Hallo zusammen, ich habe aus einem Marstek Venus C Speicher einen Akku bekommen, da beide Platinen im Speicher kaputt waren.
Auf dem Gerät steht
AkkutypLiFePO₄ / LFP
Kapazität2240 Wh / 2,24 kWh
Nennspannung44,8 V
Wie könnte ich ihn am besten Laden und entladen? Welches BMS, Ladegerät etc. Sollte ich dazu kaufen? Würde ihn eigentlich gerne weiter mit 2 PV Paneelen nutzen. Könnte mir hierbei jemand Tipps geben?
Hast du denn ein Spannungsmessgerät (vorzugsweise ein Multimeter). Zuerst muss geprüft werden, ob die Zellen des Akku noch okay sind. Bevor das nicht klar ist, machen Anschaffungen keinen Sinn. Eventuell ist das BMS ja auch noch okay.
Es ist ein AC Speicher, der keinen PV Eingang hat. Dafür ist ein 230V Ladegerät und ein Wechselrichter verbaut.
Sofern du nur den Akku (das Paket mit den Zellen) verwerten willst, brauchst du ein PV Mpp Laderegler, der zur Akku Spannung passt. Was soll mit dem Strom geschehen? Willst du eine reine Insel, also eine Extra Steckdose, aus der nur soviel Strom kommt, wie du gespeichert hast? Oder soll netzsynchron in das Hausnetz eingespeist werden?
L.G.
Ja, Multimeter und Messmöglichkeiten habe ich bei mir in der Werkstatt. Die Zellspannungen habe ich geprüft, das Akkupaket selbst scheint in Ordnung zu sein. Ich habe gestern ein JK-BMS, Modell JK-BD4A20S10P, an den Akku angeschlossen. Das funktioniert soweit auch problemlos.
Zur Einordnung: Es war ursprünglich ein Balkonkraftwerk-Speicher, also PV-Module dran, Akku rein und das Gerät hat Ladung/Entladung/Einspeisung selbst geregelt. Die originalen Platinen sind aber wohl durchgebrannt und leider nicht mehr vorhanden. Ich möchte daher im Grunde nur noch das reine Akkupaket weiterverwenden.
Geplant wäre aktuell folgender Aufbau:
2× Jollywood 500W PV-Module
→ Victron SmartSolar MPPT 150/35
→ 16S LiFePO₄-Akku mit JK-BMS
→ Wechselrichter zur Einspeisung
Als Wechselrichter hätte ich aktuell noch einen APSystems EZ1 mit 800W hier liegen. Mir ist aber bewusst, dass ein Mikro-Wechselrichter eigentlich für PV-Module und nicht direkt für einen Akku gedacht ist. Ich habe außerdem gelesen, dass man einen Wechselrichter nicht einfach direkt an einen Akku anschließen sollte, weil die Eingangskondensatoren beim Anschließen einen sehr hohen Einschaltstrom ziehen können. Dadurch könnte entweder das BMS abschalten oder im schlimmsten Fall der Wechselrichter beschädigt werden.
Daher wäre meine Frage: Wie löst man dieses Problem am sinnvollsten?
Ich würde eigentlich nur gerne mit dem WR ins Haus einspeisen wollen. Zur Regelung habe ich hier Homeassistant und einen Shelly Pro 3em.
klingt gut, dein Plan. Vergiss nicht, eine Sicherung zwischen Akku und WR einzusetzen. Wenn du die beiden verbindest, kommt es zu einem hohen Ladestrom. Den kann man verhindern, indem die Sicherung vor dem einschalten mit einem Widerstand (< 1k) überbrückt. Nach ca. 1 Minute haben sich die Spannungen angeglichen und du kannst die Sicherung einschalten.
Den AP WR kenne ich nicht. Wie wird der gesteuert? Wenn man dort auch die Entladeschlussspannung eingeben kann und die Leistung regeln kann, dann ist die Nulleinspeisung schon perfekt. Bei mir ist ein HMS WR mit der openDtu on battery am Werk. Das funktioniert nahezu störungsfrei mit Reaktionszeiten auf Lastschwankungen von ca. 2 Sekunden, machmal dauert es auch 10 Sekunden.
Der EZ1 lässt sich ja per Home Assistant regeln. Meine Idee wäre daher, das JK-BMS über einen ESP32 auszulesen und die Werte in Home Assistant einzubinden. Darüber könnte ich den Wechselrichter dann je nach Akkustand bzw. Zellspannung herunterregeln oder abschalten.
Das BMS bleibt natürlich weiterhin der eigentliche Schutz für den Akku. Home Assistant wäre nur zur Steuerung gedacht.
Unsicher bin ich mir noch beim Thema Einschaltstrom bzw. Vorladen der Kondensatoren im Wechselrichter. Reicht es, den Wechselrichter einmal über einen Widerstand vorzuladen, oder müsste das jedes Mal passieren, sobald er DC-seitig getrennt wurde, z. B. durch BMS, Schalter oder Relais?
Immer, wenn du DC trennst, entladen sich ja die Kondensatoren und dann hast du wieder das Problem, dass vorgeladen werden muss. Aber warum willst du DC überhaupt trennen? Und wenn du trennst, könntst du trotzdem einen Widerstand angeklemmt lassen. Da fließt dann ja nicht viel Strom.
Beim Erreichen der voreingestellten Uuvp unterbricht das JK-BMS den Entladestrom. Sobald die Bedingungen wieder erfüllt sind (Uuvpr) gibt das BMS den Entladestrom frei.
Daher ein "smarter" Einschaltstrombegrenzer wäre vom Vorteil.
Das dass BMS trennen muss, sollte im Regelbetrieb aber tunlichst vermieden werden.
Wenn das BMS eingreifen muss, ist sprichwörtlich das Kind schon in Brunnen gefallen.
Die einfachste Lösung ist wie von Win schon erwähnt einen Lastwiderstand dauerhaft verbunden zu haben und den dann mit z.B. einem LS zu überbrücken.
Siehe Hier:
Nun stellt sich der geneigte Leser die Frage wie man denn sicherstellen kann, dass die OpenDTU-OnBattery den Akku nicht zu sehr entlädt.
Weil das Problem ist, die Gesamtspannung kann gerne noch relativ hoch liegen, obwohl die niedrigste Zelle schon auf 2.5V zu geht, während die anderen noch bei über 3V, 3.1V sind.
Die Lösung:
Ein JK-BMS kann von der OpenDTU-OnBattery ausgelesen werden.
Damit bei Unterspannung einer Zelle das BMS nicht trennen muss, bekommt man relativ leicht sichergestellt, indem man die Einstellung "cell soc0 voltage" auf z.B. 3V stellt und die tatsächliche Abschaltung "cell voltage undervoltage protection" auf z.B. 2.8V stellt.
Damit springt das BMS sofort, wenn eine Zelle unter die 3V fällt, auf einen SoC von 0%
Das ist das Signal für die OpenDTU-OnBattery, das weitere Entladen der Batterie zu stoppen.
die DC Verbindung trenne ich selten. Nicht jedesmal überbrücke ich mit dem Widerstand. Bei mir geht nichts kaputt. Wenn du den Akku Wächter von Victron einsetzen willst, dann nimm lieber ein Relais als dessen interne Transistoren, denn die kann es zerlegen.
BMS vom Akku und WR haben die gelegentlichen "harten" Einschaltvorgänge stets "überlebt". Was wäre, wenn die täglich mehrfach hart schalten würden, hab ich noch nicht probiert. Das muss ja auch nicht sein.
Ich denke, die Einschaltstrombegrenzung ist nicht zwingend erforderlich (bei meinen Daly BMS und dem HMS 800), doch mag ihr Einsatz die Lebensdauer erhöhen.
Wenn dein WR ferngesteuert bei Erreichen der Abschaltschwelle abgeschaltet wird, dann wird es gewiss keine Trennung vom Akku geben, also bleiben die Elkos des WR auf dem Spannungsniveau des Akku. Daher fließt kein hoher Strom, wenn der WR wieder eingeschaltet wird.
Das geht nur mit schlechter Leitung länger gut. Meinen HM600 hats gleich zerschossen, sogar bei nur noch 6V als Quelle. Bin da aber auch mit 2x16 rein statt der ürsprünglichen 4mm²
Ich kann nur aus meinenj Erfahrungen mit dem HMS 800 an 24 V Akku berichten: 80cm Leitung 10 mm2 Querschnitt, abgesichert mit einem LS 40A. Das läuft gut. Doch hab ich auch 4 Sicherheitsebenen:
OpenDtu schaltet den HMS aus (DC Verbindung bleibt bestehen). Das ist die reguläre Tiefentladungsperre, die regelmäßig schaltet.
Ein Relais 100 A (24V 50mA), dass mit einem Widerstand gebrückt ist. Das Relais wird von einem MPP Laderegler gesteuert. Wenn die Entladeschwelle erreicht ist, wird das Relais abgeschaltet. Über den Widerstand bildet sich mit den internen Widerständen ein Spannungsteiler, so dass der WR noch 14V "sieht" und abgeschaltet bleibt.
LS 40 A als Leitungsschutz und Schalter.
Das BMS des Akku (DALY), je Akku eins, 5 Akku parallel (zusammen 800 Ah)
Haken bei meiner 24V Anlage: der HMS schafft die 800W nicht ganz. Bei 720W (wenn Akku Spannungn höher als 26 V) schafft er nicht.
Es gab mal einen Bausatz für einen automatischen Einschaltstrom Begrenzer. Sorry, den Link hab ich nicht mehr. Das Thema war hier schon öfter im Forum, da sollte sich was finden lassen.