Am Anfang war ich von der Idee begeistert, je länger ich darüber nachdenkte, um so eher würde ich auf die zusätzliche Trennmöglichkeit verzichten wollen.
Gleichtrom lässt sich schlecht abschalten, wenn Spannungen über 24V gegeben sind. In einem Überstomfall würde ein Lichtbogen entstehen. Bau da doch einfach eine Anderson Steckvorrichtung an. Die kann man für Wartungsarbeiten abziehen oder im Notfall rausreissen. Und eine für die Spannung geeignete Mega-Sicherung, die zum Leitungsquerschnitt passt. Schalter sind Quellen für Übergangswiderstände und Fehler
Naja, wir wollen das hier nicht übertreiben. 48V ziehen jetzt nicht wirklich einen größeren Lichtbogen.
Abgesehen davon trennt man ja auch nicht unter Last. Wenn man wirklich von Hand trennen möchte, dann erstmal den WR abschalten und dann den Akku trennen.
Da kommt dann auch ein wichtiges Thema ( Kommunikation WR/BMS ) Wenn es diese Kommunikation gibt, dann wird das BMS im Fehlerfall erst den WR abregeln und dann trennen.
Ganz wichtig, bei vielen WR darf Minus nie zuerst getrennt werde, weil es dann zu Schäden an WR und Steuerung kommen kann. Also hierzu erstmal im Handbuch vom WR nachsehen.
Ok danke. Also ich lasse den zusätzlichen Schutzschalter weg - zumal er ein zusätzlicher Widerstand ist - und klar wird nicht unter Last getrennt, es ging mir gedanklich nur darum, dass mit der Trennung durch den Schutzschalter auch die Pole spannungsfrei gewesen wären.
Das JK BMS bekommt einen (physikalischen) Schalter - ich hoffe damit ist dann auch darüber der Minuspol spannungsfrei.
Danke!
Mein Gedanke war, außen am Gehäuse eine positive und negative Busbar zu haben, um dort den WR und die Laderegler aufzulegen - klar sind die Laderegler separat abgesichert.
Mit einer Anderson Steckverbindung (die finde ich durchaus gut) muss ich dann erst wieder auf eine Busbar um alles (Batterie, WR, Laderegler) zu verbinden. Die Busbar muss wieder sinnvoll befestigt werden etc. das wollte ich vermeinen - oder ist dieses Vorgehen mit separater Busbar anzuraten? Ich hätte die Busbar gerne im Akkugehäuse geschützt gehabt und dort die Kabel aufgelegt!? Falscher Ansatz?
Interessanter Punkt, den ich noch nicht kannte. Im Handbuch zu meinem Victron Phoenix 1200VA/24V habe ich darüber aber nichts gelesen.
Kennt jemand sich hier mit den Victron WR aus zu diesem Punkt? Bei mir wäre die Trennung durch das BMS am Minuspol - wie wohl bei den meisten BMS. Wenn die Spannung unter UVP fällt, schaltet das BMS einfach den Minuspol weg (N-Ch Mosfets) - damit muß der WR klarkommen. Habe eine 24V LFP-Batterie, der WR schaltet aber erst bei ca. 22,5V aus habe ich gemessen. Man könnte ihn (den WR) auch anders programmieren, aber dazu bräuchte ich ein Zusatzgerät, das ich nicht habe.
Ich könnte aber auch am BMS die UVP heruntersetzen, dann wäre ich aber irgendwo bei 2,7V/Zelle - das ist mir zu wenig. Aktuell setzt die UVP bei 3,0V ein, da bleiben noch 10-15 % SoC - ist das zu hoch?
Ein größerer Lichbogen ist innerhalb des Schalters oder eines Sicherungsautomaten auch gar nicht notwendig. Die Kontaktabstände sind ja recht klein und der Lichtbogen brennt. Und wenn man etwas schalten kann, sollte das auch bei unüberlgter Bedienung oder im Fehlerfall ohne Folgen bleiben.
Das JK-BMS ist äußerst robust. Trotzdem würde ich mich bei Halbleitern nie darauf verlasen, dass sie richtig funktionieren. Glücklicherweise wird der Stromkreis ja auch unterbrochen, wenn nur ein Pol abgeschaltet wird. Die RS485 Schnittstelle bleibt dabei aber mit dem Minuspol der Zelle verbunden. Wenn da Verbindungen angeschlossen werden, die nicht galvanisch isoliert sind, kann das BMS damit aber auch umgangen werden. Die Folge wäre, dass der Strom duch die dafür zu dünnen Masseleitungen fließen kann.
Wenn die Steckverbindung nicht möglich ist, kannst du eine NH-Sicherung dicht am Pluspol einbauen. Die kann man zum Trennen herausziehen, ohne dass eine Kurzschlussgefahr droht. Wenn die anderen Teile dann noch abgedeckt oder isoliert sind, ist die Gefahr wohl gebannt. Beim Arbeiten an den Zellen würde die Trennung des Minuspols hinter dem BMS nichts bringen.
@paddy72 Das Problem tritt immer auf, wenn direkt am Minuspol der Zelle die Masse für Datenleitungen angeschlossen ist und eine Datenverbindung zum Beispiel zum Wechselrichter geführt wird, die nicht galvanisch getrennt ist. Dann würde diese Datenleitung das ausgeschaltete BMS überbrücken. Bei Victron gibt es Informationen darüber. Irgentwo in den allgemeinen Hinweisen.
Vielen Dank! Habe keinerlei Datenleitung, weder am Akku/BMS noch am WR. Diese Victron Connect oder VE.x- oder wie die heißen nutze ich (bisher) nicht. Und außer Balancer-Leitungen hängt sonst gar nichts am Akku - dann besteht da wohl keine Gefahr. Dennoch wäre es wohl besser, wenn der WR vor dem BMS abschaltet, denn durch das plötzliche Wegschalten des Akku könnter der MPPT 150/45 überreagieren, hatte ich letztens hier gelesen. Aber vielleicht war das auch ein spezieller Fall mit Datenleitungen...
Es gibt einerseits den Fall mit der galvanischen Trennung der Datenverbindung wenn Minus vom Akku getrennt wird, und andererseits das Problem wenn Minus getrennt wird aber noch PV-Leistung am MPPT vorhanden ist. Vielleicht ist das nicht bei jedem MPPT so aber zumindest der 150/35 scheint es wohl nicht zu mögen wenn der Akku unter Last, also wenn noch PV Leistung rein kommt weggeschalten wird:
Welchen Phönix hast du denn, den normalen mit "Pure Sinewave" Aufschrift und VE.Direct Anschluss? Falls ja könntest du dir das VE.Direct zu USB Kabel holen oder das VE.Direct Bluetooth Dongle (teurer), um zumindest die Abschaltspannung vom Wechselrichter einstellen zu können (Spannungsabfall berücksichtigen). Das ginge sogar dynamisch einzustellen je nach Last. Und 3V/Zelle sind eher 5-7% SOC....
Ich habe den MPPT 150/45 und den Victron Phoenix 24/1200 mit VE.direct. Ich meine 'pure sinewave' steht auch drauf.
Wir gehen jetzt für 2 Wochen in den Urlaub und ich werde diesmal PV, MPPT, WR und Akku/BMS laufen lassen. Beim letzten Urlaub hatte ich noch alles abgeschaltet (gibt ein sichereres Gefühl). Jetzt läuft alles seit 3 Monaten rund und bisher hat die PV es immer geschafft den Akku auf mind. 40% SoC zu halten. Meistens dümpelt der Akku eher zwischen 70 und 100% herum. Bei den vielen Regentagen jetzt, kommt es schon vor, dass er auf 50% fällt. Die höchste Akkubelastung haben wir abends durch TV und SAT-Reciever. Das fällt aber weg, wenn wir fort sind und die Grundlast liegt ca. bei 30 - 50 W max. Selbst an Regentagen sollte das durch die PV noch reinkommen
Wenn die PV-Leistung hoch ist, besteht ja auch keine Gefahr, dass das BMS wegen Tiefentladung abschaltet. Wenn aber doch, dann muß die PV-Leistung sehr schwach bis Null sein - also auch da dürfte keine Gefahr bestehen. Ist aber schon ein Manko, wenn der MPPT das Abschalten der Batterie nicht verkraftet. Wäre er dann im worst-case defekt oder was passiert genau?
Habe gerade mal die verlinkten Artikel gelesen: in dem einen wird ja beschrieben, wie der hohe Spannungspeak am Ausgang des MPPT bei plötzlichem Abfall der Batterie zustande kommt bzw. kommen kann. Die Begründung erfolgt hauptsächlich über die in der Ausgangsdrossel (Speicherdrossel) des MPPT gespeicherte Energie. Diese ist - analog zur Energie im Kondensator - abhängig von der Stromstärke durch die Spule (zum Quadrat) und der Induktivität der Spule. Die Induktivität solcher Drosseln liegt typischerweise im Bereich von vielen 100 uH bis zu einigen mH. Worauf ich hinaus will: mir scheint, die Energie die momentan in der Drosselspule steckt, reicht i.d.R. nicht aus, um die Eingangselkos des angeschlossenen WR zu zerstören, denn diese können oft mehr Energie speichern als die Drossel. Es wird also im wesentlichen von der Regelungsgeschwindigkeit des MPPT abhängen, wie hoch die Impulsenergie am Ausgang ist und ob dies in der Lage ist Schaden am WR anzurichten. Ungünstigster Fall wäre eine kleine Eingangskapazität des WR (unter 1 mF) und ein sehr hoher Strom gepaart mit hoher Induktivität in der Drosselspule. Da Strom und Spannung jeweils quadratisch in die Energieformel eingehen, sind dies die entscheidenden Größen. WR mit kleiner Eingangsspannung (12,...,24V) sind also mehr gefährdet, als solche mit höherer Eingangspannung (48V+...). Wenn gleichzeitig der aktuelle Ladestrom des MPPT sehr hoch ist, also die gespeicherte Energie in der Drossel ebenfalls hoch, dann könnte dies zum Schaden am WR-Eingang führen. Könnte es sein, dass die MPPT-Regelgeschwindigkeit gerade aufgrund des MPPT-Algorithmus hier mit verantwortlich ist?
Auf der anderen Seite können doch die Victron MPPT auch grundsätzlich ohne Batterie arbeiten und z.B. direkt an einen WR angeschlossen werden. Da die Ausgangslast am WR aber auch abrupt sinken bzw. wegfallen kann, wäre das ja auch ein kritisches Szenario? Und letztlich hat jeder Buck-/Boostconverter das gleiche Problem, weil am Ausgang praktisch immer eine Drosselspule verbaut ist und diese müssen auch auf variable Lasten reagieren können. Hatte damit aber noch nie ein Problem.
Es gibt entsprechende LS Schalter, die für DC ausgelegt und dafür gedacht sind. Neben der Schaltfunktion erfüllen sie auch Schutz im Kurzschlussfall oder bei Überlastung.
Oberhalb von 125A wird es dann mit kompakten LS "eng".
Ich habe da ein paar im Einsatz, die ich nicht empfehlen würde. Sonst ist es sehr angenehm, DC seitig nach "Wunsch" Dinge abschalten zu können - frei von Schmelzsicherungen.
warum ist das nicht schön öfter passiert? wenn das ein problem wäre dann gäbe es durch die hohe verbreitung dieser geräte mit sicherheit einen aufschrei
oder?
beim mppt 450/100 zb gab es viel beiträge auch bei youtube als die aufgehört haben zu funktionieren
Zumindest beim User aus dem ersten Link hat es wohl ausgereicht das der Multiplus abgeraucht ist als er den Akku weggeschalten hat. Der MPPT selber ist aber offensichtlich heile geblieben. Im Gegensatz zum zweiten Link mit den zwei MPPT, wo wie ich vermute der 150/35 den anderen MPPT in den Tod gerissen hat. Es gibt ja verschiedene Gründe warum ein BMS abschalten könnte... zb. aufgrund der OVP wie im zweiten Link oder UTP, es muss nicht unbedingt die UVP sein. Bei einem guten DIY Akku kennt ja seinen Akku und weiß das bei richtiger Einstellung keine UVP, OVP usw. ausgelöst werden kann. Aber Leute mit einem fertig Akku zb. können oft nichtmal auf das BMS zugreifen und Zellenspannungen auslesen oder den Start des Balancers bestimmen usw... zudem sind die Balancer Ströme oft nur sehr gering 50ma. Da läuft man sehr schnell Gefahr das, das BMS abschaltet. Dann gibt es Leute die sich nicht richtig informieren und Datenkabel zum BMS selbst basteln (ohne galvanische Trennung) denen dann das Zeug beim ersten abschalten des BMS entsprechend in Rauch aufgeht (gab es hier schon). Ich für für meinen Teil habe bei meinem System zumindest eine Abschaltung durch das BMS bei UVP, OVP, UTP getestet und kann sagen das garnichts passiert ist und das BMS korrekt funktioniert (Datenverbindung galvanisch getrennt) mit einem 100/30 MPPT.