DIN VDE V 0126-95 (VDE V 0126-95): 2024-06 Steckersolargeräte für Netzparallelbetrieb Stellungnahme Einleitung Diese Norm umfasst als fertiges Paket angebotene Geräte und Kombinationen, welche zu einer einfachen Unterstützung der Energieversorgung durch Laien bestimmt sind. Weit verbreitet sind Geräte bis 600VA, welche an beliebige Haushaltsstromkreise bis 16A mittels Steckvorrichtung angeschlossen werden. Die Erfahrung zeigt, daß diese Anwendung zu keinerlei Unfällen führt, solange die Geräte alle weiteren Normen erfüllen und als Einzelgeräte bestimmungsgemäß verwendet werden, ungeachtet der angeschlossenen PV-Leistung. Das gilt auch für Geräte, die mittels "Schukostecker" angeschlossen werden. Stand der Technik, aktuelle Entwicklung, Benutzerverhalten Laien kaufen sich häufig fertig zusammengestelle Kombinationen. Häufig ist die Freude darüber aber begrenzt, weil die erwünschte Leistung nicht erreicht wird. Die am häufigsten vorgenommene Erweiterung ist eine Verdoppelung der Modulleistung oder gar ein zweites gleiches Gerät in "daisy chain" Schaltung, insbesondere bei Verschattung oder ungünstiger Lage. Damit erreicht der theoretische Wert der Modulleistung z.B. 2000W STC bei 4 aktuellen Modulen, was grob 1500W NOCT entspricht und bei ungünstiger Montage 600-1000W Ertrag. Davon werden bislang idR bis zu 600/800VA eingespeist bzw. bei "daisy chain" bis zu 1200/1600VA. Hinweis: Das sind Erfahrungswerte, die sich in einigen Solar-Foren finden. Die zweithäufigste Erweiterung ist das hinzufügen eines Speichers auf der Gleichspannungsseite. Dieser muss ausreichend leistungsfähig sein, um für Benutzer verwendbar zu sein. Aussicht, Trends Sehr großes Interesse in der zum Bereich aktiven Gemeinschaft liegt an einer Steuerung der erzeugten Leistung, insbesondere in Verbindung mit Speichern. Dafür werden mit großem Aufwand unzählige Einzellösungen erstellt. Im einfachsten Fall wird konstante niedrige Leistung über 24 Stunden bereitgestellt, viele Einzellösungen versuchen aber Nulleinspeisung bis 600/800VA oder gar Netzdienlichkeit zu erreichen. Angesichts der Engpässe in den Verteilnetzen ist das sehr vorteilhaft. Übliche angebotene Geräte bieten aber keine einfache einheitliche Schnittstelle dafür, obwohl die Geräte das elektrisch (Hardware) können. Gefahren Bei Altinstallationen kann man erfahrungsgemäß idR dauerhaft bis zu 600VA einspeisen mit vernachlässigbar geringer Gefährdung. Aktuelle Installationen (RCD bzw. AFDD, aktueller LS z.B. 10A) erlauben theoretisch 2kVA ohne nennenswerte Gefährdung, wenn dieser Stromkreis exklusiv für die Erzeugungsanlage verwendet wird. Eine Begrenzung der Modulleistung führt dazu, daß Laien sich aber mehrere Geräte montieren. Der Schukostecker ist weit verbreitet als Einspeisestecker in Verbindung mit einem Kleinstwechselrichter. Endpunkte von Verteilnetzen erreichen immer häufiger die obere Spannungsgrenze, wenn viele einspeisen, oder die untere Spannungrenze bei neuartigen Verbrauchern wie Ladestationen und Wärmepumpen. Abschaltungen führen zum Verlust erzeugter Energie. Empfehlung: (1) Name: "Steckerfertige Kleinsterzeugungsanlagen für Netzparallelbetrieb" erweitert auf andere Quellen, z.B. Kleinstwindanlagen sowie Zukunftstechnologien wie Elektrostatik, Piezo, Kondensation, Osmose usw. (2) Keine Begrenzung der Eingangsleistung, solange die dauerhafte Engpassleistung der Kombination 600VA sowie die kurzzeitige Engpassleistung der Kombination 800VA/1h nicht übersteigt. (3) Fabrikmäßig vorgefertigte Einspeiseleitungen mit Schukostecker für Anlagen bis 600/800VA(1h) müssen eine Strombegrenzung enthalten, z.B. T4A Schmelzsicherungen. Diese dürfen nur erreichbar sein bei gezogenem Stecker. (4) Anlagen an Endstromkreisen exklusiv zur Einspeisung mit aktueller RCD/LS-Kombination dürfen ungesteuert bis zu 800VA sowie gesteuert bis zu 2kVA erzeugen, solange die Einspeisung in das allgemeine Verteilnetz auf maximal 800VA begrenzt ist. Die Einspeiseleistung darf bei Unterspannung (extended FRT) überschritten werden, aber 15 Minuten, 2kVA und 10A nicht übersteigen. Ein dedizierter Einspeisestromkreis darf keine weiteren Verbraucher haben außer festangeschlossene mit vernachlässigbar kleiner Leistung (Licht, <100VA). Der VNB darf ggf. einen Nachweis verlangen. (5) Hersteller müssen ab spätestens 1.7.2025 eine einheitliche gleichartige einfache Schnittstelle zum lesen und steuern aller Erzeugungs- und Speichergeräte bereitstellen. Empfehlung: WLAN, http(s), JSON. Alternativ: isoliertes RS485, JSON oder Modbus. (6) Für Schutzkleinspannung sind auch andere für den Anwendungsfall nachweislich gut geeignete Steckverbindungen zulässig, Beispiel "Anderson Powerpole". (7) Alle Geräte müssen für normale Anwendung ausreichend eigensicher sein, das gilt insbesondere für einzeln steckbare Speichermodule und verwechselbare bzw. falsch zusammensteckbare Verbindungen.