4 Module an einem WR mit 2 MPP Eingängen

Bei meinem Freund sind wir gerade dabei ein Balkonkraftwerk zu installieren bzw. zu überlegen, ob er 4 Module oder 2 Module installieren soll. Er hat bereits 4 Module und Wechselrichter bereit liegen.

Jetzt könnte man per Y-Kabel die 4 Module an den 2 MPP Eingängen anschließen (Parallelschaltung). Allerdings stellt sich dann die Frage, ob der Wechselrichter das überhaupt aushält, wenn alle 4 Module nach Süden ausgerichtet sind bei max. 800 Watt.

Der Wechselrichter ist für max. 60V und 2x14A ausgelegt. Spannung ist bei Parallelschaltung ja kein Thema aber die Stromstärke erhöht sich halt dann. Was ich so im Internet finden konnte, ist das wohl trotzdem kein Problem aber da steigt dann mein Hirn aus, warum das so ist bzw. ich finde keine Erklärung warum oder ob das tatsächlich so ist. Mir ist klar, dass ein Wechselrichter mit 4 MPP Eingängen natürlich von Vorteil ist aber dann müsste ein neuer Wechselrichter her und wenn das nicht unbedingt sein muss...

Bei reddit hatte ich z.B. eine Antwort auf meine Frage gelesen:
"14A ist was er aufnimmt, nicht dass was er verkraftet. Da du unter dem Kurzschlussstrom bist (Ausrichtung reduziert zusätzlich) kannst du das so Problemlos betreiben."

Ist das wirklich so problemlos möglich, oder verreckt dann der Wechselrichter vielleicht nach 2 Jahren, weil das doch "zu viel" ist?

Ein MPPT Regler (den heute alle modernen WR haben) fängt an die angeschlossenen Module zu melken indem er seinen Widerstand (der am Anfang unendlich hoch und er damit die Leerlaufspannung abbekommt) langsam herunter zu drehen und damit steigt die Stromstärke.

Wenn das oder die parallel geschalteten Module dann irgend wann weniger Leistung (also Spannung mal Strom) liefern hört er mit dem herunterdrehen auf und dreht wieder etwas hoch (das nennt man Tracken vom Maximal Power Point)
wenn er beim herunterdrehen des Widerstandes aber an sein Stromlimit von (du schreibst 14 A) kommt, dann hört er (oh Wunder...) auch auf schliesslich ist er nicht doof und will sich nicht selber grillen) dann holt der halt die maximale Stromstärke die er verarbeiten kann und fährt den MPPT den die beiden Module jetzt gerade hätten nicht an..

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Hey, danke für die Erklärung :+1: Damit habe ich es auch endlich verstanden :grinning_face:

Siehe auch hier:

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Dem Vernehmen nach soll es schon Mikro-WR gegeben haben, die nicht so schlau waren. Hintergrund: Bei Teilverschattung eines Moduls kann es auf der U-I-Kennlinie lokale Nebenmaxima geben. Um den globalen MPP zu finden, fahren daher zumindest String-Wechselrichter in gewissen Abständen die ganze U-I-Kennlinie ab und suchen das globale Maximum. Wenn ein Mikro-WR das auch macht und der Programmierer nicht an Overpaneling gedacht hat, kann sich der damit selbst zerschießen.

Zumindest zum Hoymiles HMS800-2T gibt es aber eine offizielle Herstellerfreigabe zum Anschluss von 4 Modulen, siehe Anhang. Ich habe das letztens bei einem Bekannten auch tatsächlich mit vier 445W Modulen so aufgebaut. Bis jetzt hat's dort noch nicht "Knallbumm" gemacht...

HMS-800W-2T_Parallel Connection_EU_Declaration_DOC-24072301.pdf (183,6 KB)

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Dann ist das natürlich Auslesen die als billiges Lehrgeld zu verbuchen ist.

Ein Modul WR ist kein String-WR.

Sowas kann deshalb nicht passieren, weil der Strom getaktet abgenommen wird. Da verhindert der WR sicher, dass der Strom über sein Limit ansteigen kann. Der Strom steigt über eine Spule langsam an, wird ein Limit erreicht, öffnet der Transistor. So ungefähr.

Mit dem MPPT hat das erstmal nichts zu tun.

Nebenher: Viele schließen auf DC Seite eine Batterie an, die auch 250A und mehr liefern könnte.