msn liest ja landläufig immer: mach DC Kopplung bei Speichern. Das ist weit besser als eine AC Kopplung.
Ich frage mich ob der unterschied wirklich sooo markant ist. Daher die Frage in die Runde.
Nach meinem Verständnis benötigt auch eine DC Kopplung eine Wandlung. Hier eben durch einen DC DC Wandler, der auch mit hochfrequenter Leistungselektronik arbeitet.
Ich denke eine DC Kopplung ist an erster Stelle mal praktisch. Ob das in der Effizienz haushoch überlegen ist, mag ich gern zu Diskussion stellen.
Ich betreibe KOSTAL Plenicore + BYD HVS DC gekoppelt plus einem Hoymiles AC gekoppelt.
Der MPPT für DC sollte nur so groß sein, das der Multiplus es schafft alles in AC umzuwandeln, da sonst der MPPT reduziert wird in der Leistung. Beim MP2 5000 sind das max 70A.
Alles andere würde ich immer in AC WR ins System geben. Anders herum kann der MP dann mit den 70A die er manchmal schafft die Ladeleistung des MPPT unterstützen und so kann man mit 140A laden, was bei einem Akkupack der üblichen 280er Zellen 0,5C wären wenn ich nicht ganz falsch liege. Bei mehreren Packs sind es dann halt schonende 0,25C
Wäre interessant, mal konkrete Werte zu haben, wie groß der Unterschied in den Verlusten ist. Ich schätze mal, dass AC irgendwo Daumenwert 10% mehr Verluste hat.
Generell hat jede Wandlung Verluste und man wird am besten mit einem Mischbetrieb zwischen AC/DC Kopplung die besten Ergebnisse erzielen, wenn man die entsprechenden Möglichkeiten hat.
Habe mal konkrete Werte. Anlage Kostal Pico 10 KW, Einspeisung 7 Stufig über Victron IP22/16/24 Volt in LIFePO. Werte über ein Jahr gesammelt. Differenz zwischen Laden und Einspeisung über drei Sun 1000 liegt aktuell bei 21,34 % Verlust. Berücksichtigt wurde eine Blindleistung von 8 %, verursacht von den Victron IP22 Ladegeräten.
Als Beispiel rechnen wir das mal mit einer 10KWp Anlage mit 10000KWh Ertrag im Jahr.
Im Durchschnitt wird bei so einer Anlage mit Speicher keine 1000KWh in den Speicher geladen, der Rest geht ins Netz bzw. wird direkt verbraucht.
AC gekoppelt würdest du Jetzt 1000KWh mit 5-8% Verlust AC in den Akku laden, die restlichen 9000KWh verlustfrei verbrauchen/einspeisen
DC gekoppelt würdest du jetzt 1000KWh verlustfrei DC in den Akku laden, aber dafür 9000KWh mit 5-8% Verlust wandel um einzuspeisen, oder direkt verbrauchen.
DC-Kopplung (also Laden der Akkus per DC und späteres Entladen mit Wandlung von DC nach AC): = Wirkungsgrad von ca. 92%
AC-Kopplung (also Laden per DC nach vorherigen Wandlung AC->DC und späteres Entladen mit Wandlung von DC nach AC): Wirkungsgrad ca. 86%
Ist also ein Unterschied von ca. 6%. Das ist aber nur bei dem Strom, der nicht direkt verbraucht werden kann.
Und das ganze auch nur bei 48 Volt-Technik. Gehe davon aus, dass bei einem Hochvolt-Akku der Unterschied nicht so groß sein wird.
Ich finde persönlich 6% nicht besonders kriegsentscheidend. Die 6% holt man m.E. auch locker wieder raus, wenn man Mikrowechselrichter einsetzt, bei denen die Panels einzeln angeschlossen werden und man mit viel mehr MPTTs bei Schatten auch einiges mehr erwirtschaftet. Um einen entsprechenden Ertrag zu erreichen müsste man bei der DC-Kopplung Optimierer einsetzen, was ein ziemlicher Aufwand ist.
Aber klar: Unabhängig vom finanziellen Einsatz wäre eine DC-Kopplung mit Einsatz von Optimierern optimal.
Mein persönliches Fazit:
AC-Kopplung ist bei Einsatz von Mikrowechselrichtern eine gute Alternative zur DC-Kopplung
Optimierern bin ich skeptisch eingestellt. Wieder mehr Elektronik, die kaputt gehen kann und auch nicht ewig hält.
@wihz das nutze ich auch so. Es ist wohl besser, den Saharastaub von den Modulen zu waschen, als sich um Wandlungsverliste im einstelligen Bereich zu kümmern
Mikrowechselrichter machen mehr Sinn, wenn sowieso ein AC Netz vorhanden ist.
Wobei er ja schon sehr zu gunsten der DC Kopplung gerechnet hat. Mich würde mal interessieren, wie er mit der kleinen 7,2KWp Anlage und dem kleinen 7,2KWh Speicher auf 1663KWh Akku Ladung kommen will. Das sind ja weit über 200 Vollzyklen im Jahr. Die meisten kommen nicht mal auf 100 Vollzyklen. Er ist da schon ein gutes Stück weit weg von der Realität.
Was ist denn bei dir "verlustfrei"? Bei deinen Rechnungen muss man schon echt schmunzeln... Dein WR muss doch aus den DC der Panele auch erst mal AC machen. Du scheinst davon auszugehen, das bei anderen 100% über den Akku gehen?!
Bei Deye & Co hast den riesen Vorteil, dass DC "direkt" in Akku geht und der Rest bleibt AC und wird, wie bei dir, direkt verbraucht oder eingespeist. Aber eben ohne den Nachteil, den Aku AC laden zu müssen
Moderene WR haben einen genauso hohen Wirkungsgrad wie moderene Laderegeler 97-98%. Es macht hier also keinen Sinn die 2 Prozent zwischen Panel und Laderegler/Wechselrichter zu erwähnen. Ausser vielleicht bei Deye, weils hier deutlich mehr sind.
Und wenn du jetzt mit Eigenverbrauch oder Standby kommst, bei den WR oder Ladereglern ist der Eigenverbrauch im Wirkungsgrad von 97-98% schon eingerechnet. Nachts verbrauchen die so gut wie keine Strom. Meine 11 Hoymiles und mein 9KW SMA ziehen zusammen 8 Watt. Bei den 8 Watt ist aber auch der Verbrauch vom Energymeter schon mit drin.