Hi zusammen,
vor einiger Zeit hatte ich hier mal gefragt, wie man am besten bei der Packzusammenstellung die einzelnen Zellen balanced und danach die kompletten Packs, bevor man sie zu einem System zusammen baut.
Nun, nach einigem Testen habe ich eine, wie ich finde recht praktikable Lösung, die ich nun auch beim Bau meiner zweiten Powerwall anwende.
1. einzelne Zellen balancen:
Meine Zellen haben alle unterschiedliche Spannungen zwischen etwa 3,5 und 4,2V da ich sie nach dem Kapazitätstest manchmal erst zum Ende des Testzyklus' inkl. Wiederaufladen entnommen habe, manchmal auch während sie noch nicht wieder voll waren um den nächsten Schwung Zellen einlegen zu können.
Wie balance ich die nun? Im Prinzip gar nicht.
Ich stelle die Akkupacks so wie die Zellen geladen sind zusammen und löte nach und nach den Sicherungsdraht an (schmilzt bei 5A).
So gleichen sich die Zellen automatisch an.Den Ausgleichsstrom, der zwischen den einzelnen Zellen fließt habe ich noch nicht gemessen, aber ich habe bisher rund 1.500 Zellen auf diese Art verlötet und noch ist kein einziger 5A Sicherungsdraht durchgebrannt
2. Akkupacks balancen:
Hier wiederum sehe ich ein "richtiges" manuelles Balancen als sehr wichtig, damit vor dem Einbau (und der damit verbundenen Serienschaltung) alle AKkupacks auch wirklich dieselbe Spannung haben.
Hierzu habe ich mir 26 Stücke flexibles Litzenkabel (6mm² - hatte ich gerade rumliegen, 2,5mm² sollte auch ausreichend sein, z.B. Lautsprecherkabel) zurecht geschnitten und Krokoklemmen angecrimpt. Gab's bei Lidl mal als 80er Packung für 3,99€ inkl. farbiger Isolierungskäppchen
so kann man nach und nach, immer wenn man ein Akkupack fertig gelötet hat, dieses zum Rest dazu klemmen.
Eine Klemme habe ich mit einer Flachsicherung aus dem KFZ-Bereich ausgestattet, mit 10A. Falls der Ausgleichsstrom mal zu hoch ist brennen nicht gleich 120 Sicherungsdrähte durch sondern nur eine Flachsicherung. Ist mir bisher aber auch noch nicht passiert da bei meiner Vorgehensweise die Spannungsdifferenzen zwischen den einzelnen Packs nicht sehr hoch und im Nachkommabereich liegt (3,8 - 4,1V)
da ich aktuell meine Packs alle auf Gesamtkapazität teste und diese bis 3,3V entladen werden habe ich auch mal ein "leeres" Pack angeschlossen und es fließen rund 2A Ausgleichsstrom (die restlichen Packs liegen bei 4,07V)
hier die Spannung des "leeren" Packs
wobei ich auch dazu sagen muss, dass das Akkupack daneben auch ziemlich leer war und mit 3,6V angeschlossen wurde, so also ein leichtes Spannungsgefälle entsteht
hier das erste richtig volle Pack
und das daneben
Im Endeffekt schließe ich neue Packs immer zuerst mit der Kabelklemme mit 10A Flachsicherung an, warte kurz, und wenn die nicht durchbrennt kommt stattdessen eine normale Kabelklemme dran.
24h warten - fertig gebalanced.
Vielleicht hilft das ja dem einen oder anderen.








