So, hier nun eine erste Rückmeldung von mir. Inbetriebnahme eines großen Akkus aus 16 Zellen MB56 mit dem AHED-BMS. Im Moment läuft es "provisorisch", weil die Kiste des Akkus erst 95% fertig ist, aber ich war halt schon mal neugierig.
BMS kam perfekt verpackt an
Anschluß lief gemäß der Anleitung von Alexander problemlos. Für die Verschraubung der Kabelschuhe liegen Unterlegscheiben mit 18mm Außendurchmesser bei. Auf der Kabelschuhseite kommen die bei mir gefährlich nahe ans Kühlblech, ich habe daher zwischen Schraubenkopf und Kabelschuh kleinere U-Scheiben verwendet. Auf der anderen Seite der Platine, wo die U-Scheibe direkt auf der Platine aufliegt, reicht es vom Freiraum (denn die U-Scheibe sitzt da ja nicht auf Höhe des Kühlblechs, sondern direkt auf der Platine).
Bluetooth-Verbindung zur Diagnose-Konfigurations-Webseite hat auch sofort geklappt. An den Voreinstellungen habe ich noch nichts geändert, sogar die Nennkapazität war schon mit 600Ah voreingestellt. Wird die IST-Kapazität dann später von selbst errechnet, wenn einmal sowohl die Voll-Erkennung als auch die Leer-Erkennung erreicht wurde, oder muß ich die eingeben?
Ich habe den Akku dann zunächst ohne CAN-Verbindung nur über meine beiden MPPT-Lader geladen. Vielleicht 30 Minuten lang, also nicht bis voll. Alles funktioniert und wird mit passenden Werten angezeigt.
Dann CAN-Verbindung zu Victron hergetellt, hat auf Anhieb geklappt. BMS wird in der Cerbo-Liste angezeigt, Messewerte stimmen. Aber: das Laden hat nun gestoppt. CCL steht auf 0 Ampere. Ist das, weil das BMS vor seiner ersten Voll-Erkennung noch SOC-Werte >100 anzeigt und daher das BMS an den Cerbo meldet, der Akku sei schon voll, also Ladung stoppen? Muß ich also bis zur ersten Voll-Erkennung ohne CAN laden? Oder einfach dem Cerbo sagen, dass das BMS zwar Werte überträgt, aber diese (noch) nicht zur Steuerung herangezogen werden sollen?
Ich habe jetzt die CAN-Verbindung erst mal wieder getrennt und lade mit den MPPT-Parametern, bis der Akku das erste Mal voll ist. Das mache ich dann am Samstag oder Sonntag unter Aufsicht, morgen bin ich nicht zuhause und lasse die Anlage aus.
Danke für den Hinweis, zukünftig sollte ich dann für auf dem Kabelschuh kleinere Scheiben beilegen
Die wird immer beim Unterschreiten einer minimalen Zellspannung von ~ 3000 mV automatisch aktualisiert. Bei der Erstinbetriebnahme ist dabei die implizite Annahme, dass vor dem ersten vollständigen Entladen einmal vollgeladen wird ( inkl. initialem Balancing ).
Das Starten mit 100% SOC und damit beim typischen Lieferzustand der Zellen ein Hochlaufen beim ersten Laden auf bis zu 170 - 180 % SOC ist etwas, das ich möglicherweise zukünftig noch anpassen muss, weil andere Geräte davon irritiert werden könnten.
Ich denke aber eher nicht, dass das selber hier zum Ladeabbruch führt. Ich habe in den letzten Wochen selber 8 Packs an einem Deye ( mit Kommunikation über CAN ) in Betrieb genommen. Da wurde auch bei >> 100 % weitergeladen.
Das ist vermutlich für den Moment die einfachste Lösung. Nach der ersten 100% SOC Kalibrierung hat sich das ja erledigt.
Das ist sehr vernünftig. Eine solche Erstinbetriebnhame würde ich auch selber nie ohne Aufsicht durchführen.
Eigentlich wollte ich heute eine längere Aufzeichnung zeigen vom morgens / 80% SOC bis nachmittags 95% SOC, aber Windows meinte es zu gut mit einer versteckten Energiespareinstellung. Daher habe ich nur eine kurze Aufzeichnung, die das Regelverhalten bei Ziel-SOC von 95% zeigt, während keine Last am Akku hängt und nur ab und zu für ein paar Sekunden die beiden MPPT aktiviert werden, um die ca. 5W Ruheleistung zu kompensieren.
Offenbar sind die Nachladespitzen so kurz (also kürzer als die Abtastrate fürs Diagramm), sodass sie nicht in beiden Diagrammen gleichermaßen erfasst werden.
Und hier noch die Balancerdaten und die Impedanzen.
Ich hatte bisher eine 100%-Erkennung am Sonntag nachmittag, dann ein langsames Entladen mit 8A bis 95% am Montag, dann auf Dienstag morgen eine 8A-Entladung bis 80% und eine Ladung bis 95% heute. Es ist noch die Einstellung "7 Tage nicht mehr als bis 95% laden" aktiv, danach kommt wieder eine 100% Ladung.
Zur Erklärung für die anderen (Alexander kennt ja schon meinen Systemaufbau): Dieser 32kWh-Akku wird aktuell von 5,5 kWp über zwei MPPTs geladen und es hängt kein Wechselrichter dran. Als einzigster Verbraucher ist ein DCDC-Wandler dran, der bei Bedarf mit 380W den LTO-Akku meiner alten Anlage lädt, wenn das Wetter zu schlecht ist. Deswegen kann ich momentan max. mit 8A entladen, aber mit bis zu 90A laden. Der DCDC schafft also die Verbindung zwischen inkompatiblen Anlagen und Akkuchemien.
Für die Spannungskurven habe ich eine “Datenkompression” implementiert, weil ansonsten das Diagramm nach einiger Zeit zu träge reagieren würde. Es werden also immer mehr ältere Datenpunkte verworfen. Der “Metering“ Graph hingegen verwirft alles älter als 2h komplett, hat innerhalb dieser 2h dafür aber immer volle Auflösung.
Dann würde ich aber ganz stark tippen, dass Du bis jetzt noch kein wirklich vollständiges Top-Balancing bis auf 5 mV Differenz durchgeführt hast!?
Bei den geschätzen Impedanzen bin ich gespannt, ob die sich noch deutlich verändern, wenn Du mal einen WR dran hast. Den von mir eigentlich erwarteten 100 Hz Ripple werden die MPPT wohl kaum erzeugen. Ob die Stromschwankung z.B. beim Durchziehen von Wolken ähnliche Ergebnisse liefern, habe ich leider selber noch keine Erfahrungen.
( Für die Skala links müßte ich wohl noch eine weitere Nachkommastelle spendieren )
Als Mini-Verbraucher kommen der Ruhestrom des DCDC in Frage, der Cerbo (der auf jeden Fall im einstelligen Watt-Bereich aufnimmt), und evtl auch die MPPT selbst, denn sonst wären die MPPT ja nachts unsichtbar, wenn die sich nur vom Solareingang und nicht aus dem Akkueingang versorgen würden. Und dein BMS, aber da hattest du ja schon mal geschrieben, dass das sehr sparsam ist.
Ich hatte ja erst eine 100%-Kalibrierung am Sonntag nachmittag. Während dessen und danach lief der Balancer. Danach habe ich alles dem BMS überlassen, aber habe wegen der 95%-Einstellung, die ja offenbar erst mal fertig werden muß, bislang noch nicht wieder die 100% gesehen.
Wie schon geschrieben, an diesen Akku kommt erst dann ein WR, wenn ich irgendwann mal ein E-Auto habe. Bzgl. größerer Entladeströme (als die jetzigen 8A) müsste ich mal in mich gehen, was ich wie heizen könnte...
Einen Victron Orion TR Smart 48/48. Es hätte zwar deutlich billigere China-DCDC-Wandler gegeben, aber der ist so wunderbar bequem, er hat eingangsseitig Unterspannungsabschaltung, ausgangsseitig eine einstellbare CC-CV-Kennlinie... da wollte ich nicht noch ein neues Projekt eröffnen und irgendwas selbst löten und erfinden.