Auswahl BMS für 12s 48V Samsung NMC für PV Anwendung

Würdest du mir bitte die Notausschaltung via Relais für diesen Fall näher erläutern damit ich das evtl. berücksichtigen kann?

Dein PCB leistet mehr als nur das Balancieren. Es überwacht alle angeschlossenen Zellen und wenn nur eine die zulässigen Grenzen überschreitet, wird die (nicht vorhandene) Zentrale darüber informiert, dass die Spannung nicht mehr okay ist. Die Zentrale wird dann ein dickes Relais ansteuern damit wird der Akku abgeklemmt.

Der Akku kommt doch aus einem Fahrzeug. Dort waren gewiss viele Blöck zu einer höheren Spannung zusammen geschlossen. Die einzelnen Blöcke werden mit der Zentrale über einen Bus kommunizieren. Jeder Block kann Fehler melden und die Zentrale zur Abschaltung veranlassen.

Es wäre toll, das Signal zu finden, denn ohne JK fehlt die Überwachung auf der Ebene der einzelnen Zellen.

Alternativ versuchst du den Parallelbetrieb mit dem JK. Dann schau genau darauf, ob es auch balancieren will. Das soll es nicht und vielleicht kannst du das auch unterbinden.

Ciao

Das wäre in der Tat interessant das Signal zu finden!

Denke aber dass die Anwendung als Speicher für ein kleines Balkonkraftwerk das nicht erforderlich macht, da wesentlich geringere Ströme fließen als bei der Verwendung als Traktionsbatterie.

Die Blöcke waren jeweils mit 150A abgesichert, bei zukünftig 30A Lade- und Entladestrom, 10A pro Block, wird sich thermisch nichts bewegen.

Aber dennoch bleibt es NMC und bei 6kwh steckt eine Menge Energie in den Zellen und daher werde ich irgendeine Art Temperaturüberwachung / Abschaltung pro Block verbauen, wenn schon kein BMS vorhanden ist.

Moin,
du hast doch schon ein JK BMS. Das sollte den Batterie Schalter haben. Wenn du es - wie von dir ursprünglich vorgesehen - parallel schaltest, dann würde ich die Schwelle des Balacierens sehr hoch sehen. Dann sollten sich die Blanacer nicht stören können. Ein Versuch ist´s wert.

Auf deinen Bildern sehe ich auf der Platine ein Logo und eine Mischung aus Buchstaben und Zahlen. Leider kann ich dies nicht entziffern. Eine Suche im Netz mit der genauen Bezeichnung könnte weiteren Aufschluss über das kleine Wunderwerk bringen. Vielleicht stellst du die Angaben mal ein, wenn Zeit ist.

Mit 30 bzw. 10 A wird dein Akku sein ruhiges "Rentnerleben" geniesen können und hoffentlich noch Jahrzehnte funktionieren.
L.G.

Danke deff, bei Gelegenheit stelle ich das noch mal detaillierter ein so dass es erkennbar ist.

Überlege noch pro Block das BMS parallel zu schalten, hauptsächlich zur Überwachung der Zellspannungen, nur liegen die ja durch den Balancer bereits alle auf die 3. Nachkommastelle gleich.

Vielleicht kann ich noch nicht ganz greifen welchen Vorteil die Abschaltung bietet. Parallel mit dem Balancer und BMS erwarte ich nicht, dass ein Drift erkennbar wird der auf einen Zellendefekt deuten kann aber eine zusätzliche Sicherheitsfunktion, welche die Blöcke bei Abweichungen der Lade- / Entladeschlussspannung abschaltet, kann nicht schaden.

Vom Gedanken würde ich mich komplett auf den Solarregeler verlassen den ich mit einer Absorptionsspannung von 49,2V konfiguriert habe (4,1V*12s), als Schongang für die Zellen.

Die Entladeschlussspannung würde ich dann komplett dem Lumentree überlassen der dann beim Erreichen von 36V (3V*12s) abschaltet.

Testweise aufgebaut mit Victron 150/35, zwei Trina 460wp und Lumentree 1000, wird noch auf insgesamt 4x 460wp erweitert.

Victron auf max. 48V Ladespannung gesetzt, Lumentree auf Cutoff 36V macht ein BMS überflüssig. Zellspannungen sind durch den verbauten Balancer weiterhin alle identisch, gehen auch max nur 15A auf einen 12s 2,2kWh Block drauf.

Baue das System so ohne BMS auf. Danke für die Diskussion und Anregungen!

Das bedeutet, dass ein Defekt oder sonstige Probleme entweder beim Laderegler oder beim WR dafür sorgen dass die Batterie nicht durch einen zweiten unabhängigen Regelkreis mehr überwacht wird.

Das sollte dir bewusst sein und auch beim Aufstellort ( :fire:) berücksichtigt werden.

Die Ratschläge sind : ein BMS verwenden.

Im Haus bleibt das auf jeden Fall nicht, baue draußen aus Porenbeton ein wetterfestes Gehäuse mit Platzreserve in dem alles Installiert wird.

XPS Platten dran, Fassadenputz und ein Kellerfenster als gedämmte Tür dazu. Soll nicht wild aussehen und sich im Gartenbereich gut einfügen. Klimatiersung mittels Heizfolien und Lüftersteuerung alles noch vorhanden.

Zweite Sicherung kommt auch noch rein. Habe noch ein smarten Spannungsrelaisschalter was bei unter/überschreiten von eingestellten Schwellenspannungen +/- trennt, zusätzlich mit Eingängen für Temperaturfühlern, die das ebenfalls triggern können.

Vielleicht mal ein paar grundsätzliche Dinge dazu.

In Deutschland verwenden Dachdecker ab einer bestimmten Höhe Absturzsicherung. Im Auto fährt man mit Sicherheitsgurt. Als Kletterer verwendet man zwei Seile. Im Flugzeug haben viele technische Einrichtungen dreifache Redundanz. An einem PKW “darf” jeder die Bremse wechseln, beim Kleinflugzeug nichtmal die Zündkerzen. Und so weiter.

Das nennt man technischen Stand. Der kann in Normen beschrieben/festgelegt sein, oder auch durch gezielte Vorschriften oder sogar Gesetze (z.b. Arbeitsschutzgesetz).

(Man darf von diesem Technischen Stand durchaus abweichen, was ich in meinem Arbeitsleben im Bereich Arbeitsschutz viele male gemacht habe. Es genügt dazu die nachvollziehbare Prüfung auf fachlicher Ebene, das die andere Ausführung bezüglich Sicherheit gleichwertig oder besser ist als die “normale” Lösung.)

Im Fall des BMS bewegen wir uns in einem nicht weiter festgeschriebenen technischen Stand. Mir ist nicht bekannt, das es dazu geschriebene Vorschrift zu Funktion oder Verwendung gibt. Aber es gibt immerhin einzelne Lithium(NMC) Akkus, die ausdrückliche für den Betrieb ohne BMS zu gelassen sind.

Für deinen/unseren Fall des Selbstbaus von Akkus bedeutet das, dass wir uns im Bereich der Verantwortlichkeit für persönliches Handeln bewegen. Welches im Problemfall auch erst nachträglich (durch ein Gericht) bewertet wird: Stichwort (grobe) Fahrlässigkeit.

Solange also deinem Akku nichts passiert, ist alles ok. Wenn der aber abraucht, und ggf. noch Menschen dadurch verletzt werden, steckst du moglicherweise in der Zwickmühle der Bewertung deiner Massnahmen durch Fachleute/Gutachter. (Da kannst du natürlich auch mit BMS drinstecken, wenn man dem BMS unsinnige Parameter gegeben hat).

Und in der Folge z.B. für diesem Falle ehesten Verlust von Versicherungsschutz bei festgestellter grober Fahrlässigkeit. Aber die Unwahrscheinlichkeit hält auch schlimmeres in Petto. Siehe Beispiele unten.

Ich schreibe das nicht dafür, dass du deinen Plan änderst, sindern ausschliesslich dafür, dass du dich nicht etwa auf dieses Board berufen kannst, um die technisch ausreichende Betriebsweise deines Akkus zu begründen.

Meine Ratschlag hast du oben gesehen. Ich halte ein BMS für eine gute Lösung.

Die Begründung dafür liest du gerade.

Das ganze zieht ja auch nur dann, wenn man kein Glück hat, und noch Pech dazu kommt, wie man so schön sagt. Das ist wie ein Lottogewinn, nur andersrum.

Beispiele:

Irgendwann in den 90ern ist ein Jumbo abgestürzt. Ich meine das war der Fall, wo nur ein Kind überlebt hat. Es hatte dem Jumbo hinten das gesamte Druckschott rausgeblasen, als Folge einer schiefgegangenen Reparatur an der Hülle. Man hatte die Verstärkung einer Nietung falsch aufgesetzt. Der Schaden an Steuerleitungen war trotz der Redundanzen so gross, das das Flugzeug letztendlich nicht mehr zum Flughafen zu bringen war.

Aufgrund der Arbeitsweise ind der Luftfahrt und der dabei üblichen Dokumentation wusste man genau, welche beiden Arbeiter den Fehler gemacht hatten.

Erst kürzlich im TV gesehen: zwei Arbeiter entfernen die Befestigungsschrauben eines Satelliten zur Montagegrundplatte, ohne das wie vorgeschrieben zu dokumentieren. Monate später wird die platte zur Seite gekippt, und der Satellit kracht herunter. Schaden 12 Mio. Den Namen der Beiden kennt man auch.

Und um aktuelle Themen bezogene Fälle zu nennen:

Hier auf dem Board sind mehrere Fälle von hochgegangenen Akkus bekannt. In 2 Fällen war das Haus unbewohnbar.

Im Falle eines abgerauchten Notstromspeichers eines Rechenzentrums hat man jede einzelne Zelle zelegt und untersucht, um die Zündquellebzu finden. Und hat sie gefunden. Schafen war im Millionen Bereich.

Schon die bekannten Brände von Pedelecakkus sind dafür bekannt, dass sie weitergehende Brände auslösen können.

Und damit soll es jetzt genug sein. Jeder, der das liest, soll sich nicht abschrecken lassen, etwas zu tun, sondern bestmögliche Arbeit machen.