vor zwei Jahren habe ich während der Bauphase unseres Einfamilienhauses den Sanitär- und Heizungsinstallateur beauftragt, bereits die Kältemittelleitungen für eine spätere Installation einer Multisplit-Klimaanlage vorzubereiten. Die Leitungsdurchmesser wurden damals nicht näher spezifiziert und ich bin ehrlich gesagt davon ausgegangen, dass der Betrieb hier schon die passenden Dimensionen auswählt.
Nachdem ich nun mit der konkreten Planung der Klimageräte begonnen habe, ist mir aufgefallen, dass die bereits verlegten Kältemittelleitungen pro Innengerät die Maße 3/8" (Flüssigkeit) + 5/8" (Gas) haben.
Bei meiner aktuellen Recherche nach passenden Geräten (geplant sind 3 Innengeräte à ca. 2,0–2,5 kW / 9000 BTU für die Schlafräume) habe ich jedoch festgestellt, dass bei solchen Anlagen üblicherweise eher 1/4" + 3/8" Leitungen verwendet werden.
Die Gesamtleitungslänge liegt bei ca. 30 m.
Jetzt stehe ich vor folgendem Problem bzw. zwei möglichen Optionen:
Option A:
Kann ich die vorhandenen, eher überdimensionierten Leitungen einfach über Reduzierstücke anpassen (3/8" → 1/4" und 5/8" → 3/8") und dann ein gängiges Multisplit-System installieren lassen?
Ich habe dazu bereits etwas recherchiert und bin dabei auf Hinweise gestoßen, dass insbesondere die Rückführung des Öls im Kältemittelkreislauf problematisch werden könnte, wenn die Rohrdimensionen nicht zum System passen.
Option B:
Falls die Kombination 3/8" + 5/8" für diese kleinen Innengeräte grundsätzlich nicht dem Stand der Technik entspricht, stellt sich für mich die Frage, ob ich hier eventuell eine Nachbesserung durch die ausführende Firma verlangen kann.
Die Arbeiten am Kältemittelkreislauf würden selbstverständlich ausschließlich durch einen Fachinstallateur mit entsprechendem Sachkundenachweis durchgeführt werden.
Ich bin aktuell etwas unsicher, wie kritisch die Situation wirklich ist und würde mich sehr über eure Einschätzungen aus der Praxis freuen:
Ist der Betrieb mit größeren Leitungen grundsätzlich möglich oder eher problematisch?
Gibt es Herstellerfreigaben für solche Abweichungen?
Oder ist das in der Praxis ein klarer Planungsfehler, der korrigiert werden sollte?
Da würde ich empfehlen, mal im https://www.kaelte-treffpunkt.de Forum nachzufragen. Da gibts einige Kältetechniker, die das sicher aus der Berufserfahrung beantworten können.
Ich bin kein Fachmann, aber ich würde vermuten, dass bei dieser Leitungslänge (30m!) und dann noch den dickeren Rohren auch entsprechend mehr Kältemittel nachgefüllt werden muß. Steht meist in den Anleitungen zu den Geräten, aber die sind natürlich für die dünneren Rohre gerechnet. Ansonsten sehe ich jetzt keinen gravierenden Nachteil. Evtl. führt eine zu geringe Strömungsgeschwindigkeit zu mehr Ölansammlungen an bestimmten Stellen - was ungünstig wäre. Hängt aber vom Verlauf der Leitungen ab.
Die Leitungen sollten vom IG zum AG immer von oben nach unten verlaufen, sonst sammelt sich Kondenswasser und ggf. auch das mittransportierte Öl. Das gilt umso mehr für Ecken, Kurven und U-förmigen Verlauf. Für Raum 2 und 3 hast Du schöne 'Badewannen' gebaut
Aber wie gesagt, ich bin kein Fachmann - kann ja auch gut gehen...
Die Kondensatschläuche gehen direkt nach oben in den Dachboden - dort gibt es ein Abwasserrohr.
Ganz konkret schwebt mir die Midea M3OG-21HFN8-Q + 3x CB1-09HRFN8-I vor. Diese soll bis maximale Gesamtleitungslänge von 60m zugelassen sein. Daraus würde ich schließen das der Volumenstrom grundsätzlich ausreichend sein könnte. Selbst in der Bedienungsanleitung ist angegeben, dass wenn eine 3/8" Flüssigkeitsleitung verwendet wird muss 24 g/m Kältemittel nachgefüllt werden (statt 12g/m bei 1/4").
Die Kondensatschläuche sollten durchgängig nach unten verlaufen, sonst sammelt sich da Wasser und drückt irgendwo unten raus. Ansonsten brauchst Du eine extra Kondensatpumpe. Mit dem Öl ist es wohl nicht so schlimm, das wird wohl überwiegend über das Kältemittel transportiert.
ist bereits geplant, danke trotzdem für den Hinweis.
Gibt es für Einfamilienhäuser überhaupt Geräte, die mit 3/8" + 5/8" angeschlossen werden oder kann man hier wirklich von einem groben Planungsfehler sprechen? Weil dann muss ich wirklich mal nochmal mit dem Heizungsinstallateur sprechen um eine Lösung zu finden.
Ich glaube erst ab 7kW/24.000 BTU. Möglicherweise nutzt der Heizungsbauer diese für seine Luft-Wasser Wärmepumpe und hat sich keine großen Gedanken dabei gemacht...
Einem Monteur sollte bekannt sein, dass es verschiedene Leistungsklassen bei Minisplits gibt und dass seine Rohrdimensionierung für viel zu große Geräte ausgelegt ist. Man könnte mit der Faustformel argumentieren, die für einen gedämmten Neubau ja auch zu großzügig wäre (60 W bis 100 W Kälteleistung pro m²). Zumindest nach gesundem Menschenverstand sollte klar sein, dass du da kein 7kW Gerät aufhängen möchtest.
Ansonsten habe ich mal eine ganz dumme Idee. Es gibt ja Fast Pipe und ähnliche flexible Kältemittelleitungen. Die 3/8" kann bleiben, die 5/8" nehmen wir als ein teures Leerrohr, durch welches wir eine flexible 1/4" Leitung ziehen. Allerdings kann ich nicht sagen, wie gut die Chancen stehen, durch den gesamten Leitungsweg durchzukommen.
Danke für eure konstruktiven Rückmeldungen.
Ich denke letzten Endes wird mir nichts anderes übrig bleiben als den Installateur zur Nachbesserung aufzufordern.
Vielleicht klappt es dann ja bis zum nächsten Sommer mit einem kühlen Schlafzimmer