Auslegungshilfe Split Klima zum Heizen/Kühlen im Dachgeschoss

Hallo,

als stiller Mitleser konnte mir das Forum schon viele nützliche Infos liefern. Nun werden die eigenen Fragen konkreter und ich könnte euer Schwarmwissen gebrauchen.

Seit letztem Jahr bin ich dabei eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus Bj. 1978 zu sanieren und stecke in der Planung für eine Klimaanlage. Im Sommer zum Kühlen (Dachgeschoss) und im Winter zum effizient (zu-)heizen. Im Haus gibt es eine Zentralheizung von der ich nicht ‚weg‘ komme. Für eine gewisse Grundversorgung sind in den Bädern zwei Heizkörper, die keinen Zähler haben und pauschal über die Wohnfläche abgerechnet werden.

Ins Thema Split-Klima habe ich mich u.a. hier im Forum schon etwas eingelesen. Um mit der Klima als Heizung Erfahrungen zu sammeln, ist der Plan zunächst ins Wohnzimmer eine Single-Split zu installieren und zu schauen wie weit man damit kommt. Küche und Flur sollen über offene Türen mit geheizt werden. Das Schlafzimmer hat zum Wohnzimmer einen Überström-Lüfter und könnte darüber begrenzt mit etwas Wärme versorgt werden. Das Innengerät würde ich relativ zentral im Wohnzimmer platzieren (siehe Zeichnung).

Für die Auslegung habe ich mich an einer Heizlastberechnung versucht. Das Wohnzimmer hat 39 m² Grundfläche, große bodentiefe Fenster mit 23,3 m² und 17,4 m² Außenwände. Die Fenster wurden gerade erneuert (U = 0,72) und die Wände sollten aus Bims-Hohlblocksteinen sein (U = ~1,2). Das Wohnzimmer hat ein Flachdach mit 12 cm EPS Dämmung+Dämmkeil unbekannter Dicke (U = ~0,25).

Bei -10 °C Außentemperatur komme ich so auf etwa 1400 W Wärmeverlust plus 500 W Lüftungsverlust.

Aufgrund der Berichte zur besseren Regelung, vor allem im Heizbetrieb, tendiere ich im Moment zu einer Daikin Perfera. Bei der Wahl zwischen normaler Perfera RXM 25/35 oder doch Nepura RXTM 30/40 bin ich mir unschlüssig was sinnvoller ist.

Über Ideen und Input zu meiner Planung würde ich mich freuen!

Viele Grüße

Martin

“Mitheizen” funktioniert am Besten, wenn du durch eine Tür “durchpusten” kannst wenn die offen ist. So wie du es jetzt eingezeichnet hast mit dem IG, wäre weder die Küche in der Richtung wo die Luft ausgeblasen wird - noch könntest du durch eine Tür blasen. Mitheizen ist dann zwar möglich, aber viel schwieriger. Der Temperatur unterschied muss dann höher sein bzw. ist es in den mitzuheizenden Räumen entsprechend kühler.

Preis / Leistung ist meiner Ansicht nach immer besser, günstigere Anlagen und dafür mehr einzubauen. Die Napura ist hauptsächlich dann besser, wenn man (weshalb auch immer) nur eine oder einzelne Anlagen einbauen kann / will. Die kann dann für ihre Größe mehr leisten - benötigt dann aber nat. auch mehr Strom und ist lauter. Also bzgl Effizienz nicht unbedingt besser. Im Gegenteil, mit zb. 2xItalo Perfera bekommt man zum tendenziell max. identischem Preis (oder weniger?) dann die ca. doppelten Wärmetauscherflächen innen + aussen.

Noch wichtiger ist aber die ungleich bessere Luftverteilung und Steuerbarkeit (Wunschtemperatur ohne sinnlos überheizen zu müssen).

Die Nepura hat zb. noch Tauwannenheizung eingebaut.

Alleine wg. der Raumgröße werden mehrere Geräte nötig / sinnvoll sein. Flur reicht ja, wenn er mit geringerer Temperatur mitgeheizt wird.

Ich heize mein 40m^2 EG mit einem einzelnen IG.
Genügt vollkommen.

https://wp-gs.jimdosite.com/luft-luft-wp/

Wichtig ist:
Die LLWP immer anlassen und auf geringer Stufe heizen lassen.
Die Wände nicht auskühlen lassen.
Bei "ganz kalt" halt den Lüfter etwas hochfahren.

Ich mache es so, dass ich abends die Lüfterdrehzahl hoch stelle und ins Bett gehe.

Meine Empfehlung ist mit einem Gerät anzufangen.
Falls es nicht genügt, dann halt ein 2tes Gerät noch dazu bauen.

Ach ja, meine Küche und auch das offene Treppenhaus wir mitgeheizt.

Auch ich hab inzwischen einige bodentiefe Fenster und noch eine große Fensterfront zum Garten (3-fach).

Aber die LLWP bekommt das hin.

Und ... meine MIDEA mit Selbsteinbau im OG ist auch gut. Für 1000€ im Selbsteinbau.

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Sind die -10 Grad deine Normaußentemperatur? Die 500 W irritieren mich auch etwas. Bei 1400 W Heizlast kommen mir zusätzlich 500 W Lüftungsverlust deutlich zu viel vor.

Und 1400 W Heizlast bei 39 m² bei den recht ungünstigen U-Werten kommt mir auch recht wenig vor. Da wärst du ja gerade mal bei 36W/m². Mal zum Vergleich: Bei uns sind die Wände ähnlich wie bei dir und das 16m² Wohnzimmer hat 1800-2000 W Heizlast bei -10 Grad.

Jetzt im Winter würde ich bei 0 Grad mal einen Test machen mit Heizlüfter, was du wirklich an Leistung brauchst.

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten.

Wenn der Luftstrom nicht bis zu den Türen reicht, dann wären zwei Innengeräte besser. Ein Problem ist allerdings noch, dass die Eigentümergemeinschaft ziemlich kritisch gegenüber Klimaanlagen ist. Vor ein paar Jahren wurde ein Antrag nach hitzigen Diskussionen wegen Lärmbedenken abgelehnt. Wenn ich da gleich mehrere Außengeräte haben möchte, sehe ich wenig Chancen überhaupt eines aufstellen zu dürfen… Lieber ‘nur’ ein Gerät und ein warmes Wohnzimmer als gar keines und zusätzlich im Sommer weniger Schweißausbrüche.

Als Normaußentemperatur habe ich die -10 °C gefunden. Die 1400W ergeben sich, wenn ich nur die Außenflächen berücksichtige. Für die Innenwände und den Boden habe ich 0 Wärmeverlust und für den Lüftungsverlust den 0,5-fach Austausch pro Stunde angenommen. Alles Laienhaft gerechnet, sehr gut möglich, dass in der Rechnung ein Denkfehler drin ist. Andersrum betrachtet habe ich es nicht und 36W/m² erscheinen mir auch zu wenig.

Den Test mit dem Heizlüfter ist im Moment schwierig, da die Wohnung im Moment keine funktionierende Elektrik hat und nach 2 Wochen ohne Heizkörper ausgekühlt ist.

Bei den LLWP - Klima Split Geräten ist das in der Praxis weniger eine “geht” oder “geht nicht” Situation, viel mehr ist es sehr individuell und von sehr vielen Faktoren abhängig.

Ich hatte bei mir zb. mit einem einzelnen Gerät im WZ angefangen, das auf gerader Linie durch die Tür die angrenzende Küche heizt. Funktionierte von Anfang an sehr gut. Ich konnte da auch probeweise das OG mitheizen durch die offene Tür, aber nat. mit Termperaturabfall.

Das Problem ist aber: Die Geräte heizen mit Luft. Und diese Luft ist dann in der Praxis tw. nur minimal wärmer, als der Raum. Für effizienten Betrieb ist es nötig, möglichst geringen Temperaturhub zu erreichen.

Die zwei wesentlichen “Stellgrößen” für die Beheizung sind dann das Luftvolumen (Gebläsedrehzahl) und die Temperatur. Je höher die Gebläsedrehzahl, je mehr Volumen strom, um so Effizienter. Aber eben auch um so lauter und um so störender ggfs. Damit ein Innengerät andere Räume mitheizen kann, muss die warme Luft von dem Raum in dem das Gerät ist in diese Räume gelangen. Von diesen Räumen wiederrum fließt dann zwangsläufig kühlere Luft zurück in den Raum wo die Heizung ist. Damit das in der Praxis dann gut funktioniert, sollten die Räume dann weitgehend die selbe Temperatur haben - sonst wird der ständig zirkulierende Luftstrom i.d.R. unangenehm (Zugluft). Denn sowohl die kühle “Rückluft” als auch die ebenfalls als tendenziell relativ kühl empfundene “Heizluft” spürt man dann ggfs.

Man sollte sich deshalb - nach Möglichkeit - nicht in dieser Luftströmung “aufhalten”.

Es ist dann eben im Detail etwas komplex. Einfach einbauen und “warm machen” geht bald irgendwie - wenn es dann aber auch leise sein soll, weitgehend ohne spürbare (störende) Zugluft, mit gleichmäßiger Wärmeverteilung, guter Regelbarkeit usw. - dann wird es aufwendiger und schwieriger.

Da können dann ggfs. zb. 2 Innengeräte anstatt einem schnell den Unterschied machen ob man damit in der Praxis wirklich heizen möchte - oder nicht;) Und da kann dann 1 Gerät das man nicht einschalten möchte am Ende teurer sein, als 2 die man gerne nutzt :wink:

Sehr individuell also;) Es geht nicht nur darum “ob” es warm macht, sondern auch wie.

Im Zweifel also besser min. 1 Innengerät in jeden Raum der damit geheizt werden soll, dann kann man die Türen geschlossen halten was Zugluft minimiert.

Sehr problematisch, es gibt nat. auch Multisplitanlagen. Wenn man dahingehend eingeschränkt ist - wird in der Praxis eine Multisplit mit optimaler Versorung der Räume durch Innengeräte besser sein - als ggfs. unzureichende Versorgung der Räume mit Monosplit. (Auch wenn Multisplit im Vergleich Nachteile hat bzw. haben kann)

Das ist dahingehend also nicht zwingend ein Problem - tw. sind die Multisplit Aussengeräte sogar kleiner oder maximal gleich groß, je nach Leistung, Anzahl Geräte, Hersteller, Serie etc.

Habs mal grob durchgerechnet und komme auf ähnliche Werte. Überrascht mich. Aber immerhin Mehrfamilienhaus, so dass der Boden keine Rolle spielt, weil darunter wohl dann eine Wohnung, die beheizt wird.

Dir gehts ja auch nicht darum, unter allen Wetterbedingungen 100% Heizlast abdecken zu müssen. Hast ja immer noch die Zentralheizung.

Gehen wir also mal von etwa 2000 W bei -10 Grad aus.

Da bist du im Bereich 3,5kW normale Anlage oder 3-4kW Daikin Nepura.

Was ein Problem sein kann, ist eine gute Wärmeverteilung. Eigentlich würde man in der Situation schon 2 IGs verwenden. Aber du kannst das ja alles über Zentralheizung ausgleichen. Du kannst also eher so im Sinne denken: "Ich schaufle eine gewisse Wärmemenge über die Split-Klima rein, alles andere macht die Kombination über Zentralheizung."

Das wird mit Abstand das größte Problem werden. Da muss man realistisch sein. Ich würde hier froh sein, wenn dir überhaupt irgendein Gerät genehmigt wird und da solltest du auch einige Zugeständnisse machen um diese Genehmigung zu bekommen. Sprich bei dir auf dem Balkon, ggf. Einhausung, kleines Gerät. Ggf Vereinbarung, dass zu den Nachtstunden nicht läuft. Und wenns nur ne kleine 2 kW-Perfera ist, dann ist es halt so.