ich habe vom Heizungsbauer (HB) eine Heizlastberechnung für unser saniertes EFH Baujahr 1930 in Hamburg mit ca. 150m2 beheizter Fläche bekommen. Bei einer NAT von -10°C soll die Heizlast bei 9,3 KW liegen (18°C Raumtemperatur, VL bei 55°C, Heizgrenze 15°C)). HB hat darauf eine 10KW WP Bosch Compress 5800i AW 10 OR-T + CS5800iAW 12 E empfohlen. Bivalenzpunkt liegt nach dem Bosch Planungstool bei -9,5°C, und die minimale Außentemperatur für Taktung bei 9,3°C.
Ursprünglich hatte der Vertriebler aufgrund des Jahresverbrauchs der alten Buderus Gasbrennwert-Heizung von 17000 KW/Jahr mit Warmwasser für 2 Personen die kleinere 7 KW Version der CS5800i AW angeboten. Bei der durch Verbrauch geschätzten Heizlast von 8,1 KW kam mir das auch angemessen vor.
Lt. HB ist die 7KW Variante aber zu klein, da sie auch mit Einsatz des Heizstabs nicht die erforderliche Leistung bringt (Bivalenzpunkt -1°C, Minimaltemperatur für Taktung 11,5°C).
Mir erscheint die 10KW Variante zu groß und ich habe Sorge, dass sie aufgrund höherer Taktung in der Übergangszeit nicht effizient laufen wird. Was denkt Ihr?
Der HB baut auch Daikin Wärmepumpen ein, die es in 7KW und 8KW Varianten gibt (Altherma 4H). Wäre eine Daikin WP eine gute Alternative zur Bosch WP?
schau mal unter : Unsere Tools .
Da findest du ein Wärmepumpenrechner . Probiere da mal die Variante mit 7 bzw 10 Kw von Bosch aus . Alternativ die 8 Kw Variante von Dakin . Einige Daten must du dir im Internet zusammensuchen . Das hilft bei der Einschätzung .
Was mich stört ist die hohe Vorlauftemperatur . Sollen die alten Heizkörper weiter verwendet werden oder sollen größere verbaut werden ?
Ich finde den Punkt mit der Vorlauftemperatur auch wichtig. Viele schauen nur auf die kW-Zahl der Wärmepumpe, aber die Heizkörper und die benötigte Temperatur sind mindestens genauso entscheidend. Wenn die alten Heizkörper bleiben sollen, würde ich vorher wirklich prüfen, ob sie bei niedrigeren Temperaturen genug Leistung bringen. Größere Heizkörper können manchmal mehr bringen als einfach eine größere Wärmepumpe einzubauen.
Essentiell wichtig ist, dir die untere Modulationsgrenze anzuschauen. Beispiel: Eine 10kW WP taktet nicht mehr, als eine 7kW, wenn beide die gleiche untere Modulationsgrenze haben.
Kannst du Warmwasser aus deinem Verbrauch mal rausrechnen? Du weißt ja, was du im Sommer an Warmwasser verbrauchst und kannst das dann hochrechnen.
Danke für Euren Input. Mit der Gastherme hatte ich in den letzten Jahren die Heizkurve soweit abgesenkt, dass bei -5°C AT die VL-Temperatur bei ca. 50°C lag. Wir haben im Wohnzimmer noch große alte Guss-Heizkörper und in den restlichen Räumen ausreichend große Typ 33 Heizkörper. Lt. vom Heizungsbauer erstellten Heizlastreport sollte das reichen um außer im ausgebauten DG auch mit VL/RL Temperaturen von 45°/30° zu arbeiten. Im DG könnten wir ggf. größere Heizkörper nachrüsten.
Warmwasseranteil nach Gasverbrauch in den Sommermonaten lag bei nur ca. 2%. Ich hatte noch 2qm Solarthermie auf dem Dach - ich habe mal 5% WW Anteil für 2 Personen angenommen. In Zukunft soll allerdings eine getrennte BWWP im Heizungsraum das WW mit PV Unterstützung erwärmen.
Lt. Bosch Planungstool haben die 7KW (AW7 OR-S) und 10KW (AW10 OR-T) Varianten unterschiedliche Minimal-Leistungen:
Die letzten beiden liegen soweit beieinander, dass das im Fehlerbereich der Simulation liegt. Da kann man also gar nicht sagen, welche Anlage schlussendlich sparsamer sein wird.
Die 7kW hingegen schneidet relevant schlechter ab. Aber prüfe das auch mal mit mehr Verlusten der Brennwerttherme, ob das gleich bleibt. Oft sind die Verluste deutlich höher, als im Datenblatt steht. Rechne da ruhig mal mit 0,85 nochmal durch.
Was die Mindestmodulation angeht: Die 10kW moduliert schon sehr weit runter, liegt bi 10 Grad so etwa bei 2,4kW. Das ist ein super Wert. Freund von mir hat eine Vaillant, die nur bis 5-6 kW runter kommt. Bei so einem guten Wert muss man nicht so stark drüber nachdenken, ganz knapp auf Kante zu dimensionieren.