Auslegung einer Luft/Wasser WP

Hallo liebe Community,

seit dem meine PV Anlage seit gut 2 Jahren richtig läuft geht es jetzt an das nächste Energie - Projekt: unser Einfamilienhaus soll eine Wärmepumpe Marke diy bekommen (nur für Heizung, Warmwasser soll ein extra Gerät bekommen). Ich habe mich mit den üblichen Quellen auseinander gesetzt und würde gerne eure Meinung zum großen Punkt "Auslegung der WP" hören.

Zu den Daten: ich habe seit 2 Jahren auf dem Ölfass einen MeX Sensor. Das Teil erfasst einmal am Tag per Ultraschall die Distanz zum Ölspiegel und pumpt die Daten in eine nette App. Über die Dimensionen des Tanks kann man dann den Verbrauch pro Tag/Monat/Jahr abschätzen. In den 2 Jahren wurde auch getankt, dass war praktisch um die Genauigkeit festzustellen. 1cm Tank sind bei mir etwa 45l Heizöl.

In den 2 Jahren kam ich im ersten Jahr auf 1300l, im zweiten auf 1800l öl. Das zweite Jahr enthielt den langen, wirklich kalten Winter(25/26) und wir haben das Obergeschoss durchgehend beheizt - im ersten Jahr war dies nicht der Fall. Dies ist inklusive der Warmwasserbereitung - die schätze ich auf 1-1,5l pro Tag ab, da im Sommer dies ziemlich konstante Werte sind. Die Ölheizung ist eine Brennwerttherme, also vergleichsweise effizient.

Nun zur Auslegung: hier gibt es verschiedene Ansätze und ich brauche eure Meinungen.
Ich tendiere dazu, die Heizlast über den Energiebedarf zu ermitteln und dann die WP etwas "unterdimensionieren", sodass bei extrem Temperaturen der Heizstab helfen muss. Der Vorteil ist natürlich das es quasi keine Takte gibt. Ein diy'ler der dies so getan hat ist "Sonnenperle" (YouTube), es gibt aber auch weitere. Er heizt seinen Altbau mit einer kleinen 5kw Pumpe, relativ geringer Vor- und Rücklauf (38/35). Er hat einfach den Wärmebedarf pro Tag genommen und durch 24h geteilt. Alle Heizkörper sind maximal offen für großen Durchfluss. Bei mir käme ich so auf eine 6.4kw Wärmepumpe, die im Heizbetrieb immer Gas gibt. Der übelste Energieverbrauch im letzten Winter waren 15,4l öl pro Tag, diese Tage war es saukalt. Das ergebe dann 154kw pro Tag, durch 24 etwa 6.4 kW Spitzenleistung.

Mit einer 6.4kW Pumpe (gibt es tatsächlich, eine Avarma von Hoffmann Energie) oder einer 7kw Pumpe wäre ich also gut bedient. Das Teil hätte dann auch einen 3kw Heizstab für den Notfall.

Die Alternative ist natürlich die Heizlast über die Bausubstanz zu berechnen und den Vorlauf auf >50C auslegen. Bei diesem Ansatz käme ich eher auf eine 9kw Pumpe. Bei einem DIY Projekt habe ich mithelfen dürfen. Es funktioniert auch ganz gut, aber: im Herbst und im Frühjahr kommt man nicht ganz ohne Takte aus. Die Panasonic Aquarera(?) die wir verbaut haben hat im unteren Bereich etwas 3kw, weiter runter kann die nicht. Da würde es bei mir auch zum Takten kommen in den Randzeiten.

Hat jemand von euch diesen Ansatz gewählt und gute oder schlechte Erfahrungen damit gemacht?

Grundsätzlich geht das. Ich denke, du hast über Schweizer Formel gerechnet und den Wirkungsgrad der Ölheizung berücksichtigt. Über reale Verbräuche zu rechnen ist immer besser, als über eine klassische Heizlastberechnung. Wobei man natürlich auch die Nutzung berücksichtigen sollte. Wenn du beim Verbrauch der Vorjahre 3 Räume gar nicht geheizt hast, die später mal beheizt werden müssen, verschiebt sich alles.

Kleine Randbemerkung zu den Einheiten: Leistung = kW, Verbrauch = kWh.

Wichtig ist, genaue Tests zu machen, wie weit man mit der Vorlauftemperatur runter kommt. Davon hängt stark ab, wie effizient das Gerät dann arbeitet.

Also der Winter 25/26 war weder lang noch wirklich kalt :face_with_monocle: sondern laut DWD eher zu mild und zu trocken

Im Vergleich 1961-1990. Wenn du mit den 3 Jahren davor vergleichst, war der in vielen Teilen von Deutschland eher kalt. Nicht durchgängig, aber es gab ein paar längere kältere Perioden.

Danke!

Nur aus dem Gefühl war der schon eher kalt. Danke für die Quelle!