Ausführung der Kernbohrung

Hallo ins Forum,

Ich bin neu hier, da ich aktuell plane zwei Zimmer (22 und 18 qm) unseres EFH mit zwei Monosplitgeräten auszustatten. Entschieden habe ich mich für Daikin Stylish und auch schon einige durchaus faire Angebote bekommen.

Bei meinem favorisierten Angebot (lokale langjährig tätige Klimafirma mit gutem Leumund) soll die Kernbohrung (Wand besteht aus 32cm Gasbeton) ohne Durchführungsrohr ausgeführt werden. Man hätte damit schlechte Erfahrungen gemacht.

Abgedichtet/eingeschäumt soll mit Brunnenschaum werden. Erst auf meine Nachfrage hat man sich bereit erklärt, zusätzlich noch mit einem elastischen Dichtstoff auf der Innenseite (Außen wäre der Kabelkanal, so dass das da agg. nicht nötig wäre) zu arbeiten.

Ist das Weglassen des Durchführungsrohres akzeptabel? Wie ist Eure Meinung?

Danke schon mal für Eure Unterstützung.

Grüße Jens

Was soll ein zusätzliches Rohr bei einer homogenen Wand (Gasbeton) denn bringen? Wenn größere Hohlräume durchstoßen werden (Zweischaliges Mauerwerk, Hohlblocksteine usw.) dann würde das Sinn machen.

Brunnenschaum ist doch nicht wasserdicht oder?

Doch, m.E. ist Brunnenschaum wasserdicht aber nicht difussionsdicht bzw. dampfdicht. Deshalb die von mir angesprochene zusätzliche Abdichtung mit elastischem Dichtstoff.

Grüße Jens

Sehe da auch keine Notwendigkeit für ein Rohr.

Porenbeton sollte recht unkritisch sein, da könnte man auf ein Rohr verzichten. Beim Einziehen der Leitungen muss man allerdings aufpassen, die Rohrisolierung nicht zu beschädigen.

Ansonsten gilt ja immer: Innen dichter also außen, also wäre es wichtig, innen noch mit Dichtstoff abzudichten. Außen ist es nicht kritisch, wenn uv-geschützt durch Kanal. Denn Schaum gammelt sehr schnell weg durch UV.

Allerdings: Sollte nicht optimal ausgeschäumt sein, kann ohne Dichtstoff außen kalte Luft tiefer ins Loch gelangen. Das wäre sozusagen ein Zusatzschutz, dass kein freier Luftaustausch mehr möglich ist.

Bei mir hat der Klimafachbetrieb die 8 Kernbohrungen auch ohne eingesetztes Rohr gemacht.

Ein Rohr, egal ob Kunststoff oder metallisch hat auf Grund seiner Festigkeit/Materialdichte einen deutlich schlechteren Wärmeleitwert als Porenbeton ( 0,08 bis 0,12 W/(m·K) je nach Rohdichte. PU-Dämmschaum liegt ebenfalls mit 0,035 W/m.K deutlich unter der Leitfähigkeit eines Schutzrohres.
Das Rohr wäre also die größte Schwachstelle, da sich an ihm irgendwo innerhalb der Wandkonstruktion der Taupunkt, also eine Kondensationsstelle bilden kann.

Ich habe die Leitungen für 2 Split-Innengeräte + Kondensatschläuche + Stromversorgung problemlos durch eine 80er Kernbohrung fädeln können, KS-Hochlochstein, d.h. die Bohrung ist innen nicht glatt.

Anschließend mit Soudafoam B1 Brandschutzschaum ausgeschäumt. Außen durch Kanal abgedeckt, innen leicht hinterschnitten und ca. 0,5 cm dick beigeputzt. Zusätzliche Abdichtung ist da überflüssig, da Luftfeuchtigkeit sich den leichtesten Weg sucht -> der Dampfdruck nimmt die Wand als "weiche Stelle". Als UV-Schutz reicht auch ein zweimaliges, sattes Überstreichen mit einer üblichen Wandfarbe!

Hallo,

danke für die erhellenden Antworten. Ich habe mit dem Klimatechniker vereinbart, dass wir das Rohr weglassen und Innen + Außen zusätzlich zum Brunnenschaum eine Abdichtung mit einem elastischen Dichtstoff erfolgt.

Bin schon sehr gespannt auf die Klima-Split - habe noch keine Erfahrung damit.

Grüße Jens

Also ich kann sagen was bei uns ist, das ist aber nur meine persönliche Erfahrung gewesen und nicht zum nachmachen!

Ich hatte damals durch die 25cm Hohllochziegel gebohrt. Dann ein Abflussrohr eingeputzt. Durch das Abflussrohr einen flexiblen Panzerschlauch durchgelegt. Weil es für 1 1/4 Panzerschlauch keine direkte Dämmung gab habe ich 2 verschiedene Größen genommen (müsste danach suchen wenn es wen interessiert). Direkt auf dem Panzerschlauch ist also ein Armaflex drüber und dann mit der Kante genau andersherum die zweite Lage Armaflex.

Es gab vor 2 Jahren Hochwasser, das Rohr stand also im Wasser und dieses drückte auch gegen die Mauer. Von innen war nichts nass. Nun kann ich aber nicht sagen ob die Mauer von innen nass wurde oder nicht. Was ich weiss, dass es an einigen Stellen Verfärbungen gab, wir hatten einen Bautrockner zum Trocknen der gesamten Wand eingesetzt. Aber durch diese Öffnungen mit dem Armaflex kam nicht ein Tropfen in den Innenraum.

Wenn bei mir die Gefahr durch drückendes Wasser bestünde, wäre ich auf eine Profi-Lösung, z.B. DOYMAfix® gegangen, da weiß ich, dass es dicht bleibt.
Der Anbieter hat auch Dichtungseinsätze und Futterrohre, die dann für eine druckdichte Durchführung sorgen.

Kann man bei einer unkritischen Durchführung in der "Light-Version" machen, ist aber mit Kanonen auf Spatzen geschossen und m.M.n. überflüssig. Selbst wenn eines der Kühlmittelrohre innerhalb der Bohrung Wandkontakt bekommt, sollte man sich da keinen Kopf machen. Die werksseitige Dämmung bzw. ein dünner Wickel aus dämmendem Material reicht zum Schutz des Kupferrohrs aus und Wärme-/Kälteverluste je nach Betriebsart fallen auf dieser kurzen Strecke nicht ins Gewicht.

Mir reicht Bohren, Leitungen durch, Schäumen und optisch abdecken - alles mehr (wenn nicht zwingend nötig) treibt die Kosten und hat keinen wirklichen Vorteil.

Es ging mir eher um den Dämmstoff des Rohres. Mit drückendem Wasser hatte ich schlichtweg nicht gerechnet weil das letzte Mal hier wohl vor 50 Jahren war.

Danke für Eure Antworten und Anregungen.

Die beiden Monosplits (Daikin Stylish 2,5 kW und 2,0 kW sind nunmehr installiert und laufen. Noch bin ich in der Testphase und probiere alles aus.

Eine Sache ist mir unklar. Ich habe jetzt in der Übergangszeit beim Heizen die Econo-Funktion aktiviert. Die Räume erreichen schnell und unkompliziert die eingestellte Solltemperatur. (Offset allerdings ca. 2,5 Grad, d.h. ich muss z.B. 19,5 Grad an der Fernbedienung einstelle, um 22 Grad zu bekommen) Was leistet jetzt noch die per App einstellbare Bedarfssteuerung zusätzlich? (econo begrenzt ja meines Wissens schon auf ca. 60%). Was wird bewirkt, wenn ich dise auf “Auto” stelle, wird dann die Econo- Funktion entbehrlich?

Danke für eine kurze Erleuchtung.

(An die Moderatoren - wenn hier nicht passen, dann bitte verschieben)

Grüße Jens

Wenn du Bedarfssteuerung nutzt, brauchst du in aller Regel kein Econo. Mit der Bedarfssteuerung bist du viel flexibler, die Anlage zu limitieren. Wenn dir die 60% aber ausreichen, ist Econo auch nett, weil einfach über Fernbedienung zu benutzen.

Schau dir auch mal den Wiki-Artikel über die Bedarfssteuerung an.