OK, also da solltet Ihr die kommenden Tage aber mal Eure "Hausaufgaben" machen. Diese Daten gibt er zur Genüge im Netz, z.B. im Sunny Portal von SMA. Beispiel.
Hier mal der November 2025 tagesaufgelöst für die oben beliebig herausgegriffene Anlage (25,2 kWp):
Nehmt einfach reale Daten bestehender Anlagen (müssen nicht Eure eigenen sein) und rechnet mal. Wenn Ihr z.B. 50 kWp PV und 200 kWh Speicher annehmt, dann ist nach etwa 4-5 Stunden volle Sonne der Speicher voll und reicht gut 3 Tage. In den Monaten Mai bis Juli wird der Generator da fast nie laufen.
Eine Frage ist noch die optimale Ausrichtung der Module. nach Süden ist klar, aber der ideale Neigungswinkel dürfte recht steil sein. Bei einer Anlage auf dem 50. Breitengrad würde ich auf etwa 60 Grad Süd tippen. Geht ja nicht um Maximierung des Jahresertrags, sondern des Autarkiegrads. Weniger Ertrag im Sommer ist da egal (da hat man ohnehin viel zu viel), es geht primär darum, den raren Sonnenschein im Winter möglichst gut einzufangen.
Das ist ein zielführender Ansatz, der sich mit unseren bisherigen Analysen zum Batteriemanagement deckt.
Hinsichtlich der Verbrauchsdaten befinden wir uns aktuell in der Phase der Datenerhebung, um die bestehende Datenbasis für eine präzisere Detailplanung zu validieren. Bis zum Abschluss dieser Validierung arbeiten wir mit konservativen Planungsmodellen, die sukzessive verfeinert werden.
Dies gilt analog für die Windenergie an potenziell geeigneten Standorten. Zwar gibt es Konzepte für hybride Systeme, jedoch priorisieren wir derzeit die betriebswirtschaftliche Effizienz und die Minimierung des Wartungsaufwands. Hybride Lösungen werden erst dann in Betracht gezogen, wenn die technische Zuverlässigkeit der Komponenten – insbesondere im Bereich der wartungsfreien Lagerung und der Generator-Laufzeiten – unseren hohen Anforderungen an die Langzeitstabilität nachweislich entspricht. Der hohe logistische Aufwand für Instandsetzungen an exponierten Standorten erfordert hier eine besonders sorgfältige Komponentenauswahl.
Vielen Dank Uschi. Diese Anbieter Tipps sind super wertvoll.
Für den Bereich der kritischen Infrastruktur sind Zuverlässigkeit und eine 24/7-Verfügbarkeit zwingende Voraussetzung. Unser Ziel ist es, eine nachhaltige und belastbare Lösung zu etablieren, die den hohen Anforderungen der Allgemeinheit an die Versorgungssicherheit gerecht wird.
Wir benötigen Partner, die über nachgewiesene Expertise im KRITIS-Umfeld verfügen. Angesichts der steigenden Anforderungen an die europäische Energieversorgung und technologische Entwicklungen wie Edge-Computing liegt unser Fokus auf spezialisierten Systemlösungen, die exakt auf diese hochverfügbaren Profile zugeschnitten sind. Die Auswahl wird auf Basis objektiver Qualitätskriterien und technischer Eignung erfolgen.
Hallo Ekkehard,
danke für den Tipp. Daran haben wir auch gedacht.
Ursprünglich wurde die Montage von Modulen direkt an Maststrukturen geprüft. Nach einer Evaluierung der aktuellen Marktsituation wurde jedoch festgestellt, dass die derzeit verfügbaren Standardkomponenten nicht für diese spezifische Anwendung optimiert sind. Eine entsprechende Neuentwicklung würde derzeit die wirtschaftlichen und zeitlichen Rahmenbedingungen überschreiten. Zudem führen die erhöhten Anforderungen an die Wartung und Instandhaltung von elektrischen Anlagen in exponierten Höhenlagen zu einer signifikant höheren Kostenstruktur. Aus diesen Gründen wird die Integration von Windkraft- oder Mastlösungen aktuell im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit kritisch bewertet.
Welche Maße haben die üblicherweise bei euch verwendeten Masten? Bei uns hier gibts häufig “einfach Rohr” aber manchmal auch Gittermast. An Gittermasten idealerweise 2,2 x 2,2m lassen sich PV-Panels leicht montieren. Dafür 2 Seiten auf SO und SW ausgerichtet. Auf 11m passen 10 Panels = 10kWp
Aus bauphysikalischer Sicht habe ich bisher keinen effizient aufgebauten Batteriespeicher gesehen. Hier sehe ich ein großes Potenzial mit wenig Materialeinsatz - Wärmedämmung - und einer ordentlichen Berechnung des Wärmehaushaltes einen von ihnen angesprochenen unterirdischen Speicher zu bauen. Die üblichen Batterie Container weisen folgende Faktoren auf:
Die Container kombinieren Leistungselektronik mit Akkuzellen und Klimaanlagen in kleinen Abmessungen, was zu einem erhöhten Energie Bedarf für den Betrieb sorgt.
Solche Container sind konzeptionell nicht geeignet für den Betrieb von +30 Jahre, da hier Bauteile unterschiedlicher Wartungszyklen und Lebenszyklen nach dem Prinzip der Kostenminimierung zusammen gefügt wurden.
Strategien wie sie es ausführen mit modularen unterirdischen Batterie Speicher ohne wärmeintensive Leistungselektronik - somit nur dem BMS - sind für den Langzeit Betrieb in jedem Fall sinnvoll. Bezogen auf die Effizienz sind Systeme mit LiFePo4 auf Grund der geringen internen Verluste und der im Konzept wenigen Vollladelzyklen mutmaßlich ideal. Erdreich als ganzjährig auf Jahres Mitteltemperatur eingestelltes Wärmeniveau ist bei einer eher gleichmäßigen Belastung der Akkuzellen gut auf eine definierte Übertemperatur durch Wärmedämmung einstellbar, sodass die Zellen im Temperatur soll Bereich bleiben.
Bei der Leistung der Solaranlage würde ich mit einer Auslegung von 3kWp / kWh pro Tag (für die genannten 60 kWh je Tag entsprechend 180 kWp Solarleistung) für einen hohen autonomie Grad rechnen.
Bei der Leistungselektronik muss die Frage der Langlebigkeit im wirtschaftlichen Kontext bewertet werden. Zum einen sind Lösungen mit reduzierter Ausfall Wahrscheinlichkeit technisch möglich und die globale Autoindustrie demonstriert aktuell das Gegenteil, dass sie scheinbar keine Ingenieur findet, die sowas wie Schaltnetzteile hin bekommen. Diese Thematik, jedoch bei deutlich geringeren Ausfallraten relativ zur Automobilbranche sehe ich im Solar Sektor. Löst man die Thematik der Stromversorgung von Telekommunikationssystemen durch die Abstimmung von Solarmodule und Akkus nur mit sehr primitiven Ladereglern, sind diese durchaus auch gezielt für die spezielle Anwendung so in deren technischem Umfang zu reduzieren und gleichzeitig wie ein Steckmodul im Formfaktor umsetzbar, dass bei der Konzeption mit Redundanz ein Austausch von defekten Teilen sehr einfach erfolgen kann. Ich kenne jedoch keinen Hersteller, der solche Lösungen jemals entwickelt hat. Die Annäherung an solche Geräte für Inselanlagen im privaten Bereich bieten Hersteller wie Studer Innotec AG (Schweiz), Victron (Niederlande) und EPever (China) an.
Es gibt bereits Ansätze für solche Entwicklungen, wie beispielsweise dieses Modell von Telia Towers: [Link]
Aus technischer Sicht ist dies ein interessanter Ansatz, der jedoch für unsere spezifischen Sicherheits- und Qualitätsanforderungen – insbesondere im Hinblick auf die statische Belastbarkeit und Windlast – genau geprüft werden müsste.
Das gezeigte Setup ist zudem sehr kompakt dimensioniert (z.B. ein Provider, begrenzte Richtfunktechnik). Unsere Standorte erfordern aufgrund der Multi-Provider-Nutzung und modernster Systemtechnik deutlich höhere Kapazitäten bei der Dimensionierung, was die statischen Anforderungen komplexer macht.
vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. Meine bisherigen Marktanalysen und der Austausch mit Branchenkennern decken sich mit deinen Einschätzungen.
Es zeigt sich, dass in diesem Bereich noch erhebliches Entwicklungspotenzial besteht. Die technologische Komplexität und die damit verbundenen Anforderungen führen dazu, dass sich derzeit nur wenige Akteure intensiv mit dieser Thematik befassen.
Ich werde die am Markt verfügbaren Lösungen und Anbieter weiter evaluieren, um mir ein umfassenderes Bild zu machen. Die Debatte um die optimale technische Umsetzung – ob unterirdisch oder oberirdisch – ist technologisch hochspannend; am Ende wird hier sicherlich die Wirtschaftlichkeit und technische Skalierbarkeit den Ausschlag geben.
Persönlich halte ich Konzepte im Bereich der Erdschächte für sehr vielversprechend, sofern die Herausforderungen bei der Abdichtung und dem Tiefbau effizient gelöst werden können. Ich verfolge hierzu die allgemeine Marktentwicklung und schaue mir an, welche Best Practices es bereits gibt, auch im internationalen Vergleich (z. B. im südeuropäischen Raum), um daraus Rückschlüsse für unsere Anforderungen zu ziehen.
Mein Milchmädchen rechnet bei 22000kWh/a Stromverbrauch für ein 2,5kW-Modul bei angenommenen 22 Cent/kWh und etwas Grundgebühr ca. 5500€ Stromkosten pro Jahr. Das wird alleine für Sprit und Wartung des Generators drauf gehen.
Für Mobilfunkstandorte in entwickelten Gebieten sehe ich da keine Chance. In Gebieten weit abseits jeder Infrastuktur stellt sich die Frage, wer da so viel investiert will. Dank Starlink und weiteren ähnlichen geplanten Systemen gibts aber auch da Netz für Null Invest.
Die Container gibt es, die werden auch in Deutschland aufgebaut, aber das hat nichts mit der Aufgabenstellung zu tun, da die Container darauf getrimmt sind, wirtschaftlich Pumpspeicherkraftwerke zu verdrängen.
Bei der Auswahl der Infrastruktur berücksichtigen wir stets die lokalen Gegebenheiten. Containerlösungen bieten betriebliche Vorteile durch Serienfertigung, müssen jedoch mit dem jeweiligen Ortsbild vereinbar sein. In Gebieten, in denen bereits die visuelle Integration von Masten eine Herausforderung darstellt, prüfen wir alternative Integrationsmöglichkeiten, da rein oberflächliche gestalterische Maßnahmen oft nicht den lokalen Anforderungen an den Landschaftsschutz entsprechen.
Satellitengestütztes Internet, wie etwa durch Starlink, steht vor technologischen Herausforderungen, insbesondere bei den Latenzzeiten im Vergleich zu terrestrischen Lösungen. Während technologische Entwicklungen im Bereich des Laser-Richtfunks international voranschreiten, bleibt die Nachhaltigkeit großer Satellitenkonstellationen aufgrund der zunehmenden Objektdichte im Erdorbit ein kritischer Diskussionspunkt.
Zudem sind die Betriebskosten für Satellitenkommunikation derzeit vergleichsweise hoch, bei gleichzeitig geringem Wettbewerbsdruck in diesem speziellen Segment. Im Hinblick auf künftige Anforderungen von 6G und Edge-Computing ist fraglich, ob rein satellitengestützte Systeme die notwendigen Datenmengen und Geschwindigkeiten technisch und wirtschaftlich effizient abbilden können.
Das beschriebene Grundkonzept gibt (oder gab) es bereits einmal.
Es wurde als Basisstation für den Mobilfunk in Versmold durch die Firma E-Plus errichtet und bestand aus einer Kombination von PV -Modulen auf Trackern, einem Vertikalwindrad, konventionellen Batteriespeichern (48V-Blei-Technik) und einer mit Wasserstoff betriebenen Brennstoffzelle. Der Wasserstoff wurde in gebündelten Hochdruckflaschen als wechselbare Palettenpacks geliefert und bei entsprechend geringem Füllstand durch ein lokales Serviceunternehmen getauscht.
Die Kosten für die Anlage (ohne die Mobilfunktechnik und den Funkmast) wurden damals vom Bund über das Förderprogramm für Wasserstofftechnik zu 50% gefördert.
Ich habe das Programm seinerzeit besichtigt und für meinen damaligen Auftraggeber (ein anderer deutscher Mobilfunkbetreiber) konzeptionell weiter entwickelt. Ich habe jetzt nicht mehr die technischen Daten zu den Peak-Leistungen im Gedächnis, ist ja schon mehr als 10 Jahre her, aber im Verlauf des Projektes wurden diverse Optimierungen umgesetzt und die eine oder andere Erwartungshaltung wurde nicht erfüllt, während andere Erwartungen mehr als angenommen überzeugt haben.
Ich habe aktuell keine Kenntnis darüber, ob dieser Ansatz von E-Plus (jetzt Telefonica) weiter verfolgt wurde, bin selber seit neun Jahren nicht mehr im technischen Mobilfunkgeschäft tätig, allerdings sehr wohl im Bereich so voll umfassender autarker Energieversorgungen.
Bei Interesse gerne per PM persönlich mehr - zumindest zu einem Teil der beteiligten Firmen möchte ich mich nicht hier offen im Forum auslassen.
Zu fertigen und bewährten Systemlösungen kann ich allerdings für einzelne Bereiche Hersteller benennen.
Ich war bei dieser komplexen Fragestellung ja etwas skeptisch, ob Dir hier wohl jemand wirklich helfen kann, aber freue mich um so mehr über all die tollen Beiträge hier und um so mehr, wenn Ihr damit in die Umsetzung kommen könnt! Vielleicht kannst Du ja künftig drüber berichten, soweit dem keine non disclosures im Weg stehen.
Nun, ich habe wenig erwartet und war überrascht, wieviel Know-how in so kurzer Zeit zusammen gekommen ist, einfach fantastisch. Obwohl es tatsächlich schwierig für mich ist, hier offen zu sprechen
In Bezug auf künftige Entwicklungen gilt natürlich: Diskretion ist die Basis für seriöse Innovation. Sobald es spruchreife Ergebnisse gibt, die für die Öffentlichkeit bestimmt sind, werde ich das gerne teilen. Neue Wege zu gehen ist immer ein Prozess, dessen wirtschaftliche Feinjustierung Zeit braucht.
Es ist jedoch faszinierend zu sehen, wie aus einem kollektiven Austausch völlig neue Denkansätze entstehen können. Dank der Initiative von Andreas (er hat das Bundesverdienstkreuz schon mehrfach verdient, denke ich) und dem Engagement aller Beteiligten hier haben wir hier eine Plattform für echten Fortschritt geschaffen. Dieser Pioniergeist ist genau das, was dieses Land ausmacht und führt zu Innovationen die wir so dringend brauchen!