Allgemeiner Victron Anlagen Erfahrungsaustausch Thread

Da wohl einige Solarfreunde Victron betreiben könnten wir hier einen ganz guten Thread machen um zum Einen die eigene Anlage zu verbessern, und zum Anderen Entscheidungsgründe pro oder Contra Victron aufzu führen.

  1. Pro Victron
  2. Contra Victron
  3. Verbesserungsmöglichkeiten und Tipps, Optimierungen
  1. da sehe ich die Modularität als großen Vorteil. Man macht das Dach voll, kauft sich den entsprechenden Laderegler und kann dann wenn die Garage fertig ist dort noch ein paar Module mit einem neuen Laderegler unterbringen. Wenn dann die Gartenhütte steht, kommen dann weitere dazu. Außerdem hat man alles weitestgehend in den eigenen Händen, die Multiplus II sind robust und können auch einzeln ausgetauscht werden.
  1. Die Modularität und Flexibilität hat ihren Preis. Wenn man eh weiß, dass man nur das Dach als Solarmodulträger zur Verfügung hat, und dieses vollknallt, dann kommen auch andere Systeme in die engere Wahl. Wie aktuell Berlin, zuvor Spanien/Portugal gezeigt haben, kann die Schwarzstartfähigkeit einer Anlage durchaus Sinn ergeben. Aber das liegt dann im Ermessen des Einzelnen, wie er sich meint wappnen zu müssen.
  1. Die Laderegler halten mehr aus, als Victron vorgibt. Klar, die Maximalspannung ist einzuhalten. Aber das Overpowering kann man ruhig über die 130%, die Victron als Möglichkeit in deren Solar Calculator bietet, ansetzen. Sprich, es geht meist noch 1 String mehr als berechnet.

Als riesiges Plus zur bereits genannten Modularität sehr ich ganze klar das offene System, die Zusammenarbeit und Kommunikation seitens Victron mit den Endkunden und die quasi unbegrenzten Möglichkeiten, Fremdgeräte jeglicher Art per Node Red mit der Anlage zu verheiraten. Hat man einmal die Vorteile des Systems erkannt und auch nutzen können, will man nichts anderes mehr.

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  1. Es zeigt sich, das die Laderegler mit den angeschlossenen Strings bei Schwachlicht weniger liefern als zB. MicroWR (600W bis ca 2000W). Hierbei kann es bei “schwierigen” Ausrichtungen, wie dem angesprochenen Garagendach mit Teilverschattungen, als sinnvoll erweisen die Victron Laderegler angebundenen Solarmodule mit solchen an MicroWR zu ergänzen. Diese kann man am ACout2 dann anschließen. Nicht vergessen im Multiplus den Frequenzshift zu aktivieren bzw. aktiviert zu lassen und ergänzend dazu 2 Assistenten programmieren- der Eine schaltet den ACout2 über 90% SOC aus, der andere unter 90%SOC ein.
    Weiterer Vorteil: die am Multiplus anliegenden Wechselstromverbraucher können direkt mit der geleiferten Leistung der MicroWR bedient werden.

Stimme zu. Es beginnt schon bei der Steuerung der Gesamtanlage die wahlweise mit Cerbo Geräten oder einem Raspi mit Venus OS, welches als Download erhältlich ist, durchgeführt werden kann.

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  1. da durch die Laderegler- und wenn man möchte angeschlossenen MicroWR (diese lassen sich zB über Node Red per Shelly Strommesseinheit einbinden) die Möglichkeit von vielen verschiedenen Ausrichtungen besteht, ist eine weitere Empfehlung -gerade für die Winterzeit als Ergänzung zu den eher flach angestellten Modulen auch senkrechte Module einzubinden- diese liefern nicht nur wenn die anderen durch Schnee bedeckt sind, sondern auch bei Sonnenschein (tief stehend) ausreichend Leistung. Ausrichtung möglichst Süd-Ost, Süd. Insgesamt ist es auch so, dass entweder bei düsterer Witterung die flachen im Winter Leistung liefern. Bei klarer Witterung, kalt und Sonne vor allem die senkrechten. Durch Spiegelungseffekte auch bei Schneebedeckung des Bodens ganz gut.
  1. gilt nicht nur für Victron, aber insbesondere für alle schwarzstartfähigen Anlagen: wichtig ist, dass die Akkus auch im Winter immer gut gefüllt sind bzw. auch der wesentliche Verbrauch abgefedert wird. Darum möglichst Module kaufen, die ein gutes Schwachlichtverhalten haben. Erkennbar an den Graphen und der 200W/m2 Kurve. In der Regel sind die neueren besser, weil sie eine höhere Effizienz besitzen. Die meisten liegen zwischen 65/70W und 85W- was bei 20-30 Modulen schon einen deutlichen Unterschied am Tag ausmachen kann.

Wir sind auch insgesamt seit drei Jahren Victron-Nutzer, begonnen hat alles mit einem 3000er als Nulleinspeiser und heute liegt der 3000er im Regal und drei 5000er versogen unsere (pseudo) Insel. Angebunden sind die drei 5000er an aktuell 91kWh 16S Speicher.

Das spricht jetzt nicht unbedingt nur für Victron, das nachträgliche hoch Skalieren funktioniert auch AC gekoppelt. Zudem ist unter Umständen eine rein DC gekoppelte Anlage verlustträchtiger als eine Mischung aus DC und AC Kopplung.

Sofern du hier nur von den passiv gekühlten 150/XY oder 250/XY sprichts würde ich dem widersprechen wollen bzw. gleich einen Minuspunkt für die MPPT-Lader anbringen wollen: Sie werden unter Volllast recht heiß. Mit Blick auf die Lebensdauer einzelner Bauteile wie Kondensatoren und Halbleiter ist die Aussage des Overpanelings also meiner Meinung nach eher mit Vorsicht zu genießen.

Du benutzt hier immer wieder das Wort “Laderegler”, was genau ist damit gemeint? Weiterhin bin ich der Meinung das MPPT Laderegler im weitensten Sinne Stringgeräte sind während Mikrowechselrichter Modul-Geräte sind. Hier sollte man aufpassen nicht Äpfel mit Birnen zu verwechseln bzw. zu vergleichen. Schwachlicht und Teilverschattung sind her zwei verschiedene Parameter die man nicht miteinander mischen sollte.

Unser MPPT 150/45 hat mit einer 3S2P Verschaltung hervorragende Ergebnisse geliefert. Auch wenn durch nachbars Bäume ab frühen Nachmittag ein blöder Schatten über einen Teil der Module wanderte. Der 150/45 wurde nun durch einen SOLAX X1mini ersetzt und die Modulverschaltung auf 6S geändert da der SOLAX den max. Strom aus der 2P Verschaltung nicht vollständig verarbeiten konnte und uns damit Peakleistung fehlte. In der 6S Verschaltung ist der Ertrag bei der Verschattungssituation bei Weitem nicht so hoch, was natürlich auch daran liegen könnte dass den Modulen noch Dioden fehlen.

Aus rein elektrischer/elektronischer Sicht empfinde ich die Geräte von Victron als sehr solide, großzügig dimensioniert und erwarte eine hohe Standfestigkeit.

Zudem ist mir persönlich der schwere niederfrequent betriebene Trafo wesentlich lieber als die Hochfrequenz-WR wie z.B. von Deye. Dafür braucht es aber u.U. eine Körperschallentkopplung wenn man das Brummen nicht im ganzen Gebäude verteilen möchte.

Danke, gute Ergänzungen-

ich habe das getestet mit Hoymiles 1500 WR, die mit 3 Modulen am MP2 ACout2 hängen, während ein MPPT Laderegler 150/30 mit 3 Modulen und ähnlicher Ausrichtung deutlich weniger liefert- jeweils bei Schwachlicht (=diesiges Wetter im Winterhalbjahr). Also unter 200W/m2 Einstrahlung.

Ja, das Brummen ist ein Merkmal der Multiplus, hängen im Keller und stören darum kaum. Es gibt Tipps die mit Sets von Toilettenaufhängungen an die Wand zu hängen um sie schalltechnisch zu entkoppeln. Also zum Einen die Dübel. Zum Anderen die dünne styropor Einlage unter die Metallhalteplatte.

Meine Energieversorgung läuft nun seit vier Jahren als Inselanlage mit Victron und wurde im Laufe der Zeit kontinuierlich erweitert.

Begonnen habe ich mit drei MP2 3000 auf einer Phase sowie 6,4 kWp, verteilt auf zwei MPPTs.

Aktuell betreibe ich ein einphasiges Netz mit einem MP2 8000 sowie ein dreiphasiges Netz mit drei MP2 5000. Dazu kommen insgesamt 22 kWp, verteilt auf 1x MPPT 150/50, 1x MPPT 250/60, 1x RS 450/100 und 1x RS 450/200.

Bisher gab es lediglich einen Ausfall eines Cerbo GX (nach Spannungs-Ein/Aus). Ansonsten läuft die Anlage problemlos und absolut zuverlässig. Auch der Support seitens Victron ist top.

Vor Victron hatte ich meine ersten Insel Erfahrungen mit einem Steca PLI5000 gesammelt == das war nix.