Hallo in die Runde,
inzwischen bin ich mit meinem Solarprojekt so ziemlich durch und denke, dass es Zeit wird, das Ganze mal hier vorzustellen.
Ich wohne in der Mitte von Thüringen und damit auch in der Mitte von Deutschland etwas südlich von Erfurt. Ich habe ein Einfamilienhaus mit einem Ost/West Satteldach. Auf der Ostseite habe ich 30 Stück 400W-Schindelmodule von Ecodelta (12kWp), die in drei Strings aufgeteilt sind. Die Aufteilung war nötig, um die Abschattung zu optimieren, die mir eine Birke im Winterhalbjahr auf dem Nachbargrundstück beschert. Auf der Westseite sind nochmal zwei Strings mit jeweils 10 Modulen (8kWp), da ich auf dieser Seite noch eine thermische Solaranlage und ein großes Glaselement im Dach habe. Die drei Strings der Ostseite laufen über einen Kostal Plenticore 10 und die beiden auf der Westeite über einen Kostal Plenticore 8. Die Anlage habe ich im April 2021 komplett in Eigenleistung aufs Dach gebracht. Unter dem Dach sind dann zwei Generatoranschlusskästen mit Sicherungen, Überspannungsschutz und einem Schalter für jeden String angebracht um die Strings einzeln Spannungsfrei zu gestalten. Moduloptimierer habe ich nicht verbaut, da ich von den Dinger rein gar nichts halte. Die Anlage lief dann bis zum Herbst als Überschusseinspeiser und nachdem ich gemerkt habe, wie viel da ins Netz geht, wuchs das Bedürfnis, einen Speicher zu installieren.
Am Anfang hatte ich mal mit einem BYD HV System geliebäugelt, aber dies aufgrund der unverschämten Preise schnell verworfen. Als studierter Elektrotechniker traue ich mir natürlich einen Selbstbau zu. In der ersten Ausbaustufe wurden 16 CATL CB280 Zellen in einem Seplos Mason 280 DIY Kit Gehäuse installiert. Als Batteriewechselrichter habe ich mich für den dreihasigen Deye SUN-12k-SG04LP3 entschieden. So habe ich die Möglichkeit neben dem einen noch freien PV-Eingang am Kostal Plenticore 8 noch zwei zusätzliche PV-Strings an den Deye anzuschließen. Win Victron kam für mich nicht in Frage, d aich es dreißhasig haben wollte und mit der PLatz für den Victron dafür benötigt einfahc zu schade war. Das Victron-System ist zwar sehr universell, aber eine unsägliche Verdrahterei mit zu viel zusatzkästen wie Smartshunt, Cerbo usw. Der Deye macht alles was Victron auch kann halt nur in einem kompakten Kasten. Die Kostal Wechselrichter und der Deye speisen parallel auf den Einspeisepunkt am Zähler ein. Die CTs des Kostal sind auch genau an diesem Punkt und damit kann der Deye auch die Erzeugung der Kostal WR direkt in den Speicher umleiten ohne über den Gerneratoringang zu gehen. Der akku ist über CAN-BUS datenseitig an den Deye angeschlossen.
Im Januar kam dann noch ein weiteres Akkupack gleicher Bauart, nur diesmal mit EVE 280K Zellen dazu, sodass ich jetzt insgesamt 30kWh Speicher habe. ![]()
Seit Anfang April bin ich damit zu 100% autark, da der Akku den kompletten Bedarf, selbst in Extremsituationen mit gleichzeitigem Kochen, Geshcirrspüler Waschmaschine us abdeckt. Der Überschuss geht aber noch ins Netz wenn der Akku voll ist, weil ich es als unsinnig erachte auf Nulleinspeisung zu regeln. Leute, die sowas machen haben in meinen Augen das Prinzip der Energiewende nicht begriffen. Wir brauchen den Strom im Netz. Also macht die Dächer voll und lasst den Mist mit der Nulleinspeisung!
Der Load-Ausgang des Deye ist über einen automatischen Umschalter ans Hausnetz angeschlossen. Bei Stromausfall des Netzes schaltet dieser sofort um und versorgt das Haus entweder aus dem Akku oder den PV-Modulen. Kommt der NEtzstrom wieder, dann schaltet er wieder zurück.
Bei mir im Haus habe ich eine Hausautomation, die auf IPSymcon basiert. Daher war es für mich wichtig, die Anlage komplett in IPSymcon einzubinden und nicht auf irgendwleche proprietären Lösungen wie Solarman oder Solar Assistant zu setzen. Solar Assistant hab ich mir mal angeschaut und der kommt zwar mit dem Deye klar, unterstützt aber nicht die Kostal Wechselrichter. Zudem hätte ich da ein weiteres Datengrab, also wurde es verworfen. Für die Kostal Wechselrichter gab es schon ein Modul für IPSymcon und das für den Deye habe ich selbst entwickelt. Auch das Modul für die Seplos-BMS in den Akkupacks habe ich selbst geschreiben, wobei ich mich da an einem verfügbaren IPSymcon-Modul für Pylontech Packs orientiert habe. Das Protokoll ist fast das gleiche und ich kann so jede einzelne Zele überwachsen.
Die Anbindug der Kostal WR erfolgte direkt per Ethernet über eine Fritzbox im Keller. Den Deye, das Akkupack sowie einen zusätzlichen Smartmeter vom Typ SDM-630 habe ich über RS485 to Ethernet-Adapter von Waveshare auch über die Fritzbox angebunden. So ist ein Zugriff auf aller Komponenten. An der Oberfläche in IPSymon bastel ich aktuell noch etwas herum. So soll im Deye Modul auch noch prognosebasiertes Laden sowie die Anbindung variabler Stromtarife integriert werden (Tibber, Awattar usw.)
Als Heizung habe ich mir im vergangenen Herbst eine Klimaanlage von Mitsubishi (MSZ-AP50VG) im Keller installiert. Die Installation im Keller erfolgte deshalb, da ich zentral mittig im Haus eine offene Treppe habe, die vom Keller bis unters Dach geht. Die warme Luft steigt also im Treppenhaus auf und verteilt sich so im ganzen Haus. Meine Frau stellt auch den Wäscheständer immer da hin und die trocknet genauso schnell wie in einem Trockner bei weniger Energiebedarf. Die Klimaanlage hat 5 kW Heizeistung und braucht etwa 1 kW Strom. Diesen Winter habe ich fast ausschließlich damit geheizt und musste nur recht wenig Strom zukaufen. Das meiste kam aus der PV. Ich habe zwar einen Vertrag mit Tibber, um da noch etwas zu optimieren, aber mein derzeitiger Anbieter (Lichtblick) lässt mich bis nächsten Januar nicht aus dem Vertrag. Hab zu spät gekündigt. Dafür bekommt er aufgrund meiner aktuell 100% Autarkie aber auch diese Jahr nur noch wenig Geld
. Da der Abschlag für den Gasvertrag noch in der alten Höhe lief, habe ich durch Nichtnutzung der Gastherme für die Fußbodenheizung über 960 € bei der Gasabrechnung zurück erhalten. Die Gasheizung lasse ich aber noch als Backup drin. Nächstes Jahr kommt aber eine Brauchwasserwärmepumpe und wenn die sich bewährt, dann fliegt das Gas raus.
Was hat es gekostet?
Die ursprüngliche Anlage hat mich knapp 18.000 € gekostet. Die beiden 15kWh Akkupacks zusammen mit dem Deye (alles über Alibaba) kamen dann nochmal etwa 7500 €, so dass das Komplettsystem mit 20kWp und 30kWh bei 25.500 € (Brutto incl. MwSt.) final lag. Arbeitsentgelte sind halt nicht angefallen, da alles in Eigenleistung entstand.
Wenn alles klappt, dann hat sich die INvestition in 8 Jahren amortisiert. Dabei ist das geplante Elektroauto und der damit verbundene höhere Eigenverbauch noch nicht einkalkuliert. Die Klimaanlage hat 1800 € gekostet, aber die zählt ja nicht direkt zur PV/Speicher-Anlage.







