Automatisches Aufladen Batterie

Hallo zusammen,

ich plane 10kw lifepo4 Batterien mir zuzulegen. Diese sollen automatisch aufgeladen werden, wenn der Strombörsenpreis max. Z € hoch ist. Beispiel in der Nacht wird der Strom preiswerter sein als am Tag. Tagsüber sollen dann zuerst der Strom aus den Batterien benutzt werden, bevor aus dem normalen Netz der Strom bezogen wird.

Ich bin im Elektro Bereich ziemlich unerfahren. Ich denke, dass ich erst einmal ein Ladegerät benötige um die 12v bzw. 24v Batterien zu laden. Dann habe ich mir gedacht, dass man einen Raspberry Pi benutzen könnte um die aktuellen Strompreise jede 15 min abzufragen und eine WLAN Steckdose abschaltet mit dem Ladegerät sobald der Strompreis niedriger ist. Außerdem braucht man wohl noch etwas um aus den 12v bzw 24v 240v Wechselstrom zu machen.

Wer kennt sich hier aus? Wer hat schon einmal so etwas realisiert?

Beschaff dir vorab unbedingt die Wirkungsgrade der verschiedenen Komponenten (auch aller Stromleitungen), rechne die Selbstentladung der Batterie mit ein. Und dann berechne die Preisdifferenz, die mindestens erforderlich ist um die Verluste zu decken!!

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Ich befürchte das Pferd ist totgeritten.

Mit allen Netzgebühren & Co kommt man aktuell kaum noch unter 20 Cent / kWh in den Tiefphasen. In den Hochphasen geht es dafür gewaltig nach oben. Im Sommer eher noch schlimmer, da man dank Gratisstrom von der PV, gar keine Möglichkeit hat billigen Börsenstrom zu verwerten.

Wenn ich nun sehe, das ich problemlos für 22,5 Cent / kWh normalen Haushaltstrom rund um die Uhr bekomme, ist das Thema erledigt.

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Oh, da gibts innerhalb von Deutschland extreme Unterschiede. Hatte vor 4 Wochen für einen Freund recherchiert, da gabs nichts unter 30 Cent/kWh.

Trotzdem: Sparen mit dynamischen Tarifen über Akkuzwischenspeicherung lohnt in der Regel nirgends. Denn die höheren Preise bei den Festpreisanbietern je nach Region kommen ja durch höhere Gebühren, die man dann auch bei dynamischen Tarifen hat.

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Ich rechne damit das ich in den nächsten 2 Jahren nachts im Winter bei 11-12ct / kwh liegen werde und die Batterie dann nachts lade. Die Randbedingungen die dazu nötig sind sind allerdings tough und vermutlich nicht von vielen zu erreichen.

A) Variabler Stromtarif. Ich bin bei Octupus Energy im Intelligent Go. Da liege ich bei uns zwischen 0-5 Uhr bei ca. 17ct / kwh. Problem bei der Sache ist das es den Tarif so nicht mehr gibt. Das ist jetzt noch stärker an deren Steuerung gekoppelt (Tarif heißt Intelligent Octupus)

B) Variable Netzentgelte mit Modul 3. Das spart bei meinem Netzbetreiber im Winter nochmal knapp 7ct. Das wird allerdings nur angeboten wenn man einen abregelbaren Verbraucher hat (bei mir die Wallbox)

Im Sommer wird die Batterie vorwiegend aus der Solaranlage geladen.

Ich habe eine Weile Tibber gehabt und da gelegentlich auch die Batterie aus dem Netz geladen. Aber unter 24ct/kwh bin ich quasi nie gekommen (trotz viel Bezug von günstigem Strom wg. E-Autos)

Vorteil von der Lösung die ich jetzt anstrebe ist das sie jeden Tag im Winter gilt.

@bastilla Hast du eine PV Anlage oder eine Möglichkeit eine Solche, wenn auch in BKW Größe, aufzubauen?

Ich hatte auch mal mit dem Gedanken gespielt unseren 91kWh Akku mit günstigem Netzstrom zu laden und diesen dann in der Zeit wo der Netzstrom teuer ist zu nutzen. Das Ganze in den drei Monaten wo die Ausbeute unserer aktuellen PV nicht ausreicht.

Ich hatte da auch mal eine Rechnung aufgestellt wie sie @r-l erwähnt hat. Dabei kommt m.E. nicht nur zum Tragen wie tief der Strompreis sinken muss damit sich das inkl. Akkuinvestition auf 0 rechnet, sondern die max. notwendige Ladeinfrastruktur muss in den günstigen Zeiten so viel wie nur möglich wegschaufeln da die Zeiträume der günstigen Preise ja begrenzt sind.

Ich beobachte via Iobroker schon eine Weile den Preisverlauf bei der öffentlich zugänglichien Awattar Schnittstelle. Die günstigen Preise bei denen man gerade so auf +/-0 oder minimal Ersparnis raus kommt gibt es da meist max. drei Stunden am Stück. D.h. ich bräuchte schon mind. 3x ein Huawei R4850 oder besser 3x R4875 um in der kurzen Zeit möglichst viele kWh zu guten Konditionen einzulagern.

Das lohnt nicht. Ein R4850 liegt mit etwas Glück bei um die 100€ pro Stück, die Trucki-Schnittstelle T2HG die leider für jedes Netzteil benötigt wird und die Steuerbarkeit der Ladeleistung abbildet liegt auch bei 155€ pro Stück, das macht schon mal 765€ nur um ein Gesamtkonstrukt eines steuerbaren 3phasigen Ladegeräts mit einstellbarer Ladeschlussspannung und in Summe 7,5kW Ladeleistung (ohne zusätzliche Kühlmaßnahmen da das Netzteil ziemlich warm wird) zu haben. Selbst für den 10kWh Akku wäre man noch bei 1x T2HG und 1x R4850, also um die 260€ ohne jedes Kupferkabel. Um den 10kWh Akku von “0-100% zu bringen würde man da also 3 1/3h plus Verluste, also sagen wir mal 4h einen günstigen Preis benötigen.

Das müsste viel zu lange betrieben werden um nur allein die Anschaffungskosten wieder raus zu haben.

Hier ist vermutlich ein Denkfehler enthalten :thinking: Man möchte ja den günstigeren Strom einspeichern UND damit den Akku füllen. Von der Logik her sollte das Ladegerät also abgeschaltet werden wenn der Strompreis ein sinnvolles Limit übersteigt ODER wenn der Akku voll ist.

Ich sehe langfristig zwei weitere Problemfelder:

  1. Großakkus sind massenhaft in Planung/Anmeldung. Wenn die kommen und das werden sie, werden die Niedrig- und Hochpreise dichter zusammenrücken. Ist ja klar, wenn in NT-Zeiten große Mengen Strom aufgesaugt werden steigt dieser Tarif langsam an. Und die große Abgabemenge in HT-Zeiten senkt die Preise dort.
  2. Die Eingriffe der Politik in DE sind einfach nicht mehr kalkulierbar. War früher anders, hilft uns aber auch nicht. Schon kleine Änderungen bei der Parteienzusammensetzung im Reichstag können große Folgen haben. Zumal die Wahrscheinlichkeit großer Änderungen immer weiter ansteigt. Die Brandmauer gegen blau wird fallen und dann ist alles offen bezüglich Energie.

Als kleiner Privatplayer stecke ich also Zeit und Geld sinnvoller in immer mehr (noch) mehrwersteuerfreie Module als in Spiele gegen Große, wo ich langfristig keine Chance haben werde.

Diese Jahr von 26 kWp erst mal weiter auf 40 kWp …

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wie sieht denn Deine Rechnung dazu aus?

Nehmen wir mal 8stk LiFePO4 Zellen für ein 24V System womit Du auf ~8kWh kommst.
Dafür legst du etwa 520€ hin. Dann Ladegerät. BMS und sonstiges Gebimmel wirst du bestimmt nicht unter 700€ landen.

So ein Selbstbausystem kannst Du überschlägig mit 20% Verlusten beim Auf/Entladen ansetzen. Heißt Du hast effektiv noch 6,4kWh zur Verfügung.

Bei diskutierten Strompreisdifferenzen von optimistisch 15C je Kwh (-20% durch Verluste), darfst du das Ding 5833 mal voll und leer laden bevor du anfängst etwas wirtschaftlich sinnvolles zu tun.

Dazu gilt es noch Nulleinspeisung zu berücksichtigen und "Gebimmel" wie eine China-Wlan-Dose aus so einem extrem gefährlichen Konstrukt zu eleminieren.

Wenn alle so denken wie du:

Stimmt deine initiale Annahme nicht, weil du weiterhin ein Überangebot hast. Mehr Strombedarf in HT Zeiten kommt obendrauf.

Ich glaub ganz ausgemacht ist das nicht.

Aber ganz individuell ist mehr eigene Leistung nie verkehrt

Nicht wenn er weiter in Richtung Inselbetrieb geht und, so wie wir, nichts mit irgendeiner Einspeisung zu tun haben möchte.

Das ist doch eine ganz andere Frage

Nein, das scheint er aufgrund der max. Generatorgröße die er genannt hat damit anzukündigen. Am besten kann natürlich nur @uschi selbst was dazu sagen :slightly_smiling_face: Ein Generator in der Größe macht als Teileinspeiseanlage und unter Berücksichtigung aller aktuellen Gängelungen von Teileinspeisern ja eigentlich gar keinen Sinn.

Ja, so ist es. Ich habe Platz für eine große Insel mit dem Endziel, Heizung, Haushalt und Elektroautos, zu betreiben. Mit den Energiekonzernen und der Regierung will ich (als Elektromeister a.D.) möglichst wenig zu tun haben. Und “Klimarettung” halte ich für Humbug.

Meine gewaltigen Sommerüberschüsse gehen in einen saisonalen Wärmespeicher. Mehr dazu, wenn ich mal Zeit habe. Der Anfang auf dem Gebiet ist jedenfalls gemacht.

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Schön

Hilft dem Ersteller dieses Threads aber nicht.

:slightly_smiling_face: Ersetze Elektromeister durch Staatl.gepr.Techniker Energietechnik aber ansonsten genau auch unser Ding und Ziel :+1:

Sorry for OT

Stimmt, alle notwendigen Randbedingungen und Herausforderungen und halt auch Meinungen zu Sinn oder Unsinn wurden ja bereits schon angesprochen. Auf meine Frage ob er denn PV hat fehlt halt noch eine Antwort.

Hallo,

danke für die ausführlichen Antworten.

Das ich ca 6k mal aufladen muss, damit sich das armortisiert, das ist heftig.

Somit sehe ich ein, dass das Humbug ist.

P.s. ich habe keine PV aber komplett Heizung auf Klimaanlage.

Somit schließe ich den Beitrag

Deine Rechnung ist übrigens falsch. Du hast vergessen die Kapazität zu berücksichtigen. So ist das für 1kwh berechnet.

Außerdem ist das Statement zu den Verlusten glaub ich nicht korrekt. Die Batterie speichert immer noch 8kwh braucht aber dafür mehr Strom der effektiv den Einkaufspreis steigen lässt. Für das ausspeichern ist die Annahme mit einer kleineren Batterie zu arbeiten dann richtig

Ich bin mit DoD von 90% und 80% Wirkungsgrad bei ~810 Zyklen. Bei 8kwh und 15ct Differenz liegt man ja schon bei ca. 1 € / Zyklus. Kapitalkosten nicht berücksichtigt. Und ich hab die Entladenverluste auch vereinfacht. Es ging mir mehr darum das die Größenordnung falsch ist.

In dem konkreten Fall von @bastilla ist es vermutlich trotzdem schwierig. Da müsste man was finden was recht zuverlässig im Winter einem die Lademöglichkeit gibt um Strom für die Klimas zu bunkern

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Vielleicht sollten wir es leicht aufdröseln damit es jeder inklusive mir nachvollziehen kann.

Schätzung Invest ~700€

Dafür z.B. 8x MB31 Zellen mit je 1kWh Kapazität -> 8kWh Gesamtkapazität

Ich weiß nicht was Du mit DoD meinst, schätze aber die real nutzbare Kapazität (ohne Verluste) da man einen Akku üblicherweise nicht 0-100% fährt. Bleiben also noch 7,2kWh.

Differenzen in den Tarifen wurden mit optimistischen 15Cent je kWh diskutiert.

Beim Auf und Entladen entstehen Verluste, die mit 20% abgeschätzt sind.

Bedeutet vereinfacht 700€ : 15 Cent/kWh = 4666 kWh

Das losgelassen auf 7,2kWh sind 648 Zyklen

Das Beaufschlagt mit 20% Verlusten sind 777 Zyklen

Top. Ja in der Größenordnung. Exakte Zahlen sind es ja eh nicht weil dynamisch und nur überschlagsweise zu berechnen

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