifzonen hat. Mit Octupus habe ich da 2 preise am Tag. Da liege ich im Moment bei 20ct
Die 50% kann ich mir eigentlich nur vorstellen, wenn man einen dynamischen Tarif hat, aber keinerlei Anpassung des Bezugs und der Bezugspunkt für die Stromkosten dieser Tarif ist.
Ich hab es mit meinen Daten aus HomeAssistant mal vor paar Wochen die letzten 220 Tage (mehr leider nicht verfügbar) gerechnet (8.5 kWp Ost/West PV, 14 kWh Akku, noch 2400 kWh Bezug im Jahr, etwa 900 kWh gehen in der Heizperiode für die beiden LLWPs drauf, ja ganze Heizperiode, kein E-Auto, WW mit BWWP). Da kam ich ohne Verschiebung von Lasten und mit zwei Optimierungsmodellen, die ich mir fürs Laden des Akkus hab schreiben lassen nur so eben einen ct unter meinen normalen fixen Tarif von rund 27 ct/kWh.
Du schaffst es also mit 2,1kWh 16h zu überbrücken? Bis auf kurze Zeiten Mittags wenn die Sonne scheint und dein BKW sowieso produziert gibts doch kaum mehr gute Preise die sich zum Laden eignen würden.
Das Ganze lohnt nicht, zumal es ausreichend günstige Tarife zum Festpreis gibt. Mit hohem Verbrauch und mehr als reichlich Speicher an grosser PV kann man es machen, aber viel mehr als das was man bei günstigem Festpreis zahlt, kann man auch da nicht erwarten.
Bin selbst seit mehreren Jahren bei Tibber, aber würde es niemandem weiter empfehlen auf dynamisch zu setzen.
Nein, da hast du etwas völlig falsch verstanden. Es geht darum, mit dem Balkonkraftwerk-Speicher die teuersten Zeiten am Tage zu überbrücken. Reich wird davon keiner, es trägt nur ein ganz kleines bisschen zur Energiewende bei.
Teuerste Zeiten sind quasi immer am Abend. Im Grunde uberbrückt das jeder einfache Speicher.
Dann gibt es noch einen kleineren peak am morgen.
Wenn man optimieren will kann man versuchen abzuschätzen wie viel man im Speicher lassen soll wenn es nicht durch die Nacht reicht so das man morgens noch genug Strom hat. Aber da muss man den Verbrauch schätzen. Ich fand das immer schwierig
Learning für mich war aus meinen Simulationsrechnungen, daß es sich höchstens mit variablem Netzentgeld nach §14a Modul 1+3 rechnen könnte, wenn Netzentgeld und Strompreis gleichzeitig niedrig sind und ich so den Akku auch unter Berücksichtigung der Lade/Entladeverluste günstig laden kann. Da ich mit meinem einem Multiplus nicht über die 4.x kW Schwelle komme und auch nicht mit den beiden Splitklimas+BWWP und keine LWWP oder eAuto habe, ist das für mich allerdings keine Option.
Sehe nicht, wie Deine Software für jemand mit kleinem BWK-Speicher dazu führen soll, daß er mit einem dyn. Tarif dann besser fährt als mit einem fixen Tarif.
Klar es gibt bessere Tage, aber mehr als 2-4h mit wirklich günstigen Zeitfenstern zum Laden sind kaum zu erwarten.
Wie schon @jensdecker schreibt, erst mit §14a kann es interessant werden, aber nur sofern der Netzbetreiber auch passende günstige Zeitfenster anbietet. Ein grosser Speicher, der sich schnell laden lässt bleibt aber Pflicht, insbesondere wenn eine Wärmepumpe versorgt werden muss.