4 kWp selbst montiert – kein Elektriker will die Netzanmeldung übernehmen. Wie habt ihr das gelöst?
Ich hänge fest und hoffe auf Erfahrungswerte von Leuten, die das schon durch haben.
Die Anlage
8 Module à 500 Wp: 6 Stück Süd auf dem Trapezblechdach der Garage (ca. 6° Nordneigung), 2 Stück West auf der angrenzenden Holzlege. Verteilt auf 4 MPPTs eines Anker SOLIX Solarbank 4 Pro, 2.500 W AC-Ausgang, 5 kWh Speicher. Betrieb als Nulleinspeisung, Messquelle ist ein Shelly Pro 3EM.
Damit bin ich klar über der BKW-Grenze (800 W AC / 2.000 Wp) und brauche den vollen Anmeldeweg über einen eingetragenen Installateur.
Was fertig ist
Montage komplett, DC-Verkabelung ausschließlich werkskonfektionierte Originalware vom Hersteller – keine selbst gesetzten Steckverbinder, keine gemischten Fabrikate, alles zugänglich
Zählerschrank wurde 2024 komplett neu errichtet (moderne Messeinrichtung, SLS, RCD, ~48 freie TE)
Einspeiseleitung Zählerschrank → Garage liegt: NYM-J 5×2,5 mm², ca. 14 m, beidseitig frei
Was fehlt
DC-Prüfung mit Messprotokoll, AC-Anschluss beidseitig auflegen, Inbetriebnahmeprotokoll, Errichtererklärung und Inbetriebsetzungsantrag beim Netzbetreiber.
Das Problem
Fünf Elektriker angerufen. Drei haben sofort abgesagt, zwei prüfen noch.
Der Grund für die Absagen ist offenbar nicht der Aufwand, sondern die Haftung: Wer die Errichtererklärung unterschreibt, haftet für eine DC-Installation, die er nicht selbst gebaut hat – und viele Betriebshaftpflichtpolicen decken fremde Vorarbeit nicht.
Meine Fragen an euch
Wie habt ihr als Eigenmontierer jemanden gefunden, der abnimmt und anmeldet? Gibt es eine Formulierung oder Vorgehensweise, die funktioniert?
Hat jemand Erfahrung mit dem Weg über einen unabhängigen PV-Sachverständigen für die DC-Prüfung, sodass der Elektriker nur noch AC und Anmeldung macht? Wird das vom Netzbetreiber akzeptiert?
Sind 2.500 € in eurer Region normal geworden, oder ist das ein Preis nach dem Motto "eigentlich will ich nicht"?
Hat es Sinn, dem Betrieb anzubieten, die DC-Steckverbinder selbst neu zu setzen, damit er über eigene Arbeit unterschreibt?
Region ist Nordostbayern, falls jemand konkrete Tipps hat. Danke fürs Lesen.
Hi, ich habe auch 4 kWp installiert und muss die Anlage jetzt Anmelden lassen. Anker hat SolarCAN als offiziellen Partner. Da soll die Netzanmeldung + Wielandstrecker nur rund 650€ kosten. Die scheinen aber total überlastet zu sein, habe eine Anfrage vor 2 Woche gesendet und bisher keine Rückmeldung. Was mich ein bisschen skeptisch macht, ist dass sie zusätzlich auch Vorkasse verlangen.
ich bin zunächst bei Anker denselben Weg gegangen: Paket „Wieland-Anschluss: Installation und Netzanmeldung" gebucht (bei mir 499 € statt 599 €), ausführender Partner ist ebenfalls SolarCan. Zwei Dinge, die ich dir vorher mitgeben würde:
Die Reaktionszeiten sind wirklich zäh – zwei Wochen ohne Rückmeldung deckt sich mit meiner Erfahrung. Nachfassen am besten schriftlich und parallel über Anker, nicht nur über SolarCan.
Der wichtigere Punkt: Lass dir vor der Zahlung schriftlich bestätigen, ob einphasig oder dreiphasig angeschlossen wird und was genau im Festpreis enthalten ist. Bei mir ist genau das gerade der Streitpunkt – das Paket ist einphasig beschrieben, SolarCan/Monteur hält bei meiner Anlage einen dreiphasigen Anschluss für erforderlich. Das ändert Aufwand und möglicherweise auch den Preis. Ich habe vom zugeteilten Monteur schonmal vorab eine Zusatzrechnung von 750 Euro erhalten für Bauteile, Anfahrt und Leistungen die eigentlich ohnehin schon im Paket waren/sind.
Ich soll diesen Betrag auch blind per Vorkasse überweisen, ohne Rückmeldung oder Besichtigung der Anlage an sich.
Zur Vorkasse: Wenn du über Anker buchst, hast du wenigstens Anker als Ansprechpartner und nicht nur den überlasteten Subunternehmer.
Mein Vorhaben ist an dieser Stelle zum Erliegen gekommen, da ich hier das Vertrauen verloren habe mit einem Partner zusammenzuarbeiten der weder erreichbar ist noch Kosten nach Leistung verrechnen will sondern vorab.
Hi, danke für den Tipp. Ich bin gespannt, was jetzt von SolarCAN kommt. Da sie Partner von Anker sind, habe ich zumindest die Hoffnung, dass es kein Scam ist.
Meine Anlage ist mittlerweile komplett montiert und läuft erst einmal im Balkonkraftwerk-Modus mit 600 Watt. Jetzt stellt sich mir allerdings die Frage bzgl. der Anmeldung: Sollte ich die Anlage jetzt schon selbst im Marktstammdatenregister eintragen oder lieber auf den Service von SolarCAN warten?
Soweit ich weiß, gilt dafür eine Frist von einem Monat. Wenn SolarCAN allerdings so langsam weitermacht, sehe ich innerhalb dieser Zeit definitiv noch keinen Techniker bei mir. Durch die 4 kWp Gesamtleistung müsste die Anlage ja eigentlich direkt beim Netzbetreiber gemeldet werden.
Mein Tip geht auch in die Richtung, vor dem Aufbau mit dem Elektriker abzusprechen, wie er die Anlage haben möchte, damit er sie reibungslos anmeldet. Jeder macht es anders und hat da eigene Vorlieben oder Halbwissen bezüglich Netzbetreibervorgaben.
Ich habe hier meine 17kwp Anlage 2023 nach Vorbesprechung mit dem Elektriker aufgebaut. Der wollte selber eigentlich nichts ansehen oder sich die Hände schmutzig machen. Ich habe ihm Bilder von allen relevanten Stellen geschickt und schließlich die Fertigmeldung. Dann hat er das im Portal des Netzbetreibers angemeldet und gut.
Du findest auch überregional tätige Elektriker die das machen. Z.B. bei Kleinanzeigen.
Ich könnte Dir jemanden empfehlen, der Dir die Anlage zum Pauschalpreis von 899€ anmeldet. Er macht aber nur eine Vor-Ort-Prüfung und meldet an, die ganzen Installationsarbeiten müssen anderweitig gemacht sein, wenn er kommt.
Nachdem Du über 800W Wechselrichterleistung liegst, lassen sich Balkonkraftwerk- und Kleinsterzeugungsanlagenregeln nicht anwenden und Du musst alle "Spielregeln" einhalten, die für große PV-Anlagen gelten. Das bedeutet insbesondere:
Unterkonstruktion der Module ist mit 16 mm² Leiterquerschnitt zu erden (an Potentialausgleichsschiene)
AC-seitiger Überspannungsschutz erforderlich. Der Elektriker, den ich Dir empfehlen kann, wird auf einen Kombiableiter im plombierten Vorzählerbereich (Netzseitiger Anschlussraum NAR) bestehen, dessen zusätzlicher Erdungskontakt wiederum mit 16 mm² mit der Potentialausgleichsschiene zu verbinden ist.
PV-Trennschalter im AAR (anlagenseitiger Anschlussraum, also oberhalb des Zählers) erforderlich
Dedizierter RCD und Sicherungsautomat für den Wechselrichter.
Das Shelly Smart Meter, dass Du verbauen möchtest, ist entsprechend dem Leiterquerschnitt 3-phasig abzusichern.
Zusatzerdung des Wechselrichters ist an Potentialausgleichsschiene anzuschließen (Leiterquerschnitt gemäß Herstellervorgabe).
Falls die DC-Kabel von den Modulen zur Anker Solix mehr als 10 m Weglänge innerhalb eines Gebäudes zurücklegen, ist theoretisch sogar ein DC-seitiger Überspannungsschutz (Generatoranschlusskasten) erforderlich. Da schaut der o.g. Elektriker aber im Regelfall nicht so genau hin.
Falls Du mit diesen Vorgaben klarkommst und zu den o.g. Konditionen anmelden lassen willst, dann gib' gerne per PN Bescheid.