Moin Leute,
nach dem letzten Videos zu Enpal und Co. gab es Gespräche mit den Unternehmen und ich formuliere es mal vorsichtig: Viel dabei rausgekommen ist bisher nicht.
Deswegen dachte ich mir, lasst es uns konkreter machen: Wir formulieren vier Mindeststandards, die aus meiner Sicht bei PV-Angeboten mit Finanzierung selbstverständlich sein sollten (IMMER):
Sind das die richtigen Punkte?
Fehlt etwas Wichtiges?
Sind einzelne Forderungen zu hart, zu weich oder nicht konkret genug?
Mir geht es dabei nicht nur um Enpal, sondern grundsätzlich um All-in-One-PV-Angebote mit Finanzierung. Wenn Menschen 30.000, 40.000 Euro oder mehr ausgeben und sich über 20 oder 25 Jahre binden (oder gar finanzieren), muss vor der Unterschrift wirklich klar sein, ob sich das wirtschaftlich rechnet — oder ob man vor allem für Komfort und Service bezahlt.
Ich fände es sehr gut, wenn es auch hier (PV und WP) entsprechende Transparenzpflichten gäbe, ähnlich wie man der Versicherungsbranche gewisse Mindeststandards abgetrotzt hat. Auch für die Rentabilität bei PV könnten ja standardisierte Berechnungsverfahren vorgeschrieben werden.
Solche Unternehmen schaden schaden nicht nur den betroffenen Kunden sondern bringen die gesamte PV und WP Branche in Mißkredit.
Ganz offen gesagt steht meine Meinung da schon ganz klar fest: Nein, rechnet sich nicht wirtschaftlich! Kommt natürlich auf die individuelle Situation und Größe der Anlage an, aber zu Enpal & Co. gibt es wirklich reichlich Alternativen - das braucht niemand. Aber die suchen halt immer Dumme und finden sie jeden Tag. Diese Langzeitbindung und Finanzierung noch dazu - absolutes No-Go für uns. Wir haben unsere 14 kWp-Anlage in ca. 50% Eigenarbeit gebaut, die Dachdecker (die ohnehin das Dach saniert haben) haben noch die Module verlegt und der Elektriker alles an einen alten ZS aus 1973 angeschlossen - waren ca. 12.000 Eur incl. 16 kWh Akku.
Nun ja, die Schnittmenge der potentiellen Enpal-Käufer und der PV-DIYler dürfte leer sein.
„Braucht kein Mensch“ ist realitätsfern. Den Ralf Schuhmacher-WebeNervAutoAufkäufer braucht auch niemand, man kann seinen Gebrauchtwagen doch einfach so verkaufen.
Und Autokredite, die dazu führen, dass man für 40.000 Euro-Auto letztendlich 60.000 Euro bezahlt, braucht auch niemand. Man kann das Auto ja einfach bar bezahlen.
Wer das aber alles nicht kann, braucht eben doch solche Angebote.
Gegen falsche Werbeaussagen und nicht zutreffende Versprechungen gibt es rechtliche Möglichkeiten. Die sind mühsam, dauern eventuell lange, und sind im Ausgang manchmal überraschend. Aber so ist das vom Gesetzgeber gewollt.
Ansonsten hat das Konzept vom mündigen Bürger halt seine Vor- und Nachteile. Die Pflicht zum Selberdenken gehört dazu.
ad 1. Die problematischen Mietmodelle sollten klar mit erfasst werden. "Diese Rechnung sollte" auch bei Mietmodellen, "Kaufpreis, Finanzierungskosten"....
ad 2. verstehe nicht, was dem Kunden gesagt werden soll? "Wir sind teurer als die Konkurrenz, aber bieten mehr Komfort?"
ad 3. soweit ich heraus gefunden habe, werden sog. Strukturvertriebe tätig (Netzwerk oder Multi Level Vertrieb). Jeder mit Gewerbeschein kann z.B. "enpal" vermitteln und erhält, wie ein Makler, bein Zustandekommen eines Vertrages mit der Firma eine Provision. Falschen Versprechen könnte man nur mit der Pflicht, die Beratung zu protokollieren, vermeiden.
ad 4. Dafür sind die Gerichte da. Ein zusätzliches Gericht nur für diese Art des Verbraucherschutzes ist m.A. nicht nötig. Vorgeschaltete Schiedsgerichte verzögern den Rechtsweg nur und wer soll die Schiedspersonen ausbilden und bezahlen?
Jeder weiß es, doch nur wenige mache es: alles "Kleingedruckte" (AGB´s) lesen und alternative Angebote einholen. Das gilt für PV genauso wie beim Stromanbieter, usw.
Ich schätze dein Bemühen um die Klientel. Ob sich was ändern läßt, wird die Zukunft zeigen. Das Thema ist m.A. nur ein kleiner Aspekt des Verbraucherschutzes und für den gibt es ja schon die Verbraucherzentralen. Deren Seiten klären sehr gut auf, was bei PV zu beachten ist.
Wie man Verbraucher vor den Tricks der Multi Level Vertriebler schützen kann, ist m.A. ein Thema weit über PV hinaus.
Hier geht es jetzt eher darum, was wir fordern können. Generell sind die erstmal bereit zuzuhören und das Video hatte ja immerhin fast 700.000 Aufrufe und damit schon großen Impact. Das ist denen nicht egal.
Man hat also noch die Aufmerksamkeit. Da sollten wir nutzen
Kann mir nicht vorstellen, daß Enpal & Co da bereit sind, wirklich was dran zu ändern. Jede Transparenz reduziert ja den Umsatz mit einschlägigen Miet&Kombiverträgen. Das gleiche wie bei Riester Verträgen oder (gibts das immer noch, lange her, daß ich da mal einen Vertreter zerpflückt habe) Baufinanzierungen bei denen man eine Bausparvertrag erst mit Abschluß des Gesamtpakets beginnt anzusparen ... Ansprechpartner müßten eher Verbraucherschützer und die Politik sein.
die Firma hat kein Interesse an negativen Kritiken. Im Netz fand ich vermeintliche Verbraucherschützer, die enpal loben. Im Impressum war es eine Ltd. aus Irland. Nachtigal ick hör dir trapsen....
Da geht bestimmt was.
@Akkudoktor
Fordere ein schriftliches Aufklärungsprotokoll und Minimum 14 Tage Bedenkzeit für den Kunden mit Preisbindung für einige Monate.
Fordere, dass alle AGB´s an prominenter Stelle auf der homepage abgerufen werden können, auch ältere Fassungen.
Exkurs:
Die Idee, tausende von PV mit Speicher zu bündeln, zentral zu steuern, um damit an der Börse (EEX) zu handeln, finde ich sympatisch (den derzeitigen Aufpreis aber nicht). Ich habe aber Zweifel, ob das wirklich netzdienlich ist. Unser Netz ist nicht homogen, wir stehen nicht auf der Kupferplatte. Dieses Netz besteht aus sehr unterschiedlich starken Kabeln und Knoten, so dass es zu Überlastungen auf regionaler Ebene kommt, die im bundesheinheitlichen Strompreis nicht abgebildet werden können.
Ende Exkurs
Ich drücke die Daumen, das die Firmen sich bewegen.
Mein Name ist “Enp,5”. Mein Umsatz 1,8 Milliarden € mit PV.
Ich beschäftige 200 der besten Anwälte auf dem Gebiet Solaranlagenverkauf. Die 4 Punkte vom Akkudoktor sind Klasse. Die bauen wir elegant in unser inoffizielles Marketing ein (Schulung der Vertriebler). Sinngemäß “wir unterstützen die Akkudoktorforderungen und setzen sie vorbildlich um. Sie als Kunde bekommen mit uns, somit den besten Anbieter auf dem Markt!”
So oder ähnlich würde ich reagieren.
Ansonsten bin ich bei Oliver. Marktwirtschaft ist gut. Kunden müssen genauso wie Verkäufer in ein Thema einsteigen, das sie zig Tausend Euro kostet. Beim neuesten Ipone schaffen sie es doch auch. Sind sie dafür zu faul … das Geld ist ja nicht weg
So ein Handy mit nem 24 Monatstarif ist aber auch wesentlich leichter zu durchschaun (zumindest meine Annahme, kauf mir so alle 5 Jahre mal ein recycled iphone ohne Vertrag ...) als ein Kombivertrag mit Stromlieferung, Stromeinspeisung, Miete für die PV Anlage und sonst noch was. Oder mein Beispiel mit den Bauspar/Darlehenskombinationen damals, die auch wunderschön zum Tricksen geeignet waren und wo man schon etwas Excel oder was besseres brauchte, um das durchzurechnen.
Naja die Punkte die wir hier definieren, können ja auch als Warnung dienen für Leute die an sowas denken.
Und ich sehe das schon etwas differenzierter:
Wenn jemand transparent dargelegt bekommt, auf was er sich da einlässt (das Gesamtangebot ist schon sehr komplex) und mit einfachen Mitteln errechnen kann: Lohnt sich nicht so richtig. Dann ok
Aber wenn genau diese Transparenz nicht passiert und teils auch problematische Aussagen getätigt werden: Die bei vielen dann eben so ankommen wie "das lohnt sich" + Druck. Dann ist das natürlich ein Ding für Verbraucherschützer, zu denen wir ja auch zählen.
Und warum hier nicht etwas bewirken und erreichen? Zumindest kann man es versuchen und mal ein paar Punkte definieren die wir als sinnvoll und wichtig erachten.
Ich denke was auch ganz wichtig ist, ist die rechtliche Sache im Bezug auf Gesetzeslagen.
Also auch transparent vermittelt, dass diese Rechnungen nur dann so sind, wenn nicht vom Gesetzgeber irgendwas verändert wird, was sich immens bei der Amortisationsberechnung auswirken kann.
Vielleicht auch mit einer Tabelle zum Vergleich, “das passiert bei”, sowas gibt es glaube ich auch bei flexibler Verzinsung bei Krediten, die Auswirkungen verschiedener Prozentsätze.
Es muss also einen fixen Rahmen geben, und einen der flexibel ist und den niemand vorhersagen kann. Das muss der Kunde aber auch verstehen können. Und nicht “wir garantieren, dass….” und irgendwo steht dann “aber nicht wenn sich gesetzlich was ändert”. Es muss klar gegliedert und strukturiert sein.
Eine Garantie auf die wirtschaftlichen Ergebnisse nach aktuellem Stand der Dinge wäre schon ein Riesending, aber wird’s natürlich nicht geben.
Und bei der Amortisationsrechnung jeglicher PV-/Heizungs-/sonstigen Energiesparanlagen sind so viele Glaskugel-Parameter dabei, da ist der Gesetzgeber noch das kleinste Risiko.
Ich denke, die Leute, die bei Enpal eine Fix-Fertig-PV-Anlage mit Dauervertrag kaufen (wollen), die schauen gar nicht in ein DIY-Forum oder sich irgendwelche YT-Videos zu PV-Technik generell an. Das sind eher ältere Leute mit Eigenheim, wo die Nachbarn rechts und links schon PV auf dem Dach haben und sich dann sagen: oh ja, sowas wollen wir auch. Und da gibt es doch diese nette Firma, die liefert alles aus einer Hand und baut alles anschlußfertig auf. Preis und Wirtschaftlichkeit spielen da wohl eher eine untergeordnete Rolle. Ansonsten kann sich jeder mündige Bürger selbst informieren und sich etwas in das Thema einfuchsen. Vielen fehlt dazu die Zeit und es werden dann Entscheidungen aufgrund unvollständiger Informationen getroffen (ist wohl fast immer so). Das Modell von Enpal klingt für viele interessant und verlockend, kaum einer rechnet es von vorn bis hinten komplett durch und vergleicht mit Alternativen - sonst hätten die ja kaum Kunden. Ich kann mir kein echtes Interesse von Enpal an einer Änderung des Geschäftmodells vorstellen; wohl aber haben sie ein Interesse Kritik daran klein zu halten bzw. zu ersticken.
Das mit dem Selbstrechnen ist so eine Sache. Ich höre und lese immer wieder “Ich habe mir das rechnen lassen”
Ich habe die Befürchtung, unser (staatliches) Schulsystem ist seit Jahrzehnten so schlecht, dass die Mehrzahl der Menschen nicht in der Lage ist selbst einfache Rechnungen durchzuführen oder auch nur nachzuvollziehen. Bei der Mehrheit der Politiker ist das auf jeden Fall so.
Damit ist solchen Betrügereien Tür und Tor geöffnet.
Was aber viele tun, auch wenn sie selbst nicht rechnen können, sie konsultieren Vergleichsportale, wenn sie z.B. ihr Auto versichern oder Geld bei einer Bank anlegen wollen oder wenn sie einen Stromanbieter suchen weil ihrer unverscämt geworden ist. Da bekommen sie ein fertig gerechnetes Ergebnis und werden vielleicht sogar vor den schlimmsten schwarzen Schafen gewarnt.
Es kommt sogar vor, dass besonders niederträchtige Tricks abgeschaft werden, wenn das auf diese Weise öffentlich (und so geschäftsschädigend) wird.
So etwas sollten wir vielleicht auch für PV oder WP Anbieter schaffen.
Vielleicht hat check24 oder verivox oder ??? Interesse daran.
Wenn nicht sollten wir so etwas machen. Leute, die so eine Platform programmieren könnten, gibt hier im Forum sicher genug.
Andreas was hältst Du von der Idee? Dein Datenbestand, den Du in einer so schönen Grafik dargestellt hast, könnte als Basis dienen.
Wenn wir Foristen durch viele links auf diese Platform dafür sorgen, dass diese bei Googl hochrutscht, wenn einer nach PV sucht dann wird das bekannt. Wir sind ja nicht so wenige.
Vielleicht wirklich "einfach" was zum nachgucken, was so eine Anlage in der Region bei anderen gekostet hat.
Ganz ohne Bewertung
Einfach nur: "Dein einer Nachbar hat bei den
Komplettpaketen soviel bezahlt, der andere mit nem Angebot vom örtlichen Handwerker aber soviel."
Wäre es eine nachgewiesene Betrügerei, gäbe es dagegen handfeste Maßnahmen. Insofern sollte man etwas zurückhaltender formulieren.
Es gibt unzählige Projekte im Bereich Heizung/PV/Dämmung/… für EFHs, von ganz normalen Handwerkern, die sich im Leben niemals amortisieren. Alles Betrug? Sicher nicht.
Und ansonsten verkaufen andere Klangschalen, Entkalker mit Magneten, Granderwasseranlagen, und was auch immer mit nachweislich falschen Versprechungen. Und das Zeug wird gekauft, weil mancher das kaufen WILL. Des Menschen Wille ist sein Himmelreich.
@lichtquant
dann muss aber fein säuberlich getrennt werden, was der Preis beinhaltet. Beim Mietmodell von enpal ist die Wartung, Reparatur, ggfls. der Akku Tausch sowie die Bankzinsen enthalten. Das läuft 20 Jahre und man kann sich vorher heraus kaufen. Keine 20 Jahre laufen der Messstellenbetreibervertrag und der Strombezugsvertrag, da sind es (m.A.) nur 3 Jahre. Da es noch andere Anbieter für Miete bzw. Leasing bzw. Ratenkauf gibt, müsste es dafür eine gesonderte Rubrik geben. Für diese Angebote sind Effektiv- und Realzins vergleiche gewiss besser. Und was die Stombezugsverträge angeht, müsste wohl der Vergleich mit Tibber und Co. erfolgen. Das hat der @Akkudoktor in seinem Youtube alles schon berücksichtigt.
Ein 77 Jahre alter Freund fand das Angebot der Miete für sich als sinnvoll, denn bis sich die Anlage gerechnet hätte, wären ca. 18 Jahre ins Land gegangen. Da wäre es zweifelhaft, ob er das noch erleben wird. Mein Hinweis auf die (zu) hohen Kosten für den Kauf haben ihn überzeugt. Er wird einen lokalen Anbieter nehmen. Der hat über den Belegungsplan nur den Kopf geschüttelt. Das Hausdach war fast voll belegt (auch auf ungünstiger Ausrichtung) aber das ideale Carportdach (flach) hatten die enpal Vertreter nicht berücksichtigt. Dort ist schon Kraftstrom (Wallbox) vorhanden. Preiswert, einfach in der Umsetzung und ideal für seinen Bedarf.
Achja so richtig groß scheint der Bedarf ja nicht zu sein
Gibt ja mehr als genug Themen aktuell und ich denke, mit dem Aufklärungsvideo scheint es für die meisten Leute ok zu sein. Dann belassen wir es einfach dabei.
Denke dann spare ich mir den Stress und setze die Energie woanders ein.