2 Häuser eine PV-Anlage, wie schafge ich das?

Hallo Community,

ich habe mich ein wenig mit dem Thema PV-Anlage befasst und hätte eigentlich schon seit Jahren gerne eine PV-Anlage. Es gibt aber für mich ein Problem, weshalb ich das Thema nie weiter betrachtet habe. Dies möchte ich jetzt aber mal angehen und schauen was überhaupt möglich ist.

Folgender Sachverhalt (siehe Bild):

Wir (2 Erwachsene, 1 Kind) wohnen in Haus 1 direkt neben den Eltern meiner Frau in Haus 2. Das Ganze war anfangs kein „Reihenhaus“ sondern Haus und Stall und wurde vor 30 Jahren umgebaut.

Der Strom kommt überirdisch über unser Dach in den Dachboden. Dort hängt der Hausanschlusskasten. Aus diesem führen dann zwei dicke Panzerflexrohre zu den jeweiligen Stromzählern (Haus 1 und Haus 2).

Auf unserem Dach ist kein Platz für eine PV-Anlage, da wir auf der einen Seite Dachflächenfenster und auf der anderen Seite eine Dachgaube über fast die gesamte Länge des Daches haben. Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass wir KEIN Leerrohr vom Dach in unseren Sicherungskasten haben. Wir könnten evtl durch einen ungenutzten Kaminzug in den Keller (dort steht auch die Ölheizung) und von da wieder hoch in den Stromzähler….

Bei den Schwiegereltern sieht das alles besser aus. Dort ist nur ein kleines Ausstiegsfenster, sonst ist nichts auf dem Dach. Es wäre also eine sehr gute Dachfläche (ca. 130m² insgesamt) für eine PV-Anlage. Des Weiteren haben die Schwiegereltern ein 5-adriges Kabel, welches in die Garage führt. Diese steht ca. 10 Meter vom Haus entfernt und hätte eine optimale Südausrichtung ohne Verschattung. Meiner Meinung nach wäre also auch auf der Garage plus Caport noch Platz für PV-Module. An den Zähler kommt man vom Dach der Schwiegereltern auch besser dran.

Jetzt kommen aber die Probleme, welche ich immer sehe.

Wenn wir eine PV-Anlage montieren, würden wir gerne eine möglichst große Anlage nehmen und dann auch beide Häuser damit bestromen. Aber ich finde einfach keine Lösung, wie ich all diese Elemente in Anbetracht der getrennten Stromleitungen zusammenführen kann……

Folgende Probleme sehe ich immer:

Kann die Garage und das Carport überhaupt genutzt werden – sprich, ist das 5 adrige Kabel mit Querschnitt 2,5 geeignet um darüber Strom von PV-Modulen in den Zählerkasten zu bringen?

Wenn ich an der Garage eine Wallbox aufhängen will, sollte ich da nen Zwischenzähler montieren, bei dem die PV-Module der Garage und Carport „einspeißen“ und die Wallbox als Abnehmer rausgeht? Oder was wäre eine bessere – zukunftsorientiertere – Lösung falls mal mehr kommt als nur eine Wallbox?

Da die PV-Anlage vermutlich nur am Sicherungskasten der Schwiegereltern angeschlossen werden kann, wie können wir denn dann noch profitieren? Muss hier ein neuer Hauptzähler am HAK angeschlossen werden von dem dann unsere beiden Zähler abgehen? Gibt es eine andere Lösung, wie wir von dem erzeugten Strom profitieren können?

Ist der Sicherungskasten der Schwiegereltern überhaupt darauf ausgelegt eine „so große“ PV-Anlage aufzunehmen oder sind die Standard-Kästen eher für „normale“ EFH-PV-Anlagen ausgelegt und nicht für Anlagen, die ein Doppelhaus bedienen soll?

In hoffentlich weiter Ferne werden die Schwiegereltern ja auch nicht mehr sein. Dann wird der hintere Teil entweder vermietet oder verkauft (wenn kein Kind einziehen möchte). Hat hier jemand Erfahrung sammeln können wie das dann ausgehen könnte? PV-Anlage auf dem Dach der Mieter, wir profitieren mit, die Mieter aber auch. Wie sieht das dann aus sollte ein neuer Hauptzähler (siehe Punkt 3) eingebaut worden sein. Könnte es hier zu Problemen kommen?

Ihr seht, ich habe viele Fragen und selber komme irgendwie nicht weiter… Sind meine Überlegungen richtig oder gibt es ne wesentlich einfachere Lösung?

Möchte ungern mit all diesen ungelösten Problemen zu nem Unternehmen und die sollen sich damit beschäftigen. Habe Angst, dass die sich den einfachsten Weg aussuchen (oder teuersten) und ich stehe daneben und kann nichts hinterfragen. Deswegen will ich mich hier mal austauschen, damit ich Ratschläge bekomme um mir auch in Zukunft weniger Gedanken machen zu müssen als heute den einfachsten Weg zu gehen aber dann womöglich in 10 Jahren vor neuen Problemen stehe.

Ich danke schon mal für alle Beiträge!

Regulatorisch sind das zwei getrennte Anschlüsse. Da wird dann wohl das hier greifen:

Technisch sind’s letztendlich ein Haufen Kabel…

Mit Hausanschlusskasten im Dachgeschoss kann das aber auf einen bzw. eventuell sogar zwei komplette neue Zählerschränke hinauslaufen, mit entsprechenden Kosten.
Das muss sich halt mal jemand ansehen, der sich damit auskennt.

Das Problem, was passiert, wenn das Haus der Schwiegereltern mal verkauft wird, kann niemand lösen.

Oliver

Also meine “Quick and Dirty” Idee wäre.

Die Dächer der Schwiegereltern auf 30 Jahre Pachten, Pacht läuft auch nach einem Verkauf weiter. Dann würde ich die PV Leitungen einfach aussen verlegen.

Am einfachsten wären hier wohl Microwechselrichter hinter den Modulen und dann mit entsprechendem Erdkabel aussen am Haus lang zu eurem Zähler.

Zur Garage Kabel eingraben, dann kann das Kabel auch “in beide Richtungen” verwendet werden, also PV und Wallbox gleichzeitig.

Und vom Dach zu eurem Zähler kann man aussen auf der Wand lang, entweder Kabelkanal oder ein “Fake-Fallrohr” an der Regenrinne als Kabelschacht.

Wenn die Schwiegereltern auch von der PV profitieren sollen, entweder deren Zähler abmelden und deren Wohnung per Zwischenzähler an eure und dann den Rest-Netzbezug entsprechend der Zählerstände anteilig abrechnen.

Oder die PV Anlage mit einem zusätzlichen Batteriewechselrichter der Nulleinspeisung kann für deren Wohnung austatten. Bei einem Verkauf wird der halt wieder abgeklemmt