Das, meiner Ansicht nach, Fatale daran ist, dass sich dadurch nicht nur die Minimalleistung ändert, sondern je nach Haus auch die Taktgefahr/Vereisungsgefahr.
Beispiel Panasonic Jeisha 5,7,9KW:
Wenn nun eine Wärmepumpe, aus welchen Gründen auch immer, softwareseitig begrenzt wird, hat sie mehr oder weniger eine konstante Leistung die erst bei extremen Minustemperaturen geringer wird. Aber im Bereich +3°C bis -3°C vereist sie bei hoher Luftfeuchtigkeit. Wer nun sehr knapp auslegt könnte das Problem haben, dass er zwar darüber nachgedacht hat, bei tieferen Temperaturen den Heizstab als Unterstützung zuzuschalten, und das sind nun nach diversen Wärmepumpenrechnern vielleicht nur 100 Stunden an dem Standort, aber nicht mit einkalkuliert, dass bei den vielen Abtauungen gar keine 5KW mehr geliefert werden können, weil der Abtauzyklus Minuten dauert. Was dann passiert ist, dass die Wärmepumpe es dann nicht mehr schafft die 5KW zu liefern, daraufhin nach dem Abtauen wieder volle Möhre fährt, der Wärmetauscher wieder mehr einfriert usw. usf. Um das nun zu verhindern, schaltet man den Heizstab ein, um die 5KW zu haben.
Aber dann hat man letztlich den Heizstab an bei Temperaturen von +3°C bis -3°C (so in etwa) und hoher Luftfeuchtigkeit UND für die 100 Stunden, die man vorher berechnet hat. Wenn aber der +3°C bis -3°C Bereich bei 500 Stunden liegt, hat man den Heizstab dann nicht nur für die 100 Stunden, sondern für 600 Stunden und das drückt die Effizienz massiv in den Keller, weil der Heizstab eben nur 1:1 kennt.
Das bedeutet, die beschnittene Wärmepumpe KÖNNTE auch wie bei der Jeisha mit 7KW anstatt 5KW die 7KW leisten, aber sie ist softwareseitig beschnitten. Die Folge: Das Vereisungsproblem, welches gar nicht vorhanden wäre wenn man die 7er genommen hätte. Man hat also in dem Raum +3°C und -3°C mehr Leistungsreserve, die braucht man eigentlich nicht, es geht ja auch nur beispielsweise 4KW Heizleistung in die Heizung rein, aber der Abtauzyklus verringert die Heizleistung nicht und es reicht aus ohne den Heizstab.
Selbiges mit der 9KW. Ich hatte es schon öfter geschrieben, die 5,7,9er Jeisha sind ungefähr eine 7,5KW Wärmepumpe. Sie liefert bis knapp -15°C ihre 7,5KW , bei -20°C sind es nur noch 6,4KW.
Und dann gibt es die Jeisha T-CAP 9,12,16KW. Die haben einen doppelt so großen Wärmetauscher, da würde ich, aber ich lehne mich da nur aus dem Fenster weil die nicht genauso oft verbaut werden wie die kleinen Geräte, annehmen, dass sie konstante 16KW liefert. Bis -7°C kann sie das, drunter weiss ich nicht.
Die Jeisha bietet minimal ca. 2-2,5KW Wärme, die T-CAP 4 - 5KW. So siehts dann auch elektrisch aus, minimal ca. 0,4-0,5KW; T-CAP ca. 0,8-1KW.
Die Jeishas kosten von 5 auf 7, von 7 auf 9 ca. 500€ mehr. Man bekommt/bekam also für geschätzte 4000€ eine 7,5KW T-CAP. Und dann je nachdem was man brauchte die 9,12,16. Und ja, im Sinne der Minimalleistung sind die dann alle gleich. Aber was eben genau den Bereich von +3°C bis -3°C (und darüber hinaus, dort sind die meisten Vereisungen, es kann auch bei +5°C vereisen oder bei -5°C etc. pp.) angeht, da würde man eine leichte Überdimensionierung benötigen um weiterhin mit dem Kompressorkreis zu arbeiten anstatt dem Heizstab. Stattdessen wird, beispielsweise im Haustechnikdialog-Forum, fast immer zur Unterdimensionierung geraten.
Standort. Wo eine NAT von -5°C ist, da mag die Unterdimensionierung sinnvoll sein, oder halt überall wo es wenige Stunden im Jahr unter 0°C sind. Und/Oder der Heizbedarf EXTREM niedrig wäre. Beispielsweise wer bei NAT-15°C nur 3KW ausgerechnet hat. Der wird mit einer 5KW Maschine locker auskommen, trotz der Abtauungen, wird eher mit der Minimalleistung zu kämpfen haben.