Außengerät von frisch montierter Split-Klima ist sehr laut

Bei einem meiner Außengeräte vibrierte auch gehäusemäßig irgendwas. Das konnte ich aber gut mit Gegendrücken an allen möglichen Stellen herausfinden, woher das kam. Hab dann zwischen Deckel und Gerät oben ein Stück Plastik einer alten Kreditkarte reingedrückt, seither ist das Geräusch weg.

Es kann aber auch im Kompressorbereich sein, da ist ja die Hauptquelle für starke Impulse.

Wir haben ein ähnliches Problem:
DIe vor 2 Jahren montierte Multisplit von Daikin ist sehr leise, aber die im Sommer installierte Anlage eines gleichgroßen Monosplit-Geräts (viel größerer Raum) ist imHeizbetrieb auch sehr laut....alerdings nur bei einer bestimmten Kompressor-Frequenz, bei der ascheinend irgendwas in Resonanz gerät. (48Hz - kann ich in der Daikin Integration für Home Assistant auslesen).
Der Klimatechniker war schon da, meinte aber, das sei "normal".
Neben der Tatsache, dass das Datenblatt außen von 61dB spricht, die wohl nicht ereicht werden, ist es wegen der variablen Kompressorfrequenz sehr schwierig, das Geräuch zu reproduzieren.
Ich denke, wenn mal ein schöner, kalter Tag ist werde ich mich mit Klappstuhl, Bier und AC-Fernbedienung mal auf das Gargerdach setzen und schauen was da genau vibriert.

Habe nun Vibrationsmessungen mit den Gummipuffern von Amazon und Saukalt gemacht:

Da man die Messungen nicht exakt bei einer gewünschten Leistungsaufnahme machen kann, gibt's leider nicht für jede Leistungsaufnahme Vergleichswerte. Aber an sich sehe ich jetzt nicht so wirklich den Unterschied in der Dämpfung, von den Ausreißern mal abgesehen :slight_smile: Die Dämpfer von Ace Ace gibt's leider erst wieder ab KW 9/23.

Beim Testen ist mir nochmal aufgefallen, dass am störendsten der Kompressor bei höheren Leistungsaufnahmen von > 1 kW ist. Dann hört es sich im Wohnraum an, wie wenn im Keller darunter die Waschmaschine im Schleudergang laufen würde.

Interessant. Was für Test-Equipment hast du für solche Messungen verwendet? Und an welchem Punkt hast du gemessen?

Interessant. Was für Test-Equipment hast du für solche Messungen verwendet? Und an welchem Punkt hast du gemessen?
Ganz simpel: Habe die App Vibrochecker von Ace Ace benutzt, die gibt's allerdings nur fürs iOS, weshalb ich mir ein iPhone ausleihen musste.
Man legt das Handy dann möglichst vollflächig auf das Außengerät (mit oder ohne Hülle ist egal), Orientierung ob in x- oder y-Richtung ist ebenfalls egal. Dann startet man die Messung, die geht immer jeweils fünf Sekunden und man bekommt dann einen vollständigen Graph aufgezeichnet. Dort wird dann die Erregerfrequenz angezeigt.

Interessant diese App.

Was ich noch nicht verstehe: Du willst doch die Qualität der Dämpfer testen. Dann müsstest du doch nach der Dämpfung testen, also Gerät dann nicht auf dem Außengerät, sondern auf der Konsole. Oder auch 2 Rechnungen machen, einmal auf dem Außengerät und einmal auf der Konsole, um dann aus dem Verhältnis die Dämpfung zu errechnen. So könnte man unterschiedliche Dämpfer vergleichen, denn die sollen ja die Übertragung dämpfen.

Iphone müsste ich mir auch ausleihen, blöd, dass die das nicht für Android anbieten.

Interessant diese App.
...
Iphone müsste ich mir auch ausleihen, blöd, dass die das nicht für Android anbieten.
Rein um die Frequenz zu ermitteln gehen auch andere Apps. Das hier kommt z.B. raus, wenn ich meinen Androiden hinter die Gasleitungen am AG klemme und das Spektrum der Beschleunigungssensoren aufnehmen lasse:
![74850=11980-Beschleunigungs-Spektrum-2022-11-14-15-00-56.png|1078x1409](upload://fT7Ltqk3nZoiGAL0hGJ8GtjeuDm.png)

Die Ergebnisse sind normiert, denke ich, d.h. bei jeder Messung ist die höchste Frequenz bei 100. Das ist aus PhyBox, gibt bestimmt noch sinnvollere Apps.

Gruß: Win

Interessant diese App.

Was ich noch nicht verstehe: Du willst doch die Qualität der Dämpfer testen. Dann müsstest du doch nach der Dämpfung testen, also Gerät dann nicht auf dem Außengerät, sondern auf der Konsole. Oder auch 2 Rechnungen machen, einmal auf dem Außengerät und einmal auf der Konsole, um dann aus dem Verhältnis die Dämpfung zu errechnen. So könnte man unterschiedliche Dämpfer vergleichen, denn die sollen ja die Übertragung dämpfen.

Iphone müsste ich mir auch ausleihen, blöd, dass die das nicht für Android anbieten.
Der Techniker von Ace Ace hatte mir das so erklärt: Die Erregerfrequenz bleibt immer gleich, egal ob mit oder ohne Dämpfung. Mit Dämpfung wird dann die Amplitude kleiner, also die Beschleunigung in z-Richtung mit Einheit [g]. Daher müsste eine geeignetere Dämpfung einen kleineren z-Wert haben. Oder habe ich da nen Denkfehler?
Interessant diese App.
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Iphone müsste ich mir auch ausleihen, blöd, dass die das nicht für Android anbieten.
Rein um die Frequenz zu ermitteln gehen auch andere Apps. Das hier kommt z.B. raus, wenn ich meinen Androiden hinter die Gasleitungen am AG klemme und das Spektrum der Beschleunigungssensoren aufnehmen lasse:

Beschleunigungs-Spektrum 2022-11-14 15-00-56.png

Die Ergebnisse sind normiert, denke ich, d.h. bei jeder Messung ist die höchste Frequenz bei 100. Das ist aus PhyBox, gibt bestimmt noch sinnvollere Apps.

Gruß: Win
Phybox ist generell eine sehr tolle App. Der einzige Vorteil der Ace Ace App ist, dass man sich zur Erregerfrequenz passende Produkte anzeigen lassen kann.

Ich würde da jetzt auch das selbe Frequenzspektrum erwarten nach der Dämpfung. Je kleiner die Amplitude, um so besser die Dämpfung.

Was aber sein kann: Wenn nach der Dämpfung Resonanzen auftreten, können bestimmte Frequenzen stark überhöht sein. Bei Resonanzen reichen ja kleinste Energien für hohe Amplituden.

Was meinst du mit z-Richtung? In welche Dimension/Richtung die Beschleunigungen gehen, weiß man ja nicht und spielt auch keine Rolle.

Die Schwingung wird in der App als z bezeichnet, weshalb ich davon ausgegangen bin, dass nur Schwingungen entlang der vertikalen Achse gemessen werden.

Möglich, dass die nur den Z-Sensor genutzt haben. Dann müsste man das Handy so drehen, dass die Schwingung optimal aufgenommen wird.

Ich bin nicht sicher ob das Thema noch aktuell ist, aber ich vermute den Grund für die Vibration in den verbauten Gummipuffer.

Meine Außengeräte waren außen kaum zu hören, doch die Vibration übertrug sich durch die Wände bis zur anderen Hausseite und in den Innenräumen war es deutlich zu hören.

Abhilfe brachten ordentliche Schwingungsdämpfer, seit dem ist Ruhe. Vielleicht ist ja eine Lösungsmöglichkeit für dich:

https://www.gummipuffer-wagner.de/Gummipuffer-Typ-A-O40x50-M8x23-NK-55Shore-Stahl-verzinkt

Danke dir! Und gut zu hören, dass du das Problem beheben konntest, das gibt mir etwas Zuversicht :smiley:
Ich werde mal direkt bei Wagner anfragen, welche Puffer sie für die gemessene Erregerfrequenz + Gewicht des Außengeräts empfehlen.

Der Techniker von Ace Ace hatte mir das so erklärt: Die Erregerfrequenz bleibt immer gleich, egal ob mit oder ohne Dämpfung. Mit Dämpfung wird dann die Amplitude kleiner, also die Beschleunigung in z-Richtung mit Einheit [g]. Daher müsste eine geeignetere Dämpfung einen kleineren z-Wert haben. Oder habe ich da nen Denkfehler?
Die Dämpfung spielt in diesem Fall doch keine Rolle, oder? Die gewünschte Eigenschaft ist die Schwingungsisolierung, also wie gut oder schlecht die Kräfte, welche durch die Unwuchten des rotierenden Kompressors entstehen, an die Konsole und damit die Außenwand übertragen werden. Die Dämpfung des Schwingungsisolators ist in diesem Fall doch unerwünscht, weil sie bedeutet, dass irgendwo der Kraft aus der Unwucht übertragen/entgegengewirkt wird. Sei es durch die Übertragung an die Außenwand oder in Form von Dehnung der Schwingungsisolatoren. Wünschenswert ist nur, dass der Kraft der Unwucht die Trägheitskraft der Masse des Außengeräts entgegensteht. Also ideal wäre eine Feder mit niedriger Eigenfrequenz, die gegen 0 Hz tendiert. (Ein bisschen Dämpfung ist dann doch wünschenswert, um im Resonanzfall keine Katastrophe zu haben.)
Um die Isolierung zu bestimmen, müsste man dann sowohl die Auslenkung der Konsole sowie des Außengeräts durch die Unwucht messen. Erst hieraus kann die Übertragungsfunktion bestimmt und damit der Schwinungsisolator wirklich bewertet werden. Soweit mein Verständnis, falls jemand etwas tiefer in der Materie sitzt oder Fehler sieht, bitte gerne anmerken Ich bin auch nicht mehr so in dem Thema drin.

Ein geeigneter Kandidat von Wagner wäre: https://www.gummipuffer-wagner.de/Gummipuffer-Typ-A-O30x40-M8x20-NK-45Shore-Stahl-verzinkt
E-Modul: 1,96 N mm-2 [1]
Eigenfrequenz: 11,8 Hz bei 6,3 kg
Eigenfrequenz: 7,5 Hz bei 15,7 kg

Zum Vergleich die Ace Ace COM-52511 [2]
Eigenfrequenz: 11 Hz bei 6,3 kg
Eigenfrequenz: 7 Hz bei 15,7 kg

[1] https://www.schweizer-fn.de/lagerung/lagerdaten/lagerdaten.php
[2] https://www.ace-ace.de/de/produkte/schwingungstechnik/schwingungsdaempfer/compression-mounts/com-5251/com-52511.html

Damit möglichst wenig auf die Wand übertragen wird, braucht es eine Isolierung, keine Dämpfung.

Die Frage ist allerdings, wie sich so ein Außengerät verhält, wenn es nahezu ungedämpft aufgehängt wird. Dann könnte es sich selber aufschwingen und bei irgendwelchen Frequenzen in Resonanz gehen. Dann könnte der Schall ansteigen, den es abgibt. Auch die Mechanik im Gerät könnte in der Funktion gestört werden, wenn die Masse des Gerätes selbst zu wenig dämpft.

Dachte mir vom Bauchgefühl auch, besser die weicheren Dämpfer von Wagner mit 45 Shore anstatt 55 Shore zu nehmen. Durchmesser 30mm finde ich aber etwas wenig.

Maximale Spannung in Druckrichtung ist mit 0,5 N mm2 angegeben. Für den Isolator mit 30 mm Durchmesser ergibt das eine max. ruhende Masse von 36 kg (pro Isolator). Die Masse des Außengeräts sollte also kein Problem darstellen.
Alternative gibt es noch https://www.gummipuffer-wagner.de/Gummipuffer-Typ-A-O40x50-M8x23-NK-45Shore-Stahl-verzinkt, die eine längere Lieferzeit haben.
E-Modul: 1,96 N mm2
Eigenfrequenz 14,1 Hz bei 6,3 kg
Eigenfrequenz 9 Hz bei 15,7 kg

Die Frage ist allerdings, wie sich so ein Außengerät verhält, wenn es nahezu ungedämpft aufgehängt wird. Dann könnte es sich selber aufschwingen und bei irgendwelchen Frequenzen in Resonanz gehen. Dann könnte der Schall ansteigen, den es abgibt. Auch die Mechanik im Gerät könnte in der Funktion gestört werden, wenn die Masse des Gerätes selbst zu wenig dämpft.
Sollte nur beim Start des Kompressors ein Problem sein, wenn die Drehzahl hochfährt. Hier kann das System kurzzeitig in Resonanz gehen und die Dämpfung entscheidet dann über die Auslenkung und das Abklingverhalten dieser.

Hi und danke für eure Posts!
Auf die ausführlichen Gedanken muss ich nochmal gesondert drauf eingehen, aber falls es nur um die Begrifflichkeiten "Dämpfung" und "Isolierung" geht, das habe dann ich durcheinandergeworfen. Der Mitarbeiter von Ace Ace hatte immer von Isolierung gesprochen, Dämpfung habe dann ich synonym verwendet.

Von Wagner habe ich nur folgende Antwort erhalten: "vielen Dank für Ihre Anfrage. Im Anhang übersende ich Ihnen hierzu ein Angebot mit verschiedenen Befestigungsarten. Zu Erregerfrequenz oder Isolationsgrad sind keine Daten verfügbar, nur zu max. Druckbelastung und Federsteifigkeit."

Angehängt ist eine PDF mit allen möglichen Produkten :smiley:

Aus der Federsteifigkeit k0 kannst du die Eigenfrequenz fE bei bekannter/geschätzter Belastung durch die Masse m durch folgende Formel abschätzen:

fE = 1 / ( 2 * PI ) * WURZEL( k0 / m ) = 1 / ( 2 * PI ) * WURZEL( N m-1 / kg ) = Hz

Von Wagner habe ich nur folgende Antwort erhalten: "vielen Dank für Ihre Anfrage. Im Anhang übersende ich Ihnen hierzu ein Angebot mit verschiedenen Befestigungsarten. Zu Erregerfrequenz oder Isolationsgrad sind keine Daten verfügbar, nur zu max. Druckbelastung und Federsteifigkeit."

Angehängt ist eine PDF mit allen möglichen Produkten :D
So war auch mein Eindruck vom Shop. Kann man nicht mit ace-ace.de vergleichen, die absolut fachkompetent sind. Das scheint ein reiner Händler zu sein, der nicht viel über seine Produkte weiß.

Wäre trotzdem interessant, die Dämpfer mit Shore 45 mal zu probieren.