ich bin aktuell an dem Punkt, an dem ich mich intensiver mit konkreten Modultypen beschäftige und nicht nur mit kWp und Speichergröße.
Dabei bin ich mehrfach auf das AIKO Solar ABC 670W Modul gestoßen. Laut Hersteller liefert es auf gleicher Fläche rund 40 W mehr als typische 630 W TOPCon-Module, u. a. durch busbarfreie Zellarchitektur, besseren Temperaturkoeffizienten (−0,26 %/°C) und eine sehr feingranulare Teilverschattungslogik auf Zellebene.
Meine konkrete Frage an euch:
Lässt sich der beworbene Mehrertrag des AIKO ABC 670W in der Praxis tatsächlich messen, oder bleibt der Vorteil gegenüber guten TOPCon-Modulen im realen Betrieb marginal?
Mich interessieren dabei vor allem echte Erfahrungen zu:
Ertrag bei Teilverschattung (z. B. Kamin, Gaube, Bäume)
Verhalten bei Hitze im Sommer
Vergleich Logs ABC vs. TOPCon bei ähnlicher Dachfläche
Ob der geringere Temperaturkoeffizient im Alltag relevant ist oder nur auf dem Datenblatt
Mir geht es ausdrücklich nicht um Marketingaussagen, sondern um die Frage, ob diese Zellarchitektur im Alltag messbar Vorteile bringt oder ob am Ende Preis pro Watt und saubere Planung wichtiger bleiben.
Falls jemand reale Daten, Monitoring oder Langzeiterfahrung mit AIKO ABC 670W hat, würde mich das sehr interessieren.
Damit kann ich leider nicht dienen. Die Technik, beide Leiterbahnen auf die Rückseite zu legen, hatte schon ein anderer Hersteller vor Jahren entwickelt:
Von dieser Bauart habe ich ein kleines flexibles Modul und das liefert mehr, als ein vergleichbares in der bisher üblichen Bauart. Genaue Angaben habe ich nicht.
@Carlos: Sehe ich grundsätzlich auch so, Physik lässt sich nicht aushebeln. Mich würde konkret interessieren, ob sich bei sehr kleinflächiger Verschattung (z. B. einzelne Zellen durch Schornsteinrand, Laub, Vogelkot) Unterschiede im Stringverhalten zeigen oder ob das in der Praxis untergeht.
@deff: Maxeon ist ein guter Vergleich, genau daran musste ich auch denken. Dass dein flexibles Modul messbar besser läuft, ist spannend, auch wenn es nur eine Einzelbeobachtung ist.
Falls jemand Logs oder Monitoring hat (ABC, Maxeon oder TOPCon) gern auch anonymisiert, würde mich interessieren, ob man Unterschiede bei Hitze oder Teilschatten tatsächlich sieht oder ob das im Rauschen verschwindet.
Mir geht es weiter nicht um „besser oder schlechter“, sondern um relevant oder vernachlässigbar im Alltag.
Was ist relevant, was nicht? Maxeon hat aufgrund des erheblich höheren Preises kein nennenswertes Volumen auf dem Markt erreichen können.
Wenn dir jemand Messdaten liefern kann, welche einen Mehrertrag von z.B. 3% in Aussicht stellen, würdest du dann Mehrkosten von 40 oder 50% je Modul akzeptieren? Ist die Fläche so begrenzt, dass Module mit dem derzeit höchsten Wirkungsgrad eingesetzt werden sollen, oder geht nicht ein Modul mehr auf die Fläche.
Schauen wir mal, ob hier jemand eigene Daten oder Links zu Vergleichsmessungen bieten kann.
Schau einfach auf den Modulwirkungsgrad des genauen Moduls. Alles andere ist Käse. Logisch das ein größeres Modul mehr bring, aber der Wirkungsgrad macht es vergleichbar.
Deine Fragen wurden seit Jahren zehntausendfach gestellt. Die Antwort ist auch immer noch die Gleiche - alle kochen nur mit Wasser.
Aikos extrem hohe Aufpreise (teils 50%) ergeben sich durch die Optik und den “habenwill” Effekt der Privatkunden.
Und selbst wenn ein Vorteil von 1-2% nachweisbar wäre, ist der Aufpreis völlig astronomisch.
Nebenbei, ich zahle für meine nächsten 30 Module auch rund 30% Aufpreis für die Optik. Meine bisherigen 60 Module sind faktisch nahezu unsichtbar verbaut, da waren die Preisleistungsteile von Trina mit ihren sehr hohen Spannungen(!) genau richtig. Die viel höhere Spannung verringert nebenbei den Leitungsverlust an den Kabeln - der ist berechenbar, schein aber kaum jemanden zu interessieren.
Die neuen 30 sieht man aber schon von weitem auf meinem 45° Dach, da zahl ich extra für was hübsches.
Unterscheide zwischen “Abschatten” und “Abdecken”. Weil bei ersterem (Kamin, Baum ) für abgedeckte Fläche noch 20 % bezogen auf die Einstrahlung kommen, bei letzterem (Vogelkot, blatt auf Panel) nichts.
Die Wirkung der Abschattung/Abdeckung : die ersten ca. 20 % Abdeckung einer Zelle lassen die Zellspannung bei vollem Strom (den die anderen Zellen erzwingen) von 0,6 V auf Null fallen. Damit verlierst du die Leistung der einen Zelle.
Xxxxx
Update: nach der nächsten Post, die auf den Fall von Bypassdioden pro Zelle hinweist, ist fer nachfolgende Teil nicht mehr exakt genau.
Das muss in den Schlussfolgerungen angepasst werden.
Xxxxx
Ab ein bischen mehr Abdeckung bricht das Bypassdiodenfeld in der Spannung komplett ein, du verlierst das ganze Drittelpanel.
Mit Abschattung bekommst du neue mpp Punkte für ca. 20 % des Stroms.
Im unteren Bild siehst du die Auswirkung, wenn 1 Drittelfeld in die Abschattung gebracht werden. 1 Bypassdiode arbeitet.
In welchem mpp das Panel betrieben wird entscheidet der wandler durch den Strom, den er zieht. Ohne Schattenmanagement sind das eigentlich immer nur die Ströme des Hauptbereichs der Panels. Aber da gibt es Sonderfälle.
Erfahrungen mit den Modulen habe ich nicht. Aber zwei Aussagen hören sich interessant an:
“Geringere Zelltemperatur bei Verschattung” und “Teilverschattungslogik auf Zellebene”
Beides deutet darauf hin, dass es die Wirkung einer antiparallel geschalteten Schottkydiode zu den Zellen gibt. Sowas gab es vor Jahren schon mal als “shingled”.
Man kann Schattenmuster konstruieren, bei denen solche Module erhebliche Vorteile hätten.
Anti Shading Technologie
Hervorragende Leistungen auch bei Teilverschattung,
Bypass-Diode auf Zellebene
Das ist dann vermutlich ähnlich/gleich wie bei Aiko?Richtige Tests dazu habe ich aber nicht gefunden.
Ich vermute, wenn es eine weltbewegend Verbesserung wäre, damit deutlich mehr geworben würde.
Allgemein wenn man signifikant mehr Modulleistung möchte muss man denke ich auf die Serienfertigung von Tandem Zellen von Oxford PV / Trina Solar warten.
Dachte ich bei Aiko auch mal, ist aber wohl nicht der Fall. Es gibt irgendwo ein Testvideo auf Youtube, da war klar, die Aikos verhalten sich nicht anders, wie herkömmliche Module, wenn es um Verschattung geht.
Wenn die wirklich auf Zellebene was machen würden wie Diodenüberbrückung, dann würden die das als Technologie genauer beschreiben. Aber außer Marketinggeschwurbel hab ich da noch nichts gefunden.
Um das zu untersuchen, muss man natürlich strukturierter vorgehen. Zuerst muss die untere Hälfte völlig abgedunkelt werden. Sonst wird das Ergebnis nicht nur “verdünnt” sondern auch verfälscht. Und wenn ich auf die Wirkung von Shingled untersuchen will, darf ich natürlich nur eine Zelle oder nur wenige Zellen völlig abdecken. Bei einem normalen Modul würde, wenn ein MPP,Tracker im Einsatz ist, sofort die gesamte Leistung des Moduls ausfallen. Erst nachdem der Tracker einen Scan durchgeführt hat, würde noch 2/3 der Leistung entnommen werden können. Wenn es ein shingled Modul wäre, würde nur die Leistung der verdunkelten Zelle verloren gehen und der Mpp würde ohne Scan gefunden werden. Wenn man solch einen Versuch macht, muss man natürlich auf das Vermutete hin untersuchen. Und wenn man Streulicht simulieren will, genügt es nicht mit eine Pappe rumzufuchteln. Da muss man schon eine getönte Folie oder eine Gewebe nehmen um vergleichbare Ergebnisse zu erzielen.